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Technik: So erleichtern Sie Ihren demenzkranken Patienten das Leben

08.03.2019

Sie wissen aus eigenen Erfahrung, dass Informations- und Kommunikationstechnik, Roboter und intelligente Systeme in der modernen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken sind. So hat die Digitalisierung auch die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz erreicht.

Die Technik soll Sie unterstützen und nicht ersetzen

Betrachtet man den demografischen Wandel und den Pflegekräftemangel, ist der Einsatz von Technik in der Pflege Demenzerkrankter ein Mittel, um den gesellschaftlichen Herausforderungen entgegenzuwirken. Die Hoffnungen sind vielfältig. So soll die Technik natürlich zur Kostensenkung im Gesundheits- und Pflegesystem beitragen, aber auch der Verbleib von Menschen mit Demenz im eigenen Wohnraum sowie eine flächendeckende Versorgung in dünn besiedelten Regionen soll gefördert werden. Technik kann zwar niemals die menschliche Zuwendung ersetzen, aber vielleicht an einigen Stellen dazu beitragen, die Selbstständigkeit der pflegebedürftigen Person zu erhalten oder den Alltag zu erleichtern.

Ihre Entlastung steht ebenso im Vordergrund

Der Technikeinsatz zielt auf die physische und psychische Entlastung der Fachkräfte ab. Angebote der technikgestützten Kontaktaufnahme über Emotionsroboter oder digitale Beschäftigungsangebote sollen Sie in der emotionalen Begleitung Ihres Pflegekunden entlasten und Ihnen Ideen zur Beschäftigung und Aktivierung liefern. Hebe- und Tragehilfen in Form von Exoskeletten oder Roboterliftern können zur Ihrer physischen Unterstützung beitragen. Die Möglichkeit der Vernetzung eröffnet Ihnen neue Möglichkeiten des interdisziplinären Austauschs und der Quartiersanbindung.

Kritische Stimmen sind notwendig

Dennoch ist der Einsatz von Technik im Gesundheitswesen umstritten, besonders bei der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz. Hier stellen sich vor allem Fragen nach ethisch vertretbaren Einsatzmöglichkeiten. Pflege ist im Kern eine Beziehungs- und Interaktionsarbeit. Es ist deshalb wichtig für Sie, herauszufinden, in welchem Maße Technik eingesetzt werden kann, ohne dabei ethische Grenzen zu überschreiten oder den persönlichen Kontakt zu hilfebedürftigen Menschen zu vernachlässigen. Bedenken Sie: Jeder Mensch mit Demenz ist ein Individuum und sollte auch beim Einsatz von Technik als solches betrachtet werden.

Hinweis: Reagiert ein Demenzerkrankter z. B. positiv auf einen humanoiden Roboter, bedeutet dies nicht, dass Sie das gleiche Ergebnis bei einer anderen Person erzielen. Es ist auch möglich, dass ein technisches Hilfsmittel, das Sie z. B. persönlich als ethisch bedenklich empfinden, für einen Menschen mit Demenz völlig in Ordnung ist und sie oder er dies deutlich ausdrückt.

Technische Hilfsmittel: Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig

Es gibt heute verschiedene Einsatzmöglichkeiten technischer Hilfsgeräte, die für unterschiedliche Gruppen im Bereich der Pflege entwickelt wurden. Einige für Sie relevante möchten wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen.

Aktuell lassen sich unterschiedliche Trends in der Versorgung und Betreuung von Menschen mit Demenz erkennen, die wir im Weiteren erläutern und erklären.

ArtBeispiele: So kann die Technik eingesetzt werden
Informations- und Kommunikationstechnologienüberwiegend im Bereich der Dokumentation und Information, wie z.
B. elektronische Patientendokumentation, IT-gestützte Personaleinsatzplanung, Einsatz von Smartphones, Tablets oder anderen mobilen
Endgeräten, Apps
Robotikvor allem im Bereich Service- und Transportroboter, Patientenlifter,
Pflegewagen, Rehabilitationsrobotik sowie soziale Robotik
Hilfs- und MonitoringsystemeEinsatz intelligenter Sturzsensoren, Betten, Beleuchtung sowie Personenortungssysteme
„Ambient Assisted Living“
(AAL)
zielt ab auf das selbstständige häusliche Leben durch technische Assistenz und beinhaltet sowohl eine technische Infrastruktur im häuslichen
Umfeld als auch Dienstleistungen durch Dritte
Selbsterfahrung für pflegende Angehörige, Pflegekräfte und InteressierteSelbsterfahrung durch Einsatz von Alterssimulationsanzügen
Einsatz im Bereich der Freizeitgestaltungin Form von Spielekonsolen, digitalen Musikinstrumenten, digitalem Gedächtnistraining usw.

Informations- und Kommunikationstechnologie: Tablets und Co.

In der Informations- und Kommunikationstechnologie gibt es beim Einsatz von Smartphones und Tablets 3 verschiedene Möglichkeiten:

  1. für Menschen mit Demenz
  2. für pflegende Angehörige
  3. für das Pflegepersonal

In diesen 3 Bereichen wird die gleiche Technik unterschiedlich verwendet.

1. Von smarter Software können besonders Menschen mit Demenz im frühen Stadium profitieren

Für Demenzerkrankte gibt es spezielle Apps, die das Bedienen von Tablets erleichtern können. Diese wurden erweitert zu Anwendungen, bei denen die Bediener Tablets nur für den Freizeitbereich nutzen können. Besonders jüngere Demenzerkrankte sowie Menschen mit einer beginnenden Demenz nutzen Tablets, Smartphones und Laptops in der Regel wie Sie und alle anderen Personen auch. Sie dienen der Vernetzung, als Kommunikationsmedium in sozialen Netzwerken oder um verschiedene Güter einzukaufen. Das Internet ist bei der Informationsbeschaffung behilflich und kann für Menschen mit Demenz die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sicherstellen. Es kann sogar die einzige Möglichkeit sein, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und weiter soziale Kontakte zu haben, denn viele Menschen mit einer beginnenden Demenz erleben Gefühle wie Scham, Angst und Unsicherheit, welche zu einer sozialen Isolation führen können.

Apps für Gesundheit und Aktivierung: Vielfalt ist angesagt – Gedächtnis, Schmerz und Arztkontakt

Es existieren heute unzählige Apps, um das Gedächtnis zu trainieren, soziale Kontakte zu pflegen oder die eigene Gesundheit im Blick zu haben. Mit der Pain-App plus beispielsweise können Personen mit und ohne Demenz mithilfe eines Tablets ihren Schmerzzustand dokumentieren. Die Daten werden direkt an den Hausarzt übermittelt, welcher dann die Therapie anpassen kann. Dies ermöglicht vor allem in ländlichen Regionen einen ständigen Kontakt zum Hausarzt ohne lange Fahrtwege und Wartezeiten.

2. Mit digitalen Angeboten finden pflegende Angehörige Hilfe

Auch für pflegende Angehörige gibt es bereits ein breites digitales Angebot. Das mag vielleicht nicht immer der aktuellen Technik entsprechen, enthält aber Hilfsangebote in Form von Foren zum Austausch oder neue Online-Schulungsprogramme. In verschiedenen Foren, wie z. B. dem der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. (www.deutsche-alzheimer.de oder www. demenzforum.net) können sich Betroffene und ihre Angehörigen mit Gleichgesinnten austauschen. Es gibt zahlreiche Homepages wie die des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die über aktuelle Themen in Bezug auf Demenz informieren und auch kostenloses Informationsmaterial zur Verfügung stellen (www. wegweiser-demenz.de). Darüber hinaus bietet das Schulungs- und Beratungsprogramm „DEMAS – Demenz anders sehen“ (www.demenz-anders-sehen.de) OnlineSchulungen zum Thema „Demenz“ an. Dabei geht es darum, mehr über die Besonderheiten einer demenziellen Erkrankung zu erlernen und sich mit anderen über die unterschiedlichen Erfahrungen auszutauschen.

Praxistipp: Schauen Sie doch mal auf die genannten Websites. Auch für Sie als Betreuungs- und Pflegekraft finden Sie viele interessante Informationen und können zudem erfahren, was pflegende Angehörige bewegt.

3. Intelligente Dienst- oder Tourenpläne erleichtern die tägliche Arbeit

Vielleicht kennen Sie es schon aus Ihrer eigenen Berufspraxis: In der stationären und ambulanten Pflege sowie im Krankenhausbereich werden Informations- und Kommunikationstechnologien mittlerweile vor allem in Form digitaler Dienstplan- und Dokumentationsprogramme eingesetzt. So gibt es längst die elektronische Patientenakte, aber auch die GPS-koordinierte Tourenplanung in der ambulanten Pflege. Dabei werden, ähnlich wie bei der Auslieferung von Paketen, schnellstmögliche Routen in Echtzeit berechnet und die Versorgung der Klienten wird effizient organisiert. Diese Systeme sind noch nicht weit verbreitet, wohl auch, weil sie eine völlige Überwachung der Pflegekräfte mit sich bringen: Durch die Echtzeitberechnung von Routen weiß der Arbeitgeber bei jeder einzelnen Tour genau, wie lange eine Pflegekraft bei einem Klienten war, wann sie Pause gemacht hat, das Auto getankt hat usw.

Vernetzung wird eine größere Rolle spielen

Speziell für die Versorgung multimorbider Menschen mit Demenz wird zurzeit ein IT-gestütztes Fallmanagement namens „SimPat“ erprobt.

Ziel dieses Projekts ist es, die verschiedenen Akteure, d. h. die Menschen mit Demenz selbst, die Angehörigen, die Pflegenden sowie Ärzte, miteinander zu vernetzen und dadurch die ständige Weitergabe sämtlicher Informationen sicherzustellen, die für den Versorgungsprozess wichtig sind. Dadurch soll eine optimale Behandlung und Versorgung der demenziell veränderten Menschen ermöglicht werden.

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