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Tourenplan: So werden Ihre Mitarbeiter entlastet

27.03.2019

Fachkräfte sind verständlicherweise häufig überfordert, wenn sie neben der Behandlungspflege noch eine gesamte Bezugsgruppe pflegen müssen. Stationäre Tourenpläne können hier durch eine klare Aufgabenverteilung Abhilfe schaffen.

In der ambulanten Pflege arbeiten die Pflegekräfte nach Tourenplänen. Diese sind nach Tätigkeiten, Strecke und Zeit strukturiert. Hierdurch ist eindeutig festgelegt, in welcher Reihenfolge die einzelnen Pflegebedürftigen gepflegt werden. Dieses System bietet auch Vorteile für die stationäre Altenhilfe. Dennoch lässt es sich nicht 1:1 übertragen. Dies zeigt die Übersicht in der Tabelle.

Der individuelle Pflegebedarf entscheidet über die Planung

Die Übersicht verdeutlicht: Eine Einsatzplanung nach dem Vorbild der ambulanten Touren eignet sich vorwiegend für die Kernpflegezeiten. Die Planung des restlichen Tagesablaufs hängt von dem Anteil der Routinetätigkeiten in diesen Zeiten ab. Entscheidend ist, dass Ihre Mitarbeiter genau wissen, was wann zu erledigen ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie mit einer festen Tourenplanung auch neue Mitarbeiter, Leasingkräfte schnell und unkompliziert einarbeiten können. Gehen Sie bei einer entsprechenden Planung daher in diesen 2 Schritten vor:

1. Teilen Sie die Pflege für jeden Bewohner in Einzelmodule auf.

Hierzu ist es wichtig, dass Sie den individuellen Pflegebedarf des Bewohners so auflisten, wie Ihre Mitarbeiter die Pflege in der Realität aufteilen.

Beispiel: Frau Langner bekommt die Stützstrümpfe schon frühmorgens angezogen, steht aber erst 1 Stunde später auf. Sie wäscht sich den Oberkörper selbst am Waschbecken. Die Hilfemodule unterteilen sich daher folgendermaßen:

  • Modul 1 (6:30–6:40 Uhr): Beine waschen, Stützstrümpfe anziehen, zur Toilette bringen, zu Bett begleiten
  • Modul 2 (9:00–9:10 Uhr): zur Toilette begleiten, vors Waschbecken setzen, Rücken und Intimbereich waschen, Kleidung bereitlegen
  • Modul 3 (9:30–9:40 Uhr): Bett machen, ankleiden, kämmen, Zimmer aufräumen, zum Frühstück bringen
  • Modul 4 (10:30–10:40 Uhr): Toilettenbegleitung

2. Bauen Sie die einzelnen Module zu einem Tourenplan zusammen.

Stellen Sie nun aus den Modulen einen Tourenplan zusammen, indem Sie die Zeiten möglichst passend kombinieren. Die Pflege eines Bewohners sollte möglichst nur von einer Pflegekraft übernommen werden. Die Behandlungspflege ist hiervon ausgenommen. Diese fällt in die Fachkrafttour.

Beispiel: Ausschnitt aus dem Tourenplan für eine Fachkraft

  • 6:30–6:40 Uhr: Übergabe
  • 6:40–7:00 Uhr: Tropfen stellen (Etage 1–3)
  • 7:00–7:10 Uhr: Verteilen der Frühmedikation
  • 7:10–7:20 Uhr: Frau Langner, Modul 1: Beine waschen, Stützstrümpfe anziehen, zur Toilette bringen, zu Bett begleiten
  • 7:20–7:35 Uhr: Frau Hensel, Modul 1: Toilettenbegleitung, Grundpflege, Zimmerpflege, Begleitung zur Mahlzeit

Übersicht: Umsetzbarkeit von Tourenplänen in der stationären Altenhilfe

Diese Vorteile sprechen für Tourenplän:
 
Diese Hindernisse sollten Sie berücksichtigen:
 
Jede Pflegekraft erhält genaue Vorgaben, was sie wann zu erledigen hat.
 
Die Eigenverantwortlichkeit der Pflegekräfte verringert sich.
 
Es sind alle planbaren Aufgaben erfasst, die beim Bewohner zu erledigen sind.
 
Im stationären Bereich gibt es zahlreiche Aufgaben, die nicht planbar sind, wie etwa Klingelrufe oder Toilettengänge.
 
Für die Tourenpläne müssen Sie alle Tätigkeiten erfassen, die Sie beim Bewohner durchführen. Diese genaue Auflistung schafft maximale Leistungstransparenz.
 
Die stationäre Einrichtung deckt alle Bedürfnisse im Tagesverlauf ab, die im ambulanten Bereich von den Angehörigen durchgeführt werden. Entsprechend sind mehr Hilfestellungen zu planen als im ambulanten Bereich. Daher ist der Planungsaufwand bezogen auf den gesamten Tagesablauf sehr hoch.
 
Durch die Planung kann neuen Bewohnern ein Angebot gemacht werden, wann die Hilfestellung bei ihnen geleistet wird. Hierdurch entstehen klare Vereinbarungen.
 
Im Rahmen einer Tourenplanung müssen sich beide Seiten an diese Vorgaben halten. Dies ist etwa bei demenziell veränderten Bewohnern kaum möglich. Pflegekräfte müssen teilweise bei Mitarbeiterausfällen zusätzliche Bewohner pflegen und können vereinbarte Zeiten dann kaum einhalten.
 
Zusammenfassung: Vorteilhaft sind die genaue Planung der einzelnen Aufgaben und die bessere Ausnutzung der Arbeitszeit.
 
Zusammenfassung: In der stationären Altenhilfe müssen Pflegekräfte häufig Prioritäten setzen, und es gibt zahlreiche zeitlich nicht genau eingrenzbare Aufgaben.
 

FAZIT: Planen Sie die Abläufe anhand der Strukturen in Ihrer Einrichtung

Die Planung der Arbeitsabläufe nach dem Vorbild ambulanter Tourenpläne bietet eine transparente und kontinuierliche Strukturierung der pflegerischen Tätigkeiten, besonders im Rahmen der Kernpflegezeiten. Sie eignet sich jedoch ebenfalls dazu, den Personalbedarf zu den anderen Zeiten besser einschätzen zu können.

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