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Wie gehen Ihre Mitarbeiter mit dem „Du“ bei Bewohnern um?

18.09.2020

Bestimmt haben Sie sich in Ihrer Einrichtung schon mehrfach mit dem Thema „Duzen eines Bewohners“ befasst und entsprechende Regeln festgelegt. Und möglicherweise erlauben Sie – wie viele andere PDL – Ihren Mitarbeitern auch, demenziell veränderte Bewohner in Ausnahmefällen zu duzen, sofern es in der Pflegeplanung festgelegt ist.

Gute Gründe gibt es hierfür genug, denn Ihre demenzerkrankten Bewohner befinden sich gedanklich in der Vergangenheit und vermischen diese häufig mit der Gegenwart, sodass sie Ihre Pflegekräfte mit vertrauten Personen aus der Vergangenheit verwechseln. Wenn Ihre Mitarbeiter den Bewohner in dieser Situation siezen würden, wäre dieser vermutlich mehr als irritiert. Bedenken Sie in diesem Zusammenhang ebenfalls, dass Ihre orientierten Bewohner hingegen meist in der Lage sind nachzuvollziehen, wenn Ihre Mitarbeiter die Einladung zum „Du“ ablehnen.

Nutzen Ihre Mitarbeiter das „Du“ professionell?

Im sozialen Bereich ist das „professionelle Du“ ein bekannter Begriff. Es unterscheidet sich vom „privaten Du“ darin, dass Ihre Mitarbeiter und auch Sie als PDL es gezielt und bewusst einsetzen, ohne die eigene professionelle Rolle zu verlassen. Bei demenziell veränderten Bewohnern kann das „Du“ Vertrauen schaffen oder Pflegeabwehr mindern.

Der untenstehende Selbst-Test zeigt Ihnen, wie kompetent Ihre Mitarbeiter mit dem „professionellen Du“ umgehen und was Sie verbessern können. Besprechen Sie die einzelnen Fragen mit Ihren Teams, und sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter für das Thema. Denn dies ist eine wichtige Voraussetzung für einen angemessenen Umgangston gegenüber Ihren Bewohnern.

Selbst-Test: Beachten Ihre Mitarbeiter die wichtigsten Regeln zum professionellen Duzen?

Sprechen Ihre Mitarbeiter Sie an, wenn sie es für sinnvoll halten, einen Bewohner zu duzen?

  • Falls Sie mit „ Ja“ geantwortet haben, haben Sie schon viel erreicht. Denn wenn Ihre Mitarbeiter das Thema offen ansprechen, bringen sie eine Diskussion in Gang und passen die bestehenden Regeln immer wieder neu an die aktuellen Bedürfnisse Ihrer Bewohner an.
  • Falls Sie mit „Nein“ geantwortet haben, bringen Sie die Diskussion in Gang. Nur durch ein offenes Gespräch erreichen Sie eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema innerhalb Ihrer Pflegeteams – besonders, wenn Mitarbeiter Ihrer Einrichtung Bewohner pauschal duzen.

Kennen Ihre Mitarbeiter Methoden um bei Bedarf die „Du“-Ansprache umschiffen zu können?

  • Falls Sie mit „ Ja“ geantwortet haben, ist Ihren Mitarbeitern bewusst, dass sie nicht jeden Wunsch eines Bewohners, ihn zu duzen, sofort umsetzen müssen, sondern erst einmal abwarten, ob dieser dauerhaft besteht.
  • Falls Sie mit „Nein“ geantwortet haben, geben Sie Ihren Mitarbeitern den Tipp, im Gespräch unbestimmte Sätze zu bilden.

Beispiele: Sie sagen anstelle von „Ziehen Sie sich bitte an“ lieber „Es ist kalt draußen. Hier ist eine warme Bluse zum Anziehen“. Sagen Sie nicht „Sie sind aber fleißig“, sondern „So fleißig heute?“. Begleiten Sie Ihre Worte immer mit einem Blickkontakt, denn dann fühlt Ihr Bewohner sich direkt angesprochen.

Ist für jeden Bewohner, den Mitarbeiter duzen, eine genaue Vorgehensweise hierzu in der Dokumentation festgelegt?

  • Falls Sie mit „ Ja“ geantwortet haben, haben Sie die wichtigste Voraussetzung für eine individuelle Begleitung Ihrer demenziell veränderten Bewohner geschaffen.
  • Falls Sie mit „Nein“ geantwortet haben, erheben Sie genau, welche Bewohner: warum, von wem, in welchen Situationen, mit welchem Ziel geduzt werden. Diese Angaben müssen jeweils in der Pflegedokumentation festgehalten sein.

Duzen Ihre Mitarbeiter leise und diskret?

  • Falls Sie mit „ Ja“ geantwortet haben, haben Ihre Mitarbeiter ein gutes Gespür für den angemessenen Umgang entwickelt.
  • Falls Sie mit „Nein“ geantwortet haben, könnten Angehörige und Besucher einen schlechten Eindruck bekommen. Weisen Sie Ihre Mitarbeiter daher immer wieder darauf hin, dass sie Bewohner in den Gemeinschaftsräumen selten und so diskret wie eben möglich duzen.

Prüfen Ihre Mitarbeiter immer kritisch, ob das „Du“ tatsächlich den versprochenen Erfolg bringt?

  • Falls Sie mit „ Ja“ geantwortet haben, setzen Ihre Mitarbeiter das „Du“ als eine Methode von vielen dort ein, wo es angemessen ist, prüfen aber ebenso, ob andere Methoden wie etwa Validation ebenso zum Erfolg führen.
  • Falls Sie mit „Nein“ geantwortet haben, hinterfragen Sie genauer, ob sich die Pflegeabwehr eines Bewohners verringert, wenn er geduzt und mit Vornamen angeredet wird. Dies müsste sich im Pflegebericht und möglicherweise sogar in der Reduktion von Psychopharmaka widerspiegeln.

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