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So unterscheiden Sie Demenz und Depressionen bei Ihren Pflegekunden jetzt schneller

11.01.2019

Vielleicht kommt Ihnen diese Situation so oder so ähnlich bekannt vor: Frau Manske wirkt in letzter Zeit sehr unkonzentriert. Es ist nun schon mehrere Male vorgekommen, dass sie sich nicht mehr an Absprachen mit ihrer Pflegerin Frau Maier erinnern kann. Frau Maier befürchtet, dass Ihre Pflegekundin eine Demenz entwickelt. Sie stellt fest, dass Frau Manske auch zunehmend über körperliche Beschwerden und ihre starke Vergesslichkeit klagt.

Frau Maier als Bezugspflegekraft veranlasst die Abklärung beim Neurologen. Das Ergebnis der Untersuchung ist, dass Frau Manske eine Depression hat. Diese wurde medikamentös eingestellt. Frau Manske ist seitdem zwar nicht die Fröhlichkeit in Person, wirkt aber überwiegend ausgeglichen und zufrieden.

Beobachten Sie

Demenz und Depression sind die häufigsten Erkrankungen im Alter. Depressionen werden oft fälschlicherweise für eine beginnende Demenz gehalten. Dies liegt daran, dass die Betroffenen scheinbar vergesslich werden. Dieser Eindruck entsteht leicht, da Menschen mit Depressionen Informationen gar nicht erst registrieren und aufnehmen. Ihren Pflegekunden hilft es, wenn Sie die typischen Anzeichen erkennen.

Hierdurch liefern Sie wichtige Hinweise für die ärztliche Abklärung und wissen, wie Sie die pflegerischen und betreuenden Maßnahmen für Ihre Pflegekunden mit der jeweiligen Symptomatik gestalten sollten. Depressionen sind durch Medikamente gut einstellbar und die Konzentrationsstörungen bessern sich schnell mit den anderen Symptomen. Bei einer Demenz bleibt die Vergesslichkeit und bessert sich kaum. Durch den Einsatz von Antidementiva lässt sich die Erkrankung lediglich eine Weile lang aufhalten.

Achten Sie auf Kombinationen

Während Ihre Pflegekunden mit Demenz eher versuchen, ihre Vergesslichkeit so gut es geht zu verbergen und zu überspielen, klagen Patienten mit Depression permanent über ihre Gedächtnisprobleme und wissen auch genau, wann diese angefangen haben. Gleichzeitig treten andere Anzeichen für Depression auf, wie z. B. Schlafstörungen, Apathie, starke Niedergeschlagenheit – besonders am Morgen –, geringes Selbstvertrauen.

Wenn Betroffene sich ihrer beginnenden Demenz bewusst sind, entwickeln sie manchmal zusätzlich eine Depression als Reaktion auf die beängstigenden Erlebnisse und Perspektiven. Im Gegensatz zu der Demenz kann die begleitende Depression durch Medikamente gebessert werden.

Diese wirken sich auf die Stimmungslage aus, und möglicherweise bessert sich hierdurch auch die Alltagskompetenz wieder ein wenig. Wie Sie Demenz und Depression voneinander unterscheiden können, sehen Sie in der folgenden Übersicht:

Symptome für eine Demenz Symptome für Depressionen
Ihr Pflegekunde löst Aufgaben mit gleichem Schwierigkeitsgrad ohne größere Schwankungen Ihr Pflegekunde löst Aufgaben mit gleichem Schwierigkeitsgrad mal besser, mal schlechter
Ihr Pflegekunde versucht, sein Bestes zu geben und durch Überspielen seiner Unsicherheit kompetent zu wirken. Ihr Pflegekunde klagt über sein Nichtwissen und kann sich schwer für eine Antwort entscheiden.
Symptome: zunehmende Störungen des Kurz-, später auch des Langzeitgedächtnisses, der Orientierung und beim Alltagshandeln. Symptome: Schlafstörung, Gewichtsverlust, Hang zum Grübeln, Suizidgedanken, Versagensängste, Verlangsamung in Denken und Bewegung.
Die Fehlleistungen Ihres Pflegekunden werden im Alltag sichtbar. Er kann z. B. die Waschmaschine nicht mehr in Gang setzen oder den Fernseher nicht einschalten. Ihr Pflegekunde schildert seine Leistungseinbußen detailliert und bleibt gedanklich an seinen Defiziten haften.
Ihre Pflegekunde sucht Hilfe nicht mehr gezielt, da er nicht genau ausdrücken kann, worin die Hilfe bestehen soll. Ihr Pflegekunde sucht und findet gezielt Hilfe.
Die geringer werdende Alltagskompetenz spiegelt sich in den Ergebnissen der Demenztests wider. Die Alltagskompetenz Ihres Pflegekunden ist gut erhalten. Demenztests hingegen fallen durch die Konzentrationsschwierigkeiten im Vergleich zu den praktischen Kompetenzen schlechter aus.
Die kognitiven Fähigkeiten bessern sich nicht durch Antidepressiva. Bei gleichzeitiger Depression wird die Stimmung besser und Ihr Pflegekunde ruhiger. Antidepressiva bringen Besserung der psychischen und kognitiven Symptome.

Liefern Sie dem Arzt die wichtigen Informationen

Screenings sind kurze Tests. Mit diesen steigen Sie nicht in die Diagnostik ein, sondern sammeln lediglich Informationen. Hiermit untermauern Sie Ihre persönlichen Eindrücke für die Diagnosestellung. Im Folgenden finden Sie jeweils ein Verfahren zum Erkennen von Demenz und Depression. Der Zeitaufwand ist bei beiden relativ gering.

GDS - Geriatric Depression Scale (nach Sheikh und Yesavage, 1986)

Dieser Test gibt Aufschluss über eine mögliche Depression. Falls Sie den Verdacht haben, sprechen Sie Ihren Pflegekunden darauf an, ob er mit Ihnen diesen Test machen möchte. Da Ihre Pflegekunden mit Depression ihre Beschwerden oft mitteilen, argumentieren Sie am besten damit, dass der Arzt durch diesen Test besser versteht, wie er helfen kann. Bitten Sie Ihren Pflegekunden, zügig mit „Ja“ oder „Nein“ zu antworten.

Uhrentest

Der Uhrentest ist der am leichtesten durchführbare Demenztest. Er besteht im Wesentlichen darin, dass Ihr Pflegekunde in einen Kreis die Ziffern einer Uhr einzeichnet und die Zeiger mit einer bestimmten Uhrzeit aufmalt.

Anleitung: Zeichnen Sie einen Kreis auf ein Blatt Papier. Erklären Sie Ihrem Bewohner, dass Sie begonnen haben, eine Uhr zu zeichnen. Bitten Sie ihn, die Ziffern und die Zeiger hineinzumalen. Die Zeiger sollen auf 2 Uhr stehen. Kommentieren Sie Fehlhandlungen nicht. Falls Ihr Pflegekunde nicht mehr weiterweiß, beantworten Sie seine Fragen.

Auswertung:

  • Die Zahl 12 ist richtig eingezeichnet
  • Alle 12 Ziffern sind korrekt platziert
  • Die Zeit ist korrekt eingetragen

Alle 3 Kriterien müssen erfüllt sein. Ansonsten deutet es auf eine demenzielle Veränderung hin. Zeigen Sie das Ergebnis bei Bedarf dem Hausarzt.

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