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Helfen Sie! Für den richtigen Umgang mit Demenzkranken brauchen Angehörige Ihre Unterstützung

07.12.2018

Sie arbeiten als Pflegekraft täglich mit Menschen mit Demenz zusammen und wissen daher auch, dass Menschen mit fortgeschrittener Demenz in ihrer eigenen Welt leben und kaum noch kommunizieren. Für die Angehörigen ist das oft schwer erträglich und gerade zu besonderen Anlässen sind viele Angehörige unsicher, wie sie das Fest mit einem Demenzerkrankten gestalten oder begehen sollten.

Informieren Sie die Angehörigen darüber, dass ein Fest eine gute Möglichkeit bietet, die Mauer zum geliebten Familienmitglied zu durchbrechen. Denn gerade Feste sind eine gute Gelegenheit, Demenzerkrankte auf der Gefühlsebene anzusprechen. Rituale wie das Singen von Weihnachtsliedern und der Gottesdienstbesuch verleihen dem Demenzkranken Sicherheit und Geborgenheit.

Diese Rituale erinnern ihn an die Vergangenheit, der er sich aufgrund seiner Krankheit oftmals mehr verbunden fühlt als der Gegenwart. Um die zeitliche Orientierung zu stärken, ist es jedoch wichtig, dass die Einheit z. B. zur gleichen Zeit wie die tatsächliche Kirmes im Dorf stattfindet.

Bewegen Sie die Angehörigen zum Mitmachen

Wenn Sie ein Fest planen und gestalten, sollten Sie die Angehörigen zu den Festlichkeiten auf alle Fälle einladen und zum Mitmachen bewegen.

Angehörige, Demenzerkrankte und Pflegemitarbeiter begegnen sich einmal in entspannter, fröhlicher und angstfreier Umgebung und Atmosphäre. Dies fördert Vertrauen und kann sich positiv auf weitere Begegnungen im Pflege- und Betreuungsalltag auswirkten. Bestenfalls können die Angehörigen schon in die Planung einbezogen werden und Sie unterstützen. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich die Angehörigen eingebunden, ernst genommen und beteiligt fühlen. Diese Möglichkeiten der Beteiligung gibt es:

  • Angehörige übernehmen kleinere Aufgaben oder ein Teil der Betreuung „ihres“ Verwandten. So lernen sie ihren erkrankten Angehörigen in einer anderen Rolle kennen. Nicht die Probleme, sondern das gemeinsame Feiern stehen im Vordergrund. Dies kann beiden Seiten guttun.
  • Angehörige tragen mit kleinen Wortoder Musikbeiträgen zum Erfolg eines Festes bei. Dies kann eine Stärkung für Angehörige darstellen. Denn häufig wissen diese nicht, wie sie ihren an demenzerkrankten Angehörigen unterstützen können. Auf kreative Weise etwas zum Fest beizutragen bietet zudem auch Normalität und gemeinsam gelebten Alltag.
  • Manche Angehörige sind in Vereinen aktiv und könnten so etwas darüber beisteuern (z. B. ein Spielmannszug, der spielt, eine Tanzgruppe, die auftritt, eine Multikultiverein, der besonderes Essen kocht usw.)
  • Angehörige können im Vorfeld beim Erstellen der Dekoration helfen. Sie könnten im Vorfeld an 3 bis 4 Tagen Bastelnachmittage mit den Angehörigen anbieten (nur in kleinen Gruppen maximal 10 bis 12 Personen). Dort könnten dann Tischkarten erstellt oder eine zum Thema passende Deko gebastelt werden.
  • Angehörige können gemeinsam z. B. eine Maibowle herstellen oder einen Punch anrühren usw. Dabei stellen diese oft noch einmal fest, welche Fähigkeiten ihre Eltern, Partner, etc. oftmals noch haben. Das ist ein spannender Austausch, weil die Pflegebedürftigen oft eingeschränkter wahrgenommen werden, als sie tatsächlich sind.
  • Angehörige könnten zum gemeinsamen Backen eingeladen werden, um für das Fest Leckereien herzustellen (etwa einen Tag vorher oder am Morgen des Fests).
  • Im ambulanten Bereich gibt es vielleicht Angehörige, die sich an einem Fahrdienst beteiligen oder einen möglichen Raum zu Verfügung stellen können. Probieren Sie, Angehörige ganz individuell anzusprechen und kennenzulernen, dann wissen Sie schnell, wen man um welche Unterstützung bitten kann. Man findet häufig Angehörige, die jemand kennen, der irgendetwas besorgen kann.

Vorsicht Reizüberflutung: Zu viel Trubel sollte vermieden werden

Gerade im ambulanten Bereich werden Sie feststellen können, dass Angehörige oft unsicher sind, wie sie gemeinsam mit dem Demenzerkrankten Feste verbringen sollen. Natürlich gibt es hier keine allgemeingültigen Ratschläge, aber Sie sollten ihm etwa von einem großen Fest mit vielen Menschen abraten. Menschen mit Demenz fehlt aufgrund der hirnorganischen Veränderungen ein Abschirmmechanismus, sodass akustische und visuelle Reize sie ungefiltert erreichen.

Feiern Sie ein ganz normales Weihnachten, so wie Sie es mit Ihrer Familie gewöhnt sind. Nur etwas ruhiger, reizarmer und gemütlicher sollte es zugehen. Dekoration, Lautstärke und Programm sollten spärlicher ausfallen als sonst, um den Demenzerkrankten nicht zu überfordern. Dazu gehört auch ein übersichtliches Essen mit wenigen Gängen und einfarbigen Servietten.

Zudem können die Reize oftmals nicht mehr richtig zugeordnet werden. So ist beispielsweise zu Silvester Vorsicht geboten, da lautes Böllern bei manchen Demenzkranken sogar Angst und Panik auslösen kann. Weil sie das laute Knallen nicht mehr zuordnen können, hat schon mancher Demenzerkrankter gedacht, dass es sich hier um einen Bombenangriff handeln könnte.

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