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Grundsatzstellungnahme: Wenden Sie Validation im Pflegealltag an

04.03.2019

Die Validation umfasst eine verbale und eine nonverbale Kommunikationsform, die sich auf die Beziehungsebene konzentriert. Das bedeutet, dass Sie und Ihre Kollegen das Erleben und die Gefühle Ihrer gerontopsychiatrisch beeinträchtigten Patienten respektieren und sich in deren Realität einfühlen.



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Auf Ihre Einstellung kommt es an

Die Einstellung gegenüber dementen Menschen ist für die Anwendung von Validation wichtiger als die konkreten Techniken. Der Rückzug in die Vergangenheit muss akzeptiert werden. Wenn Sie als Pflege- und Betreuungskraft die Validation anwenden, urteilen Sie nicht, Sie akzeptieren und achten die alten Menschen.

So gehen Sie bei der Validation vor

Validation bedeutet, dass Sie die Äußerungen, Handlungen und Sichtweisen des Menschen mit Demenz gelten lassen, für gültig erklären, sie nicht korrigieren oder an unserer Realität überprüfen. Der Erkrankte wird von Ihnen in seiner Erlebenswelt ernst genommen, wertgeschätzt und akzeptiert. Die Methode der Validation geht davon aus, dass die Gefühle des Erkrankten auf der Basis seiner Erlebenswelt, eben seiner Realität, angemessen und logisch sind. Sie als Pflegekraft begeben sich auf die Erlebnis- und Zeitebene des Demenzkranken:

Gefühle:

Bei der Validation versuchen Sie, die Gefühle zum Verhalten des Demenzkranken zu verstehen. Sie begleiten den Erkrankten in seine Gefühlswelt, unterstützen ihn und gehen für eine Zeit „in den Schuhen des Verwirrten“.

Emotionale Stimmung:

Die emotionale Stimmung des Demenzkranken wird von Ihnen durch Spiegelung der Gestik, Mimik, des Dialektes, des Tonfalls und der Bewegungen aufgenommen. Stimme, Sprache und Körperhaltung werden also gezielt eingesetzt. Sie stellen im Dialog Fragen, um sich klarer in die Erlebenswelt des Verwirrten einfühlen zu können. Dabei sprechen Sie den demenziell Erkrankten ausschließlich auf der Gefühlsebene an. „W-Fragen“ wie „warum?“, „wieso?“, „weshalb?“ usw. sollten unterbleiben.

Erlebnis- und Zeitebene:

Sie begeben sich auf die Erlebnis- und Zeitebene des Demenzkranken. Orientieren Sie sich nicht an Ihrer Realität, sondern an der des Erkrankten. Das ist nicht immer leicht, aber wichtig, weil eine Verständigung zwischen 2 Menschen nur dann möglich wird, wenn sie sich auf der gleichen Kommunikationsund Erlebnisebene befinden. Der Demente ist zu solch einem Perspektivenwechsel aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in der Lage.

Diese Effekte kann die Validation auf den dementen Menschen haben

  • Aufbau eines Gefühls der Sicherheit und der Zugehörigkeit
  • Ein gesteigertes Selbstwertgefühl
  • Verminderung von Angst und Stress
  • Reduktion von unkontrollierten Gefühlsausbrüchen
  • Förderung sozialer Kontakte
  • Verbesserung der verbalen und nonverbalen Kommunikation
  • Verhindern eines Rückzugs in das Vegetieren

Diese Effekte kann die Validation auf die Betreuungskräfte haben:

  • Das Gefühl, strukturiert zu handeln
  • Schaffung von Handlungsmöglichkeiten
  • Leichtere Herstellbarkeit zu biografischen Bezügen
  • Weniger Berührungsängste
  • Leichterer Umgang mit dem Anderssein
  • Hohe Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitsleistung
  • Das Gefühl, einer sinnvollen Arbeit

Die Techniken der Validation:

  • Verwenden Sie kurze, eindeutig formulierte Sätze.
  • Verwenden Sie Wörter, die der demente Mensch in Kindheit, Jugend und jüngeren Erwachsenenjahren gebraucht hat.
  • Verwenden Sie Metaphern (z. B. „Mir fällt ein Stein vom Herzen“, jemanden um den Finger wickeln) oder Sprichwörter.
  • Setzen Sie Rituale ein.
  • Nutzen Sie Themen und Beschäftigungen, die einen Bezug zur Biografie haben.

Validation im Pflegealltag

Die Theorie der Validation ist im Grunde einfach, die Umsetzung in die Praxis erfordert allerdings ein wenig Übung. Daher sollten Sie und Ihre Kollegen sich mit der Methodik auseinandersetzen, sich austauschen und alle Pflege- und Betreuungskräfte einarbeiten.

Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die gute Kenntnis der Biografie des Betroffenen, ohne die die Arbeitsweise der Validation nur schlecht bis gar nicht funktioniert.

Hinweis: Ihre Einrichtung sollte alle Mitarbeiter, auch Hausmeister usw. in Sachen Validation regelmäßig schulen.

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