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Was ist uns Pflege wert?

04.04.2018

Nicht wenige Sozialexperten fordern schon lange ein gut ausgestattetes Pflegesystem wie in Skandinavien. Hierzulande ist die Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen durch unterbezahltes und erschöpftes Personal, teilweise marode Infrastruktur, überbordende Bürokratie und vielen weiteren Hindernissen gekennzeichnet.

Von einer guten Versorgung kann also nicht die Rede sein. Da helfen auch Kampagnen der Bundesregierung nichts, wo der oft trostlose Alltag im Pflegeheim mit tollen Bildern und Schlagworten schöngeredet wird. Hierfür werden 6-stellige Beträge ausgegeben, die an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt wären.

Mal zum Vergleich: In einem Hedgefonds-finanzierten Heim (vereinfachte Darstellung) mit 100 Bewohnern werden pro Kopf und Tag ca. 3 € für die Versorgung mit Essen und Trinken aufgewendet. Für eine halbwegs menschenwürdige Verkostung ist mindestens das Doppelte notwendig. So könnten mit 100.000 € etwa 33.300 Beköstigungstage besser finanziert werden.

Im obigen Beispiel hätten dann 100 Senioren fast ein Jahr lang eine einigermaßen vernünftige Versorgung mit Essen und Trinken. Ebenso erschütternd sieht es mit der Personalbesetzung in Heimen aus: Meistens sind 60 Heimbewohner unter der Betreuung einer einzelnen Pflegekraft. Ist diese eine Pflegekraft z. B. für eine Stunde in einem Notfall gebunden, sind die übrigen 59 Bewohner eine Stunde unversorgt.

So ist es kein Wunder, dass Heimaufsichten vollkommen zu Recht Betriebserlaubnisse entziehen oder zumindest Belegungsstopps anordnen. Denn bei diesen Bedingungen können die verzweifelten Pflegekräfte nicht einmal mehr eine „Sauber, satt und trocken“-Pflege gewährleisten. Derweil dauert es ca. 170 Tage, bis eine vakante Fachkraftstelle nachbesetzt werden kann.

In skandinavischen Ländern sowie in den Niederlanden scheint tatsächlich eine Haltung vorzuherrschen, die Werten wie Nächstenliebe, Respekt und Gemeinsinn entspricht. Dort ist das Pflegesystem steuerfinanziert und wird als öffentliche Aufgabe wahrgenommen. Während es sich hier der Staat leicht macht und das Feld der Pflege unkontrolliert einer wild wachsenden Investoren-Heuschreckenhorde überlässt. Dieser politische Wille ist ein moralisches Armutszeugnis für unser Land.

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