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Weihnachtserlebnisse aus der Kindheit - zahlreiche Ideen für Ihre Erinnerungspflege

05.12.2018

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Wie kaum eine andere Zeit im Jahr, bietet die Weihnachtszeit die Möglichkeit, Traditionen zu pflegen. Sicherlich hat jede Familie ihre ganz eigenen Bräuche, eine Vielzahl an alten weihnachtlichen Traditionen wird aber dem größten Teil Ihrer christlichen Pflegekunden gemeinsam bekannt sein. Nutzen Sie diese in Ihren Betreuungsangeboten, um die jahreszeitliche Orientierung zu unterstützen, Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis zu wecken und einfach gemeinsam schöne Stunden zu verbringen.

Diese 6 Bräuche bieten Anlass für zahlreiche Betreuungsangebote

Das Thema „Weihnachtsbräuche“ eignet sich sowohl für Ihre Einzel- als auch für Ihre Gruppenangebote. Je nach Intention können Sie im Einzelkontakt mit Ihren Pflegekunden detaillierte und privatere Gespräche zur Erinnerungspflege führen oder gemeinsam in der Gruppe Erfahrungen austauschen. In der folgenden Übersicht finden Sie 7 Bräuche mit den passenden Gesprächseinstiegen. Zusätzlich erhalten Sie Anregungen, wie Sie die Bräuche praktisch in Ihre Betreuungsangebote einbeziehen und umsetzen können.

Übersicht: 7 weihnachtliche Bräuche aus dem Leben Ihrer Pflegekunden

1. Adventskranz

Diese Fragen können Sie zur Erinnerungspflege stellen:

  • Hatten Sie früher einen Adventskranz?
  • Welche Farbe hatten Ihre Kerzen?
  • Wurde er selbst gebunden und dekoriert?
  • Sah er immer gleich aus?

Binden und dekorieren Sie den Adventskranz für Ihren Gemeinschaftsraum gemeinsam oder zumindest in Anwesenheit Ihrer Pflegekunden.

2. Adventskalender

Fragen Sie Ihre Pflegekunden zum Beispiel:

  • Hatten Sie als Kind einen Adventskalender?
  • War er aus Papier?
  • Wurde er mehrere Jahre verwendet?
  • Haben Sie Ihren Kindern einen Adventskalender geschenkt?
  • Wie sah dieser üblicherweise aus?

Basteln Sie für Ihre Wohngruppe einen Adventskalender, bei dem abwechselnd jeder Ihrer Pflegekunden ein Päckchen oder einen Umschlag öffnen kann.

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3. Tag der Heiligen Barbara

Stellen Sie Ihren dementen Bewohnern zum Tag der Heiligen Barbara die folgenden Fragen:

  • Kennen Sie den Brauch der Heiligen Barbara?
  • Haben Sie sich auch am 04.12., dem Barbaratag, Kirschzweige in die Wohnung geholt?
  • Blühten die Zweige wirklich an Heiligabend?

Lesen Sie den brauch der Heiligen Barbara vor und bringen Sie Zweige mit in Ihre Einrichtung. Beobachten Sie gemeinsam, ob Sie anfangen zu blühen.

4. Nikolaus-Tag

Diese Fragen eignen sich besonders für den Brauch des Nikolaus-Tags:

  • Haben Sie als Kind die Stiefel vor die Tür gestellt?
  • Wurden die Stiefel vorher geputzt?
  • Was war in den Stiefeln drin?
  • Haben Sie auch eine Rute bekommen?
  • Wurde der Brauch von Ihren Kindern weitergeführt?
  • Wer war der heilige Nikolaus?

Sprechen Sie während der Erinnerungspflege über diesen Brauch. Bringen Sie z.B. Bilder einer Rute, ein Nikolauskostüm oder auch nur die Mütze mit. Oder verkleiden Sie sich während der Weihnachtsfeier als Nikolaus.

5. Weihnachtsbaum

Fragen Sie Ihre Bewohner folgendes:

  • Wer hat bei Ihnen zuhause den Baum geschmückt?
  • Stand er auf einem Tisch oder auf der Erde?
  • Durften Sie als Kind den Baum vor der Bescherung sehen?
  • Gab es traditionellen Baumschmuck? Wenn ja, welchen? (Essbares, Lametta, Kugeln, Strohsterne etc.)?
  • In welcher Farbe haben Sie geschmückt?
  • Hatten Sie Wachskerzen oder eine Lichterkette?
  • Mussten Sie unter dem Baum ein Gedicht aufsagen?
  • Haben Sie gemeinsam gesungen?
  • Wurde die Tanne gemeinsam gefällt?

Stellen Sie gemeinsam mit Ihren Pflegekunden Baumschmuck her, z.B. Strohsterne, oder backen Sie gemeinsam Lebkuchen hierfür. Das eignet sich besonders für gerontopsychiatrische Wohngruppen, da die Lebkuchen ohne Gefahr gegessen werden können. Schmücken Sie den Baum anschließend gemeinsam. Lassen Sie sich z.B. den Schmuck anreichen und hören Sie dabei Weihnachtslieder.

6. Krippe und Krippenspiel

Bezüglich dieses Weihnachtsbrauchs können Sie die Pflegekunden fragen, ob

  • bei Ihnen zu Hause eine Krippe aufgestellt wurde
  • die Bewohner als Kinder mit den Figuren spielen durften
  • in der Kirche das Krippenspiel angesehen wurde
  • die Kinder der Betreuten oder sogar sie selbst dort mitgewirkt haben

Stellen Sie gemeinsam eine Krippe in Ihrer Wohngruppe auf. Lesen Sie hierzu die Weihnachtsgeschichte vor und sprechen Sie darüber.

7. Sternsinger

Stellen Sie den Bewohnern die folgenden Fragen:

  • Waren Sie selbst einmal Sternsinger?
  • Was wird mit Kreide an die Türen geschrieben?
  • Haben Sie als Kinder für das Singen Spenden gesammelt?
  • Welche Lieder wurden gesungen?
  • Wie sind die Sternsinger gekleidet?

Fragen Sie in Ihrer Gemeinde, wann die Sternsinger in Ihrer Straße unterwegs sind und ob es möglich ist, dass sie in Ihre Einrichtung kommen.

8. Besuch vom Christkind

Folgendes können Sie erfragen:

  • Haben Sie als Kind auf das Christkind oder den Weihnachtsmann gewartet?
  • Wie haben Sie sich das Christkind vorgestellt (als Verkörperlichung des kleinen Jesus, oder als blondes barfüßiges Kleinkind, oder vielleicht als Engel)?
  • Hat Ihrer Vorstellung nach das Christkind den Weihnachtsbaum geschmückt?

Schauen Sie sich gemeinsam Bilder und Zeichnungen vom Christkind an, z.B. alte nostalgische Postkarten. Lassen Sie Ihre Pflegekunden ihre Vorstellungen beschreiben. Lesen Sie das Gedicht „Vom Christkind“ von Anna Ritter vor.

Weihnachtslieder und -gedichte vermitteln die passende Stimmung

Traditionelle Weihnachtslieder sind den meisten Ihrer Bewohner wohl vertraut. Auch Ihre schwerstpflegebedürftigen und bettlägerigen Pflegekunden reagieren auf sie – eine gute und wichtige Möglichkeit der akustischen Sinnesanregung. Stellen Sie deshalb eine kleine Liedersammlung zusammen und hören Sie diese gemeinsam mit Ihren Pflegekunden im Zimmer an. Beobachten Sie dabei genau die Reaktionen.

Besonders schön ist es natürlich, wenn Sie ein Lied gemeinsam singen oder es vorsingen oder auf einem Instrument vorspielen. Trauen Sie sich, auch wenn Ihr Pflegekunde nicht mehr mitsingen kann! Er wird es hören und Ihre Stimme wird ihn erreichen. Ebenso können Sie mit Weihnachtsgedichten verfahren, das Gedicht „Knecht Ruprecht“ beispielsweise dürfte den meisten bekannt sein.

Diese weihnachtlichen Gegenstände bereichern Ihre Kurzaktivierungen

Insbesondere für Ihre demenziell erkrankten Pflegekunden bietet es sich an, die Erinnerungspflege durch Gegenstände zu unterstützen, denn die Einbeziehung der Sinne durch das Sehen und Anfassen erleichtert das Verständnis. Gegenstände, die weihnachtlich riechen oder die Geräusche machen, beziehen zusätzlich den Geruchssinn und das Gehör mit ein. Nutzen Sie die Gegenstände der Übersicht sowohl für Ihre Einzelbetreuungen im Zimmer als auch für Kleingruppenangebote. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung erleichtert Ihnen dabei die Umsetzung.#

Übersicht: Weihnachtliche Gegenstände zur Kurzaktivierung

  • nostalgischer Papieradventskalender
  • Strohsterne
  • Fröbelsterne
  • alte Weihnachtsbaumkugeln und -kerzen
  • nostalgische Weihnachtspostkarten
  • Glocke
  • Weihnachtspyramide
  • Krippenfiguren (nicht alle gleichzeitig)
  • Nussknacker-Figur
  • Räuchermännchen
  • weihnachtliche Poesiealbumbilder

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So setzen Sie Gegenstände zur weihnachtlichen Kurzaktivierung ein

  1. Schritt: Wählen Sie für dieses Angebot 1–3 Gegenstände aus der Übersicht aus, beispielsweise die Krippenfiguren Maria, Josef und Jesus. Nehmen Sie diese mit in das Zimmer Ihres Pflegekunden. Planen Sie 10–20 Minuten für dieses Angebot ein, je nach Aufmerksamkeitsfähigkeit Ihres Pflegekunden.
  2. Schritt: Zeigen Sie nach der Begrüßung, was Sie mitgebracht haben, und geben Sie Ihrem Pflegekunden die Figuren nacheinander in die Hand. Geben Sie ihm dabei genug Zeit, sie zu betrachten. Warten Sie ab, ob er sie selbst benennt, oder tun Sie dies anschließend für ihn.
  3. Schritt: Sprechen Sie über das Thema „Krippen“ und erzählen Sie von Ihren eigenen Erfahrungen mit dieser Tradition. Nutzen Sie die Fragen der vorangehenden Übersicht auf Seite 3 als Gesprächseinstieg, um Erinnerungen zu wecken.
  4. Schritt: Lesen Sie passend zu den Figuren die Weihnachtsgeschichte vor. Ebenso eignet sich das gemeinsame Singen oder Anhören des Liedes „Ihr Kinderlein kommet“. Wenn Sie die Figuren der Heiligen 3 Könige wählen, lesen Sie diese Geschichte. Wählen Sie die Hirten, singen Sie gemeinsam „Kommet, ihr Hirten“. So beziehen Sie neben dem Sehen und Tasten auch das Gehör Ihres Pflegekunden mit ein.
  5. Schritt: Verfahren Sie ebenso mit den anderen Gegenständen und überlegen Sie sich, was Sie selbst zu dem Gegenstand erzählen, vorlesen oder singen können. Dies ist besonders wichtig bei Pflegekunden, die sich sprachlich nicht mehr äußern können.

Mit Lebkuchen und Spekulatius an Weihnachten erinnern

Zahlreiche Gebäckspezialitäten essen wir nur in der Weihnachtszeit. Sie eignen sich deshalb natürlich ebenfalls gut für den Einsatz in Ihrer Einzelbetreuung. Sofern Ihre Pflegekunden noch gut schlucken und uneingeschränkt essen können, können Sie diese Kurzaktivierung mit Weihnachtsgebäck anbieten.

Nehmen Sie hierzu 3 verschiedene Sorten der folgenden Auswahl mit in das Zimmer Ihres Pflegekunden:

  • Spekulatius
  • Zimtstern
  • Lebkuchen
  • Printen
  • Vanillekipferl
  • Christstollen
  • Marzipankugeln
  • Makronen
  • Bethmännchen

Zeigen Sie die Plätzchen und warten Sie ab, ob Ihr Pflegekunde diese benennt. Regen Sie ein Gespräch zum Thema „Plätzchenbacken“ an: Welches Weihnachtsgebäck mag Ihr Pflegekunden am liebsten? Hat er selbst früher gebacken? Probieren Sie die Plätzchen und regen Sie den Geruchs- und Geschmacksinn an. Für Ihre Pflegekunden, die nicht mehr eigenständig essen können, können Sie nach Rücksprache mit dem Logopäden oder Arzt z. B. ein Stück Marzipan in eine abgebrühte Gaze / Mullbinde wickeln und in den Mund Ihres Pflegekunden halten.

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind
gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen
voll Schnee,
mit gefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar
schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her –
was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack –
meint ihr, er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin:
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!
Anna Ritter

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