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Wichtige Grundlagen vom MDK für ein funktionierendes Notfallmanagement

04.06.2019

Zum Thema „Notfallsituationen in der Pflege“ gibt es viele Meinungen und Ansichten darüber, was Sie vorhalten und tun müssen. Tatsache ist, dass Sie in einem Notfall die Erste Hilfe leisten müssen – und zwar aus rechtlichen und vor allem auch moralischen Gründen. Letztlich ist dieses Thema darüber hinaus notenrelevant. Verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick über die Grundlagen. Dann ist die Umsetzung für Sie kein Problem.

Was die MDK-Prüfanleitung zum Thema „Notfallsituationen in der Pflege“ sagt

Das Thema der Notfallsituationen spielt sowohl stationär als auch ambulant im Rahmen der MDK-Prüfung eine Rolle. Unabhängig von der Notenfrage bekommen Sie Maßnahmen auferlegt, wenn Sie keine schlüssigen Regelungen zum Umgang mit Notfällen haben.

Diese Gesetze liegen zugrunde
Mit Blick auf die MDK-Prüfanleitung wird nicht ganz deutlich, auf welche Gesetze sich die Transparenzkriterien zur Ersten Hilfe beziehen. Sicherlich ist davon auszugehen, dass die Prüfanleitung nicht die Erste Hilfe am Mitarbeiter meint, sondern die Erste Hilfe für Ihre Pflegekunden. Mit Hilfe Ihres Qualitätsmanagements müssen
Sie jedoch beides sicherstellen. Und für die Erste Hilfe mit dem Ziel der Sicherheit der Beschäftigten gibt es wesentlich nachweisen können. Unklar anhand der konkretere gesetzliche Regelungen.

Die wichtigen Gesetze sind:

  1. Strafgesetzbuch: Nach § 323 besteht eine Verpflichtung zur Hilfeleistung.
  2. SGB VII, Gesetzliche Unfallversicherung und Berufsgenossenschaftliche Vorschrift 1 (BGV A1): Der Unternehmer ist verpflichtet sicherzustellen, dass den Versicherten Erste Hilfe geleistet wird. Dies bezieht sich auf jede akute Gesundheitsschädigung oder lebensbedrohliche Störungen einer Körperfunktion während der Tätigkeit.

Praxistipp: Organisieren Sie gemäß den Vorschriften der Berufsgenossenschaft und Unfallversicherung die Erste Hilfe in Ihrem Betrieb. Wenn Sie sich vertiefend informieren wollen, laden Sie sich dazu im Internet einfach auf der Seite der Berufsgenossenschaft kostenlos die Informationsschrift „Erste Hilfe im Betrieb“ herunter. Die Internetadresse lautet www.bgw-online.de.

Die wichtigsten Antworten auf Fragen zur Erste-Hilfe-Schulung
Das erste Transparenzkriterium bezieht sich darauf, ob Sie die Schulungen Ihrer Mitarbeiter zum Thema „Erste Hilfe“ nachweisen können. Unklar anhand der Prüfanleitung bleibt, wer eigentlich wie oft zu welchen Inhalten geschult werden soll. Und im Rahmen der MDK-Prüfungen entsteht häufig der Eindruck, dass die Prüfer es auch nicht so genau wissen.

Seien Sie schlauer als die Prüfer, und verinnerlichen Sie die Antworten auf die folgenden wichtigsten Fragen:

1. Frage: Was sind betriebliche Ersthelfer, und wie viele benötige ich?
Die relevante Rechtsgrundlage für die Ausbildung betrieblicher Ersthelfer ist die BGV A1 „Grundsätze der Prävention“. Gemäß dieser Vorschrift benötigt jeder Betrieb betriebliche Ersthelfer. Die Anzahl richtet sich nach der Mitarbeiterzahl.

Bei 2–20 Mitarbeitern müssen Sie einen Ersthelfer ausbilden und benennen. Bei mehr als 20 anwesenden Versicherten müssen 10 % der Mitarbeiter ausgebildet sein.

Wichtig ist, dass Sie über den Dienstplan nachweisen, dass pro anwesende 20 Mitarbeiter ein betrieblicher Ersthelfer im Dienst ist.

Hinweis:
Die betrieblichen Ersthelfer sind für die Erste Hilfe bei Mitarbeitern zuständig, die z. B. einen Unfall haben. An dieser Stelle geht es noch nicht um Ihre Pflegekunden. Denken Sie daran, dass Ihre Pflegefachkräfte automatisch als Ersthelfer gelten. Im Rahmen von MDK-Prüfungen kommt es immer vor, dass die Prüfer die Begriffe „Betriebliche Ersthelfer“ und „Erste Hilfe“ nicht sauber trennen. Ihnen wird dann auferlegt, auch Pflegefachkräfte mit einem Grundkurs in Erster Hilfe auszustatten. Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.

2. Frage: Müssen Pflegefachkräfte genau so geschult werden wie die anderen Mitarbeiter?
Für die Ersthelferausbildung benötigen nicht-medizinisch ausgebildete Ersthelfer einen Grundkurs (16 Stunden). Esfolgt alle 2 Jahre ein 8-stündiges Auffrischungstraining. Die Kosten übernimmt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Für medizinisch ausgebildete Ersthelfer ist keine Grundausbildung erforderlich. Daher übernimmt die BGW die Kosten auch nicht. Als regelmäßig geschult und unterwiesen gelten diese Mitarbeiter, wenn sie regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen oder darin geschult werden. Das dürfte aber wohl vor allem auf Mitarbeiter von Intensivstationen zutreffen. Also gilt hier: alle 2 Jahre ein Auffrischungskurs für betriebliche Ersthelfer. Auch wenn sie Fachkräfte sind.

Hinweis:
Im ambulanten Bereich ist es möglich, dass in den Anlagen zu den Rahmenverträgen nach § 132 SGB V eine Mindestdauer für Schulungen zur Ersten Hilfe aufgeführt ist. Dies ist z. B. in Baden-Württemberg (8 Stunden jährlich) der Fall. Überprüfen Sie für Ihr Bundesland, ob es dort eine konkrete Aussage gibt.

3. Frage: Welche Inhalte sollte eine Erste Hilfe-Schulung unbedingt beinhalten?
Die Schulungen zur Ersten Hilfe sollten die Teilnehmer darauf vorbereiten, in den folgenden Situationen geeignete Maßnahmen ergreifen zu können:

  • Auffinden einer bewusstlosen Person
  • Störungen von Atmung und Kreislauf
  • Schock
  • Verdacht auf Knochenbrüche
  • Blutungen
  • Wunden
  • Vergiftungen, Verbennungen, Verätzungen

Im ambulanten Bereich schulen Sie Ihre Mitarbeiter zusätzlich zu dem wichtigen Thema „Wenn der Pflegekunde die Tür nicht öffnet“.

4. Frage: Müssen alle Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult werden, z. B. auch Verwaltungskräfte?
Es gibt hierzu keine gesetzliche Regelung. Die einzige Regelung zur Ersten Hilfe ist der oben benannten BGV A1 zu entnehmen.

Ob Sie Ihre betrieblichen Ersthelfer in der Verwaltung oder einem anderen Bereich ausbilden, bleibt Ihnen überlassen.

Aber warum sollten Sie das tun, wenn alle Ihre Pflegefachkräfte kraft ihrer Ausbildung Ersthelfer sind? Sie können pro Fachabteilung einen Ersthelfer ausbilden. Aber Sie müssen es nicht.

Das folgt für Sie daraus
Wenn Sie die erforderliche Anzahl an betrieblichen Ersthelfern vorhalten, sind Sie rechtlich auf der sicheren Seite. Nutzen Sie die folgenden 6 Tipps, um das Thema insgesamt systematisch zu regeln:

1. Tipp Schulen Sie zusätzlich alle Mitarbeiter zu Ersthelfern, die häufig direkten Kontakt zu Pflegekunden haben, ohne dass eine Pflegefachkraft anwesend ist. Hierbei sollten Sie auch Pflegehilfskräfte und z. B. die Mitarbeiter des Sozialdienstes berücksichtigen. Vor allem im ambulanten Bereich ist das relevant.
2. Tipp Planen Sie alle 2 Jahre Schulungen in Erster Hilfe für Ihre betrieblichen Ersthelfer gemäß BGV A1.
3. Tipp Weisen Sie die Auffrischungskurse in Ihrem prospektiven Fortbildungsplan aus.
4. Tipp Suchen Sie sich einen Schulungsträger, der von der BGW dafür zugelassen ist. Denn dann müssen Sie die Schulungen nicht bezahlen. Fragen Sie gezielt nach einer Zulassung.
5. Tipp Halten Sie über eine Tabelle nach, wann welcher Mitarbeiter zuletzt am Auffrischungskurs teilgenommen hat. So können Sie im Falle von Urlauben oder Krankheit die Mitarbeiter gezielt nachschulen lassen.
6. Tipp Sorgen Sie dafür, dass die betrieblichen Ersthelfer allen Mitarbeitern bekannt sind. Hier bieten sich Aushänge und Informationen in den Teamgesprächen an.

Weitere Informationen zum Thema Notfallmanagement finden Sie in "Notfall in der Pflege".

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