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Demenzformen: Wie eine vaskuläre Demenz entsteht

16.10.2020

Von einer vaskulären Form sind ca. 15% der Menschen, die an einer primären Demenz leiden, betroffen. Ausgelöst wird diese Form der Demenz durch immer wieder auftretende Hirndurchblutungsstörungen und die damit einhergehende Schädigung des Gehirns. Eine Form der vaskulären Demenz stellt die Multiinfarktdemenz dar. Häufig werden vaskuläre Demenzen erst später erkannt, da das Gehirn in der Regel noch über einen längeren Zeitraum hinweg die beschädigten Bereiche und Ausfälle kompensieren kann. Risikofaktoren bei der vaskulären Demenz sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Cholesterin, Rauchen oder Alkoholkonsum. Im Gegensatz zur Alzheimer-Erkrankung verläuft die vaskuläre Demenz in der Regel nicht schleichend, sondern schubartig.

10% der Betroffenen haben eine Mischform

Mischformen kombinieren die vaskuläre Demenz und die Alzheimer-Erkrankung. Das bedeutet, dass sowohl die senilen Plaques als auch kleinere Infarkte die Ursache für die Ausbildung der Symptome einer Demenz sein können und in Kombination auftreten. Die Mischform der Demenz wird in ca. 10% aller Fälle diagnostiziert.

Andere Formen der primären Demenz

Merkmale der Frontotemporalen Demenz

Bei einer Frontotemporalen Demenz (Morbus Pick) findet eine Veränderung des Serotoninstoffwechsels in den vorderen Hirnabschnitten statt. Bei den Erkrankten sind eher die Flexibilität und Persönlichkeit als die Merkfähigkeit betroffen. Im Vordergrund stehen Veränderungen der Persönlichkeit, des sozialen Verhaltens oder der Sprache. Der Krankheitsbeginn tritt meist früher ein (schon ab 20 Jahren, im Mittel liegt er bei 58 Jahren). Hier liegt ein höheres Risiko der Vererbung vor.

Parkinson- und Lewy-Körperchen-Demenz

Bei der Parkinson- und Lewy-Körperchen-Demenz sind stärkere Schwankungen im Erscheinungsbild typisch. Die Patienten neigen zu Halluzinationen, charakteristisch ist die Verbindung von Demenz und Bewegungsstörungen. Zudem können Parkinson-Symptome auftreten.

Sekundäre Demenz kann vielfältige Ursachen haben

Neben diesen am häufigsten auftretenden Formen der Demenz gibt es noch eine Reihe anderer Erkrankungen, die zu einer Demenz führen können:

  • Vitamin-B12-Mangel
    • entsteht durch Unter- oder Mangelernährung
    • reversibel, also heilbar; Früherkennung ist wichtig
  • Wernicke-Korsakow-Syndrom
    • ausgelöst durch langjährigen, exzessiven Alkoholkonsum
    • oft verbunden mit einem Thiaminmangel
    • nur sehr bedingt reversibel
  • Normaldruckhydrocephalus
    • Störung der Liquorresorption, z. B. durch ein Schädel-Hirn-Trauma
    • häufig reversibel durch Entnahme des überschüssigen Liquors
  • Hirntumore
    • langsam wachsende Hirntumore
    • unter Umständen reversibel
  • Hormonstörungen (z. B. Fehlfunktionen der Schilddrüse)
  • Infektionen (z. B. HIV)
  • Chorea-Huntington-Krankheit
    • unheilbare Erbkrankheit; Nervenkrankheit früher „Veitstanz“ genannt
    • unkontrollierte Bewegungen von Armen und Beinen, Gesicht, Hals und Rumpf

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