Neurologische Erkrankungen bei Seniorinnen und Senioren

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose oder Polyneuropathie betreffen Gehirn, Rückenmark sowie periphere und vegetative Nerven und führen bei älteren Menschen oft zu Lähmungen, Gangstörungen, Sprach- und Schluckstörungen, Schmerzen oder kognitiven Defiziten. Wenn Sie als Pflegekraft solche Warnzeichen (z. B. plötzliche Lähmung, Wortfindungsstörung, Schwindel, Verhaltensänderung) bemerken, dann sind eine zeitnahe neurologische Diagnostik sowie passende Therapie (Medikamente, Physio-, Ergo-, Logopädie) entscheidend – und wenn die Erkrankung chronisch verläuft, dann wird eine spezialisierte neurologische Pflege mit Konzepten wie Bobath, Stroke-Unit-Pflege, Mobilitäts-, Kommunikations- und Orientierungstraining zum Kern der Versorgung. Wenn Sie dafür praxistaugliche Vorlagen, Anleitungen, Tipps, Alltagshelfer und Muster suchen, dann finden Sie bei PPM Online Inhalte von Expertinnen, Experten und Fachautorinnen, die Ihren Pflegealltag konkret erleichtern.

Veröffentlicht am 09.02.2021 | Aktualisiert am 03.03.2026
Inhaltsverzeichnis
Das Bild zeigt die Hände eines Senioren in einem blauen Hemd. Eine weitere Person hält die Hände des Seniors, um ihm zu helfen.
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Was sind neurologische Erkrankungen?

Bei einer neurologischen Erkrankung kann es sich um eine Erkrankung des Rückenmarks, der Sinnesorgane, des Gehirns der Nervenwurzeln und/ oder der peripheren Nerven handeln. Doch auch Erkrankungen der Hirnhäute und des Hormon- und Immunsystems, fallen unter die Kategorie „neurologische Erkrankung“. Genauso wie Störungen der blutversorgenden Gefäße des Nervensystems.

Achtung, nur weil Senioren von neurologischen Erkrankungen oder Störungen betroffen sind, ist nicht sofort eine Einweisung in die Psychiatrie notwendig. Es ist sinnvoll, dass die Pflegekraft dem Betroffenen vermittelt, dass sie ihn trotz neurologischer Einschränkungen immer noch ernst nimmt, um ihn das Schamgefühl bezüglich seiner Erkrankung gegen über den Ärzten an den Kliniken, seiner Freunde und Familie zu nehmen. Ein angenehmer Nebeneffekt, die Ärzte an den Klinken, insbesondere die Neurologen, haben es so natürlich leichter bei Patienten-Kontakt entsprechend Vertrauen aufzubauen.

Neurologische Erkrankungen: Physiologisches Grundwissen

Das Nervensystem des Menschen wird in drei Kategorien unterteilt:

  • das zentrale Nervensystem (ZNS): Zum zentralen Nervensystem zählt das Rückenmark oder das Gehirn.
  • das periphere Nervensystem (PNS): Das periphere Nervensystem umfasst Nervengeflechte, Nervenwurzeln und periphere Nerven.
  • das vegetative Nervensystem (VNS): Beim vegetativen Nervensystem handelt es sich um das System im menschlichen Körper das die unbewussten Körperfunktionen und die inneren Organe steuert.

Wissenswert

Teilweise gehören auch Muskeln mit zur neurologischen Funktion.

Was sind die Ursachen von neurologischen Erkrankungen und Störungen?

  • Durchblutungsstörungen im Gehirn können z. B. zu einem Schlaganfall führen.
  • Entzündliche Erkrankung des NZS/neuroimmunologische Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B. Multiple Sklerose)
  • Entzündungen der Hirnhäute und des Gehirns, ausgelöst durch Viren oder Bakterien.
  • Degenerative Erkrankungen (z. B. Demenz, Parkinson)
  • Die Folge von Schädel-Hirn-Traumen
  • Verletzungen der peripheren Nerven
  • Störungen der elektrischen Hirnaktivität
  • Fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems
  • Nervenkompression z. B. durch einen Bandscheibenvorfall ausgelöst.
  • Genetik
  • Tumore, die das Nervensystem betreffen
  • Vererbung
  • Neurologische Erkrankungen der Sehnerven usw.

Wissenswert

Die Ursache vieler psychiatrischer Krankheiten kann auch neurologischer Natur sein.

Neurologische Erkrankungen/Krankheiten: Was sind sie Symptome?

Bei einer neurologischen Erkrankung können sich beim Patienten verschiedene Symptome manifestieren.

  • Bestimmte Störungen der Blasenfunktion
  • Schwächegefühl in den Gliedmaßen
  • Lähmungserscheinungen bei einzelnen Extremitäten oder ganzen Körperbereichen
  • Es kommt zu Veränderungen der Aussprache.
  • Wortfindungsstörungen
  • Schluckstörungen

Umgang mit Schluckstörungen

Bei Verdacht auf Dysphagie sollte umgehend eine logopädische Abklärung angeregt werden. Bis dahin empfiehlt sich eine Anpassung der Kostform (z. B. passierte Kost, angedickte Flüssigkeiten) sowie eine aufrechte Sitzposition während und mindestens 30 Minuten nach der Mahlzeit. Beobachtungen wie Husten, Räuspern oder „gurgelnde“ Stimme nach dem Schlucken sollten dokumentiert und ärztlich weitergeleitet werden.

  • Das Sprachverständnis ändert sich.
  • Patienten berichten von Missempfinden
  • Taubheitsgefühl in den einzelnen Gliedmaßen oder in ganzen Körperbereichen
  • Veränderungen der Verhaltenskontrolle

Umgang mit Verhaltensveränderungen

Verhaltensänderungen bei neurologischen Erkrankungen sind häufig organisch bedingt und nicht „absichtlich“. Für Pflegekräfte ist es wichtig, Reizüberflutung zu vermeiden, klare Strukturen zu schaffen und mit validierenden Kommunikationstechniken zu arbeiten. Ein ruhiger, vorhersehbarer Tagesablauf reduziert Unruhe und Aggression deutlich.

  • Die Wahrnehmung des Patienten ist beeinträchtigt – Stichwort: Neuropsychologisches Syndrom.
  • Schlechte räumliche Orientierung
  • Die Handlungsplanung des Patienten wird schlechter
  • Veränderungen des Hautbildes
  • Störungen der Koordination
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Gangstörungen

Sturzprävention bei neurologischen Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen erhöhen das Sturzrisiko erheblich. Einrichtungen sollten deshalb ein risikoadaptiertes Sturzpräventionskonzept etablieren. Dazu gehören regelmäßige Mobilitätsbeurteilungen, geeignete Hilfsmittelversorgung, Umfeldanpassungen sowie gezielte physiotherapeutische Maßnahmen. Eine interdisziplinäre Fallbesprechung bei wiederholten Stürzen ist dringend zu empfehlen.

  • Schmerzen im Rumpf oder einzelnen Körperbereichen
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen/ Gesichtsschmerzen
  • Sehstörungen z. B. Doppelbilder oder schlechter werdende Sehschärfe
  • Tremor/Zittern im Kopf, in den Extremitäten oder im Rumpf
  • Bewusstseinsveränderungen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Überbeweglichkeit
  • Muskelschwäche, Muskelzucken oder steife Muskeln (Veränderungen des Muskeltonus)
  • Epileptische Anfälle

Frühwarnzeichen systematisch erfassen

Für Pflegedienstleitungen empfiehlt sich die Implementierung eines strukturierten neurologischen Screenings bei Neuaufnahme und Zustandsveränderung. Instrumente wie FAST (Schlaganfall), Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder strukturierte Beobachtungsbögen für Gang- und Gleichgewichtsstörungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und ärztlich abklären zu lassen. Dokumentierte Verlaufskontrollen erhöhen zudem die Prüfsicherheit im Rahmen von MD-Prüfungen.

Welche neurologischen Erkrankungen gibt es?

  • Alzheimer: Bei Alzheimer handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die mit einem fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses einhergeht. Mit dem Fortschreiten der Krankheit gehen früher oder später auch das Sprachverständnis, das Orientierungsvermögen und andere geistige Fähigkeiten des Betroffenen verloren.
  • Demenz: Bei einer Demenz gehen die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen verloren. Auch die sozialen und emotionalen Fähigkeiten werden durch diese Erkrankung in Mitleidenschaft gezogen.

Hinweis

Informationen zu Versorgungsstrukturen, Diagnostik und Unterstützung für Einrichtungen stellt der Wegweiser Demenz des Bundes und die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. bereit.

  • Atypischer Gesichtsschmerz/ anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz: Der atypische Gesichtsschmerz ist ein Dauerschmerz, der in wechselnder oder gleichbleibender Intensität in der Regel einseitig auftritt. In der Regel sind vom idiopathischen Gesichtsschmerz eher Frauen als Männer betroffen.
  • Entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems( z. B. Multiple Sklerose)
  • Diskusprolaps (Bandscheibenvorfall): Bei einem Diskusprolaps handelt es sich um einen Schaden an den Bandscheiben, der aufgrund einer Fehl- oder Überbelastung der Wirbelsäule, einer schlechten Rückenmuskulatur und/oder einer Bindegewebsdegeneration entsteht.
  • Epilepsie: Bei einer Epilepsie handelt es sich um eine Entladungsstörung der Gehirnneutronen. Diese führt zu schlimmen Krampfanfällen, Bewegungsstörungen usw. (Handlungsempfehlungen für den Umgang mit epileptischen Anfällen bietet die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie.)

Epileptischer Anfall – Handlungssicherheit

Während eines epileptischen Anfalls steht die Sicherung der Umgebung im Vordergrund: keine Fixierung, keine Gegenstände zwischen die Zähne, Dauer des Anfalls dokumentieren. Dauert ein Anfall länger als fünf Minuten oder treten mehrere Anfälle hintereinander auf, ist ein Notruf abzusetzen. Schulungen zur Anfallserkennung sollten jährlich erfolgen.

  • Borreliose: Bei einer Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Borrelia-Bakterien ausgelöst wird. (Epidemiologische Daten und Meldepflichten veröffentlicht das Robert Koch-Institut.)
  • Speicherkrankheiten, z. B. Lipidosen, Hämosiderosen, Glykogenosen usw.
  • Schlaferkrankungen/Schlafstörungen (Insomnie)
  • Zerebrovaskuläre Erkrankung: Bei einer zerebrovaskulären Erkrankung sind die arteriellen Hirngefäße von einer atherosklerotischen Veränderung betroffen.
  • Kopfschmerzen
  • TIA (transitorische ischämische Attacke) (Durchblutungsstörung des Gehirns)
  • Dystonie: krankhafte Veränderung des Muskel- und Gefäßspannungszustand
  • Schwindel z. B. Lagerungsschwindel
  • Schlaganfall (Apoplex): Aktuelle Zahlen, Symptome und Notfallhinweise stellt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bereit.
  • Gürtelrose/ Herpes Zoster
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Polyneuropathie (Erkrankungen des peripheren Nervensystems)
  • Migräne
  • Post- Zoster- Neuralgie
  • MS (Multiple Sklerose)
  • Meniere – Schwindel
  • Parkinson: Evidenzbasierte Therapieempfehlungen finden sich in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (AWMF) und Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN).

Neurologische Erkrankungen und Störungen: Die Diagnostik

Hat die Pflegekraft den Verdacht, dass der zu betreuende geriatrische Patient von einer neurologischen Erkrankung oder Störung betroffen ist, sollte diese das beim Besuch des Hausarztes ansprechen. Dieser wird den betroffenen Senioren für eine ausführliche Untersuchung an einen Neurologen überweisen.

Beim ersten Neurologenbesuch muss der Patient nicht nur die Chipkarte seiner Krankenkasse abgeben, sondern auch einen Patientenerfassungsbogen ausfüllen und bezüglich des Datenschutzes einige Papiere unterschreiben. Anschließend erfolgt die Anamnese, bei der der Arzt seinen Patienten ausführlich zu dessen Krankheitsgeschichte befragen wird.

Warum ist die Anamnese so wichtig?

Durch die Anamnese bekommt der Facharzt für Neurologie erste Hinweise, in welche Richtung die Erkrankung geht und welche Untersuchungen noch erfolgen sollten.

Wissenswert

Bei einer Anamnese wird der Neurologe gezielt nach den Beschwerden des Patienten fragen, um die Merkmale der Erkrankung herausfiltern zu können.

Nach der Erhebung der Anamnese erfolgt die neurologische Untersuchung. Diese gliedert sich in verschiedenen Etappen.

1. Die Inspektion des Patienten

Bei der Inspektion wird der Neurologe den Patienten genau betrachten, um herauszufinden, ob sich bei ihm schon die typischen Symptome einer neurologischen Erkrankung oder Störung zeigen, wie z. B. ein verändertes Gangbild, Haltungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Hautveränderungen usw. Mit der abgeschlossenen Inspektion erfolgt eine allgemeine internistische Untersuchung.

2. Die internistische Untersuchung

Bei der internistischen Untersuchung wird z. B. der Zustand der blutversorgenden Gefäße oder die Funktion des Herzens geprüft.

3. Die Funktion der Hirnnerven wird geprüft

Bei der Untersuchung der Hirnnerven wird der Facharzt für Neurologie darauf achten, ob die Grundfunktionen (z. B. Sprechen, schlucken, Mimik, Hören, das Bewegen der Augen, Schmecken, Riechen und Sehen dem Patienten möglich ist.

Wissenswert

Im menschlichen Körper gibt es insgesamt 12 Hirnnerven. Jeder dieser hat ein ganz bestimmtes Aufgabengebiet. Kommt es durch Verletzungen oder Hirnerkrankungen zu Funktionsstörungen lassen sich diese gut mithilfe sogenannter Funktionstests ermitteln.

Beispiel

  • Ist der Gesichtsnerv von Einschränkungen betroffen, lassen sich diese gut erkennen, indem man den Patienten bittet, Grimassen zu schneiden.
  • Um zu überprüfen, ob der Riechnerv des Patienten intakt ist, können verschiedene Aromastoffe verwendet werden, um die Geruchswahrnehmung des Patienten zu testen.

4. Untersuchungen der Reflexe

Warum bei neurologischen Krankheiten oder einer neurologischen Störung die Reflexe untersucht werden, hat einen guten Grund. Bei den Reflexen eines Menschen handelt es sich nämlich um eine Reaktion des Nervensystems auf einen externen Reiz.

5. Untersuchungen des Bewegungsapparats

Als Nächstes wird der Neurologe den Bewegungsapparat des Patienten untersuchen. Dabei wird der Arzt  sich nicht nur den Zustand der Gliedmaßen und Gelenke ansehen, sondern auch die Wirbelsäule auf ihren Verschleiß untersuchen. Sind Muskellähmungen oder gar eine verminderte Muskelkraft beim Patienten wahrzunehmen, kann das für eine neurologische Erkrankung oder Störung sprechen.

Wissenswert

Bei der Untersuchung des Bewegungsapparats wird der Arzt natürlich auch ein besonderes Augenmerk auf die Feinbeweglichkeit des Patienten legen.

Bei den nächsten Untersuchungen geht es darum, die Koordination des Patienten zu überprüfen – Stichwort: Finger-Nase-Versuch. Natürlich wird bei dieser Untersuchung darauf geachtet, wie der Betroffene gehen und stehen kann (mit offenen und geschlossenen Augen). Natürlich spielt dabei auch eine Rolle, wie rasch die Bewegungsabläufe durchgeführt werden können. Auch die Sprachfähigkeit des geriatrischen Patienten und seine Fähigkeit zu Schreiben werden hier geprüft.

6. Prüfung der Sensibilität

Bei der Prüfung der Sensibilität werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt, die darüber Auskunft geben sollen, wie es um die Berührungs- und Druckwahrnehmung und das Temperatur- und Schmerzempfinden des Patienten bestellt ist. Natürlich wird der Arzt hierbei nicht vergessen, auch die Tiefensensibilität des Patienten zu prüfen.

Bei der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen und Störungen werden auch die vegetativen Funktionen des Patienten (z. B. Schwitzen, Atmung, Puls, Verdauung usw.) näher ansehen. Für die Diagnostik spielen auch die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten des Patienten eine wichtige Rolle. Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen gehören z. B. Rechnen, Sprache verstehen usw.

7. Der Zustand der Psyche

Ist der Patient von einer neurologischen Erkrankung betroffen, kann das immer Einfluss auf dessen Psyche haben. Symptome, die hierfür sprechen wären:

  • Die Merkfähigkeit des Patienten lässt langsam nach.
  • Die Konzentration des zu betreuenden Seniors wird schlechter.
  • Der geriatrische Patient fühlt sich ständig müde und schläfrig
  • Der Betroffene zeigt Bewusstseinseintrübungen.
  • Der Patient zeigt die ersten Symptome einer Depression.

Abhängig vom Beschwerdebild des Patienten kann der Arzt noch weitere Untersuchungen anordnen, wie z. B.

  • EOG (Elektrookulografie)
  • Bluttests
  • Untersuchungen des Hirnwassers
  • EVP
  • Ultraschall
  • EMG (Elektromyografie)
  • CT (Computertomografie)
  • EEG (Elektroenzephalografie)
  • MRT (Magnetresonanztomographie)

Neurologische Erkrankungen und Störungen: Wie laufen Therapie und Behandlung ab?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener neurologischer Erkrankungen und Störungen, die eine Vielzahl an Symptomen auslösen können. Eben diese Komplexität und Vielfältigkeit ist der Grund, warum hier keine allgemeinen Aussagen zur Behandlung bzw. Therapie getroffen werden können. Heilmittelverordnungen wie Physio-, Ergo- und Logopädie richten sich nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Tipp

Wer mehr über die Behandlung und/oder Therapie der einzelnen neurologischen Erkrankungen und Störungen erfahren möchte, sollte sich die einzelnen Krankheitsbilder durchlesen.

Was ist die neurologische Pflege?

Neurologische Pflege erfordert konsequente interdisziplinäre Abstimmung. PDL sollten regelmäßige Fallkonferenzen mit Hausärzten, Neurologen, Therapeuten und Sozialdienst etablieren. Eine klare Rollenverteilung und standardisierte Kommunikationswege (z. B. SBAR) verbessern die Versorgungsqualität erheblich.

Die neurologische Versorgung in Pflegeeinrichtungen unterliegt den Qualitätsanforderungen gemäß §§ 112115 SGB XI. Bei der neurologischen Pflege steht neben der Behandlung und Betreuung des chronisch Erkrankten auch die Begleitung des Patienten im Alltag im Vordergrund. Um eine optimal auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmte Pflege gewährleisten zu können, arbeitet die Pflegekraft normalerweise eng mit Physio- und Ergotherapie, wie auch der Logopädie eng zusammen.

Wissenswert

Die Pflege von Patienten mit neurologischen Erkrankungen ist sehr anspruchsvoll, da die Symptomatiken äußerst komplex sein können. So kann es bei Betroffenen zu psychoreaktiven/psychischen Veränderungen kommen, genauso auch zu schmerzen, starken Erschöpfungszuständen, Müdigkeit, neurologischen Störungen, kurzfristigen oder dauerhaften Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen usw. Das bedeutet, dass sich die Pflegekraft sich konsequent neuen Herausforderungen stellen muss. Damit sie den relativ hohen Anforderungen der neurologischen Pflege gerecht werden kann, ist eine konsequente Weiter- und Fortbildung der Pflegekräfte unerlässlich.

Warum ist eine gute neurologische Pflege so wichtig?

Die Bedeutung der neurologischen Pflege wird gerne unterschätzt, was aber eine Fehleinschätzung ist. Warum? Die neurologische Pflege leistet einen direkten Beitrag zur Rehabilitation und Therapie des Erkrankten.

Welche Weiterbildungsmaßnahmen von Pflegekräften im Bereich neurologischer Pflege gibt es?

  • Bobath-Pflegegrundkurs
  • Pflege auf Stroke Unit usw.

Tipp

In Deutschland hat die Pflegekraft verschiedene Möglichkeiten, ihre Weiterbildung bezuschussen zu lassen, entweder über diverse Förderprogramme von staatlicher Seite oder ein direkter Zuschuss von ihrem Arbeitgeber. Natürlich können die Kosten für eine berufsbedingte Weiterbildung auch steuerlich geltend gemacht werden.

Die primäre Pflege bei neurologischen Erkrankungen

Bei der primären Pflege von Patienten mit neurologischen Erkrankungen geht es hauptsächlich darum, den betroffenen bei seinen Aktivitäten des täglichen Lebens zu unterstützen und ihn soweit anzuleiten, um eine größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten. Um eben dieses Ziel zu erreichen, ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Pflegekraft und Patient wichtig.

Dokumentations-Tipp für neurologische Erkrankungen

Veränderungen in Mobilität, Sprache, Kognition oder Bewusstsein sollten zeitnah, objektiv und ohne Wertung dokumentiert werden. Verlaufsdokumentationen sind bei neurologischen Erkrankungen besonders wichtig, da schleichende Verschlechterungen sonst unbemerkt bleiben können.