Ehrenamt in der Pflege: Bedeutung, Hürden, Umsetzung

Freiwillige Helfer in der Pflege und deren positiven Effekte
Ehrenamt in der Pflege: Bedeutung, Hürden, Umsetzung
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Inhaltsverzeichnis

Unsere Gesellschaft wird immer älter, wodurch der Pflegebedarf steigt. Der Mangel an geschultem Fachpersonal in der Pflege ist jetzt schon eklatant und wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten voraussichtlich noch verschlechtern.

Dabei erleben gerade in der heutigen Zeit ältere Menschen weniger Hilfe durch die Familie oder Freunde. Das soziale Netz wird immer dünner und Rückzug sowie Vereinsamung von Senioren sind keine Seltenheit mehr. Die Auswirkungen des Alleinseins sind nicht nur ein verschlechtertes Wohlbefinden oder sogar Depressionen.

Gemeinschaft fördern: Mit rein professionellem Pflegepersonal kaum möglich

Auch auf die Gesundheit wirken sich mangelnde soziale Kontakte im Alter (Link zu „Schluss mit dem Alleinsein: So knüpfen Sie soziale Kontakte im Alter“) ganz konkret aus. So steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten und vieles mehr. Gemeinschaft fördert die Gesundheit, Lachen ist besser als jede Medizin. Rauszugehen, andere Menschen zu treffen und aktiv zu sein ist gut für Körper und Gehirn und kann sogar den Alterungsprozess verlangsamen.

Wenn das soziale Netz fehlt und jemand professionell gepflegt wird, ist die Pflegeperson häufig der einzige oder zumindest nur einer der wenigen Kontakte, die ein älterer Mensch hat. Aufgrund organisatorischer Vorgaben und chronischem Zeitmangel ist es für die meisten Pflegekräfte aber unmöglich, zusätzlich zur Grundpflege auch noch sozialen Beistand zu leisten - sowohl für Bewohner in Pflegeeinrichtungen als auch bei der häuslichen Pflege.

ehrenamtliche Helfer bringen viele Vorteile für Pflegebedürftige mit sich.

Welchen positiven Effekt können ehrenamtliche Helfer bei Pflegebedürftigen hervorrufen?

  • Das Gefühl der gesellschaftlichen Teilhabe wird verstärkt.
  • Die Lebensqualität wird erhöht.
  • Die körperliche Leistungsfähigkeit kann verbessert werden.
  • Die geistige Leistungsfähigkeit kann verbessert werden.
  • Die Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen wird gefördert.

Auch Angehörige können von ehrenamtlichen Helfern profitieren. Wer einen Eltern-, Großeltern- oder Geschwisterteil pflegt, ist vielen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Schließlich ist Pflege etwas sehr Herausforderndes und kann in einem verwandtschaftlichen Verhältnis belastend sein. Durch ehrenamtliche Angebote werden Angehörige entlastet, können sich eine Auszeit von der Pflege nehmen und auch mal wieder etwas für sich tun, um Kraft zu schöpfen.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, dem muss klar sein, dass er darüber kein Geld verdient. Außerdem sollte ein ehrenamtlicher Helfer in der Pflege einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestens ein bis zwei Stunden Zeit pro Woche
  • Zuverlässigkeit
  • Psychische Stabilität
  • Einfühlungsvermögen

Als "Lohn" für das Engagement gibt es Dankbarkeit, Wertschätzung und das Gefühl, anderen Menschen etwas Gutes getan zu haben. Ein zusätzlicher Effekt, der jedoch nicht im Vordergrund stehen sollte: Auch auf dem Lebenslauf macht sich ehrenamtliches Engagement gut und kann möglicherweise sogar die Karriere fördern.

Was verhindert ehrenamtliches Engagement in der Pflege?

Um sich ehrenamtlich in der Pflege zu engagieren gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Projekte. Wer sich erstmals mit dem Thema beschäftigt wird möglicherweise nicht direkt wissen, wo er am besten anfängt – schließlich ist das Angebot riesig. Dass dieses aber nicht ausreichend kanalisiert ist und somit für Pflege-Einsteiger unübersichtlich ist, ist eines der entscheidenden Hindernisse für mehr Engagement in der Pflege:

  • Es mangelt an Kontaktangeboten sowie an den nötigen Koordinierungsstellen, um Freiwillige dorthin zu leiten, wo sie gebraucht werden.
  • Auch für Betreute mangelt es an Kontaktstellen, um ihr Bedürfnis nach ehrenamtlicher Unterstützung zu platzieren. So kommen Angebot und Nachfrage häufig nicht überein.

Weiterhin haben viele Interessierte Sorgen, den Anforderungen in der Pflege nicht gerecht zu werden. Diesem Problem wird aber schnell Abhilfe geschaffen, wenn ernsthaftes Interesse für die Ausübung eines Ehrenamtes bekundet wird.

Kostenlose Pflegekurse vermitteln Grundlagen und geben Sicherheit

Ehrenamtliche Helfer müssen dann nämlich erst einmal einen Pflegekurs belegen, in dem sie in 20 bis 30 Stunden in die Grundzüge der Pflege eingearbeitet werden (Link zu „Pflegekurse für Ehrenamtliche: Hier lernen Sie wertvolle Pflegegrundlagen“). Die Inhalte eines Pflegekurses sind unter anderem:

  • Gesetzliche Grundlagen in der Pflege
  • Konkrete Anleitungen zu Handgriffen in der Pflege
  • Sensibilisierung für die Hygiene in der Pflege
  • Informationen über die Ernährung von Pflegebedürftigen
  • Tipps zum gelenk- und rückenschonenden Tragen und Heben
  • Sensibilisierung für den Umgang mit Pflegebedürftigen
  • Anregungen zur Gestaltung des Alltags mit Pflegebedürftigen
  • Anregungen zur Entlastung der Angehörigen von Pflegebedürftigen

Es gibt auch themenspezifische Pflegekurse, um beispielsweise Patienten, die an Demenz leiden, optimal unterstützen zu können. Falls ein ehrenamtlicher Helfer sich auf Demenz-Patienten konzentrieren möchte, ist das Absolvieren dieses spezifischen Kurses sinnvoll. Denn die Betreuung von Demenzkranken erfordert auch für Ehrenamtler eine gewisse Vorkenntnis.

Pflegekurse für Ehrenamtliche sind kostenlos

Diese Kurse und Schulungen - auch Spezialkurse zum Thema Demenz - geben Sicherheit im Umgang mit Pflegebedürftigen und ist ein entscheidender Schritt bei der Vorbereitung auf das Ehrenamt. Er wird im Rahmen des Pflege-Neuausrichtungsgesetzes (Link zu „Ehrenamt fördern und die Versorgung verbessern“) von den Pflegekassen finanziert und ist somit für ehrenamtliche Helfer und auch für pflegende Angehörige kostenlos.

Mit diesem kostenlosen Angebot der Pflegekassen soll das Engagement in der Pflege unterstützt werden – schließlich leisten sowohl Angehörige als auch Ehrenamtliche wertvolle Hilfe und entlasten die professionelle Pflege enorm. Für Angehörige, die zum Beispiel einen Menschen mit Demenz pflegen, können auch Selbsthilfegruppen eine Hilfe sein.

Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Hilfe: Welche Kosten werden übernommen?

Im Pflege-Neuausrichtungsgesetz wurde ebenfalls festgelegt, dass ehrenamtliche Helfer Aufwandsentschädigungen für ihre Tätigkeit erhalten können. Schließlich kann nicht von ihnen verlangt werden, dass Ehrenamtler zusätzlich zu ihrer investierten Zeit auch noch Geld dafür bezahlen müssen, dass sie sich ehrenamtlich betätigen wollen. Deshalb sollen Auslagen von den jeweiligen Stellen, über die die ehrenamtliche Hilfe läuft, auch erstattet werden. Dazu zählen zum Beispiel Materialien, die für die ehrenamtliche Tätigkeit nötig sind:

  • Spiele
  • Bastelmaterialien
  • Bücher
  • Drucksachen

Auch Fahrtkosten, die Kosten für Lebensmittel sowie die Kosten für Telefon und Porto können im Rahmen der Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Helfer erstattet werden. Fortbildungen im pflegerischen Bereich können ebenfalls erstattet werden, dazu zählen sowohl die Kosten für die Teilnahmegebühr als auch Fahrt- und Übernachtungskosten sowie Spesen.

Bevor Ehrenamtliche Geld auslegen, sollten sie die Ausgaben sowie die Erstattung mit der Einrichtung besprechen. Der Antrag sollte schriftlich gestellt werden und auch konkrete mündliche Vereinbarung sollten noch schriftlich festgehalten werden.

Pauschale Aufwandsentschädigungen: Was gilt es zu beachten?

Organisationen können ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern auch pauschale Aufwandsentschädigungen bezahlen, um den Verwaltungsaufwand für regelmäßig entstehende Auslageposten zu reduzieren. Was in keinem Fall vergütet werden darf ist der Zeiteinsatz der ehrenamtlichen Helfer. Schließlich würde es sich dann um ein Honorar handeln, das im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht vorgesehen ist.

Um das Ehrenamt zu stärken, sind auch im Steuerrecht Vergünstigungen für ehrenamtliche Helfer vorgesehen. So können ehrenamtlich engagierte Personen ein Drittel einer Aufwandsentschädigung, mindestens aber 200 Euro pro Monat steuerfrei beziehen. Entscheidend ist, dass es sich bei der Erstattung des Sachaufwands nicht um eine Vergütung des Zeitaufwands handelt, denn das würde eine Bezahlung bedeuten, die nicht zugelassen ist.

Im Rahmen der Ehrenamtspauschale dürfen pro Person und Kalenderjahr bis zu 720 Euro ohne die Belastung durch Steuer- und Sozialabgaben gewährt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Tätigkeit maximal elf bis 13 Stunden pro Woche und in gemeinnützigen, mildtätigen und kirchlichen Organisationen ausgeübt wird. Wenn eine Steuerbefreiung für dieselbe Tätigkeit gewährt wird, kann die Ehrenamtspauschale nicht in Anspruch genommen werden.

Spendenquittung statt direkte Aufwandsentschädigung

Viele ehrenamtliche Helfer verzichten freiwillig auf die finanziellen Mittel für ihre Arbeit. Sie haben dennoch die Option, diesen Verzicht in Form einer Spendenquittung beziehungsweise Zuwendungsbestätigung übertragen zu bekommen, der dann steuerlich geltend gemacht werden kann. Wer auf die Aufwandsspende verzichten möchte, sollte dies der ehrenamtlichen Stelle schriftlich mitteilen. Im Gegenzug kann dann die Zuwendungsbestätigung bei der Steuererklärung geltend gemacht werden und mindert die jährliche Steuerlast.

Entscheidend für diese Abwicklung ist, dass bereits im Vorfeld vereinbart wird, dass der ehrenamtliche Helfer kein Geld bekommt, sondern seine Aufwendung mit dem Aufwandsersatz abgedeckt ist. Dem Ehrenamtlichen steht es dabei frei, ob er auf seine Aufwandsentschädigung verzichtet und stattdessen lieber eine Zuwendungsbestätigung erhält oder nicht.

Versicherungsschutz im Ehrenamt: Was sollten Helfer beachten?

Wer sich ehrenamtlich engagiert, sollte das Thema Versicherungsschutz berücksichtigen. Schließlich kann es sein, dass auf dem Weg zur ehrenamtlichen Tätigkeit ein Unfall passiert, während der Ausübung des Ehrenamtes ein Unfall passiert oder aus Versehen der Pflegebedürftige oder sein Eigentum verletzt oder beschädigt werden.

Unfallversicherung: Um versicherungsrechtlich geschützt zu sein, ist es essentiell, dass das Ehrenamt über eine offizielle Stelle abgewickelt wird. Passiert dann zum Beispiel ein Unfall auf dem Weg zur Pflegeperson, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Auch wenn der ehrenamtliche Helfer während des Spaziergangs mit seiner Pflegeperson stürzt, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Wenn infolge des Unfalls die Erwerbsfähigkeit des Ehrenamtlichen um mindestens 20 Prozent gemindert ist, springt die Unfallversicherung für monatliche Rentenzahlungen ein.

Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung empfiehlt sich zusätzlich, da die gesetzliche Versicherung nicht rund um die Uhr gilt und auch nicht im Ausland greift. Wer also zum Beispiel in einer grenznahen Region jemanden pflegt und mit ihm einen Ausflug ins Nachbarland macht, erhält keine Leistungen von der Unfallversicherung, wenn der Unfall dort passiert. Auch der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, falls es zu einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit kommt.

Haftpflichtversicherung: Sollte es dazu kommen, dass ein ehrenamtlicher Helfer eine Pflegeperson während der Pflege verletzt, muss er in der Regel nicht für eventuelle Schadensersatzforderungen aufkommen. Die Trägerorganisation, über der das Ehrenamt läuft, haftet für solche Schäden – sie haben spezielle Haftpflichtversicherungen für genau solche Fälle abgeschlossen. Die Ausnahme dafür ist jedoch, wenn die Verletzung oder der Schaden der Person vorsätzlich zugefügt wurde – dann haftet die Haftpflichtversicherung der Trägerorganisation nicht. Wird eine ehrenamtliche Tätigkeit in einem Verein ausgeführt, sind die ehrenamtlichen Helfer über die Haftpflichtversicherung des Vereins geschützt.

Der Versicherungsschutz im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit sollte unbedingt mit der Trägerorganisation geklärt werden, bevor die Tätigkeit aufgenommen wird. Falls zum Beispiel im Bereich Haftpflicht nicht alle Fälle abgedeckt sind, kann eine private Haftpflicht eine gute Ergänzung im Ehrenamt darstellen. Auch in vielen anderen Lebensbereichen macht sie darüber hinaus Sinn.

Pflegestandards auch für ehrenamtliche Helfer zugänglich machen

Wenn ehrenamtliche Kräfte in der Pflege mithelfen, ist es umso wichtiger sie mit geltenden Pflegestandards (Link zu übergeordnetem Klappentext) vertraut zu machen, die zum Beispiel auch für Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen gelten. Dafür ist es entscheidend ihnen erst einmal zu vermitteln was Pflegestandards überhaupt sind und weshalb sie so wichtig sind. Schließlich soll in der Pflege eine gleichbleibende Qualität garantiert werden, was nur schwer umzusetzen ist, wenn es keine einheitlichen Pflegeanweisungen für die Mitarbeiter eines Pflegeheims oder ambulanten Pflegedienstes gibt.

Pflegestandards können daher als eine Art Dienstanweisung oder Anleitung verstanden werden, wie an die Pflege von Patienten und Bewohner von Pflegeeinrichtungen herangegangen werden kann. So gibt es in Pflegeeinrichtungen in der Regel für alle Abläufe festgelegte Prozesse, die dann mit dem tatsächlichen Bedarf des Patienten abgeglichen werden müssen, um ihn sowohl im Rahmen der Norm als auch individuell zu versorgen. Für Ehrenamtliche ist dies zu Beginn schwer zu verstehen, da die vielen Pflegestandards für ungeübte Pflegekräfte nur schwer verständlich sind. Der eigene „Pflegejargon“ macht es schon alleine sprachlich schwierig, die Anweisungen zu verstehen und im Übermaß der verschiedenen Abläufe und Pflegehandgriffe ist es zu Beginn unmöglich, sich alles zu merken.

Wer einen Pflegekurs für ehrenamtliche Helfer besucht hat, wird an dieses Thema zumindest herangeführt und bekommt ein besseres Verständnis für die Abläufe und Pflegestandards. Sie unterscheiden sich aber letztlich von Einrichtung zu Einrichtung und können daher nicht wirklich verallgemeinert werden.

Wie können Ehrenamtler Pflegebedürftigen helfen?

Ehrenamtliche Helfer sollen und dürfen in der Regel nicht dafür eingesetzt werden, die körperliche Pflege von Pflegebedürftigen zu übernehmen, also sie auf die Toilette zu begleiten oder die Intimpflege zu übernehmen. Vielmehr unterstützen Ehrenamtler im sogenannten „niedrigschwelligen Angebot“ und übernehmen Tätigkeiten wie:

  • Mit den Pflegebedürftigen Spazierengehen.
  • Vorlesen.
  • Mit ihnen kochen, den Tisch decken und ihnen beim Essen Gesellschaft leisten.
  • Mit ihnen spielen, malen oder zeichnen.
  • Mit ihnen singen oder musizieren.

Ehrenamtliche Unterstützung kann sowohl im Rahmen der häuslichen Pflege als auch in einem Pflegeheim oder in einer Senioren-WG geleistet werden. Letztlich geht es immer darum, Zeit mit dem Pflegebedürftigen zu verbringen, ihm Gesellschaft zu leisten, durch leichte Aktivitäten seine Mobilität oder seine kognitiven Fähigkeiten zu fördern und ihm etwas Gutes zu tun. Ein weiteres Ziel kann sein, durch die Betreuung pflegende Angehörige zu entlasten. Durch die Präsenz von ehrenamtlichen Helfern können sie sich für eine gewisse Zeit zurückziehen und neue Kraft aus den Pausen schöpfen.

Wer sich die Pflege direkt "am Menschen" nicht zutraut oder sie aus verschiedenen Gründen nicht leisten kann, hat auch andere Möglichkeiten, sich ehrenamtlich in der Pflege zu engagieren. So benötigen zum Beispiel auch viele Pflegestützpunkte Menschen, die mit anpacken.

Was sind Pflegestützpunkte und welche Arbeit leisten sie?

Pflegestützpunkte sind wichtige Anlaufstellen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen, da sie informieren, koordinieren und in vielen Bereichen wertvolle Unterstützung leisten können. Sie wissen, welche Pflegedienste sich in der Nähe des eigenen Wohnortes befinden und können daher auch der erste Ansprechpartner für Menschen mit Interesse an ehrenamtlichem Engagement in der Pflege sein.

Die Pflegestützpunkte haben Kontakte zu den Pflegediensten, den Pflegeheimen und auch der jeweiligen Pflegeleitung, wodurch sie in der Regel einen guten Überblick darüber haben, wo Hilfe gebraucht werden könnte.

Pflegestützpunkte verfolgen drei Ziele. Sie wollen:

  • Eine wohnortnahe Beratung anbieten.
  • Eine engmaschige Betreuung ermöglichen.
  • Eine umfassende Versorgung anbieten.

Sie vertreten sowohl Rechte als auch Forderungen und sind eine wichtige Schnittstelle zwischen den Pflegekassen und den Betreuungsbedürftigen sowie ihren Angehörigen.

Wie helfen die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte weiter?

Mitarbeiter und Pflegekräfte an Pflegestützpunkten sind gut geschult und helfen unter anderem in diesen Bereichen:

  • Stellen von Anträgen und Informationen zu Leistungsansprüchen.
  • Pflege- und Betreuungsangebote vermitteln und den direkten Kontakt herstellen.
  • Die Suche nach einem passenden Pflegeheim.
  • Fragen rund um das Thema Pflege beantworten.
  • Soziale, medizinische und pflegerische Angebote koordinieren.
  • Hausbesuche durchführen.
  • Versorgungspläne erstellen.
  • Veranstaltungen für Pflegebedürftige und Angehörige organisieren.

Wer als potenzieller Ehrenamtler einen Pflegestützpunkt aufsucht und nach Hilfe fragt, bekommt diese dort kostenlos. Die Pflegestützpunkte werden durch die Pflegekassen finanziert und liefern als zentraler Ansprechpartner und Vermittlungsstelle ebenfalls einen wertvollen Service bei der Koordinierung ehrenamtlicher Hilfe. Entscheidend ist, dass sie neutral agieren und nicht mit bestimmten Einrichtungen zusammenarbeiten. Dadurch ist ihre Vertrauenswürdigkeit hoch, was es für Personen, die auf Hilfe angewiesen sind leichter macht, sich dorthin zu wenden.

Die Familie einweihen und die Vorteile erkennen

Wenn sich Angehörige für die Inanspruchnahme ehrenamtlicher Hilfe interessieren, sollten sie sich unbedingt sowohl mit dem Pflegebedürftigen als auch mit der Familie absprechen. Schließlich kann die Unterstützung und Betreuung durch die fremde Person auch als Eindringen in die familiäre Privatsphäre empfunden werden und auch nicht jeder Pflegebedürftige ist von der Idee sofort überzeugt.

Ist der Schritt aber einmal gemacht und die ehrenamtliche Hilfe in der Familie angekommen, wird sie meist von allen Familienmitgliedern positiv aufgenommen, da sie schließlich zur Entlastung beiträgt. Auch auf die Beziehung zwischen den Angehörigen und dem Pflegebedürftigen kann sich ein ehrenamtlicher Helfer förderlich auswirken, falls sie zum Beispiel durch die alltäglichen Belastungen der Pflege angespannt ist.