Dienstplan in der Pflege

Eine Pflegerin in einem grĂŒnen Kittel hĂ€lt ein Klemmbrett mit Dokumenten in der Hand und macht sich Notizen.
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Inhaltsverzeichnis

In der Pflege haben es die BeschĂ€ftigten mit Menschen zu tun, die auf die Hilfe anderer Personen angewiesen sind. Viele Dinge können PflegebedĂŒrftige nicht eigenstĂ€ndig erledigen, deshalb ist es notwendig, dass genug Pflegepersonal bereitsteht. Um dies zu gewĂ€hrleisten, sind DienstplĂ€ne in der Pflege unumgĂ€nglich.

Was versteht man unter einem Dienstplan?

Ein Dienstplan stellt eines der grundlegenden Instrumente fĂŒr die Personaleinsatzplanung in Institutionen dar, die die Pflege von Menschen als ihre Kernaufgabe sehen, also vor allem Alten- und Pflegeheime, Seniorenresidenzen mit Pflegeabteilungen sowie ambulante Pflegedienste.

In diesen Pflegeeinrichtungen soll der Dienstplan gewĂ€hrleisten, dass diese ihre Hauptaufgabe mithilfe ihrer Mitarbeiter erfĂŒllen können und dabei die vorgegebenen QualitĂ€tsstandards eingehalten werden. Durch den Dienstplan weiß jeder in der jeweiligen Pflegeeinrichtung BeschĂ€ftigte, wann er wie oft und wie lange an welchem Ort eingesetzt wird.

Ein Dienstplan hat vor allem das Ziel, den Einsatz des Personals so zu organisieren, dass der operative Betrieb der Pflegeeinrichtung möglichst gut lÀuft.

Zur Erreichung dieses Zieles gliedert man den gesamten Prozess der Personalplanung in eine langfristige strategische Phase, eine mittelfristige taktische Phase sowie eine kurzfristige operative Planungsphase.

Die unterschiedlichen Phasen zur Zielerreichung eines Dienstplans:Aus den unterschiedlichen Phasen erwachsen folgende DienstplÀne:
Langfristig strategische PhaseDienstplan fĂŒr den Tag- und Nachtdienst
Mittelfristig taktische PhaseWechsel-Dienstplan
Kurzfristig operative Phase

Der klassische Dienstplan ist der fĂŒr die Tag- und Nachtschichten, wobei sich der Tag in der Regel noch einmal in FrĂŒh- und SpĂ€tschicht untergliedert. Gemeinsam mit der Nachtschicht kann man als Pflegekraft also in drei verschiedene Schichten eingeteilt werden. Allerdings gibt es gesetzliche Regelungen, wie hĂ€ufig man monatlich zur Nachtschicht eingeteilt werden darf.

Der sogenannte Wechselschicht-Dienstplan spiegelt ein Arbeitszeitmodell wieder, bei dem man in einem ganz bestimmten, vorher festgelegten Turnus von der Tag- in die SpÀtschicht und von dieser zur Nachtschicht wechselt. Als Rhythmus ist ein Wechsel der Schichten im Abstand von vier oder auch acht Wochen denkbar.

Bei diesem Bild handelt es sich um eine Grafik, die die Unterschiede zwischen "was ist ein Pflegedienstplan?" und "Was wird mit dem Pflegedienstplan geplant?". Unter dem Punkt "Was ist ein Pflegedienstplan?" wird folgendes erklĂ€rt:" Der Dienstplan ist ein Instrument der Personaleinsatzplanung in Pflege-Betrieben und Pflege-Unternehmen. HĂ€ufig besteht er aus einem Schichtmodell, nach dem die Mitarbeiter eingeteilt werden. Neben Arbeitszeiten fĂŒr die Schichten mĂŒssen die monatlichen und wöchentlichen Arbeitszeiten der Mitarbeiter, Urlaub und KrankenstĂ€nde berĂŒcksichtigt werden. 
Der Punkt "Was wird mit dem Pflege-Dienstplan geplant?" steht folgendes: Der Dienstplan in der Pflege regelt den Personalbedarf und den Personaleinsatz. Das kann erfolgen pro: 
- organisatorischer Einheit,
- Unternehmenseinheit oder
- bestimmten Gruppen (Pflegepersonal, Betreuungspersonal, Hauswirtschaft)
Das sollten Sie ĂŒber PflegedienstplĂ€ne wissen.

Dienstplan online erstellen – Software fĂŒr die Personalplanung

Heute stehen den Pflegedienstleitungen, die meist mit der Dienstplanung betraut sind, verschiedenste Software-Programme zur VerfĂŒgung, um einen effektiven Dienstplan in der Pflege zu erstellen. Solche Online-Anwendungen sind heute sehr flexibel gestaltet, so dass der Planer etwa individuelle Mitarbeiterprofile inklusive ArbeitszeitprĂ€ferenzen erstellen kann.

Auch die maximal mögliche Arbeitszeit der einzelnen BeschĂ€ftigten, Abwesenheiten oder einzuhaltende Ruhezeiten können mithilfe solcher Planungssoftware kontinuierlich kontrolliert werden. DarĂŒber hinaus können UrlaubswĂŒnsche erfasst werden. So erhĂ€lt man eine aktuelle Übersicht ĂŒber das verfĂŒgbare Personal und verhindert Fehlplanungen.

Muss der Dienstplan verĂ€ndert werden, so zeigt das System dies nicht nur auf dem Desktop der Abteilung an, sondern ĂŒbermittelt die Änderungen auch mithilfe einer auf das Smartphone des betroffenen Pflegepersonals geschickte E-Mail.

Da die KomplexitĂ€t der Personalplanung immer grĂ¶ĂŸer wird und der Dienstplan in der Pflege eine offizielle Urkunde darstellt, erstellen die zustĂ€ndigen Pflegedienstleitungen einen solchen Dienstplan nur noch in den seltensten FĂ€llen manuell oder mittels einer Excel-Tabelle.

Hinweis

Weil es sich bei einem Dienstplan im rechtlichen Sinne um eine Urkunde handelt, ist die Verwendung von Bleistift, FĂŒllfederhalter sowie Tipp-Ex bei der Erstellung oder Korrektur nicht gestattet. Auch Durchstreichungen bis zur vollkommenen Unkenntlichkeit sind nicht erlaubt.

Wie sind DienstplÀne in der Pflege aufgebaut, welche Inhalte hat die Planung?

Bei der Erstellung eines Dienstplanes muss darauf geachtet werden, dass dieser alle wichtigen, teilweise gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte wiedergibt.

Die Hauptbestandteile eines Dienstplanes sind:

Zeitraum der GĂŒltigkeit des Dienstplanes
GĂŒltigkeitsbereich (Angabe der Abteilung, Station)
Vor- und Nachname des Mitarbeiters
Qualifikation des Mitarbeiters (Pflegefachkraft, Pflegehilfskraft, Auszubildender)
Sollarbeitszeit (Grad und Umfang der BeschÀftigung)
Nachweis ĂŒber auszugleichende Mehr- oder Überstunden sowie Feiertage
Erstellungsdatum, Unterschrift des Erstellenden sowie des zustÀndigen Vorgesetzten
Soll-Dienst (geplanter Dienst innerhalb der GĂŒltigkeitsdauer)
Ist-Dienst (Abweichungen vom Soll-Dienst unter Angabe der zusÀtzlich geleisteten Minuten)
Abweichende Dienste (angeordnete Änderungen)

Der Dienstplan fĂŒr PflegekrĂ€fte in der Altenpflege dient nicht alleine der besseren Übersicht der geleisteten Arbeitszeiten, sondern ist auch die Basis fĂŒr die Entgeltabrechnung.

Wie sind DienstplÀne in der Pflege aufgebaut, welche Inhalte hat die Planung? 
Bei der Erstellung eines Dienstplanes muss darauf geachtet werden, dass er alle wichtigen und zum Teil gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte wiedergibt. Die Hauptbestandteile eines Dienstplanes sind normalerweise:
- Zeitraum der GĂŒltigkeit des Dienstplanes
-GĂŒltigkeitsbereich (z.B. Angabe der Abteilung, Station)
- Vor- und Nachname des Mitarbeiters
- Qualifikation des Mitarbeiters (Pfelgefachkraft, Pflegehilfskraft, Auszubildender)
- Sollarbeitszeit (Grad und Umfang der BeschÀftigung)
- Nachweis ĂŒber auszugleichende Mehr- oder Überstunden sowie Feiertage
- Erstellungsdatum, Unterschrift des Erstellenden sowie des zustÀndigen Vorgesetzten
- Soll-Dienst (geplanter Dienst innerhalb der GĂŒltigkeitsdauer)
- Ist Dienst (Abweichungen vom Soll-Dienst unter Angabe der zusÀtzlich geleisteten Minuten)
Abweichende Dienste (angeordnete Änderung)
Hauptbestandteile eines Dienstplanes.

Bestimmungen fĂŒr DienstplĂ€ne – Arbeitszeiten, Urlaub und mehr nach dem Arbeitszeitgesetz

Der Gesetzgeber möchte die Arbeitnehmer in der Pflege möglichst umfassend schĂŒtzen und hat bezĂŒglich Höchstarbeitszeit, Wochenenddienst, Ruhepausen, FrĂŒhdienst oder SpĂ€tdienst entsprechende, gesetzliche Regelungen getroffen.

Was sind die Höchstarbeitszeiten in der Pflege?

GemĂ€ĂŸ dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) betrĂ€gt die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit 8 Stunden. Man kann sie unter der Voraussetzung, dass die durchschnittliche Arbeitszeit innerhalb von 24 Wochen oder 6 Monaten nicht mehr als 8 Stunden betrĂ€gt, auf bis zu 10 Stunden verlĂ€ngern.

Welche Ruhepausen sollten wÀhrend der tÀglichen Arbeitszeit in der Pflege eingehalten werden?

Da PflegekrÀfte physische und psychische Höchstleistungen vollbringen, stehen laut Gesetzgeber angemessene Ruhepausen zu. Bei einer Arbeitszeit zwischen mindestens 6 und maximal 9 Stunden pro Tag muss die Ruhepause mindestens 30 Minuten betragen.

Arbeitet man mehr als 9 Stunden tĂ€glich, ist eine 45-minĂŒtige Mindestruhepause vorgeschrieben. Jede Pause darf nicht kĂŒrzer als 15 Minuten sein. Nach spĂ€testens 6 Stunden Arbeit ist eine Pause einzulegen.

Abweichende Regelungen bezĂŒglich der Ruhezeit in der Pflege

Prinzipiell steht jedem Arbeitnehmer gemĂ€ĂŸ § 5 Arbeitszeitgesetz (ArbZG) im Anschluss an seine tĂ€gliche Arbeitszeit eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden zu. Allerdings kann in Pflegeeinrichtungen diese Ruhezeit um bis zu eine Stunde gekĂŒrzt werden. In diesem Fall muss diese Stunde innerhalb von vier Wochen oder eines Kalendermonats durch AnhĂ€ngen an eine andere Ruhezeit ausgeglichen werden.

Hat man Rufbereitschaft, so darf die Ruhezeit um bis zu 50 % gekĂŒrzt werden, muss aber spĂ€ter ebenfalls wieder ausgeglichen werden.

Wie sind die Höchstarbeitszeiten fĂŒr Nachtdienste im Rahmen der Nachtarbeit?

Falls Nachtdienste geleistet werden mĂŒssen, gelten bezĂŒglich der tĂ€glichen Höchstarbeitszeit laut § 6 Arbeitszeitgesetz die gleichen Vorgaben, wie fĂŒr die Arbeitszeit wĂ€hrend einer FrĂŒh- oder SpĂ€tschicht. Maximal darf man also 8 – 10 Stunden tĂ€glich arbeiten. Allerdings muss der Ausgleich innerhalb von einem Kalendermonat oder innerhalb von vier Wochen geschehen.

FrĂŒhdienst und SpĂ€tschicht in der Altenpflege

In der ambulanten Pflege wird hĂ€ufig nur im FrĂŒh- und SpĂ€tdienst gearbeitet. Ursache hierfĂŒr ist, dass in den Nachtstunden sehr oft die Angehörigen des zu Pflegenden die notwendigen Arbeiten ĂŒbernehmen. Auch in der stationĂ€ren Pflege greifen viele Arbeitgeber zum Modell 7/7, wodurch nur noch zwei Schichten benötigt werden.

Das bedeutet, dass PflegekrĂ€fte an sieben Tagen hintereinander 10 Stunden arbeiten und zwei Stunden Pause machen mĂŒssen. Der Arbeitszeitraum dauert dann fĂŒr die FrĂŒhschicht beispielsweise von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends, fĂŒr die SpĂ€t- oder Nachschicht von 19 Uhr am Abend bis 7 Uhr am nĂ€chsten Morgen.

Wochenende oder freier Sonntag fĂŒr Personal in der Pflegebranche

Wird ein Dienstplan in der Pflege erstellt, so ist gemĂ€ĂŸ den Vorgaben im Arbeitszeitgesetz sicherzustellen, dass PflegekrĂ€fte mindestens 15 Sonntage im Jahr nicht arbeiten mĂŒssen.

DarĂŒber hinaus sollten mindestens zwei ganze Wochenenden im Monat arbeitsfrei bleiben. Der Begriff Wochenende definiert einen jeweils aufeinanderfolgenden Samstag und Sonntag. Gerade in der Pflege reduziert sich die Zahl aber sehr hĂ€ufig auf ein Wochenende.

Wie ist die Feiertagsregelung fĂŒr Mitarbeiter in der Pflege?

Jeder möchte Feiertage gerne im Kreise seiner Familie verbringen. Allerdings wĂŒrde dann die Besetzung der jeweiligen Schicht in der Pflege nicht funktionieren. Es ist gesetzlich geregelt, dass der 24. und der 31. Dezember als halbe Arbeitstage gelten.

Dennoch mĂŒssen PflegekrĂ€fte natĂŒrlich eine ganze Schicht absolvieren. Der Gesetzgeber hat daher bestimmt, dass man als Pflegekraft die an Feiertagen verrichtete Arbeitszeit durch einen sogenannten Ersatzruhetag ausgleichen darf.

Welche Regelungen gelten im Bereich Mutterschutz oder Jugendschutz fĂŒr PflegekrĂ€fte?

Werdende MĂŒtter und minderjĂ€hrige Mitarbeiter (meist Auszubildende) unterliegen seitens des Gesetzgebers besonderem Schutz. Schwangere PflegekrĂ€fte dĂŒrfen weiterarbeiten, solange es ihnen möglich ist. Dazu mĂŒssen Aufgabenbereiche eventuell neu strukturiert werden. 

Ein Auszubildender, der jĂŒnger als 18 Jahre ist, darf zwar in dringenden FĂ€llen auch am Wochenende oder an Feiertagen Dienste ĂŒbernehmen, muss diese Dienstzeit aber laut § 18 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) noch in derselben Woche, spĂ€testens aber in der auf den Wochenend- oder Feiertagsdienst folgenden Woche ausgleichen.

Aufgaben und Rechte des Betriebsrats

Gerade in der Pflegebranche hat ein Betriebsrat eine wichtige Funktion, denn aufgrund von Personalmangel kommt es sehr hÀufig zu personellen EngpÀssen und dadurch zu Dienstplanungen, die sich am Rande der Gesetzgebung bewegen.

In solchen FĂ€llen ist es die Aufgabe des Betriebsrates, einzugreifen und mit dem Arbeitgeber Verhandlungen zu fĂŒhren.

So hat der Betriebsrat etwa ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um folgende Festlegungen geht:

  • Einhaltung des Arbeitsschutzes
  • Einhaltung der Regelungen des Arbeitszeitgesetzes
  • Festlegung von Beginn und Ende der tĂ€glichen Arbeitszeit
  • Festlegung der PausenzeitrĂ€ume wĂ€hrend der Dienstschichten
  • Aufstellung von DienstplĂ€nen
  • Regelungen bezĂŒglich zu leistender Überstunden
  • Anordnung von Sonntags- und Feiertagsarbeit
  • Regelungen zur Rufbereitschaft von PflegekrĂ€ften
  • EinfĂŒhrung und Gestaltung neuer Arbeitszeitmodelle
  • Abschaffung von Arbeitszeitmodellen

Der Betriebsrat fungiert vor allem als Arbeitnehmervertretung und soll die Einhaltung gesetzlicher Regelungen ĂŒberwachen, die dem Schutz der Arbeitnehmer dienen. Er hat zudem eine Vermittlungs- oder Verhandlungsfunktion zwischen den Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Welche rechtlichen Grundlagen von DienstplÀnen in der Pflege gibt es?

Jeder Arbeitgeber ĂŒbt gegenĂŒber seinen Mitarbeitern die ihm zustehende Weisungsbefugnis aus, wenn er einen Dienstplan aufstellt oder ihn vom zustĂ€ndigen Mitarbeiter aufstellen lĂ€sst. Er kann also in seiner Rolle als Arbeitgeber bestimmen, wann seine Arbeitnehmer ihre TĂ€tigkeit auszuĂŒben haben.

Aufgrund gesetzlicher Vorgaben darf er aber nicht tun, was er will, sondern ist an entsprechende Regelungen im Arbeitszeitgesetz, Arbeitsschutzgesetz sowie Jugendschutzgesetz gebunden.

Wer darf DienstplÀne erstellen?

GrundsĂ€tzlich obliegt die Erstellung von DienstplĂ€nen dem Arbeitgeber. Allerdings ist es im Bereich der Pflege fast immer so, dass nicht etwa der oberste Dienstherr der Pflegereinrichtung ĂŒber Arbeitszeiten, Urlaubstage, AusfĂ€lle oder Fortbildungen entscheidet, sondern eine von ihm beauftragte Person.

Meist sind dies die Stationsleitungen oder Pflegedienstleitungen, bei sehr kleinen Einrichtungen auch die Heimleitung. Bei den ambulanten Pflegediensten wird der Dienstplan fast immer vom Inhaber des Pflegedienstes selbst erstellt.

Frist fĂŒr die Veröffentlichung: Wann mĂŒssen DienstplĂ€ne ausgegeben werden?

Der Gesetzgeber hat keine gesetzlichen Vorgaben gemacht, bis zu welchem Zeitpunkt vor dem Inkrafttreten eines Dienstplanes dieser bekanntgegeben werden muss. 

Zieht man allerdings § 12 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) heran, in dem die „Arbeit auf Abruf” geregelt wird, so erscheint es sinnvoll, das Pflegepersonal spĂ€testens vier Tage vor dem Beginn des Dienstplanes zu informieren und die voraussichtlichen Arbeitszeiten zu veröffentlichen.

Verbindlichkeit: Ab wann ist der Dienstplan bindend?

Ein dem Pflegepersonal wenigstens vier Tage vor Inkrafttreten bekanntgemachter Dienstplan ist fĂŒr die Arbeitnehmer bindend. Die gleiche Frist gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr vorgenommene Änderungen an der Dienstplanung. Dabei ist es unerheblich, ob der Dienstplan fĂŒr einige Wochen GĂŒltigkeit besitzt oder die Dienste fĂŒr ein ganzes Jahr abdeckt.

Wurde dem Pflegepersonal ein Freizeitausgleich gewÀhrt und im Dienstplan festgehalten, so hat dieses zwar ein Anrecht darauf, der Arbeitgeber kann allerdings wÀhrend dieses Zeitraumes zur Arbeit beordern. Eine solcher Freizeitausgleich ist stets widerruflich.

Anders verhĂ€lt es sich wĂ€hrend des Urlaubs, aus dem man PflegekrĂ€fte nicht zurĂŒckholen kann, nur weil Personal fehlt. Ebenso ist der Dienstplan fĂŒr die Mitarbeiter bindend, wenn man zwar ĂŒber lange Jahre hinweg beispielsweise nur Nachtdienste hatte, wodurch leider keine betriebliche Übung entsteht, und plötzlich im Tagdienst arbeiten soll.

Hatte man sich nicht explizit auf eine Stelle als Nachdienst beworben, kann der Planer auch nach vielen Jahren zum FrĂŒh- oder SpĂ€tdienst einteilen. Dies liegt in seinem Ermessensspielraum.

DienstplÀne: Was sind die Rechte der Arbeitnehmer?

Obwohl ein Dienstplan fĂŒr PflegekrĂ€fte bindend ist, muss nicht alles einfach hingenommen werden, was die Pflegedienstleitung oder Stationsleitung vorsetzt. Man hat gesetzlich verankerte Rechte, ĂŒber die man sich als Arbeitgeber nicht hinwegsetzen darf. Tut er es dennoch, kann man dagegen vorgehen.

Diese Rechte haben Arbeitnehmer

Wann mĂŒssen Änderungen im Dienstplan bekannt gegeben werden?

Nach geltender Rechtsprechung muss der Arbeitgeber eine Frist von vier Tagen einhalten, wenn er Änderungen am bereits erstellten Dienstplan vornehmen und Dienste ĂŒbertragen möchte. Die gleiche Frist gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr Überstunden, die vom Vorgesetzten spontan verordnet werden sollen. Ist die Frist kĂŒrzer, kann man den geĂ€nderten Dienstplan oder die angeordneten Überstunden ablehnen.

Kurzfristige Änderungen im genehmigten Dienstplan

NatĂŒrlich kennt man als Pflegekraft die Situation, dass einer der Kollegen aufgrund von Krankheit plötzlich ausfĂ€llt und die Pflegedienstleitung bittet, am nĂ€chsten Tag einzuspringen. Viele stimmen aus Angst vor Repressalien zu.

Allerdings muss man das nicht tun, denn die gesetzlichen Vorgaben schĂŒtzen den Arbeitnehmer. Prinzipiell gilt, dass der Arbeitgeber das ihm zustehende Direktionsrecht mit der Veröffentlichung des Dienstplans in rechtswirksamer und damit rechtsverbindlicher Weise ausgeĂŒbt hat. Er darf diesen Plan nur noch im Einvernehmen mit den Arbeitnehmern Ă€ndern.

DĂŒrfen spontane Überstunden im Dienstplan verordnet werden?

Die Antwort ist grundsĂ€tzlich Nein. Selbst wenn man mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages der Verpflichtung zu Überstunden zugestimmt hat. Ordnet der Vorgesetzte die Überstunden spontan an und hĂ€lt sich nicht an die Mindestfrist der AnkĂŒndigung von vier Tagen, muss man seinen WĂŒnschen nicht Folge leisten. In besonders großen Notsituationen kann es dennoch sinnvoll sein, die kurzfristig angeordneten Überstunden zu machen, vor allem, wenn man zeitlich dazu in der Lage ist und nicht irgendwelche unaufschiebbaren Termine hat.

Mitbestimmung: DĂŒrfen PflegekrĂ€fte WĂŒnsche fĂŒr DienstplĂ€ne Ă€ußern?

SelbstverstĂ€ndlich ist man als Pflegekraft dazu berechtigt, wĂ€hrend der Planung fĂŒr die zukĂŒnftigen Dienste WĂŒnsche zu Ă€ußern. NatĂŒrlich hat der Arbeitgeber vor allem einen möglichst gut funktionierenden Plan im Blick, nimmt aber bei der Dienstplangestaltung durchaus RĂŒcksicht auf WĂŒnsche, die von seinen Mitarbeitern geĂ€ußert werden.

In der Regel wird die Pflegedienstleitung versuchen, solche WĂŒnsche zu berĂŒcksichtigen. Es besteht allerdings bezĂŒglich geĂ€ußerter WĂŒnsche kein Rechtsanspruch darauf, dass diese auch tatsĂ€chlich berĂŒcksichtigt werden. Ein wichtiger Aspekt bei der BerĂŒcksichtigung von EinzelwĂŒnschen ist die KollegialitĂ€t. Dies zeigt sich am ehesten bei den jĂ€hrlichen Urlaubsplanungen.

Mitbestimmung und Widerspruch: Kann der Betriebsrat einen Dienstplan ablehnen?

Ein Betriebsrat hat vor allem durch den § 87 Abs. 1 Nr. 2 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) die Möglichkeit, Einfluss auf einen Dienstplan zu nehmen und von seinem Recht auf Mitbestimmung Gebrauch zu machen. Dies gilt hauptsĂ€chlich bezĂŒglich des tĂ€glichen Arbeitszeitraumes, der tĂ€glichen Arbeitszeit sowie der Pausen.

Der Arbeitgeber ist daher dazu verpflichtet, einen Dienstplan zu erstellen, dem der Betriebsrat zustimmt. Wird kein fĂŒr beide Seiten annehmbarer Dienstplan erstellt, muss mithilfe einer Einigungsstelle oder eines Gerichts eine Lösung herbeigefĂŒhrt werden.

Datenschutz: DĂŒrfen DienstplĂ€ne öffentlich ausgehĂ€ngt werden?

Ein Dienstplan enthĂ€lt fast immer auch personenbezogene und dadurch unter den Datenschutz fallende, geschĂŒtzte Daten von Mitarbeitern. Grundlegend ist hier die seit dem Jahr 2018 fĂŒr den Raum der EuropĂ€ischen Union geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Aus diesem Grund ist es dem Arbeitgeber nur dann gestattet, den Dienstplan öffentlich auszuhĂ€ngen, wenn sĂ€mtliche darin vorkommende Mitarbeiter ihre explizite Zustimmung erteilt haben. Als einzelne Pflegekraft hat man kein Anrecht darauf, den gesamten Dienstplan fĂŒr alle Kollegen zu kennen.

Fazit zum Thema Dienstplan in der Pflege

Falls man selbst in eine Position kommt, in der DienstplĂ€ne erstellt werden mĂŒssen, sollte man sich vorher umfassend mit diesem Thema beschĂ€ftigen. Wichtig sind hauptsĂ€chlich fundierte Kenntnisse der Gesetzeslage, denn diese bildet sozusagen die Grenze der eigenen Möglichkeiten, wenn man einen Dienstplan erstellt.

Ebenso wichtig wie das Beachten der gesetzlichen Vorgaben, ist fĂŒr die Dienstplangestaltung die BerĂŒcksichtigung von WĂŒnschen, die das Pflegepersonal womöglich herantrĂ€gt. Zwar gibt es keinen Rechtsanspruch, aber meist sind es UmstĂ€nde im privaten Umfeld, die zu solchen WĂŒnschen fĂŒhren. Hier ist ein großes Maß an SensibilitĂ€t notwendig, um den einzelnen Mitarbeitern gerecht zu werden und auf diese Weise ein Team zusammenzuhalten.