Alterskrankheiten

Typische Krankheitsbilder im Alter
Alterskrankheiten
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Inhaltsverzeichnis

Mit steigendem Lebensalter steigt auch unsere Anfälligkeit für Krankheiten. Man geht davon aus, dass zwei Drittel der globalen täglichen Todesfälle auf Alterskrankheiten zurückzuführen ist. In gut entwickelten Industriestaaten beträgt der Anteil bis zu 90 %.

Viele Erkrankungen können durch Medikamente oder andere Therapieformen behandelt werden. Andere benötigen eine umfassendere Pflege durch Angehörige oder Fachkräfte. Darum ist es von großer Bedeutung für Pflegekräfte, sich mit den typischen Alterskrankheiten auseinanderzusetzen und über sie Bescheid zu wissen.

Was versteht man in der Pflege unter Alterskrankheiten?

Unter Alterskrankheiten versteht man typische Krankheitsbilder, die in einem Großteil der Fälle erst in einem fortgeschrittenen Lebensalter auftreten.

Darunter sind beispielsweise:

Hinweis

Es gibt wenige Krankheiten, die ausschließlich in Verbindung mit einem hohen Lebensalter auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken ist jedoch mit steigendem Alter erhöht.

Warum treten bestimmte Krankheitsbilder erst im fortgeschrittenen Alter auf?

Die Gründe dafür, dass bestimmte Krankheitsbilder in einem höheren Lebensalter gehäuft auftreten, sind vielfältig und beruhen auf dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

  • Allgemeine Schwächung des Immunsystems mit steigendem Lebensalter

Der Grund dafür, dass in einem höheren Alter bestimmte Krankheitsbilder häufiger auftreten ist die allgemein verringerte Wirkung des Immunsystems, das uns vor Krankheitserregern schützt. Das macht uns anfälliger für Krankheiten und setzt auch die Widerstandskraft gegen eine möglicherweise allgemein ungesunde Lebensweise herab.

  • Verringerte Reaktionsfähigkeit auf äußere Einflüsse

Er reagiert langsamer auf kleine Entzündungen oder auch Veränderungen im Erbgut einer Zelle, wodurch auch das Risiko für Krebserkrankungen steigt. In einem jüngeren Lebensalter werden andersartige Zellen, die sich möglicherweise zu einem Tumor entwickeln würden, schneller bekämpft und abgetötet. Auch Krankheitserreger haben mehr Zeit, sich im Organismus zu verbreiten und richten dadurch größeren Schaden an.

  • Längere Phasen der Regeneration nach überstandenen Erkrankungen

Hinzu kommt, dass die Regeneration nach Erkrankungen mehr Zeit in Anspruch nimmt, als in jüngeren Jahren. Nach einer überstandenen Krankheit dauert es länger, bis der Körper wieder in den Normalzustand zurückgekehrt ist. Kommt er in dieser Phase der Erholung erneut mit Krankheitserregern in Kontakt, kann er sie schlechter abwehren. Man ist anfälliger für andere Erkrankungen. 

  • Das Risiko für Mehrfacherkrankungen („Multimorbidität“) ist im Alter erhöht

Mit steigendem Lebensalter kommt es mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu der Entwicklung mehrerer Erkrankungen gleichzeitig, wie beispielsweise Diabetes, Bluthochdruck und Arthrose. Die einzelnen schwächenden Faktoren summieren sich und stellen eine große Belastung für den Organismus dar. Dies schwächt gleichzeitig das Immunsystem und erhöht das Risiko für zusätzliche Erkrankungen.

Der Multimorbidität kann jedoch vorgebeugt werden. Ein gesunder, aktiver Lebensstil und regelmäßige Gesundenuntersuchungen helfen dabei, die typischen Alterskrankheiten frühzeitig vorzubeugen. Dies steigert die Lebensqualität im fortgeschrittenen Alter.

  • Alterserkrankungen haben einen schwerwiegenderen Verlauf

Dazu, dass der Körper im Alter geschwächter ist und nicht so schnell auf äußere Einflüsse reagieren kann, kommt hinzu, dass Alterskrankheiten im Allgemeinen einen ernsteren, schwerwiegenderen Verlauf haben als Erkrankungen in einem jüngeren Lebensalter. Sie wirken deutlich stärker und belastender auf den Organismus.

Im Gegensatz zu entzündlichen Krankheiten im Erwachsenenalter treffen Senioren eher degenerative Beschwerden. Darunter versteht man Symptome und Erkrankungen, die durch Verschleiß und Abnutzung, beispielsweise der Gelenke, Gewebe oder Organe bedingt sind.

Was sind Beispiele für typische Alterskrankheiten in der Pflege?

Die Krankheitsbilder des Alters, mit denen man als Pflegekraft vermehrt konfrontiert wird, umfassen ein weites Feld von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über neurologische Störungen bis hin zu Beschwerden des Bewegungsapparates. Zusätzlich betreffen Personen mit höherem Lebensalter auch chronische Krankheiten wie Parkinson oder Rheuma.

Typische Krankheitsbilder in der Pflege: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Besonders Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind für ältere Personen eine große Belastung. Ihre Symptomatik führt zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Schon das Treppensteigen bereitet Brutschmerzen, kleine Spaziergänge müssen regelmäßig für eine Pause unterbrochen werden.

Wussten Sie?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den Zivilisationskrankheiten, die besonders die Bevölkerung der Industriestaaten betreffen. Sie sind für einen großen Teil der Todesfälle in Deutschland verantwortlich.

Folgende Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind typisch für ein fortgeschrittenes Lebensalter:

Ist man davon betroffen, ist die Pumpleistung des Herzmuskels verringert. Der Körper kann nicht mehr flächendeckend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden.

Bluthochdruck hat verschiedene Ursachen. Er kann vererbt, aber auch durch Übergewicht, mangelnde Bewegung, Diabetes, Rauchen und ähnliches erworben sein. Ein erhöhter Blutdruck stellt eine hohe Belastung für die Blutgefäße dar. Sie reagieren mit verdickten, verhärteten Wänden und verlieren ihre Elastizität.

Ist man von einer Atherosklerose betroffen, dann lagern sich Fette (insb. Cholesterin) an den Wänden der Blutgefäße ab. Dadurch kann das Blut nicht mehr effizient weitergeleitet werden. In den schlimmsten Fällen wird das Gefäß durch das Fett verstopft. Sie können zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Ein Herzinfarkt entsteht, wenn der Blutfluss in ein Gefäß des Herzens unterbrochen wird. Dies kann passieren, wenn sich Ablagerungen in Blutgefäßen (Atherosklerose) loslösen und ins Herz gelangen. Wenn ein Teil des Herzens nicht mehr mit Blut versorgt werden kann, stirbt er ab.

Hinweis für Pflegekräfte

Ein Herzinfarkt muss sofort behandelt werden. Als Pflegekraft muss man schnell reagieren und einen Arzt hinzuziehen. Typische Anzeichen sind starke Schmerzen in der Brust, die bis in den linken Arm ausstrahlen können, Atemnot, Herzrasen, Bewusstlosigkeit.

Wie bei einem Herzinfarkt ist auch für einen Schlaganfall eine verminderte Durchblutung verantwortlich. Sie trifft dabei das Gehirn. Sobald Sauerstoffmangel im Gehirn entsteht, wenn etwa Blutgerinnsel ein Gefäß verstopfen, dann fallen die Funktionen des betroffenen Gehirnareals aus. Die Nervenzellen beginnen langsam abzusterben.

Hinweis für Pflegekräfte

Auch bei einem Schlaganfall ist schnelles Handeln gefragt. Man erkennt ihn zumeist an einer halbseitigen Lähmung von Gliedmaßen, Sprach- oder Sehstörungen sowie Gleichgewichtsproblemen. Treten diese Hinweise auf, muss sofort ein Arzt gerufen werden.

Typische Krankheitsbilder in der Pflege: Neurologische Störungen

Zu neurologischen Alterskrankheiten, die die Psyche des Menschen betreffen, zählen beispielsweise die Demenz sowie Depressionen. Auch Parkinson ist eine neurologisch bedingte Störung.

Man vermutet, dass etwa ein Viertel aller Menschen über 65 Jahren an Depressionen leidet. Sie stellen eine große Belastung für die Betroffenen, als auch für die Angehörigen dar und sind nicht selten der Auslöser für physische Erkrankungen.

An Depressionen erkrankte Menschen wollen ihre Symptome gerne verstecken, darum bleiben sie oft unentdeckt oder äußern sich durch starke Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit und vermehrtes Klagen über den geistigen bzw. körperlichen Zustand. Auch Appetitlosigkeit und Schlafstörungen können auf Depressionen hinweisen.

Die Symptome der Demenz ähneln denen von Depressionen. Sie zeichnen sich unter anderem durch eine verringerte (Kurzzeit-)Gedächtnisleistung sowie Probleme mit der räumlichen und zeitlichen Orientierung aus.

Betroffene isolieren sich zumeist und nehmen nicht mehr am sozialen Geschehen teil, weil sie Schwierigkeiten haben, Gesprächen zu folgen oder sich zu konzentrieren. Demenzkranke Personen benötigen eine intensive Pflege und Betreuung, da die Krankheit nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar ist.

Hinweis

Da sich die Symptome von Demenz und Depressionen ähneln, kann es leicht passieren, dass sie verwechselt werden. Vermutet man als Pflegekraft, dass einer der Patienten von Depressionen oder einer Demenzerkrankung betroffen ist, sollte dies zeitnah mit einem Mediziner abgeklärt werden. In beiden Fällen ist eine frühzeitige Therapie wesentlich für den weiteren Verlauf der Erkrankung.

Eine Parkinson-Erkrankung zeichnet sich durch das allmähliche Absterben bestimmter Nervenzellen des Gehirns aus. Sie führt dazu, dass sich die Betroffenen nur noch langsam bewegen können und ihre Muskeln versteifen. Ein typisches Symptom ist das Zittern. Parkinson ist nicht heilbar, kann aber mit individuell abgestimmten Medikamenten und Therapieverfahren behandelt werden.

Typische Krankheitsbilder in der Pflege: Erkrankungen des Bewegungsapparates

Im Alter treten immer öfter Schmerzen an Knochen, Muskeln oder Gelenken auf. Sie sind unter anderem auf Verschleiß des Gewebes zurückzuführen, wenn beispielsweise während des Berufslebens einseitige Bewegungen gemacht wurden oder eine genetische Vorbelastung vorliegt. Unter anderem spricht man dann von Arthrose, Osteoporose oder Rheuma.

Eine Arthrose bedeutet den Verschleiß des Knorpels, der den Knochen an Gelenken überzieht. Liegt der Knochen im Knie-, Hüft-, Schulter- oder anderen Gelenken frei, bereitet das den Betroffenen starke Schmerzen. Sie klagen über eine verringerte Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaße. Arthrose wird zumeist durch physiotherapeutische Maßnahmen behandelt. Selten kann eine Operation zielführend sein.

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine der häufigsten Alterserkrankungen. Sie zeichnet sich durch eine Rückbildung der Knochensubstanz aus. Dadurch werden die Knochen brüchig und instabil. Sie können schon bei der kleinsten Belastung brechen.

Zunächst bereitet dies keine Beschwerden, doch mit Fortschreiten der Erkrankung kann es durch geringe Belastungen zu Knochenbrüchen kommen. Weil eine Heilung nicht möglich ist, muss dem Abbau der Knochen durch gezielte Bewegungsübungen und ggfls. Einnahme von Medikamenten entgegengewirkt werden.

Unter Rheuma versteht man eine Vielzahl an unterschiedlichen Erkrankungen, die den Bewegungsapparat des Menschen betreffen. Sie alle führen zu starken Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkung in den Gelenken. Rheuma kann aber als entzündliche Erkrankung auch verschiedene Organe, wie die Augen oder das Herz betreffen. Der Grund dafür sind zumeist eine genetische Veranlagung, Störungen des Immunsystems, Infektionen, eine Überlastung der Gelenke oder Bewegungsmangel.

Typische Krankheitsbilder in der Pflege: Krebs

Auch Krebs kann zu den Alterskrankheiten gezählt werden. Bösartige Tumore entwickeln sich durch Schäden am Erbgut einer Zelle. Diese können im Verlauf eines Lebens durch die starke UV-Strahlung der Sonne, falsche Ernährung, Nikotin- oder Alkoholkonsum entstehen.

Ein junger Körper kann Fehler beim Kopieren von Körperzellen noch schnell auffinden und unschädlich machen. Im Laufe des Lebens sinkt diese Fähigkeit. Das Erbgut verändert sich. Wenn sich genetisch veränderte Körperzellen ungehindert vermehren, dann entsteht ein Tumor. Somit erhöht sich das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Typische Krankheitsbilder in der Pflege: Infektionen

Mit steigendem Lebensalter sinkt die Fähigkeit des Körpers, sich gegen Angriffe von außen, etwa durch Krankheitserreger, zur Wehr zu setzen. Infektionen können sich wegen der verringerten Abwehrkraft des Immunsystems schneller im Körper verbreiten. Sie stellen für einen geschwächten Organismus eine große Bedrohung dar. Besonders Lungenentzündungen (Pneumonien) sind lebensgefährlich.

Wird das Gewebe der Lunge durch einen Einfluss von außen, beispielsweise Krankheitserreger, aber auch versehentlich eingeatmete Nahrungsreste oder Erbrochenes, beeinträchtigt, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Sie wird medikamentös, durch fiebersenkende Maßnahmen und körperliche Schonung behandelt.

Bleibt eine Behandlung aus oder ist der Körper zu schwach, um die Infektion zu bekämpfen, dann kann sie in den schlimmsten Fällen zum Tod führen.

Hinweis für Pflegekräfte

Die altersbedingte Veränderung der Atemwege, eine schlechte Lungenbelüftung bei Bettlägerigkeit oder Schwierigkeiten beim Essen erhöhen das Risiko für eine Lungenentzündung erheblich. Regelmäßiges Lüften, Befeuchtung der Luft in den Wintermonaten, das Vermeiden von Verschlucken beim Essen beugen der Entstehung von Pneumonien vor.

Typische Krankheitsbilder: Was ist ein Alterssyndrom?

Unter einem Alterssyndrom versteht man die Kombination mehrerer Krankheitsanzeichen (Symptome), die ab einem Alter von etwa 60 Jahren gehäuft auftreten. Die Ursache dafür liegt in unterschiedlichen Alterserkrankungen, die im Zuge einer detaillierten Diagnostik identifiziert werden müssen, um sie gezielt zu behandeln.

In der Geriatrie versteht man unter Alterssyndromen die folgenden fünf Störungen:

  • Abbau der Gedächtnisleistung, z. B. durch Demenz
  • Verringerung der Mobilität, z. B. durch Bewegungsmangel oder Arthrose
  • Verringerung der Stabilität, z. B. durch Stürze oder Schlaganfälle
  • Auftreten von Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
  • Einschränkung der Sinnesorgane, z. B. Hörprobleme oder Fehlsichtigkeit

Diagnose: Wie können Alterskrankheiten diagnostiziert werden?

Die Diagnose von typischen Krankheitsbildern im fortgeschrittenen Lebensalter gleicht der allgemein üblichen Vorgehensweise bei der Identifikation von Krankheiten. Für bestimmte Erkrankungen wurden zusätzlich spezielle Methodiken zum Nachweis entwickelt, wie beispielsweise Gedächtnistests zur Diagnose von Demenzerkrankungen.

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen der grundlegenden und der apparativen Diagnostik.

Diagnose typischer Krankheitsbilder: Grundlegende Diagnostik

Zur grundlegenden Diagnostik zählt das erste Gespräch des Mediziners mit dem Patienten, die Anamnese. Dabei erhält der Arzt genauere Informationen über die Symptome des Betroffenen, seine individuelle Vorgeschichte und mögliche Vorerkrankungen. Bei Personen im höheren Alter ist dabei die Anwesenheit einer Vertrauensperson hilfreich, die ggfls. Auskunft über zusätzliche Faktoren geben kann.

Auf das Patientengespräch folgt eine erste eingehende körperliche Untersuchung. Der Mediziner inspiziert die betroffenen Körperstellen und untersucht sie durch Abtasten oder Abklopfen. Bei Beschwerden, die die Lunge oder das Herz betreffen, wird mithilfe eines Stethoskops analysiert.

Bestandteile der grundlegenden Diagnostik:

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung: visuelle Inspektion, Abtasten, Abklopfen, Abhorchen

Diagnose typischer Krankheitsbilder: Apparative Diagnostik

Um das Diagnoseverfahren genauer durchführen zu können und andere Erkrankungen auszuschließen, wird mit apparativen Diagnosemethoden gearbeitet. Dazu gehört unter anderem die Labordiagnostik. Dabei werden Körperflüssigkeiten, Ausscheidungen oder Gewebsflüssigkeiten in einem speziellen Labor auf ihre Bestandteile untersucht. So können Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungen gezogen werden.

Die bildgebende Diagnostik umfasst Verfahren, mit denen man in das Innere des Körpers blicken kann. Bei einer Röntgenuntersuchung kann beispielsweise das Skelett betrachtet werden. Der Ultraschall ermöglicht die Kontrolle der Organe des Bauchraums, der Schilddrüse oder des Herzens. Auch die weibliche Brust oder Embryonen während der Schwangerschaft können dabei untersucht werden.

Die Computertomographie (CT) ist ein sehr präzises Verfahren. Damit lassen sich die Gewebe des Körpers detailliert darstellen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie kann ebenso Organe und Knochenstrukturen sichtbar machen.

Schließlich lassen sich im Zuge der Diagnose auch Funktionstests durchführen. Dabei kann beispielsweise die korrekte Funktion der Lunge überprüft werden. Allergien oder Intoleranzen werden mithilfe sogenannter Provokationstests ermittelt.

Bestandteile der apparativen Diagnostik:

  • Labordiagnostik, z. B. Blut-, Urin-, Stuhl-, Gewebeuntersuchung
  • Bildgebende Verfahren, z. B. Röntgen, Ultraschall, CT, MRT
  • Funktionstests, z. B. Lungenfunktionstests
  • Provokatonstests, z. B. auf Allergien

Psychologische Untersuchungen bei Verdacht auf Depressionen oder Demenz werden anhand verschiedener Tests der Persönlichkeit, der Merk- oder Konzentrationsfähigkeit durchgeführt.

Wo kann die Pflege bei Alterskrankheiten erfolgen?

Die Pflege von Personen mit den typischen Krankheitsbildern des Alters erfolgt je nach körperlicher Einschränkung und Pflegebedarf.

Folgende Einrichtungen eignen sich für die Pflege bei Alterskrankheiten:

  • Krankenhaus: Pflege sowie medizinische Behandlung und Überwachung im Akutfall
  • Stationäre Pflege, z. B. im Pflegeheim: Bei bestehendem Pflegebedarf, wenn der Alltag nicht selbstständig organisiert werden kann oder anderweitige Hilfe notwendig ist.
  • Teilstationäre Pflege, z. B. Tages- oder Nachtpflege: Bei Pflegebedarf, der tagsüber oder nachts zuhause nicht erfüllt werden kann.
  • Ambulante Pflege, z. B. durch regelmäßige Hausbesuche: Bei größtenteils selbstständig organisiertem Alltag oder wenn die Pflege durch Angehörige unterstützt werden muss.
  • 24-Stunden-Pflege: Erfolgt zuhause durch ausgebildete Pflegekräfte.
  • Pflege durch Angehörige: Erfolgt zuhause durch Angehörige.
  • Pflege in alternativen Wohnkonzepten, z. B. Senioren-WG, ambulant betreute Wohngemeinschaften: Die pflegebedürftigen Personen können ihren Alltag größtenteils selbst gestalten und wohnen gemeinsam in einer WG. Zumeist erfolgt die ambulante Betreuung durch eine Pflegekraft.

Wie kann man Alterskrankheiten vorbeugen?

Während manche Erkrankungen genetisch bedingt sind, kann das Risiko für andere typische Krankheitsbilder durch eine gesunde Lebensweise gesenkt werden.

Zu einem gesunden Lebensstil gehört unter anderem regelmäßige Bewegung. Schon kleine sportliche Übungen helfen dabei, die Knochen zu stärken und Übergewicht sowie möglichen Begleiterkrankungen wie Diabetes oder einem erhöhten Cholesterinspiegel vorzubeugen. Koordinations- oder Gleichgewichttraining im Rahmen einer Physiotherapie kann Stürzen vorbeugen und hält mobil!

Hinweis

Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem. Ein kleiner Spaziergang für 30 Minuten reicht schon aus!

Zur Vorbeugung von Atherosklerose, also Ablagerungen von Fetten in den Blutgefäßen, die im Ernstfall einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen können, eignet sich außerdem eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung.

Zu einer gesunden Ernährung zur Prävention von Alterskrankheiten gehört unter anderem:

  • Viel Obst und Gemüse
  • Vollkornprodukte
  • Gesunde, gesättigte Öle, z. B. Pflanzenöl
  • Omega-3-Fettsäuren aus Fisch
  • Fleisch in Maßen
  • Verzicht auf industriell hergestellte Lebensmittel
  • Verzicht auf frittierte Lebensmittel
  • Verzicht auf Süßigkeiten
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin

Um Demenz und anderen psychischen Erkrankungen vorzubeugen, lohnt sich ebenso regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung. Zusätzlich kann das Gedächtnis mit kleinen Rätseln, Gedächtnistraining oder kulturellen Ausflügen wie Theaterbesuchen angeregt werden.

Tipp

Wollten Sie schon immer ein Instrument spielen, Zeichnen oder Malen lernen? Auch mit fortgeschrittenem Lebensalter ist es nicht zu spät. Etwas Neues zu lernen hält uns geistig fit!

Ein hohes Lebensalter geht manchmal mit Einsamkeit einher. Dies kann verhindert werden, indem soziale Kontakte und Beziehungen gepflegt werden. Der Austausch und die Diskussion mit anderen trainiert das Gedächtnis.

Fazit: Alterskrankheiten – Typische Krankheitsbilder im Alter

Weil das Immunsystem mit steigendem Lebensalter schwächer wird, der Organismus nicht mehr so schnell auf Krankheitserreger reagieren kann und nach einer Erkrankung eine längere Regenerationszeit benötigt, sind Personen mit höherem Lebensalter anfälliger für Alterskrankheiten.

Artheosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Osteoporose sind nur einige der typischen Krankheitsbilder, mit denen das Personal in der Pflege zu tun hat. Betroffene werden zumeist in stationären Pflegeeinrichtungen oder ambulant betreut und unterstützt.

Man ist jedoch nicht allen Alterskrankheiten ausgeliefert. Durch einen gesunden Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung kann man vielen Erkrankungen erfolgreich vorbeugen. Gedächtnistraining, soziale Kontakte sowie die Auseinandersetzung mit neuen Tätigkeiten halten das Gehirn fit und verringern das Risiko für Demenzerkrankungen.