Coronavirus in der Pflege

Wie Sie sich verhalten können
Coronavirus in der Pflege
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Inhaltsverzeichnis

Besonders für Pflegeeinrichtungen ist das Coronavirus inzwischen eine große Herausforderung geworden. Wie Sie darauf reagieren können und allgemeine Informationen und Empfehlungen lesen Sie in unserem Artikel.

Was gibt's Neues?

Allgemeines zum Erreger SARS-CoV-2

Einige Fragen tauchen immer wieder auf, wenn es um den Erreger SARS-CoV-2 und damit um die neuartige Erkrankung COVID-19 geht. Die Häufigsten haben wir gesammelt und geben eine Antwort, bevor wir uns den spezifischen Problemen in der Pflege im Hinblick auf das Coronavirus zuwenden.

Was ist das Coronavirus?

Bereits Ende des Jahres 2019 gab es eine Reihe von Menschen, die sich in der zentralchinesischen Stadt Wuhan (Provinz Hubai) mit einer neuartigen Erkrankung der Atemwege, die immer wieder zu Lungenentzündungen führt, infiziert hatten. Im Januar 2020 wurde dann immer deutlicher, dass ein neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2) Grund für die zahlreichen Erkrankungen ist.

Coronaviren kommen in verschiedenen Ausprägungen vor, aktuell sind hunderte verschiedene Arten bekannt. Die Bezeichnung für diesen Virenstamm kommt daher, dass er an der Hülle charakteristische Ausstülpungen besitzt, die die Viren kronenartig (lat. corona = Krone) erscheinen lassen. Die überwiegende Mehrzahl bleibt dabei jedoch auf das Tierreich beschränkt, wie beispielsweise FIP  – eine Mutation des Coronavirus, die Katzen befällt. Bisher gibt es nur sechs Arten des Coronavirus, die für den Menschen gefährlich sind. 

Dass sich das jedoch schnell ändern kann, zeigt der aktuelle Ausbruch: Das Erbgut des Virus ermöglicht es ihm, sich zu wandeln und auf neue Wirte anzupassen. Die erste Infektionen erfolgten nur durch einen direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Nach kurzer Zeit konnte das Virus aber schon von einem Menschen zum nächsten übertragen werden. 

Welche Länder sind vom Coronavirus betroffen?

Die Erkrankung hat sich von dem ursprünglichen Risikogebiet in China weltweit weiter verbreitet.

Einen aktuellen Überblick über die Entwicklungen, sowie Informationen zum Infektionsschutz und zum Verhalten im Erkrankungsfall und bei Verdachtsfällen bietet außerdem die Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Über die tägliche Entwicklung in Deutschland informiert Sie das Robert-Koch-Institut (RKI).

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Aktuell geht man davon aus, dass das Coronavirus durch Schmierinfektion und Tröpfcheninfektion übertragen wird. Allerdings sind diese Erkenntnisse nicht gesichert. Nach aktuellem Forschungsstand gehen Wissenschaftler, Ärzte und Ärztinnen aber davon aus, dass Niesen und Husten das Virus von einer Person auf eine andere übertragen kann. Ein direkter Kontakt zu einer infizierten Person ist also nötig, um sich anzustecken.

Das sind zunächst gute Nachrichten. Denn eine Übertragung durch die Atemluft ist aktuell (noch) nicht möglich. Für die Bevölkerung und vor allem das Personal in der Pflege bedeutet das, dass man mit bestimmten Hygienemaßnahmen (wir gehen weiter unten darauf ein) die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung minimieren kann.

Inkubationszeit von SARS-CoV-2: Wie lange sind Erkrankte ansteckend?

Auch die Frage nach der Inkubationszeit, also der Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, ist nicht abschließend geklärt. Experten gehen davon aus, dass die Inkubationszeit 14 Tage beträgt.

Achtung

Die Inkubationszeit verrät nur wenig darüber, wie ansteckend die Krankheit ist. Es scheint Fälle von Infizierten zu geben, die das Virus weitergegeben haben, ohne bereits selbst Symptome zu zeigen. Außerdem ist momentan noch nicht geklärt, wann Infizierte besonders ansteckend sind und wie lange Erkrankte Viren ausscheiden.

Woran erkenne ich, dass ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe?

Für Laien ist es zunächst einmal gar nicht so einfach zu beurteilen, ob sie sich mit dem SARS-CoV-2 angesteckt haben. Die Symptome gleichen in vielen Fällen nämlich denen einer „herkömmlichen“ Erkrankung der Atemwege. Gerade in der Grippesaison, in der wir uns gegenwärtig befinden, macht das eine Diagnose nicht unbedingt einfacher. Letzten Endes kann nur ein Labortest abschließende Gewissheit liefern.

Symptome im Überblick

Die Symptome des Coronavirus sind sehr unterschiedlich. Einige Patienten zeigen nur Beschwerden, wie sie für eine leichte Erkältung typisch sind. Andere dagegen entwickeln eine ernste Lungenentzündung. Bei Atemschwierigkeiten, Fieber und Husten und Kurzatmigkeit sind Personen gut beraten, bei ihrem Hausarzt anzurufen und die Symptome abklären zu lassen. 

Bei leichten Verläufen einer Infektion mit dem Coronavirus kann es durchaus schwierig sein, die Erkrankung von anderen Erkältungskrankheiten oder gar der Grippe, die zu dieser Jahreszeit ohnehin weit verbreitet sind, zu unterscheiden. 

Zu den eher unspezifischen Symptomen von SARS-CoV-2 gehören:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Fieber
  • Müdigkeit/ Mattheit
  • Durchfall

Schutz vor Ansteckung: Wie kann ich eine Infektion mit dem Coronavirus vermeiden?

Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, sollte man generelle Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehören häufiges Händewaschen, sowie darauf zu achten, in die Armbeuge zu niesen und zu husten und sich von anwesenden Personen wegzudrehen.

Im Einzelnen bedeutet das: 

  • Häufiges und richtiges Händewaschen: Mindestens 20 Sekunden mit ausreichend Seife. Danach die Hände gründlich abtrocknen, um verbliebene Keime mit dem Handtuch zu entfernen. Vor allem in der Pflege bietet sich hier der Gebrauch von Einmal-Handtüchern an. Handtücher, die mehrmals verwendet werden, könnten ein guter Nährboden für (Corona-) Viren und Bakterien sein. 
  • Wenig ins Gesicht fassen: Das Virus wird in erster Linie über die Schleimhäute übertragen. Daher sollten Sie diese möglichst nicht berühren. Daher bitte nicht mit ungewaschenen Händen die Augen reiben oder Mund und Nase berühren. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, sich die Hände zu waschen, nutzen Sie Desinfektionsmittel, bevor Sie ihr Gesicht berühren. So minimieren Sie die Gefahr einer Ansteckung. 
  • Finger wenig nutzen: Wo es möglich ist, sollten Sie auf den Ellbogen statt der Finger ausweichen. So lassen sich viele Türen beispielsweise statt mit der Hand mit dem Arm öffnen. Besonders Türklinken – und diese besonders in Pflegeheimen mit vielen Besuchern  – sind ein idealer Ort, um Viren zu verbreiten. Auch die Knöpfe in Fahrstühlen oder an anderen elektrischen Großgeräten sollten Sie so gut wie möglich meiden, um sich nicht zu infizieren. Die meisten großen Knöpfe lassen sich mit dem Ellbogen bedienen.
  • Häufig lüften: Frische Luft trägt außerdem dazu bei, dass das Infektionsrisiko geringer wird. Weisen Sie auch die Bewohner des Pflegeheims darauf hin, dass sie öfter als sonst das Zimmer lüften sollen.
  • Mindestabstand zu Personen: Ungefähr zwei Meter Abstand sollte man im Idealfall zu anderen Personen halten, um sich nicht anzustecken. In der Freizeit mag dieses Vorgehen praktikabel sein. Für die meisten Pflegekräfte dagegen kaum umsetzbar. Und auch für Heimbewohner ist der Mindestabstand nur schwierig einzuhalten, da gerade in der Pflege Körperkontakt Voraussetzung ist. Umso wichtiger, dass auf die eben angesprochenen Hygienemaßnahmen in besonderem Maße geachtet wird. 

Neben den Maßnahmen zum Eigenschutz, gibt es aber auch einige Tipps, die man beachten sollte, um andere Menschen zu schützen. Dazu gehören:

  • Nieshygiene: Wenn Sie niesen müssen, dann bitte nicht in die Hände. Nutzen Sie stattdessen die Armbeuge, um die Tröpfen abzufangen.
  • Auf Händeschütteln verzichten: Von Ärzten in Praxen und Kliniken kennen wir diese Maßnahme häufig während der Erkältungssaison. Aktuell sollten auch die Beschäftigten in der Pflege dazu übergehen. Verzichten Sie  – wo es geht  – darauf, Hände zu schütteln. Denken Sie daran: Das Coronavirus ist durch eine Schmierinfektion übertragbar. 

Behandlungsmöglichkeiten: Was tun gegen das Coronavirus?

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um ein Virus. Damit sind Antibiotika leider vollkommen wirkungslos, wenn sich Patienten mit dem Coronavirus infiziert haben. Um eine zusätzliche bakterielle Infektion (Begleitinfektion) zu behandeln, was immer wieder vorkommt, besonders wenn ältere Menschen unter einer viralen Infektion leiden, können Antibiotika eingesetzt werden.

Die Impfungen gegen SARS-CoV-2 laufen deutschlandweit aktuell (Stand: Februar 2021) nur schleppend an. Als erste Impfgruppe sind jedoch unter anderem Pflegeheimbewohner und Pflegekräfte vorgesehen. Immer wieder wurde zunächst empfohlen, noch schnell die Impfung gegen Grippe nachzuholen, um Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen nicht noch zusätzlich zu belasten. Allerdings darf man dabei nicht vergessen, dass auch die Grippeimpfung keinen kompletten Schutz gegen die Influenza bietet. Die beste Prävention ist daher auch in diesem Fall, Abstand zu anderen Personen, häufiges Händewaschen und beim Niesen und Husten auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen. 

Die Behandlung einer Infektion mit dem Coronavirus kann nur symptomatisch erfolgen und richtet sich nach der Schwere der Erkrankung.

  • Sauerstoff
  • Antibiotika (bei Begleitinfektion)
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes

sind Maßnahmen, die durchgeführt werden können, um den Verlauf zu lindern. 

Coronavirus in der Pflege: Sind Senioren besonders gefährdet?

Es scheint Hinweise darauf zu geben, dass Kinder und Schwangere (anders als bei der saisonalen Grippe) nicht besonders gefährdet sind. Dagegen ist ein anderer Personenkreis auffällig häufig von schweren Verläufen nach einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen: Menschen mit Vorerkrankungen und ältere Menschen im Allgemeinen. Das ist vor allem für die Beschäftigten in der Pflege eine besondere Herausforderung. 

Denn zusätzlich den den Aufgaben, die sie ohnehin täglich zu bewältigen haben, kommt nun noch die Gefahr durch das SARS-CoV-2 hinzu. 

Sind Senioren mit speziellen Vorerkrankungen besonders gefährdet?

Ältere Menschen, die noch dazu unter Vorerkrankungen (speziell der Atemwege) leiden, sollten sich so gut wie möglich vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen versuchen. 

Senioren, die unter

leiden, haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Gerade bei diesem Personenkreis kommen Todesfälle überproportional häufig vor. Menschen, die älter als 80 Jahre sind, haben nach neuesten Erkenntnissen der chinesischen Gesundheitsbehörden dabei das höchste Risiko, n einer Infektion mit SARS-CoV-2 zu sterben. 

Neben dem Alter scheint aber auch das Geschlecht einen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit und die Wahrscheinlichkeit für Todesfälle zu haben: Bei Männern liegt die Sterblichkeit nach der Infektion etwas höher als bei Frauen. 

Hygienemaßnahmen in der Pflege: Was ist zu beachten?

In der Pflege sollten besondere Maßnahmen im Hinblick auf eine Infektion mit dem Coronavirus getroffen werden, um die pflegebedürftigen Personen vor einer Ansteckung zu schützen. Zu dieser Einschätzung kommen viele Experten.

Die bereits vorgestellten Hygienemaßnahmen sollten äußerst gründlich beachtet werden. Weitere Maßnahmen können in Absprache mit dem Gesundheitsamt getroffen werden. Daneben kann gerade das Personal in Pflegeeinrichtungen mit einem speziellen Mundschutz ausgestattet werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass der Mundschutz auch hält, was er verspricht. 

Denn ein Mundschutz aus Papier ist vollkommen ungeeignet, da er nahezu alle Viren und Bakterien ungefiltert durch lässt. Ein Mund-Nasen-Schutz dagegen ist schon etwas besser, da er Speicheltröpfchen auffängt. Eine direkte Übertragung auf die Schleimhaut des Mundes und der Nase kann damit verhindert werden. Die Schleimhäute der Augen sind dadurch aber nicht geschützt. Außerdem wirkt der Mund-Nasen-Schutz nur ungefähr 20 Minuten. Nach dieser Zeit lässt die Schutzwirkung nach, da er durch die ausgeatmete Atemluft förmlich aufgeweicht und damit durchlässig wird.

Eine FFP3-Maske dagegen ist eine gute Option, um sich vor den Tröpchen, die die Viren übertragen, zu schützen. Besonders für das Personal in der Pflege sind diese Atemmasken eine Überlegung wert. Denn gerade Pflegepersonal, ähnlich wie Ärzte und Ärztinnen, zählt zu den Multiplikatoren von Krankheiten. Da diese Personengruppen mit vielen Menschen Kontakt hat, kann sie die Infektion an einen großen Personenkreis weitergeben.

Daher gilt vor allem für Personal in der Pflege: Bei einem Verdacht auf eine Infektion sofort Rücksprache mit offiziellen Stellen halten. Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert auf seiner Internetseite über die aktuelle Lage, aber auch das Ministerium für Gesundheit unter der Leitung des Gesundheitsministers Spahn, hält wichtige Informationen für die Bevölkerung bereit. 

Ausbruch des Coronavirus: An wen muss sich die Pflegeleitung wenden und wie soll sich verhalten werden?

Zu allererst gilt es, Ruhe zu bewahren. Im nächsten Schritt informieren Sie einen Arzt, der den Patienten untersuchen soll. Erkrankte Personen mit dem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus dürfen auf keinen Fall in eine Arztpraxis gebracht werden. Damit laufen sie Gefahr, weitere Personen zu infizieren.

Entsprechend der Coronavirus-Meldepflichtverordnung müssen Sie das Gesundheitsamt informieren. Halten Sie dazu den Namen und die Anschrift der erkrankten Person bereit. Sofern die Person in ihrem Zuhause betreut wird, wird diese vom Gesundheitsamt kontaktiert. Der Regelfall sieht vor, dass möglichst alle Personen, die mit dem Patienten Kontakt hatten, kontaktiert werden. So kann man idealerweise die Infektionskette unterbrechen.

Ebenfalls zum Standardvorgehen bei Infektionskrankheiten gehört, dass der Patient isoliert wird, um andere Personen vor einer Ansteckung zu schützen. Besonders im Pflegeheim stellt die Quarantäne eine Herausforderung dar. Denn nicht nur das Personal muss besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, auch der Schutz der übrigen Personen muss gewährleistet sein.

Das Gesundheitsamt ist dafür verantwortlich, die zuständigen Landesbehörden sowie das Robert-Koch-Institut (RKI) über die Infektion mit SARS-CoV-2 zu informieren. 

Aber schon lange vor einer Infektion muss die Leitung tätig werden. Laut Infektionsschutzgesetz muss in jeder Einrichtung ein bestimmtes, konkret festgelegtes Verfahren zur Infektionshygiene existieren. Dazu muss in sogenannten Hygieneplänen schriftlich festgehalten sein, wie sich das Pflegepersonal in einem Infektionsfall zu verhalten hat. 

Wie können Patienten unter Quarantäne gestellt werden?

Auch für den Fall einer Quarantäne finden PDL hilfreiche Informationen auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts. Denn der aktuelle Ausbruch ist leider nicht der erste dieser Art, was einerseits erfreulich ist. So kann man auf Erfahrungswerte vorangegangener Infektionswellen zurückgreifen. 

So ist es nicht zwingend erforderlich, dass ein mit SARS-CoV-2 infizierter Patient im Einzelbettzimmer gepflegt wird. Sollten schon weitere Erkrankungsfälle in der Einrichtung bestätigt sein, können die Patienten gemeinsam in einem Zimmer (sog. Kohortenisolation) behandelt werden.

Die Schutzbekleidung, die die Pflegeperson trägt, während sie den Patienten behandelt, darf nur für diesen einen Patienten benutzt werden. Für die Behandlung des nächsten Patienten muss neue Schutzkleidung angelegt werden. Das gilt auch für den Fall, dass zwei infizierte Personen in einem Zimmer behandelt werden. 

Pflege- und Versorgungsartikel dürfen niemals für den gesamten Tag in dem Zimmer bevorratet werden. Das Pflegepersonal ist vielmehr gehalten, bei jedem Eintritt in das Krankenzimmer frische Artikel mitzubringen.

Das Zimmer, sowie die sanitäre Einrichtungen, die der oder die Patienten nutzen, müssen täglich gründlich gereinigt und sorgfältig desinfiziert werden. 

Coronavirus im Pflegeheim: Wie sollen sich pflegende Mitarbeiter verhalten?

Das Thema Eigenschutz und damit die Gesundheit des Pflegepersonals steht vor allem bei einer Infektion mit dem Coronavirus im Mittelpunkt. Denn auch das gehört zu den Aufgaben einer PDL und ist sogar im Heimgesetz definiert. Dabei stellt sich die Frage, welche Maßnahmen es in Bezug auf die Kleidung, die Wäsche der Patienten und beispielsweise medizinische Instrumente zu beachten gibt.

In erster Linie gilt, dass das Pflegepersonal grundsätzlich auf die persönliche Schutzausrüstung achten muss. Das bedeutet, dass zwingend Einmalhandschuhe, ein Schutzkittel sowie ein geeigneter Mund-Nase-Schutz getragen werden muss, bevor das Pflegepersonal das Zimmer des Patienten betritt. Da das Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen werden kann, empfiehlt sich außerdem ein Schutz der Augen, denn auch die Schleimhaut im Auge kann von dem Virus befallen werden. Eine Schutzbrille gehört daher ebenfalls zu der persönlichen Schutzausrüstung in der Pflege dazu. 

Der Umgang mit Pflegeartikeln und Medizinprodukten

Die Aufbereitung von Medizinprodukten muss ohnehin steril – oder zumindest keimarm  – erfolgen. In der Regel muss sich das Personal dazu an die Vorschriften des Herstellers halten. Auch hier empfiehlt sich eine detaillierte Vorschrift, wie das Personal in dem konkreten Fall zu verfahren hat. 

Auch Pflegegeschirr wie Urinflaschen oder Steckbecken sollten streng nach den Angaben des Herstellers gereinigt werden. In Heimen, in denen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen ist, bietet sich zum Schutz des Pflegepersonals eine Reinigung mit speziellen Reinigungs-Desinfektionsgeräten an.

Pflegeartikel (wie beispielsweise Sets zur Maniküre) sollten grundsätzlich nur von einem Patienten verwendet werden. Zwar können diese Artikel desinfiziert werden, eine Nutzung nur von einem Patienten ist aber eher zu empfehlen.

Matratzen, Kleidung und Bettwäsche

Nach aktuellem Kenntnisstand ist es unklar, ob das Virus über Kleidung und Bettwäsche übertragen werden kann. Trotzdem gilt hier – und das ganz besonders in Pflegeheimen – dass Vorsicht besser als Nachsicht ist. Besonders bei Bettwäsche, die nicht nur jeweils für einen Bewohner verwendet wird, sollten spezielle Maßnahmen zur Desinfektion getroffen werden. Dazu gehört das Waschen bei hohen Temperaturen sowie die Verwendung eines desinfizierenden Waschmittels.

Das gilt ganz besonders auch für die Kleidung der infizierten Person. Hier sollte außerdem darauf geachtet werden, dass keine Kleidung anderer Bewohner zusammen mit der potenziell infizierten Kleidung in einer Waschmaschine gewaschen wird. Nach dem Waschgang kann die Maschine ein Mal bei hoher Temperatur (95 Grad) leer laufen und damit von dem Virus befreit werden. Damit die Kleidung des Patienten nicht mit der anderen Bewohner in Kontakt kommt, sollte diese direkt am Krankenbett in spezielle Wäschesäcke gegeben werden.

Matratzen sind deutlich schwieriger zu desinfizieren. Hier können Heime allerdings schon vorab tätig werden, indem sie Bezüge verwenden, die desinfektionsmittelbeständig sind. 

Fazit: Coronavirus im Pflegealltag

Das Coronavirus ist zwar eine Gefahr für die Gesundheit, trotzdem aber kein Grund zur Panik. Bürger, die sich an die – unter anderem vom Robert-Koch-Institut – proklamierten Hygienemaßnahmen halten, sind gut vorbereitet. In der Pflege muss dagegen etwas mehr getan werden. Die PDL sollte vorab darauf achten, dass es im Haus oder für den Umgang mit erkrankten Personen einen verlässlichen Epidemie-Plan gibt. Das Personal muss noch einmal besonders auf die gründliche Einhaltung der Hygienevorschriften hingewiesen werden.