Arthritis

Wie behandeln in der Seniorenpflege?
Arthritis
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Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Arthritis?

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine Entzündung der Gelenke. Das Problem bei dieser Erkrankung ist jedoch, dass die Entzündung nicht mehr abklingt, wodurch die Gelenkknorpel langsam zerstört werden.

Wissenswert:

Eine Arthritis ist nicht auf spezielle Bereiche begrenzt, sie kann alle Gelenke des menschlichen Körpers befallen.

Was passiert bei Arthritis?

Im ersten Stadium einer Arthritis kommt es nur zu einer Gelenkschwellung. Dabei tritt eine Erweiterung der Blutgefäße in der Membrana Synovialis (Gelenkinnenhaut) auf, wodurch sich diese mit mehr Blut füllen kann als normal. Das führt dazu, dass der Druck in den Blutgefäßen derartig zunimmt, dass die Membrana Synovialis anschwillt und durchlässig wird. Gewebeflüssigkeit tritt in den Zwischenräumen der Schleimhautschicht aus und gelangt in die Gelenkkapsel.

Wissenswert:

Bei einer Gelenkkapsel handelt es sich um eine bindegewebsartige und zähe Hülle, die jedes Gelenk schützt.

Was ist ein Gelenkerguss?

Ein Gelenkerguss (starke Gelenkschwellung) spricht für eine voranschreitende Arthritis. Die Ursache hierfür ist, dass vermehrt Entzündungsmediatoren aus dem Blut in den entzündeten Bereich gelangt sind. Aufgrund der weißen Blutkörperchen und der Gerinnungsstoffe entsteht eine feine Schorfschicht, was zu Wucherungen auf der Schleimhaut führen kann. Diese Schleimhautwucherungen nehmen immer weiter zu, bis sie den Knorpel überwachsen haben.

Achtung, durch die wuchernde Schleimhaut wird auch der Knochen angegriffen. Zwar sterben die wuchernden Zellen sehr schnell wieder ab, aber nicht komplett. Die übrig gebliebenen Zellen werden zu unelastischen Faserzellen. Diese bleiben meist am zerstörten Knorpel zurück. Es entsteht mit der Zeit ein sogenannter Pannus (Faserschicht), die sich über den gesamten Knorpel verteilt. Die Funktion des Gelenks wird dadurch maßgeblich beeinträchtigt.

Wissenswert:

Je weiter die Gelenkentzündung voranschreitet, desto größer der Gelenkknorpelbereich, der vom Pannus überdeckt wird. Das führt zu einer Mangelernährung der Synovia, wodurch der Knorpel im wahrsten Sinne des Wortes verhungert.

Der Entzündungsprozess sorgt ebenfalls dafür, dass vermehrt weiße Blutkörperchen in dem betroffenen Bereich vorhanden sind. Die Makrophagen bzw. Fresszellen versuchen zwar, das abgestorbene Gewebe abzubauen, doch beim Abbauprozess entstehen sogenannte Zytokine. Diese schädigen das Knorpelzellenbindegewebe noch mehr. Zudem schüttet der Körper durch die Zytokine vermehrt Osteoklasten aus. Diese greifen die Knochensubstanz, die Schleimbeutel, Bänder und Sehen an. Lange Rede, kurzer Sinn, langfristig wird das Gelenk komplett zerstört.

Wissenswert:

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine sogenannte selbst erhaltende Erkrankung. Abhängig von welcher Arthritis-Form der Patient betroffen ist und/oder dem Verlauf der Krankheit kann das dazu führen, dass die knöcherne Gelenkoberfläche irgendwann komplett frei liegt. Das führt wiederum dazu, dass Knochen auf Knochen reibt wodurch weitere Schmerzen entstehen.

Was löst eine Arthritis aus?

Warum es zum Auftreten einer Arthritis kommt, ist bis jetzt noch nicht zu 100% geklärt. Viele Wissenschaftler gehen aufgrund der ungenauen Informationen des Ursprungs aber davon aus, dass diese Gelenkentzündung in die Kategorie „Autoimmunerkrankung“ eingeordnet werden muss. Das bedeutet, dass die Gelenkerkrankung aufgrund einer Fehlfunktion des Immunsystems entsteht. Weitere Faktoren, die das Entstehen einer Arthritis begünstigen können, sind:

  • Genetische Faktoren/Vererbung werden als einer der Hauptursachen für das Entstehen dieser entzündlichen Gelenkerkrankung gesehen
  • Umwelteinflüsse können ebenfalls der Grund für das Entstehen vonrheumatoide Arthritis und andere Formen der Gelenkentzündung sein.
  • Rauchen kann ebenfalls das Entstehen von Polyarthritis, Gicht und Rheuma begünstigen
  • Übergewicht ist eine weitere Ursache, die entzündliche Prozesse in Gelenken hervorrufen kann.
  • Schadstoffe können ebenfalls Erkrankungen an den Gelenken hervorrufen.

Welche Arthritis-Formen gibt es?

  • Rheumatoide Arthritis - Stichwort: Rheuma
  • Bakterielle Arthritis
  • Postinfektiöse Arthritis
  • Arthritis aufgrund von Stoffwechselstörungen (z. B. Gicht)

Bakterielle Arthritis

Eine bakterielle Arthritis entsteht, wenn Keime über den Blutweg (Hämatogen) oder über eine Verletzung ins gelenk gelangen. Das Risiko von einer derartigen Arthritis-Form betroffen zu sein, besteht zum Beispiel bei einer Operation oder gar einer Injektion.

Wissenswert:

Bei gut der Hälfte aller Betroffenen wurde die bakterielle Arthritis durch den Staphylococcus Aurus ausgelöst. Gut ein Viertel dieser Patienten ist zusätzlich noch von einer Streptokokken-Infektion betroffen. Auch Viren können der Grund für das Entstehen einer Arthritis sein, wie z. B. Hepatitis B-, Rötel- oder Mumpsviren.

Postinfektiöse/infektiöse Arthritis

Eine postinfektiöse Arthritis kann nach einer Atemwegs- oder Harnwegsinfektion auftreten. Ist der Patient von einer Stoffwechselkrankheit betroffen, kann das ebenfalls das Entstehen einer Arthritis begünstigen. Alle zwei genannten Formen der Arthritis werden mit dem Begriff Osteoarthritis zusammengefasst.

Infektiöse Arthritis: Die Behandlung

Ist der Patient von einer infektiösen Arthritis betroffen, wird zeitnah eine chirurgische Intervention, wie z. B. eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung), erfolgen. Das Ziel dabei ist, eine Reduzierung der Zytokine, um zu verhindern, dass das betroffene Gelenk komplett zerstört wird. Hierbei wird das Gelenk gespült und eine Drainage eingesetzt. Zeigt sich keine Besserung, kann es notwendig werden, dass die erkrankte Gelenkhaut manuell entfernt werden muss (Synovektomie). Gleichzeitig wird der Patient mit Antibiotika behandelt. Bis die genauen Erreger nachgewiesen wurden, wird dem Patienten in der Regel ein breitwirksames Antibiotikum verschrieben.

Wissenswert:

Die Antibiotika-Therapie erfolgt meist für die Dauer von zwei bis sechs Wochen. Das Antibiotikum wird dabei intravenös verabreicht.

Arthritis vs. Arthrose: Was sind die Unterschiede?

Eine Arthritis und eine Arthrose werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber noch lange nicht dasselbe. Bei beiden handelt es sich zwar um Gelenkerkrankungen, doch eine Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, während eine Arthritis eine entzündliche Form der Gelenkerkrankungen ist. Zudem zeigen beide Erkrankungen unterschiedliche Symptome.

Achtung, bei einer Arthrose handelt es sich um ein nicht entzündliches und kaltes Geschehen. Es sind keine Symptome einer Entzündung wahrzunehmen. Bei einer Arthritis ist das nicht der Fall. Hier kommt es zu einer Rötung, Schwellung und einer Überwärmung des Gelenks. Zudem kann ein Gelenkerguss auftreten.

  • Je nachdem wie viele Gelenk von einer Arthritis betroffen sind, spricht man entweder von einer Monoarthritis, Oligoarthritis (ein paar betroffene Gelenke) oder einer Polyarthritis (viele gelenke sind von einer Arthritis betroffen).
  • Auch bei einer Arthrose kann es zu entzündlichen Prozessen kommen. Ist das der Fall, handelt es sich um eine entzündlich aktivierte Arthrose.

Arthritis vs. Arthrose: Darauf muss die Pflegekraft achten!

Einer Pflegekraft müssen die Symptome beider Gelenkerkrankungen genau bekannt sein, da beide andere Ursachen und einen anderen Verlauf haben. Zudem unterscheiden sich die Therapiemöglichkeiten beider Krankheiten.

Was sind Symptome von Arthtitis?

  • In den betroffenen Gelenken kommt es zu sehr starken und stechenden Schmerzen.
  • Des Weiteren treten in den betroffenen Bereichen Schwellungen, eine Überwärmung und/ oder Rötungen auf.
  • Arthritis-Patienten haben morgens nach dem Aufstehen mit einer gewissen Morgensteifigkeit zu kämpfen.
  • Betroffene zeigen Schlafstörungen und sind dadurch ständig müde.
  • Bei Arthritis-Patienten sind eine gewisse Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit deutlich wahrzunehmen.
  • Die betroffenen Patienten zeigen manchmal Appetitlosigkeit. Das Ergebnis ist ein deutlicher Gewichtsverlust.
  • Weitere Symptome einer Arthritis sind Fieber, ein Gelenkerguss und/oder Nachtschweiß.

Wie ist der Verlauf der Gelenkerkrankung?

In der Anfangsphase einer Arthritis hat der Patient meist nur mit Schmerzen in den kleinen Gelenken (Zehen und Finger) zu kämpfen. Diese Gelenke schwellen an und sind meistens morgens nach dem Aufstehen äußerst unbeweglich – Stichwort: Morgensteifigkeit. Nur in den seltensten Fällen sind von Beginn an große Gelenke, wie z. B. die Schultergelenke betroffen.

Wissenswert:

  • Bei einer Arthritis sind meist mehrere einzelne kleine Gelenke betroffen. Schreitet die Erkrankung weiter voran, können sich noch Schleimbeutel und Sehnenscheiden entzünden.
  • Einige Betroffene können an Unterarmen und an den Fingern sogenannte Rheumaknoten entwickeln.
  • Wird eine Arthritis nicht rechtzeitig oder nur unzureichend behandelt, können auch die oberen Halswirbel befallen werden.
  • Aufgrund der Vielzahl an Arthritis-Symptomen wird klar, dass der ganze Körper von dieser betroffenen Krankheit betroffen sein kann. Schlimmstenfalls werden sogar Organe, wie z. B. Lunge, Nerven, Herz, Augen usw., befallen.
  • Eine Arthritis verläuft in der Regel genau wie eine Multiple Sklerose immer schubartig.

Achtung

Wird eine Arthritis nicht behandelt, kann das zu schweren Gelenkschäden, Gelenkergüssen und schlimmen Schmerzen führen. Schlimmstenfalls können sogar Gelenkverformungen auftreten.

Diagnostik

Bei der ersten Untersuchung wird der Arzt eventuell betroffene Gelenke abtasten, ob schon ein Gelenkerguss zu spüren ist. Neben der Tast- und Blickdiagnose wird der Arzt auch auf bildgebende Verfahren zurückgreifen, wie z. B. Ultraschall (Sonografie) oder Röntgenaufnahmen. Die Röntgenaufnahmen sind wichtig, um zu sehen, ob sich die Knochen in der Nähe des Gelenks verändert haben (arthritische Randsaumbildung). Ein weiteres Verfahren, das für die Arthritis Diagnostik verwendet wird, ist die Blutuntersuchung. Eine Arthritis lässt sich gut an den erhöhten Entzündungswerten feststellen.

Wissenswert:

Besteht der Verdacht, dass der Patient tatsächlich von einer Arthritis betroffen ist, wird eine Gelenkpunktion zur Analyse der Synovia (Gelenkflüssigkeit) erfolgen.

Achtung

Um dauerhafte Schäden und eventuelle Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Behandlung des Patienten spätestens innerhalb von drei Monaten nach dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome erfolgt.

Was ist das Ziel einer Arthritis-Behandlung?

  • Das Stoppen der Entzündung: Ist die Ursache der Arthritis-Erkrankung eine Infektion, werden dem Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit Antibiotika verabreicht.
  • Beim betroffenen Gelenk erfolgt eine mechanische Reinigung. Das Ziel ist dabei, die Entzündungsfaktoren zu entfernen.
  • Eine Arthritis-Behandlung soll für eine Druckentlastung sorgen.
  • Die Behandlung soll eine funktionelle Heilung der betroffenen Gelenke sicherstellen.
  • Die wuchernde Schleimhaut soll von der Gelenkfläche entfernt werden.

Arthritis-Patient: Was ist die richtige Ernährung?

Patienten, die von einer Arthritis betroffen sind, sollten folgende Lebensmittel und Genussmittel meiden:

  • Nikotin
  • Alkohol
  • Käse und Wurst, da beides sehr fettreich ist
  • Lebensmittel tierischen Ursprungs, die einen hohen Arachidonsäure-Gehalt aufweisen.

Lebensmittel, die für Arthritis-Patienten von Vorteil sind:

  • Vollkornprodukte
  • Pflanzenöle
  • Milchprodukte (kalziumreiche Lebensmittel)
  • Fisch und andere Lebensmittel, die reich an Omegal-3-Fettsäuren sind.
  • Knoblauch
  • Gemüse
  • Obst

Warum ist eine gesunde Ernährung für Arthritis-Patienten so wichtig?

Es ist von maßgeblicher Relevanz, dass bei Arthritis-Patienten auf eine gute Ernährung beachtet wird, da man mit der Ernährung den Entzündungsprozessen der Gelenkerkrankung aktiv entgegenwirken kann. So ist in erster Linie eine Gewichtsreduzierung für betroffene Patienten wichtig, um die Gelenke zu entlasten. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass Lebensmittel vermieden werden, die sich auf den Gesundheitszustand des Patienten negativ auswirken können.

Warum sollten bestimmte Lebensmittel bei einer Arthritis-Erkrankung vermieden werden?

Durch die Aufnahme bestimmter Lebensmittel entstehen bestimmte Botenstoffe im Organismus, die Entzündungen begünstigen können. Darum sollten vor allem Lebensmittel mit einem hohen Arachidonsäure-Gehalt gemieden werden.

Tipp

Arthritis-Patienten sollten maximal zweimal die Woche Fleisch essen. Dabei ist vor allem das Fleisch von Geflügel zu bevorzugen, da es weniger Arachidonsäure enthält.

Wissenswert:

  • Eine Omega-3-reiche Ernährung ist für Arthritis-patienten ebenfalls von Vorteil, da durch die Omega-3-Fettsäuren die Entzündungsprozesse gehemmt und die Schädigung der Gelenke verlangsamt wird.
  • Für von dieser Gelenkerkrankung betroffene Menschen ist eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium relevant, um die Gelenke und Knochen zu stärken.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Arthtitis?

Bezüglich der Behandlungsmöglichkeiten einer Arthritis hat sich die letzten Jahre einiges getan.

Wissenswert:

Unabhängig um welche Arthritis-Form es sich handelt, das Hauptziel einer Behandlung ist immer die Krankheit zu stoppen bzw. die Symptome auf ein Minimum zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen wird jeder Therapieplan individuell auf den Patienten abgestimmt. Der Hausarzt überwacht dabei konstant die Behandlung.

I. Die medikamentöse Therapie

Für die medikamentöse Behandlung von Arthritis-Patienten stehen verschiedene Mittel unterschiedlicher Wirkungsweise zur Verfügung.

Glukokortikoide (Kortison)

Eine Kortisontherapie wird in der Regle gleich zu Beginn einer Arthritis-Erkrankung verschrieben, da Glukokortikoide aktiv Entzündungen bekämpfen, wodurch auch die Schwellungen und Schmerzen in den Gelenken zurückgehen.

Kortison und die Nebenwirkungen: Das ist wichtig!

  • Kortison hat starke Nebenwirkungen, warum die Einnahme immer von einem Arzt überwacht werden muss.
  • Kortison bzw. Glukokortikoide sollten maximal ohne Pause für die Dauer von sechs Monaten eingenommen werden.
  • Patienten, die bereits jahrelang mit Kortison therapiert wurden, sollten nur nach Anweisung des Arztes das Medikament ausschleichen.

Basismedikation

Für Arthritis-Patienten ist die richtige Einstellung der Basismedikamente (z. B. Sulfisalazin. Leflunomid, Methotreat, Hydroxycholorquin usw.) unerlässlich. Derartige Präparate wirken aktiv aufs Immunsystem ein und können dadurch die Zerstörung der Gelenke verlangsamen, wenn nicht sogar komplett aufhalten.

Wissenswert:

Die klassischen Basismedikamente müssen für einige Wochen eingenommen werden, bevor die erste Wirkung eintritt. Darum wird als Erste-Hilfe-Maßnahme, um eine schnelle Besserung zu erreichen, gleichzeitig Kortison verschrieben. In der Regel kann das Kortison nach paar Wochen wieder abgesetzt werden. Spätestens dann, wenn die verschriebenen Basismedikamente ihre Wirkung zeigen.

Biologika: Die neuen Arthritis-Basismedikamente

Biologika sind nichts anderes als auf biotechnischem Weg hergestellte Eiweißsubstanzen, die aktiv die durch die Arthritis hervorgerufenen Entzündungen unterdrücken.

Wissenswert:

Man kann sagen auf Dauer werden die Biologika die Behandlung von Arthritis-Patienten revolutionieren, da diese wesentlich schneller wirken als die klassischen Arthritis-Basismedikamente. Im besten Fall kann mit Biologika das Voranschreiten einer Arthritis sogar ganz verhindert werden.

Achtung

Da es sich bei Biologika um Eiweiße handelt, dürfen sie nicht oral eingenommen werden, da sie sonst verdaut werden würden. Biologika werden darum immer gespritzt.

Methorexat und Biologika

Um die Wirkung von Biologika zu verstärken, werden diese oft mit Basismedikamenten, wie z. B. Methotrexat kombiniert.

II. Die nicht medikamentöse Behandlung

Neben der Gabe von Medikamenten gibt es noch eine Reihe nicht medikamentöser Arthritis-Behandlungsmöglichkeiten. Die Physiotherapie/Krankengymnastik ist ein effektives Werkzeug, um die Muskeln zu stärken. Stärke Muskeln stellen sicher, dass die Gelenke des Patienten weiterhin beweglich bleiben. Neben der Physiotherapie ist auch die Ergotherapie in der Arthritis-Behandlung unverzichtbar. Hier wird dem Patienten gezeigt, wie er seine Gelenke trainieren und/oder entlasten kann bzw. welche Hilfsmittel (z. B. Einlagen, Schienen, Gehstützen usw.) ihm den Alltag erleichtern können.

Ein weiterer Bereich der nicht medikamentösen Behandlung von Arthritis ist die psychologische Betreuung von Betroffenen. Sie soll den Patienten dabei helfen mit den Ängsten, Depressionen und Schmerzen, die durch die Krankheit direkt oder indirekt hervorgerufen werden, besser zurechtzukommen.

III. Die operative Behandlung

Ist die Arthritis weiter vorangeschritten und erfüllt der Patient bestimmte Voraussetzungen kann auch eine operative Behandlung der Gelenkerkrankung sinnvoll sein. Hierfür stehen dem Arzt abhängig vom aktuellen Zustand des Patienten verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Unebenheiten im Gelenk werden mithilfe einer OP geglättet.
  • Die beschädigten Gelenke werden durch eine Prothese ersetzt.

Mit Arthritis ins Seniorenpflegeheim oder weiterhin zuhause leben?

Auch bei einem besonders schweren Fall, muss eine Rheuma- oder Arthritis Erkrankung noch lange keinen Umzug in ein Seniorenpflegeheim notwendig machen. Vor allem, da pflegende Angehörige Unterstützung von ambulanten Pflegediensten oder kurzzeitige Entlastung in Form einer Entlastungs- bzw. Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen können. Die Kosten werden hier, manchmal pflegestufenabhängig, entweder komplett oder nur teilweise von der Krankenkasse getragen.

Warum ist es sinnvoll, dass pflegebedürftige Senioren so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben sollen?

  • Senioren bauen nicht so schnell ab.
  • Der Pflegebedürftige hat mehr Freude am Leben, da sein soziales Umfeld erhalten bleibt.
  • Der Betroffene ist agiler, da er noch „Pflichten“ zu erledigen hat.

Die Pflege von Arthritis-Patienten

Hilfsmittel und Vorgehensweisen, die bei der Pflege von Arthritis-Patienten hilfreich sind:

  • Das Entfernen loser Teppiche und anderer Stolperfallen
  • Die Anschaffung eines Rollators
  • Das Anbringen von Haltegriffen im Bad
  • Der Kauf eines Duschstuhls (Tipp: Unbedingt die Tragfähigkeit des Stuhls beachten!)
  • Neben dem ambulanten Pflegedienst kann die Krankenkasse auch die Kosten für eine Haushaltshilfe übernehmen. Haben pflegende Angehörige Fragen zu diesem Thema, sollte die Pflegekraft diese immer an die zuständige Krankenkasse verweisen.
  • Die Pflegekraft und auch die pflegenden Angehörigen sollten den Senioren konstant dazu anleiten, soviel wie möglich selbstständig zu erledigen.
  • Nimmt die Pflegekraft eventuelle Veränderungen am pflegebedürftigen Patienten wahr, die auf eine Verschlechterung der Arthritis schließen lassen, sind dessen pflegenden Angehörigen und/oder ein Arzt zeitnah zu informieren. Diese Veränderungen müssen entsprechend dokumentiert werden!
  • Auch wenn der Pflegebedürftige unter starken Schmerzen leidet, die Pflegekraft darf ihm aus versicherungstechnischen Gründen nur die Medikamente geben, die der Arzt verordnet hat.

Achtung

Nimmt der Pflegeaufwand rasant zu (mehr Stunden), sollte eine Neubeurteilung des Pflegegrades erfolgen.