Pflegestandard: Sterbebegleitung

Schwarz-weiß Bild eines Portäts. Zu sehen ist eine ältere Dame in Nahaufnahme mit traurigen hellen Augen.
Sterbebegleitung ist ein emotionaler Prozess, in dem Patient und Pflegeperson offen miteinander sein sollten. © MJ
Inhaltsverzeichnis

Menschen w√§hrend des Sterbens zu begleiten, ist eine sehr wichtige, aber auch schwierige Aufgabe. Sterbebegleiter sind f√ľr schwerkranke Menschen in ihren letzten Lebensmonaten da und bereiten ihnen einen w√ľrdevollen und schmerzfreien Tod.

Definition: Was ist Sterbebegleitung?

Bei der Sterbebegleitung werden todkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase vor dem Tod von einem Sterbegleiter unterst√ľtzt, betreut und versorgt.

Menschen, die sich in diesem sogenannten Terminalstadium befinden, sind in den meisten F√§llen auf Hilfe von au√üen angewiesen. Der K√∂rper wird immer schw√§cher und die Kraft l√§sst zunehmend nach. Um dennoch w√ľrdevoll weiterleben zu k√∂nnen, unterst√ľtzt ein Sterbebegleiter sie bis zum Tod.

Sterbeprozess: Was sind die Phasen des Sterbens?

Über das Sterben wird in unserer Gesellschaft wenig bis gar nicht gesprochen. Viele Menschen wissen folglich gar nicht, wie das Sterben genau abläuft. Es wird von der Medizin in verschiedene Phasen unterteilt:

  • Nicht wahrhaben wollen: Bekommt ein Mensch die Diagnose, dass er todkrank ist, m√∂chte er dies meist nicht wahrhaben. Er wirft den √Ąrzten vor, einen Fehler gemacht zu haben und geht davon aus, bald wieder gesund zu sein.
  • Auflehnung: Die Diagnose wird nicht akzeptiert. Die Krankheit wird mit allen Mitteln bek√§mpft, die √Ąrzte m√ľssen doch eine L√∂sung haben.
  • Appell an das Schicksal: Der Erkrankte hadert mit seinem Schicksal und st√∂√üt Gebete in den Himmel, dass er doch geheilt werden soll. Langsam setzt das Bewusstsein daf√ľr ein, dass keine Hoffnung mehr besteht.
  • Mutlosigkeit: Hat der Erkrankte sein Schicksal akzeptiert, verf√§llt er h√§ufig in eine Depression und verliert jeglichen Lebenswillen. Die Psyche ist schwer angeschlagen und die Angst vor dem Tod ist allgegenw√§rtig.
  • Akzeptanz des Todes: Viele todkranke Menschen finden sich damit ab, dass sie bald sterben werden und bejahen den Tod. Sie haben mit ihrem Leben abgeschlossen und f√ľrchten den Tod nicht mehr.

Hinweis

Grunds√§tzlich verl√§uft aber jeder Tod anders. Jeder Mensch geht unterschiedlich mit dieser Extremsituation um. Nicht jeder Erkrankte durchl√§uft alle diese Phasen, sie k√∂nnen auch in anderer Reihenfolge eintreten. Ein Sterbegleiter ist im Idealfall bei all diesen Phasen f√ľr den Erkrankten da.

Wo findet eine Sterbebegleitung statt?

Sterbebegleitung umfasst sowohl eine intensive emotionale Unterst√ľtzung als auch eine medizinische Betreuung. Sie kann an verschiedenen Orten stattfinden, wie beispielsweise:

  • Zuhause, unter der ganzt√§tigen Betreuung eines geschulten Pflegers.
  • Auf der Palliativstation eines Krankenhauses, unter der Betreuung von √Ąrzten und dem dortigen Pflegepersonal.
  • In einem Pflegeheim, unter der Betreuung des dortigen Pflegepersonals.
  • In einem Hospiz, unter der Betreuung von Pflegern, die speziell f√ľr die Palliativversorgung¬†und Hospizpflege geschult sind.

Wo die Sterbebegleitung im Einzelfall stattfindet, h√§ngt stark von den W√ľnschen und dem gesundheitlichen Zustand des Sterbenden ab.

Ein Gro√üteil der Menschen w√ľnscht sich, in den eigenen vier W√§nden zu sterben. Dies ist allerdings nur m√∂glich, wenn eine Pflegekraft engagiert werden kann, die die Sterbebegleitung √ľbernimmt. Die letzte Phase eines Lebens sollte so angenehm wie m√∂glich verlaufen. Versuchen Sie als Pflegekraft also darauf zu achten, die W√ľnsche des Sterbenden bestm√∂glich umzusetzen.¬†

Sterbebegleitung im Hospiz

In einem Hospiz finden todkranke Menschen einen Ort, der speziell f√ľr die letzte Lebensphase geschaffen wurde. Patienten kommen in ein Hospiz, um dort zu sterben.

F√ľr schwerkranke Menschen kann der Umzug in ein Hospiz eine M√∂glichkeit sein, die letzten Monate oder Wochen gut betreut zu verbringen. Die Mitarbeiter sind auf die Sterbebegleitung spezialisiert und k√∂nnen die Patienten fachm√§nnisch betreuen.

Wichtig zu wissen ist, dass in einem Hospiz ausschließlich Palliativversorgung und -pflege betrieben wird. Die Palliativmedizin beschäftigt sich damit, Schmerzen zu lindern ohne dabei aktiv gegen eine Erkrankung anzukämpfen. Ziel ist es, den Sterbeprozess der Patienten so schmerzfrei wie möglich zu gestalten.

Hier ist also alles darauf ausgerichtet, Sterbenden einen w√ľrdevollen Abschied zu erm√∂glichen. Fernab vom Stress in einem Krankenhaus oder einem Altenheim k√∂nnen Erkrankte ihre letzten Stunden in einer ruhigen Umgebung verbringen.

Auch die meisten Krankenh√§user verf√ľgen √ľber eine eigene Palliativstation, auf der das medizinische Pflegepersonal auf die Sterbebegleitung der Patienten und Angeh√∂rigen geschult sind.¬†

Was versteht man unter einem Hospiz?

Hospize haben ihren Ursprung bereits im R√∂mischen Reich. Sterbende wurden aufgenommen und bestm√∂glich versorgt, ehe es im Mittelalter sogar die ersten richtigen Hospize gab, die von christlichen Orden gef√ľhrt wurden.

Diese Idee wurde in den 80-er Jahren in Deutschland wieder aufgenommen. 1986 wurde das erste Hospiz in Deutschland eröffnet.

Ein Hospiz ist ein Ort, an dem Menschen in Frieden und W√ľrde sterben k√∂nnen. Schwerkranke Menschen werden in ein Hospiz gebracht, um dort ihre letzten Wochen oder Monate zu verbringen.

Die dortigen Mitarbeiter sind auf den Bereich der Palliativ- und Hospizpflege spezialisiert und wissen, wie sie Sterbenden eine möglichst angenehme letzte Lebensphase bereiten können.

Welche Aufgaben √ľbernimmt ein Hospiz?

In einem Hospiz k√ľmmern sich Pflegekr√§fte um sterbende Menschen, ihre W√ľnsche und Bed√ľrfnisse. Auch die Angeh√∂rigen werden bei Bedarf von den Mitarbeitern des Hospizes unterst√ľtzt.

Die wesentlichen Aufgaben eines Hospizes sind:

  • Den Sterbenden und ihren Angeh√∂rigen psychisch und emotional zur Seite zu stehen. Der ganze Prozess des Sterbens wird von den Mitarbeitern des Hospizes begleitet, wodurch es allen Beteiligten leichter fallen soll, den nahenden Tod zu begreifen.
  • Konflikte zwischen dem Sterbenden und seinen Angeh√∂rigen zu beseitigen. H√§ufig gibt es noch ungel√∂ste Konflikte innerhalb der Familie, die den Sterbenden belasten. Die Mitarbeiter des Hospizes k√∂nnen helfen, ein kl√§rendes Gespr√§ch zu f√ľhren.
  • Die Palliativpflege umfasst auch die Behandlung von Schmerzen. Manche Krankheiten bereiten Sterbenden gro√üe Schmerzen. Um die letzte Lebensphase so angenehm wie m√∂glich verbringen zu k√∂nnen, sind Sterbende oft auf Schmerzmittel angewiesen. Die Mitarbeiter des Hospizes verabreichen diese Mittel und kontrollieren ihre Wirkung.

Was sind die Ziele der Sterbebegleitung?

Das wesentliche Ziel der Sterbebegleitung ist es, todkranken Menschen ein w√ľrdevolles Ableben zu erm√∂glichen. Dies wird durch eine intensive Pflege umgesetzt.

Sterbebegleiter stehen Sterbenden emotional zur Seite. Sie sind offen f√ľr Gespr√§che √ľber das Sterben, das Leben nach dem Tod oder das Leben. Die Bindung zwischen den beiden soll dem Sterbenden das Gef√ľhl geben, nicht allein zu sein.

Bei der Sterbebegleitung werden todkranke Menschen außerdem medizinisch versorgt. Damit die Schmerzen so gering wie möglich sind, werden den Sterbenden beispielsweise Schmerzmittel verabreicht, die die letzte Lebensphase erträglich machen sollen.

Oftmals ben√∂tigen Sterbende Hilfe bei allt√§glichen Aufgaben wie dem Anziehen, Waschen und der Nahrungsaufnahme. Auch dabei hilft die Sterbebegleitung. Der Patient wird bei allem unterst√ľtzt und bestm√∂glich versorgt, um die letzte Lebensphase menschenw√ľrdig erleben zu k√∂nnen.

Vor allem bei der Hygiene haben Sterbebegleiter viel Arbeit. Waschen, Z√§hneputzen und Toiletteng√§nge m√ľssen begleitet bzw. √ľbernommen werden, um f√ľr gute hygienische Zust√§nde zu sorgen.

Bei der Sterbebegleitung werden auch die Angeh√∂rigen unterst√ľtzt. Sie ben√∂tigen in dieser Ausnahmesituation ebenfalls Hilfe, um f√ľr ihren Verwandten da sein zu k√∂nnen. Die Unterst√ľtzung kann beispielsweise in Form von ausf√ľhrlichen Gespr√§chen stattfinden.

Ablauf: Was passiert bei der Sterbebegleitung?

Zu Beginn der Sterbebegleitung bedarf es einiges an Vorbereitung. Um dem Sterbenden seine W√ľnsche f√ľr seinen Tod erm√∂glichen zu k√∂nnen, m√ľssen Sie diese erst einmal kennen. Wenn es der Gesundheitszustand noch zul√§sst, sollten Sie sich mit dem Sterbenden zusammensetzen und mit ihm √ľber seinen Tod reden.

Finden Sie heraus, was ihm wichtig ist und wie er sich sein Ableben w√ľnscht. Seien Sie aufmerksam und fragen genau nach, damit Sie alles richtig verstehen.

Haben Sie erfahren, wie die W√ľnsche des Sterbenden sind, sollten Sie alles soweit es geht vorbereiten. Soll bestimmte Musik gespielt werden oder eine Duftkerzen brennen, k√∂nnen Sie dies vorbereiten, um im Ernstfall gewappnet zu sein.

Einen nahenden Tod erkennen Sie unter anderem an folgenden Anzeichen:

  • Unruhe
  • Angst
  • Blaue Flecken an den F√ľ√üen und H√§nden
  • Niedriger Puls
  • Stockende, ausbleibende Atmung

Erkennen Sie diese Anzeichen und f√ľrchten, dass der Patient in K√ľrze versterben wird, sollten Sie die Angeh√∂rigen informieren. Im Idealfall haben Sie im Vorfeld bereits abgesprochen, wer in diesem Fall informiert werden soll.

Nun ist es an der Zeit, die W√ľnsche des Sterbenden umzusetzen. Hat er sich seine Lieblingsmusik gew√ľnscht, sollten Sie diese abspielen und auch s√§mtliche andere W√ľnschen umsetzen.

Der Sterbebegleiter hat die Aufgabe, dem Sterbenden zur Seite zu stehen. Er beruhigt ihn und spricht ihm gut zu. Er sollte nun nicht mehr von der Seite des Sterbenden weichen und k√∂rperliche Pr√§senz zeigen. F√ľr sterbende Menschen ist es wichtig, dass sie sich nicht allein f√ľhlen.

Stellen Sie fest, dass kein Herzschlag mehr vorhanden ist und auch die Atmung ausgesetzt hat, ist der Patient verstorben und Sie m√ľssen den Zeitpunkt des Todes festhalten. Informieren Sie einen Arzt und lassen Sie den Tod von ihm best√§tigen.

Viele Menschen w√ľnschen sich auch, nach ihrem Tod bestimmte Kleidung oder bestimmten Schmuck angelegt zu bekommen. Setzten Sie die W√ľnsche des Toten bestm√∂glich um.

Arbeit mit Angehörigen bei der Sterbebegleitung

Vielen Angeh√∂rigen f√§llt es schwer, √ľber das Sterben zu sprechen. Sie haben schreckliche Angst davor, dass ihr Verwandter in naher Zukunft sterben wird. Um ihnen diese Angst zu nehmen, ist es wichtig, die Angeh√∂rigen in die Sterbebegleitung einzubinden.

Dies ist vor allem wichtig, wenn der Sterbende nicht mehr in der Lage ist, √ľber seine W√ľnsche f√ľr sein Lebensende zu sprechen. Dann liegt es bei den Angeh√∂rigen, Entscheidungen √ľber die weitere Vorstellung zu treffen.

Solche Gespr√§che mit Angeh√∂rigen zu f√ľhren, ist f√ľr Pfleger eine schwierige Aufgabe und immer eine besondere Herausforderung. Unser Fragenkatalog soll Ihnen helfen, ein solches Angeh√∂rigengespr√§ch zu meistern. Folgende Fragen sollten Sie kl√§ren:

  • Ist Ihnen die Pflege- und Krankheitssituation Ihres Angeh√∂rigen klar? Haben Sie Fragen zu den Krankheitsbildern? M√∂chten Sie etwas √ľber den m√∂glichen Verlauf wissen?
  • Gibt es m√∂glicherweise schriftliche Unterlagen √ľber die W√ľnsche Ihres Angeh√∂rigen (Patientenverf√ľgung, Testament, Verf√ľgungen zur Beerdigung)? K√∂nnen Sie uns eine Kopie aush√§ndigen?
  • Sollen noch andere nahestehende Personen √ľber die Sterbesituation informiert werden und wenn ja, wer soll informieren?
  • M√∂glicherweise m√ľssen zur Vermeidung von Schmerzen starke Medikamente, sog. Morphine, gegeben werden. Haben Sie oder Ihr Angeh√∂riger dazu irgendwelche Vorbehalte?
  • M√∂glicherweise lehnt Ihr Angeh√∂riger in der letzten Lebensphase Speisen und Getr√§nke ab. Wie sollen wir uns dann verhalten? Gibt es Vorgaben Ihres Angeh√∂rigen zu dieser Situation?
  • M√∂chten Sie, dass ein Seelsorger informiert wird?
  • W√ľnschen Sie die Krankensalbung?
  • W√ľnschen Sie, an der Sterbebegleitung teilzunehmen? M√∂chten Sie im Zimmer Ihres Angeh√∂rigen ein Bett haben?
  • Haben Sie besondere W√ľnsche bei der Gestaltung der Sterbesituation (Kerzen, Musik, Blumen oder bestimmte Rituale)?
  • Welcher Angeh√∂rige soll √ľber den Tod informiert werden?
  • Soll der Verstorbene nach dem Ableben bestimmte pers√∂nliche Kleidung oder bestimmten Schmuck tragen?
  • Gibt es schon einen von Ihrer Seite bestimmten Bestatter? Bitte geben Sie uns die Kontaktdaten.
  • D√ľrfen wir das Versterben Ihres Angeh√∂rigen √∂ffentlich bekannt machen (z. B. durch eine Traueranzeige oder durch Aushang in unserer Gedenkecke)?

Leitfaden zum Gespräch mit Angehörigen im Rahmen der Sterbebegleitung

Es ist wichtig, mit den Angeh√∂rigen √ľber einen nahenden Tod ihres Verwandten zu sprechen. Solche Gespr√§che sind h√§ufig schwierig und emotional. Sie k√∂nnen sich daf√ľr an unserem Leitfaden orientieren:

  • √úblicherweise brauchen Angeh√∂rige eine gewisse Zeit nach der Heimaufnahme, um √ľber dieses Thema sprechen zu k√∂nnen. H√§ufig geben diese dann Pflegekr√§ften Hinweise oder wollen Teilaspekte wie z. B. die Bestatterfrage kl√§ren. Vereinbaren Sie einen verbindlichen Termin, an dem Sie das Angeh√∂rigengespr√§ch f√ľhren, und informieren Sie die Angeh√∂rigen √ľber den beabsichtigten Inhalt. So k√∂nnen sich diese angemessen vorbereiten.
  • Schaffen Sie eine ruhige Gespr√§chssituation. Selbstverst√§ndlich sollten Sie in dem jeweiligen Raum ungest√∂rt sein. Sprechen Sie den Grund des Gespr√§ches offen an, versuchen Sie nicht, mit Smalltalk auf das Thema zu kommen. Die meisten Angeh√∂rigen empfinden das als unangemessen.
  • Akzeptieren Sie, wenn der Angeh√∂rige nicht √ľber diese Dinge sprechen m√∂chte und signalisieren Sie ihm, dass das Gespr√§ch zu einem sp√§teren Zeitpunkt fortgesetzt werden kann. Rechnen Sie auch mit emotional heftigen Reaktionen und versuchen Sie, gefasst zu reagieren.
  • Verwenden Sie f√ľr das Gespr√§ch einen Fragenkatalog, der Ihnen als Hilfestellung dienen soll. Schreiben Sie vorher alle Aspekte auf, √ľber die sie sprechen m√∂chten und haken die Punkte nacheinander ab. F√ľr Angeh√∂rige kann dadurch auch eine Sicherheit entstehen und sie finden leichter in das Gespr√§ch herein.

Wie geht man als Pflegekraft mit Sterbebegleitung um?

Sterbende Menschen zu begleiten, ist eine sehr anspruchsvolle und herausfordernde Arbeit. Sie verlangt Sterbebegleitern das Maximale an Empathie, Fachwissen und Kreativit√§t ab, um die Bed√ľrfnisse des Sterbenden bestm√∂glich erf√ľllen zu k√∂nnen.

Um diesen Anforderungen auf Dauer gerecht zu werden, d√ľrfen Sie nicht vergessen, auch auf sich selbst zu achten. Die folgenden Tipps geben Ihnen einige Anregungen, wie Sie Ihren eigenen Akku immer wieder aufladen k√∂nnen.

Gespr√§che mit Kollegen f√ľhren

Sterbebegleitung und Palliativpflege sind besondere Teilbereiche der Pflege, die sich st√§ndig an der Grenze zwischen Leben und Tod bewegen. Wenn Sie als Pflegekraft in diesem Grenzbereich arbeiten, sind Sie hohen psychischen Belastungen ausgesetzt, die verarbeitet werden m√ľssen. Hierbei k√∂nnen Gespr√§che mit anderen Menschen, die Ihre Belastungen nachvollziehen k√∂nnen, helfen.

Eine gute Entlastungsm√∂glichkeit ist der Austausch mit Kollegen √ľber belastende Sterbeverl√§ufe. Sie k√∂nnen sich gegenseitig unterst√ľtzen und in schwierigen Situationen auffangen.

Eine andere M√∂glichkeit ist die Gr√ľndung eines regelm√§√üigen Stammtisches f√ľr Sie und Ihre Kollegen. Kommen darf jeder, der sich angesprochen f√ľhlt. In ungezwungener Runde f√§llt es manchmal einfacher, √ľber die eigenen Gedanken und Gef√ľhle zu sprechen als w√§hrend einer Teamsitzung.

Einen Ausgleich schaffen

Um auf Dauer fit und psychisch stabil im Pflegeberuf arbeiten zu k√∂nnen, ist es wichtig f√ľr Sie, einen gesunden Ausgleich zu haben. Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihre eigenen Interessen nicht zugunsten Ihres Berufes vernachl√§ssigen.

Als Ausgleich eignen sich Hobbys, die mit einer körperlichen Betätigung verbunden sind, besonders gut. Sie geben Ihnen die Möglichkeit, Ihren angestauten Stress abzubauen und sich gleichzeitig sportlich zu betätigen. Walken, Schwimmen oder Pilates sind mit körperlicher Anstrengung verbunden, machen aber dennoch Spaß.

Zeit f√ľr sich selbst nehmen

Sich so richtig wohlzuf√ľhlen, soll und darf nat√ľrlich nicht nur auf die Freizeit und den Urlaub beschr√§nkt sein. Wohlf√ľhlmomente sollte es an jedem Tag f√ľr Sie geben. Nehmen Sie sich also einmal in der Woche ein paar Minuten Zeit, und erstellen Sie sich f√ľr die kommende Woche Ihren eigenen, ganz individuellen Wohlf√ľhlplan.

Tragen Sie sich f√ľr jeden Tag etwas Besonderes ein, worauf Sie sich freuen k√∂nnen. Das kann z. B. ein Latte Macchiato in Ihrem Lieblingscaf√© nach der Arbeit sein, 45 Minuten Zeit f√ľr die neue Folge Ihrer Lieblingsserie im Fernsehen oder der Kauf Ihres neuen Lieblingsjournals am Kiosk.

Wichtig ist nur, dass Sie sich jeden Tag die Zeit nehmen, sich f√ľr die Arbeit, die Sie heute geleistet haben, mit einer Kleinigkeit zu belohnen.

Ausbildung: Wie wird man Sterbebegleiter?

Ein Sterbebegleiter begleitet einen Sterbenden ‚Äď eine solche Begleitung kann erst einmal von jedem Menschen √ľbernommen werden. Sterbebegleiter ist kein professioneller Beruf, der erlernt werden kann. Auch Freunde und Verwandte k√∂nnen zum Sterbebegleiter werden.

Es sei aber gesagt, dass Kranken- oder Altenpfleger beispielsweise ein viel größeres Wissen und mehr Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen als Privatpersonen.

Im Rahmen ihrer Ausbildung erlernen Pfleger nicht nur den Umgang mit kranken Menschen, sondern auch mit sterbenden Menschen. Sie kennen eine solche Situation und können als Unbeteiligte auch besser mit ihr umgehen.

Pfleger haben au√üerdem die M√∂glichkeit, eine Weiterbildung im Bereich der Palliativpflege zu machen. Der Umgang mit Sterbenden erfordert ein hohes Ma√ü an Feingef√ľhl, aber auch an St√§rke, um mit dieser Situation umzugehen. Die Weiterbildung soll diese Aspekte vermitteln und Verhaltenshilfen geben.

Welche Persönlichkeitseigenschaften braucht man in der Sterbebegleitung?

Sterbebegleiter haben eine schwierige Aufgabe und m√ľssen folglich einiges aushalten. Wichtige Pers√∂nlichkeitseigenschaften sind Empathie, F√ľrsorglichkeit und Zuverl√§ssigkeit, damit der Sterbende sich zu 100 % auf ihn verlassen kann.

Es ist außerdem wichtig, sich abgrenzen zu können. Die Arbeit eines Sterbebegleiters bringt Trauer und Wut mit sich, die nicht mit nach Hause genommen werden sollte. Ansonsten wird die Arbeit eine zu große Belastung. Ein Mensch kann einen Sterbenden nur dann begleiten, wenn er mental dazu in der Lage ist.

Ein Sterbebegleiter muss sich vollkommen auf die Arbeit mit dem Sterbendem einlassen. Ber√ľhrungs√§ngste sind dabei fehl am Platz. Auch ein gewisses Ma√ü an Toleranz muss von einem Sterbebegleiter mitgebracht werden, um auch religi√∂se oder spirituelle W√ľnsche akzeptieren zu k√∂nnen.

Eine der wichtigsten Pers√∂nlichkeitseigenschaften f√ľr Sterbebegleiter ist au√üerdem, dass sie Geduld mitbringen. Der Umgang mit Sterbenden ist gewiss nicht immer leicht, aber auch das muss ein Sterbebegleiter aushalten k√∂nnen.

Fazit: Sterbebegleitung ist intensive Arbeit

Die Sterbebegleitung ist eine emotionale, schwierige Aufgabe, die aber sehr wichtig ist. Der Tod ist eines von vielen Tabu-Themen in der heutigen Gesellschaft. Umso schwieriger ist es f√ľr viele, sich mit dem Tod zu besch√§ftigen.

Eine Sterbebegleitung soll sterbenden Menschen einen w√ľrdevollen Abschied erm√∂glichen. Ohne Schmerzen, Angst und Stress. Daf√ľr ist eine intensive Betreuung n√∂tig, die am Ende aber einen ruhigen und menschenw√ľrdigen Tod erm√∂glicht.