Lungen- und Atemwegserkrankungen

Lungenerkrankungen stellen spezielle Anforderungen an Pflegekräfte
Lungen- und Atemwegserkrankungen
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Inhaltsverzeichnis

Lungen- und Atemwegserkrankungen werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber noch lange nicht dasselbe. Während bei einer Atemwegserkrankung der komplette Atmungstrakt erkrankt sein kann, ist bei einer Lungenerkrankung nur die Lunge betroffen.

Wissenswert

Lungenerkrankungen werden entweder anhand der Dauer (chronisch/akut) oder der Pathogenese (entzündlich/nicht-entzündlich) in verschiedene Kategorien unterteilt.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Lungenerkrankung?

Sind Menschen von einer pulmonalen Erkrankung betroffen, kann sich diese auf verschiedenste Art und Weise manifestieren. Ein großer Teil der Lungenerkrankungen führt zu Husten, Kurzatmigkeit und/oder Keuchatmung. Eher selten tritt bei betroffenen Menschen Stridor auf. Bei einem Stridor handelt es sich um ein schnappendes Geräusch, das während der Atmung des Patienten zu hören ist. Je weiter die Lungenerkrankung voranschreitet, desto ausgeprägter werden die Symptome der Krankheit.

Abhängig von der Erkrankung bleibt der Husten unproduktiv oder wird produktiv (Auswurf). Je nachdem, wodurch die Lungenerkrankung hervorgerufen wurde, kann der Auswurf nicht nur weiß/grau, sondern auch eine grün-gelbe Farbgebung haben. Schlimmstenfalls ist im Auswurf Blut enthalten (Stichwort: Hämoptyse). Manche Lungenerkrankungen führen zu einer verminderten Sauerstoffversorgung der Organe, was dazu führt, dass der Patient Symptome wie Trommelschlägerfinger, eine starke Müdigkeit und/oder eine Zyanose entwickelt. Bei einer pulmonalen Erkrankung können auch Brustschmerzen auftreten, aufgrund der Tatsache, dass die Lungenerkrankung zu Veränderungen des Blutstoffwechsels, Herzerkrankungen oder Erkrankungen des Verdauungsapparates geführt hat.

Alle Symptome auf einen Blick, die sich infolge einer Lungenerkrankung manifestieren können:

  • Produktiver und unproduktiver Husten (Husten mit oder ohne Auswurf)
  • Brustschmerzen
  • Fieber
  • Dyspnoe (Kurzatmigkeit/Atemnot)
  • Nachtschweiß
  • Appetitlosigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Keuchatmung (hohes und pfeifendes Atemgeräusch)
  • Leistungsschwäche
  • Atemgeräusche (Stridor)
  • Zyanose (Blaufärbung der Lippen aufgrund der Sauerstoffunterversorgung)
  • Trommelschlägerfinger
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit

Achtung

Manche Lungenerkrankungen entwickeln sich über Jahre. Durch die in der Anfangsphase oft unspezifischen Symptome der Krankheit wird nicht selten eine andere Erkrankung hinter den Beschwerden vermutet. Manche Menschen zeigen am Anfang einer pulmonalen Erkrankung sogar überhaupt keinerlei Symptome. Erst mit dem Voranschreiten einer Lungenkrankheit zeigen sich die spezifischen Beschwerden.

Welche Risikofaktoren begünstigen das Entstehen von Atemwegs- und Lungenerkrankungen?

  • Rauchen: Jahrelanges Rauchen führt zu einer chronischen Entzündung im empfindlichen Bronchialsystem, was zum Entstehen von Lungenkrankheiten, wie z. B. einer chronischen Bronchitis, einer COPD, einem Lungenemphysem oder schlimmstenfalls zu Lungenkrebs führen kann.
  • Genetische Veranlagung/Vererbung: Oft ist die genetische Veranlagung einer der Gründe, warum es zum Auftreten einer Lungenerkrankung kommt – Stichwort: Alpha-1-Antitrypsinmangel.
  • Viren, Bakterien und Pilze: Viren, Bakterien und Pilze können verschiedenste Erkrankungen der Lunge hervorrufen. Eine chronische Bronchitis ist hier eine der noch „eher harmlosen“ Lungenerkrankungen.
  • Aspiration von Lebensmittel und Flüssigkeiten: Gerade im höheren Alter tun sich Menschen schwer zu kauen und/oder zu schlucken. Hinzu kommen noch Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten, was dazu führt, dass das Risiko einer Aspiration von Flüssigkeiten oder Lebensmitteln zunimmt. Werden Lebensmittel und/oder Flüssigkeiten in die Lunge aspiriert, begünstigt das wiederum das Entstehen einer Lungenentzündung (Pneumonie).
  • Einatmen von Staub: Arbeitnehmer bestimmter Berufsgruppen haben vermehrt mit Stäuben (z. B. Quarzstäuben, Mehlstaub, Asbest, Beryllium-Stäuben usw.) zu tun, wodurch diese anfälliger für verschiedenste Lungenerkrankungen sind.
  • Alter: Mit steigendem Alter verliert nicht nur das Bindegewebe an Elastizität, sondern auch die Lungenbläschen (Alveolen). Der Verlust der Elastizität der Alveolen (Lungenbläschen) begünstigt das Entstehen verschiedenster Lungenkrankheiten, wie z. B. Lungenemphysem.
  • Narbengewebe: Ist das Lungengewebe durch eine überstandene Lungen-OP oder TBC-Erkrankung vernarbt, stellt dieser Bereich der Lunge natürlich den optimalen Nährboden für Bakterien, Pilze und Viren dar.

Wichtig

Die genannten Beispiele sind nur ein kleiner Teil der Risikofaktoren, die zum Entstehen einer Lungenerkrankung beitragen können.

Welche Lungenerkrankungen gibt es?

  • COPD (Chronic obstructive pulmonary disease): Die chronisch obstruktive Lungenkrankheit führt dazu, dass die Ausatmung des Patienten behindert wird.
  • TBC (Tuberkulose): Bei einer TBC, ausgeschrieben Tuberkulose, handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit der Lunge.
  • Bronchitis: Eine Bronchitis ist eine Entzündung bzw. Infektion der Atemwege, die in der Regel von Erkältungsviren ausgelöst wird.
  • Asthma Bronchiale: Bei einer Asthma Bronchiale handelt es sich um eine entzündliche chronische Lungenerkrankung. Der betroffene Patient reagiert dauerhaft auf spezielle Stoffe empfindlich, was in dem betroffenen Moment zu einer akuten anfallsartigen Verengung der Atemwege führt.
  • Lungenkrebs/Lungentumor/Lungenkarzinom: Zellen des Lungengewebes entarten und führen zum Wachstum eines Tumors in der Lunge. Abhängig von der Art des Krebses kann er streuen und es entstehen in anderen Bereichen des Körpers Metastasen.
  • Lungenemphysem: Bei einem Lungenemphysem werden die Lungenbläschen überbläht, bis diese reißen und die Lunge irreversibel geschädigt ist.
  • Lungenembolie: Bei einer Lungenembolie ist ein Blutgefäß der Lunge verstopft.
  • Staublunge (Pneumokoniose): Eine Staublunge kann sich durch die Inhalation sogenannter anorganischer Stoffe entwickeln. Das führt wiederum zu Veränderungen der Lunge (Lungenfibrose).
  • Diffuse alveoläre Hämorrhagie: Eine diffuse alveoläre Hämorrhagie ist eine rezidivierende oder persistierende Blutung in der Lunge.
  • Sarkoidose (Morbus Schaumann-Besnier/Morbus Boeck): Bei einer Sarkoidose handelt es sich um eine systemische Lungenerkrankung. Hier ist das Bindegewebe betroffen. Es entstehen eher früher als später Granulome.
  • Lungenentzündung (Pneumonie): Bei einer Lungenentzündung handelt es sich um eine chronische oder akut verlaufende Entzündung der Lungenbläschen.
  • Pulmonale Hypertonie: Im Kreislauf der Lunge herrscht ein hoher Blutdruck.
  • Lungenabszess: Bei einem Lungenabszess handelt es sich um einen Hohlraum in der Lunge, der mit Eiter gefüllt ist.
  • Autoimmunerkrankung der Lunge
  • Bronchiektasen: An den Bronchien sind zylindrische oder sackförmige Ausweitungen aufgetreten.
  • Umweltbedingte Lungenerkrankungen
  • Schlafapnoe
  • Lungenfibrose

Welche Folgeerkrankungen können durch eine Lungenerkrankung ausgelöst werden?

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Schnupfen
  • Herzinsuffizienz
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Atrophien (Muskelschwund)
  • Herzkreislauferkrankungen
  • Diabetes mellitus Typ II
  • Osteoporose
  • Depressionen

Wissenswert

Welche Folgeerkrankungen infolge einer Lungenkrankheit auftreten können, hängt von der Art der Grunderkrankung und/oder der Therapie ab. Einige Therapien können nämlich nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen nach sich ziehen. (Beispiel: Langzeit-Cortison-Therapie)

Lungenerkrankungen: Die Diagnostik

Sind Menschen von einer Lungenerkrankung betroffen, sollten sie zeitnah einen Arzt aufsuchen. Dieser wird als erstes die Krankengeschichte des Patienten erfassen, bevor die körperliche Untersuchung erfolgt. Nachfolgend eine Reihe an Diagnostikmethoden und Tests, die der Arzt zur Diagnose der vorliegenden Krankheit anwenden kann.

  • Blutgasanalyse
  • Bronchoskopie
  • Belastungstest
  • Mediastinoskopie
  • Nadelbiopsie von Lunge/Brustfell
  • Thorakoskopie
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Pleurapunktion
  • Thorakotomie

Lungenerkrankung: die Prävention

Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein geschwächtes Immunsystem die Entstehung einer Lungenkrankheit begünstigen kann. Darum sollten Betroffene auf:

  • Nikotin, Alkohol und Drogen verzichten.
  • eine ausgewogene Ernährung achten
  • andauernden Stress verzichten.
  • ausreichend Schlaf achten.
  • ausreichend Bewegung achten.
  • aktuelle Impfungen achten.

1. Mit dem Rauchen aufhören

Wer ein Leben lang geraucht hat, dem wird die Rauchentwöhnung nicht so leicht fallen. Hier ist der Arzt der beste Ansprechpartner, um bei der Nikotinentwöhnung mittels einer passenden Nikotintherapie zu unterstützen.

2. Aktuelle Impfungen

Patienten, die bereits von einer Lungenkrankheit betroffen sind, sollten sich jährlich die Grippeschutzimpfung geben lassen. Unabhängig, ob Lungenkrankheit oder nicht, es ist ratsam darauf zu achten, dass die Pneumokokken-Impfung immer aktuell ist.

3. Immuntherapie

Asthma-Bronchiale-Patienten und Allergikern kann eine Desensibilisierung helfen, die Intensität der Symptome der Lungenerkrankung abzumildern.

4. Ausreichend Bewegung ist wichtig

Unabhängig, ob eine Person bereits von einer Lungenerkrankung betroffen ist oder nicht, körperliche Aktivität ist immer sinnvoll und auch notwendig. Notwendig deswegen, um das Entstehen bzw. das rasante Fortschreiten einer Lungenerkrankung zu verhindern.

Wie läuft die Behandlung von Lungenerkrankungen ab?

Die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten von Lungenerkrankungen

Zur Behandlung von Lungenkrankheiten steht eine Vielzahl an Medikamenten zur Verfügung. Diese sind in mehrere Substanzgruppen unterteilt und zeigen unterschiedliche Wirkungsmechanismen.

  • Bronchienerweiternde Medikamente
  • Antientzündliche/antiallergische Mittel
  • Bronchienentspannende und -erweiternde Medikamente

Welche antientzündlichen/antiallergische Medikamente werden zur Behandlung von Lungenkrankheiten eingesetzt?

Glukokortikoide

Bei Cortisol handelt es sich um ein Hormon, das in jedem menschlichen Organismus vorhanden ist, da es von der Nebenniere produziert wird. Genau wie Kortikosteron gehört Cortisol zu den sogenannten Glukokortikoiden.

Die Wirkungsweise von Glukokortikoiden

Cortisol ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Organismus, da das Hormon an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. So wirkt Cortisol auf den Proteinumsatz ein, setzt das Fett frei und steigert den Blutzuckerspiegel. Zudem sorgt Cortisol dafür, dass die gespeicherten Energiereserven freigesetzt werden, wenn sie benötigt werden. Cortisol ist auch ein wichtiger Baustein zur Regulierung des Elektrolyt- und Wasserhaushalts. Natürlich hat Cortisol auch Auswirkungen auf das Wachstum, die Blutbildung, den Knochenstoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System.

Glukokortikoide werden zur Behandlung von Lungenerkrankungen aufgrund der immunsuppressiven und antientzündlichen Wirkung eingesetzt. Cortisol und Cortison dämpfen die Abwehr des menschlichen Körpers, wodurch Entzündungen unterdrückt bzw. abgeschwächt werden.

Bei welchen Lungenerkrankungen kommen Glukokortikoide zum Einsatz?

  • Asthma bronchiale
  • COPD
  • Sarkoidose
  • idiopathische Lungenfibrose

Was bedeutet systemische Glukokortikoid-Therapie?

Bei einer systemischen Glukokortikoid-Therapie wird dem betroffenen Patienten das Cortison per Infusion, Spritze oder in Tablettenform verabreicht. Der Wirkstoff gelangt so direkt in den Blutkreislauf des Patienten und kann sich dort im ganzen Körper verteilen.

Was heißt topische Glukokortikoid-Therapie?

Bei einer topischen Glukokortikoid-Therapie wird das Medikament inhaliert und kann so direkt vor Ort wirken.

Wissenswert

Bei einer rein topischen Glukokortikoid-Therapie ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass es zu Nebenwirkungen beim Patienten kommt.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Glukokortikoid-Therapie auftreten?

Wird Cortisol inhaliert, kann es im Mund zu Pilz- und/oder Bakterieninfektionen kommen.

Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Cortison treten vor allem bei Langzeitbehandlungen auf, wie z. B.

  • erhöhte Blutfettwerte
  • erhöhter Blutzucker
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen im Gewebe
  • Wundheilungsstörungen
  • Wachstumsstörungen
  • Hautverdünnungen
  • Das Osteoporose-Risiko steigt!

Achtung

Treten Nebenwirkungen bei der Cortison-Therapie auf, muss sofort der Arzt informiert werden. Die Medikamente dürfen auf keinen Fall eigenständig abgesetzt werden. Der Arzt wird im Falle des Auftretens von Nebenwirkungen die Dosis anpassen bzw. ein anderes Präparat verschreiben.

Cromone

Weitere antientzündliche Medikamente, die zur Behandlung von Lungenerkrankungen eingesetzt werden können, sind sogenannte Mastzellenstabilisatoren (z. B. Nedocromil-Natrium und Cromoglicinsäure).

Wie wirken Cromone?

  • Hemmung der Mastzellen abhängigen Entzündungsreaktionen.
  • Reduziert die Überempfindlichkeit des Immunsystems für bestimmte Reize.

Wissenswert

Cromone gehören zur Gruppe der Controller, das bedeutet, dass dieses Medikament über mehrere Wochen eingenommen werden muss, bevor es seine Wirkung vollständig entfalten kann.

Lungenkrankheit Therapie: Wie werden Cromone verabreicht?

Die Behandlung mit Cromonen erfolgt immer topisch. Es wird entweder als Dosieraerosole oder per Inhalator verabreicht. Als Kombinationspräparat kann das Medikament auch inhaliert werden. Allergikern kann dieses Medikament auch als Augen- und/oder Nasentropfen verschrieben werden.

Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Cromonen auftreten?

  • Heiserkeit
  • Reizhusten
  • Bitterer Geschmack
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Probleme

Selten, aber schon aufgetreten, dass es durch die Einnahme von Cromonen zu einem induzierten Asthmaanfall kam.

Leukotrien-Antagonisten

Leukotrien-Antagonisten haben eine dämpfende Wirkung auf die Entzündung und sorgen für eine bessere Funktion der Lunge. Gleichzeitig werden die Symptome der Lungenerkrankung abgemildert.

Welche Lungenkrankheiten können mit Leukotrien-Antagonisten behandelt werden?

  • Asthma
  • Allergische Rhinitis

Wie werden Leukotrien-Antagonisten verabreicht?

  • Oral
  • Granula
  • Kautabletten
  • Tabletten

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Leukotrien-Antagonisten auftreten?

  • Magen-Darm-Probleme
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Müdigkeit

PDE-4-Hemmer

PDE-4-Hemmer wirken bronchienerweiternd und entzündungshemmend. Das Medikament wird hauptsächlich Patienten verschrieben, die von COPD, Asthma und Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) betroffen sind.

Welche Nebenwirkungen können bei der Verwendung von PDE-4-Hemmern auftreten?

  • Verdauungsprobleme
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Depressionen werden schlimmer

Beta-2-Sympathomimetika

Beta-2-Sympathomimetika wirken bronchienerweiternd. Zudem wird durch dieses Medikament die Schleimbildung reduziert.

Bei welchen Lungenerkrankungen werden Beta-2-Sympathomimetika eingesetzt?

  • Asthma
  • COPD

Wissenswert

Beta-2-Sympathomimentika können bei Bedarf als Dauermedikation eingesetzt werden.

Wie werden Beta-2-Sympathomimetika verabreicht?

  • Dosieraerosol
  • Spray
  • Inhalator
  • Tabletten
  • Spritzen
  • Infusion

Welche Nebenwirkungen können bei der Verwendung von Beta-2-Sympathomimetika auftreten?

Anticholinergika

Anticholinergika haben eine entspannende Wirkung auf die Bronchien und sorgen für deren Erweiterung. Zudem kommt es zu einer Verminderung der Schleimproduktion.

Welche Lungenerkrankungen können mit Anticholinergika behandelt werden?

  • COPD
  • Asthma

In welcher Form werden Anticholinergika verabreicht?

Anticholinergika werden in der Regel per Inhalator, Spray, Dosieraerosole, in Tablettenform, per Infusion oder mithilfe einer Spritze verabreicht. Auch als Notfallmedizin kommt Anticholinergika zum Einsatz.

Welche Nebenwirkungen können bei der Verwendung von Anticholinergika auftreten?

Mögliche Nebenwirkungen bei der Einnahme von Anticholinergika sind:

Wissenswert

Es kommt bei der Einnahme von Anticholinergika nur zu Nebenwirkungen, wenn die Dosierung nicht passt.

Theophyllin

Ein weiteres Medikament, das zur Behandlung verschiedener Lungenerkrankung einsetzt wird, ist Theophyllin. Es gehört zur Gruppe der Xanthine. Das Medikament sorgt für eine Erweiterung der Atemwege in dem es auf die Bronchienmuskulatur eine entspannende Wirkung hat. Wird Theophyllin in niedriger Dosierung verabreicht kann es zusätzlich noch entzündungshemmend wirken.

Welche Lungenkrankheiten können mit Theophyllin therapiert werden?

  • Asthma
  • COPD

Achtung, bei der Einnahme von Theophyllin ist es notwendig, dass der Blutspiegel des Patienten regelmäßig überwacht wird.

Welche Nebenwirkungen können bei der Einnahme vom Theophyllin auftreten?

  • Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall usw.)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Krampfanfälle
  • Verwirrung

Achtung

Eine Überdosierung von Theophyllin ist zu vermeiden, da das zum Tod führen kann.

Wissenswert

Neben einer medikamentösen Therapie gibt es eine Reihe anderer Behandlungen und Therapieformen für von einer Lungenerkrankung betroffene Menschen.

Welche Möglichkeiten gibt es, Medikamente zur Behandlung von Lungenerkrankungen zu inhalieren?

Pulverinhalation

Bei der Pulverinhalation liegt das Medikament zur Behandlung einer Lungenkrankheit in Pulverform vor (FCKW- und treibgasfrei).

Respimat

Bei einem Respimat befindet sich das Medikament in einer Patrone. Durch das Einsetzen der Patrone in den Respimat bzw. das Entfernen der Entriegelung ist der Inhalator zur Verwendung bereit. Wird er betätigt entsteht eine feine und sich langsam ausbreitende Sprühwolke.

Wie wird der Respimat angewendet?

  • Die Schutzkappe des Respimat muss entfernt werden.
  • Der Patient sollte aufgefordert werden, langsam und entspannt auszuatmen, bevor das Mundstück an seinen Mund gehalten wird. Der Patient muss dieses mit beiden Lippen festumschließen. Des Weiteren ist auf eine waagrechte Position des Inhalators zu achten.
  • Nun sollte der Patient durch den Mund langsam und tief einatmen bevor der Auslöser des Respimaten gedrückt wird. Er darf nicht mit dem Atmen aufhören. Der Vorgang sollte zwei bis dreimal wiederholt werden.
  • Der Atem sollte für gut zehn Sekunden angehalten werden, bevor der Respimat abgesetzt wird. Nun wird die Schutzkappe wieder auf den Inhalator aufgebracht, bevor er sicher verwahrt wird.
  • Ist die Patrone leer, wird sie ausgetauscht. Abhängig vom Modell ist dieser in der Regel nur kurzfristig wiederverwertbar, bevor er ersetzt werden muss.

Feuchtinstallation

Die Feuchtinstallation kann nicht nur von Menschen verwendet werden, die von einer Bronchitis betroffen sind, sondern auch Betroffenen mit anderen Lungenkrankheiten helfen, die Symptome abzumildern. Eine Feuchtinhalation mithilfe eines Membran- oder Düsenverneblers, der aus dem antibiotischen, entzündungshemmenden, schleimlösenden und/oder atemwegserweiternden Medikament einen inhalierbaren Wirkstoffdampf (Aerosol) erzeugt.

Wissenswert: Entweder wird eine gebrauchsfertige Lösung in den Inhalator gegeben, oder es muss die Kochsalzlösung mit dem jeweiligen Medikament händisch vermengt werden. Ist Letzteres der Fall, ist besonders auf Hygiene zu achten.

Die Sauerstofftherapie

Vor allem Patienten, die von einer schweren Form der COPD oder Lungenfibrose betroffen sind, bekommen vom Arzt eine sogenannte Langzeit-Sauerstofftherapie verordnet.

Was ist eine Langzeit-Sauerstofftherapie?

Bei einer Langzeit-Sauerstofftherapie wird dem Patienten Sauerstoff für mindestens 16 Stunden täglich dauerhaft gegeben.

Wann wird eine Langzeit-Sauerstofftherapie bei einer Lungenerkrankung verordnet?

In der Regel verordnet der Arzt dem Patienten eine Langzeit-Sauerstofftherapie, die aufgrund ihrer Lungenerkrankung (z. B. Lungenfibrose, COBD, Lungenemphysem usw.) unter chronischem Sauerstoffmangel leiden.

Wie wird eine Langzeit-Sauerstofftherapie umgesetzt?

Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass eine Sauerstofftherapie für mindestens 16 Stunden erfolgen muss, damit sie dem Patienten hilft. Für die Umsetzung einer Langzeit-Sauerstofftherapie muss der Patient mittlerweile nicht mehr ins Krankenhaus, da es mittlerweile nicht nur stationäre, sondern auch mobile/tragbare Sauerstoffgeräte gibt. Derartige Geräte sind mittlerweile so klein, dass betroffene Patienten kaum mehr in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind, trotz Krankheit.

Wissenswert

In der Regel wird Sauerstoff über die Nase verabreicht.

Welche Risiken/Nebenwirkungen können bei einer Langzeit-Sauerstofftherapie auftreten?

  • Ist das Sauerstoffgerät auf eine hohe Durchflussrate eingestellt, kann das zum Austrocknen der Nasenschleimhäute führen.
  • Die Sauerstoffbehandlung darf nicht in Eigenregie verändert werden. Es muss sich unbedingt an die Durchflussrate des Sauerstoffs gehalten werden, die der Arzt vorgegeben hat. Auch von einer kurzfristigen Sauerstoffüberdosierung ist abzuraten, da das schwerwiegende Folgen haben kann.
  • Der Sauerstoff darf auf keinen Fall überdosiert werden.

Nosokomiale Pneumonie: Diese Präventionsmaßnahmen sind in einer Seniorenpflegeeinrichtung gültig

Welche Erreger können eine nosokomiale Pneumonie auslösen?

Folgende Erreger sind der Grund für das Auftreten einer nosokomialen Pneumonie:

  • Staphylococcus Aurus
  • Pseudomonas aeraginosa
  • Klebstella pneumoniae
  • Escherichia coli
  • Enterobacter cloacae
  • Legionellen

Wissenswert

Bestimmte Risikofaktoren können bei geriatrischen Patienten ebenfalls das Entstehen einer nosokomialen Pneumonie begünstigen (z. B. Aspergillen oder der Patient ist auf die Einnahme von Immunsupressiva angewiesen).

Welche Risikofaktoren können das Entstehen einer nosokomialen Infektion begünstigen?

  • Alle Faktoren, die die Besiedelung des Magens oder des Orophorys mit Mikroorganismen begünstigen können. Das wären z. B. die Einnahme von Antibiotika, das Vorhandensein einer chronischen Lungenerkrankung usw.
  • Umstände, die einen Reflux oder eine Aspiration begünstigen können. Das wären z. B.
    • eine Bauch-OP
    • Intubation
    • Magensonde
    • Hals-OP
    • Koma
    • Ständig liegende Position
  • Der Patient ist für einen längeren Zeitraum auf eine künstliche Beatmung angewiesen.
  • Patienteneigene Risikofaktoren (z. B. hohes Lebensalter, Immobilität des Patienten, schwere Grunderkrankungen usw.)

Wissenswert

Patienten bei denen vorher erwähnte Risikofaktoren vorhanden sind bzw. bei denen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, sind unter besondere Beobachtung zu stellen.

Nosokomiale Pneumonie: Die einzelnen Präventionsmaßnahmen

  • Die Pflegekraft muss vor dem Betreten und nach dem Verlassen des Patientenzimmers unbedingt eine hygienische Händedesinfektion durchführen. Dabei müssen die Vorgaben der hausinternen Pflegestandards unbedingt eingehalten werden.

Tipp

Wie diese aussehen kann im Pflegehandbuch der Seniorenpflegeeinrichtung nachgelesen werden.

  • Sobald die Möglichkeit besteht, dass die Pflegekraft mit Sekreten in Kontakt kommt, muss sie Einmalhandschuhe tragen.
  • Stehen eine Extubation oder Intubation an, dürfen die aseptischen Kaulelen nicht vergessen werden.

Tipp

Um eine Aspiration zu vermeiden, muss vor einer Extubation das im Orophrynir angesammelte Sekret abgesaugt werden.

  • Nach einer Operation im Thorax- oder Halsbereich ist der Patient dazu anzuleiten, tief einzuatmen bzw. eventuelles Sekret abzuhusten. Bei Risikopatienten empfiehlt sich eine intensive Atemtherapie unter der Aufsicht eines Physio- oder Ergotherapeuten. Des Weiteren ist eine adäquate Schmerztherapie sinnvoll, um zu verhindern, dass es zu Atembeschwerden aufgrund der Operation kommt. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass die postoperative Mobilisation des geriatrischen Patienten frühzeitig beginnt.
  • Ist der Patient auf Medikamentenvernebler angewiesen, müssen diese fachgerecht in der Seniorenpflegeeinrichtung aufbereitet werden. Alternativ können auch Einmalprodukte verwendet werden. Es dürfen für den Medikamentenvernebler nur sterile Flüssigkeiten verwendet werden. Am besten, Medikamente, die in Einzelampullen abgefüllt sind. Bei einer Sauerstoffinsufflation sollten vor allem Einmalprodukte genutzt werden.
  • Ist der geriatrische Patient auf eine parenterale Ernährung angewiesen, müssen die Ernährungssonden entsprechend des Pflegehandbuchs durchgeführt werden. Dabei ist die Lage der Sonde regelmäßig zu überprüfen. Ist für den Betroffenen eine parenterale Ernährung nicht mehr notwendig, muss auch sofort die Sonde entfernt werden.
  • Auf eine regelmäßige und ordentliche Mundhygiene des Senioren ist unbedingt zu achten.

Patienten mit Lungenerkrankungen in der Pflege

Standardpflegepläne helfen zwar dabei einen groben Überblick über generelle Ziele, Probleme und Maßnahmen bei der Pflege von Patienten mit einer Lungenerkrankung zu bekommen, sind aber nicht immer zu 100% umsetzbar. Jede Pflegeplanung muss individuell an die Erkrankung des Patienten und die daraus resultierenden Einschränkungen angepasst werden. In der ambulanten Pflege orientieren sich Pflegeplanung an den vorhandenen Ressourcen und natürlich auch an dem tatsächlichen Pflegeaufwand.

Probleme, Maßnahmen und Pflegeziele bei Patienten mit Lungenerkrankungen

Kommunikation

Bei einer schon sehr weit fortgeschrittenen Lungenerkrankung mit einhergehender Atemnot, kann die verbale Kommunikationsfähigkeit des Betroffenen negativ beeinträchtigt sein. Eine gute Pflege soll aber gewährleisten, dass sich der Lungenerkrankte weiterhin verständlich machen kann. Um dieses Pflegeziel zu erreichen, stehen verschiedene Pflegemaßnahmen zur Auswahl:

  • Ist der Patient zu keiner verbalen Kommunikation mehr fähig, sollte nach alternativen Kommunikationsmöglichkeiten gesucht werden, z. B. Schreibblock usw.
  • Damit Patienten mit Lungenerkrankungen nicht zu viel reden müssen, sollten die Fragen so gestellt werden, dass sie mit einem einfachen "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können.
  • Gerade bei einer eingeschränkten verbalen Kommunikationsfähigkeit ist es wichtig, dem Patienten genügend Zeit zu lassen um zu antworten. Manchmal kann es notwendig werden, einem Erkrankten die Hand zu halten, um ihm die notwendige Sicherheit zu geben.

Bewegung

  • In den letzten Stadien verschiedener Lungenerkrankungen können Patienten an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen. Sie brauchen all ihre Reserven, um zu atmen und sind kaum belastbar.
  • Es ist die Aufgabe der Pflegekraft zu überprüfen und zu dokumentieren, wie sich die Leistungsfähigkeit des Patienten im Laufe des Tages entwickelt. Für den Patienten anstrengende Tätigkeiten und Aufgaben, wie z. B. Bewegungsübungen, sollten in die Tageszeit gelegt werden, bei der der Patient am leistungsfähigsten ist.
  • Wichtig: Auch wenn der Patient durch seine Lungenerkrankung völlig entkräftet ist, ist es trotzdem wichtig, dass dieser entsprechend seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten körperlich aktiv bleibt.
  • Beim Durchführen der Grundpflege sollte man dem pflegebedürftigen Patienten die Möglichkeit geben, sich hinzusetzen.
  • Lungenkranke Patienten sind genau zu beobachten. Dabei ist insbesondere auf die Symptome einer Zyanose zu achten. Des Weiteren sollte auch die Atmung des Betroffenen überwacht werden. Ist eine Veränderung der Atemgeräusche wahrzunehmen, ist sofort ein Arzt bzw. Notarzt zu verständigen.
  • Bei bettlägerigen Patienten, die von einer Lungenerkrankung betroffen sind, sind ebenfalls Bewegungsübungen mit Beinen und Armen notwendig.

Die vitalen Funktionen des Lungenerkrankten aufrechterhalten

  • Die Pflegekraft sollte dem Patienten Entspannungstechniken zeigen.
  • Der kranke Senior sollte zu gymnastischen Übungen animiert werden, um die Beweglichkeit dessen Thorax zu verbessern.
  • Leichtes Ausdauertraining bei geringer bis mittelmäßiger Belastung ist auch für geriatrische Patienten sinnvoll.
  • Mit lungenerkrankten Patienten sollte das Ausatmen mit Lippenbremse geübt werden. Beim Ausatmen sind die Lippen fest geschlossen. Derartige Übungen dürfen nicht mit Betroffenen durchgeführt werden, die an einem Lungenemphysem leiden.
  • Der zu Betreuende sollte in eine Position gebracht werden, die ihm das Atmen erleichtert.
  • Es obliegt der Pflegekraft darauf zu achten, ob der Lungenkranke an Allergien leidet, die Einfluss auf das Krankheitsbild haben können.

Geistige Verwirrung und Desorientierung bei Lungenpatienten

Bei einer fortschreitenden Lungenerkrankung ernster Natur ist es keine Seltenheit, dass es zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns kommt. Das kann zu einer zeitweiligen Desorientierung bzw. Verwirrung führen. Um den Senioren vor Schäden zu schützen, sollte die Pflegekraft folgendermaßen vorgehen:

  • Sie sollte beruhigend auf den Betroffenen einwirken und ihn gegebenenfalls in sein Zimmer bringen.
  • Es ist wichtig, sollte Patienten vor einer Reizüberflutung zu schützen, zu der es zum Beispiel durch Radio, Fernseher usw. kommen kann.
  • Die Vitalwerte des Patienten müssen konstant überwacht werden.
  • Es müssen umfassende Maßnahmen zur Sturzprophylaxe getroffen werden.
  • Die Pflegekraft muss darauf achten, dass der Betroffene während seiner verwirrten bzw. desorientierten Phase keine Gefahr für sich oder andere ist.

Patienten mit Lungenerkrankung: Was ist bei der Verabreichung von Kortison zu bedenken?

Muss ein Patient mit Lungenerkrankung Kortison einnehmen, sollte darauf geachtet werden, dass das Medikament morgens verabreicht wird, da die körpereigene Cortison Produktion üblicherweise morgens am höchsten ist. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass eine Therapie mit hoch dosiertem Kortison möglichst langsam ausgeschlichen wird.

Lungenerkrankte Patienten neigen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit: Was muss die Pflegekraft tun

  • Die Grippeschutzimpfung ist für geriatrische Patienten immer sinnvoll. Völlig unabhängig, ob sie von einer Lungenerkrankung betroffen sind oder nicht.
  • Eine Impfung gegen Pneumokokken kann für Senioren ebenfalls ratsam sein.
  • Senioren mit einer Lungenerkrankung müssen Abstand von anderen Erkrankten halten.
  • Ausreichend Schlaf ist für Lungenerkrankte unverzichtbar.
  • Eine kalzium- und vitaminreiche Ernährung ist für Patienten mit einer Lungenerkrankung von Vorteil.
  • Der Patient ist konsequent auf eventuellen Infekten neben der Grunderkrankung zu überwachen usw.

Die genannten Pflegeaufgaben sind nur ein kleiner Auszug der Tätigkeiten, die auf eine Pflegekraft bei der Pflege von lungenkranken Patienten zukommen.