Herzrhythmusstörungen bei Senioren

Besonderheiten in der Pflege bei Arrhythmien - Was löst sie aus & wie erkennt man sie?
Herzrhythmusstörungen bei Senioren
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Inhaltsverzeichnis

Gerade Menschen mit einem höheren Lebensalter haben vermehrt mit Herzrhythmusstörungen zu kämpfen. Doch was genau sind Herzrhythmusstörungen?
Ist jemand von einer Arrhythmie betroffen, hat er damit zu kämpfen, dass sein Herz zeitweise unregelmäßig schlägt. Das bedeutet, dass das Herz entweder zu langsam (Bradykardie) oder zu schnell (Tachykardie) schlägt. Aber auch eine Reizweiterleitungsstörung gehört in die Kategorie Herzrhythmusstörung.

Was kann Arrhythmien auslösen?

Was kann zu einem schnellen Herzrhythmus führen?

  • Körperliche Aktivitäten
  • Anregende Medikamente (z. B. Medikamente gegen Erkältung/Heuschnupfen usw.)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen

Was kann zu einem langsamen Herzrhythmus führen?

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schmerzen
  • Müdigkeit
  • Hunger
  • Verdauungsbeschwerden (Erbrechen/Durchfall)
  • Übermäßige Reizung des Vagusnervs

Herzrhythmusstörungen: Was sind die Symptome?

  • Der Patient zeigt eine gewisse Unruhe
  • Der Patient hat einen unregelmäßigen Herzschlag
  • Herzrasen
  • Extrasystole (Herzstolpern)
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Ohnmacht

Achtung

Ausgeprägte Herz-Rhythmusstörungen können lebensbedrohend sein.

  • Wie gefährlich eine Arrhythmie ist, hängt von ihrem Ursprung ab. Herzrhythmusstörungen, die am Vorhof entstehen, sind in der Regel ungefährlich (Vorhofflimmern). Bei einer Arrhythmie, die in der Herzkammer ihren Ursprung hat, sieht das wiederum ganz anders aus. Sie kann zu Kammerflimmern führen, was lebensbedrohend ist.
  • Herzrhythmusstörungen müssen nicht immer Symptome zeigen, weshalb gerade bei älteren Menschen die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen äußerst wichtig ist. Nur so kann eine Erkrankung des Herzens rechtzeitig erkannt werden.

Was sind die Symptome von Vorhofflimmern?

  • Schneller und unregelmäßiger Puls
  • Herzstolpern
  • Atemnot
  • Angstgefühl beim Patienten
  • Brustschmerzen
  • Schwindel
  • Schnelle körperliche Erschöpfung

Tipp

Um zu überprüfen, ob Patienten bzw. Senioren von Vorhofflimmern betroffen sind, sollten regelmäßig deren Puls erfühlt und der Blutdruck gemessen werden.

Wissenswert

Beim Arzt werden die Herzmuskelströme über ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, überprüft.

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Vorhofflimmern kann mit Medikamenten oder eine Ablation (Operation am Herzen) behandelt werden. Bei der Ablation wird mithilfe von Sonden, die entweder extreme Kälte oder Wärme abgeben, das Herzmuskelgewebe verödet. Dieser Eingriff soll dafür sorgen, dass die falschen elektrischen Signale unterdrückt werden.

Herzstolpern/Extrasystolen

Extrasystolen sind Herzrhythmusstörungen, die auch bei gesunden Menschen auftreten können.

Was sind Extrasystolen?

Bei Extrasystolen handelt es sich um Schläge (Extraschläge), die neben den normalen Herzschlägen auftreten können. Die Patienten nehmen diese als Aussetzer oder Stolperer wahr. Vor allem bei Belastungssituationen können gelegentlich Extrasystolen auftreten. Solche Situationen können z. B. die Einnahme von Medikamenten, zu viel Alkohol, Kaffee oder Nikotin, Aufregung oder Übermüdung sein. Doch auch diverse Krankheiten können Extrasystolen auslösen.

Tipp

Erst bei regelmäßigen bzw. mehrmaligen Auftreten von Extrasystolen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Stellt dieser fest, dass die Ursache tatsächlich eine Erkrankung ist, erfolgt eine Behandlung.

Welche Auswirkungen haben Arrhythmien und wie werden sie behandelt?

Arrhythmien können für den Betroffenen äußerst unangenehm sein. Ist es für diese nicht mehr auszuhalten, sollte unbedingt mit dem Arzt darüber gesprochen werden. Dieser lässt meist ein Elektrokardiogramm erstellen, um die Ursache der Herzrhythmusstörungen zu ermitteln. Von diesem Untersuchungsergebnis hängt es ab, wie die weitere Behandlung aussieht.

Steckt keine ernste Erkrankung hinter den Arrhythmien, ist normalerweise keine Behandlung/Therapie notwendig. Wird das Stolpern des Herzens von dem Betroffenen als sehr beängstigend wahrgenommen, gibt es die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung. So kann der Arzt sehr niedrige Betablocker verschreiben, die bei Einnahme sehr schnell dafür sorgen, dass das unangenehm beängstigende Gefühl nachlässt.

Werden die aufgetretenen Herzrhythmusstörungen als gefährlich eingestuft, erfolgt auf jeden Fall eine medikamentöse Behandlung. Werden nämlich Herzrhythmusstörungen nicht behandelt, können schwerwiegende Folgen auftreten.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Behandlung von gefährlichen Arrhythmien?

  • Kardioversion
  • ICD-Implantation
  • Herzschrittmacher
  • Ablation am Herzen
  • Antiarrhythmika bei Tachykardie

Achtung

Bei starken Arrhythmien bzw. Herz- Rhythmusstörungen können im Herzen Blutgerinnsel entstehen, die sich lösen und die feinen Blutgefäße im Gehirn verstopfen können. Zudem können starke Herzrhythmusstörungen dazu führen, dass eine Herzinsuffizienz entsteht. Die schlimmste Auswirkung einer Arrhythmie ist der plötzliche Herztod.

Was kann man mit Herzrhythmusstörungen selbst tun?

  • Falls für diverse andere Krankheiten Medikamente eingenommen werden müssen, diese wechseln oder weglassen. Aber immer nur in Rücksprache mit dem Hausarzt, niemals in Eigenregie!
  • Verzicht auf Nikotin
  • Verzicht auf Koffein
  • Verzicht auf Alkohol
  • Kommt es nur bei starken körperlichen Aktivitäten zu Herzrhythmusstörungen, sind diese zu vermeiden.

Reizweiterleitungsstörungen als Auslöser für Herzrhythmusstörungen

Auch Reizweiterleitungsstörungen fallen in die Kategorie „Herzrhythmusstörungen“. Es gibt verschiedene Formen/Gruppen der Weiterleitungsstörungen.

Was ist eine Reizweiterleitungsstörung?

Der Herzschlag hat seinen Ursprung im Sinusknoten. Er ist sozusagen der Taktgeber für das Herz. Er sitzt direkt im Vorhof und leitet den Herzrhythmus in die Herzkammern über Leiterbahnen (Tawara-Schenkel, HIS-Bündel und Parkringe-Fasern). Zwischen dem Sitz des Sinusknoten im rechten Vorhof und den Herzkammern befindet sich der sogenannte AV-Knoten. Er hat die Funktion eines Filters und soll unnötige Herzschläge herausfiltern, um die Herzfunktion nicht zu beeinträchtigen. Kommen die Signale des Sinusknoten in der Herzkammer an, kommt es zu einer Stimulation des Herzmuskels. Das Herz schlägt!

Wissenswert

Abhängig davon, welcher Bereich des Reizweiterleitungssystems beschädigt ist, können sich Reizweiterleitungsstörungen jeweils mit anderen Symptomen manifestieren.

Welche Reizweiterleitungsstörungen gibt es?

  • Störungen des Sinusknoten: Bei Störungen des Sinusknoten funktioniert die Erregungsbildung aufgrund von Degeneration oder hohem Alter nicht mehr richtig bzw. die Signalweiterleitung des Sinusknoten ist gestört, was dazu führt, dass die Signale nicht mehr richtig beim Herzvorhof ankommen (z. B. Sick-Sinus-Syndrom).
  • AV-Block (Störungen des AV-Block): Normalerweise entsteht die Erregung direkt im Sinusknoten und gelangt über den Vorhof zum AV-Knoten. Leitet dieser die Signale verzögert oder überhaupt nicht weiter, kommt es zu einer Herzrhythmusstörung.
  • Schenkelblock (Störungen der Leitungsbahnen in den Herzkammern): Die Weiterleitung der Erregung kann auch im Bereich der Tawara-Schenkel blockiert sein (Rechts- und Linksschenkelblock)

Atrioventrikular Block (AV-Block)

Beim atrioventrikulären Block, kurz AV-Block, kommen die Impulse nicht mehr richtig in den Herzkammern an. Insgesamt gibt es drei verschiedene Ausprägungen dieser Herzrhythmusstörung.

AV-BlockBeschreibung
Grad IEs erfolgt eine verzögerte Weiterleitung der Impulse, das Herz schlägt aber trotzdem in einer rhythmischen und normalen Geschwindigkeit.
Grad IIEs treten zeitweise Unterbrechungen der Weiterleitung auf. Das bedeutet, dass das Herz ab und an einen Schlag aussetzt.
Grad IIIDa keine Weiterleitung mehr gegeben ist, versucht der Körper das Stehenbleiben des Herzens durch die Bildung von Ersatzimpulsen zu verhindern. Patienten mit einem AV-Block Grad II haben einen sehr langsamen Herzschlag (<40 Schläge/Min). Achtung, Patienten mit einem AV-Block Grad III sind auf einen Herzschrittmacher angewiesen.

Atrioventrikular Block: Die Symptome

Wie stark die Symptome bei AV-Block-Patienten ausgeprägt sind, hängt vom Schweregrad der Störung ab. Menschen mit einem AV-Block Grad 1 merken eventuell vorhandene Herzrhythmusstörungen überhaupt nicht. Erst ab einem AV-Block Grad II treten Symptome auf, wie z. B. Herzstolpern, Herzklopfen, Schwindel oder Schwächegefühl. Steht der Patient unter starkem psychischem Stress oder körperlicher Anstrengung können noch zusätzliche Symptome, wie z. B. Synkopen (Ohnmachtsanfälle), Brustschmerzen oder Luftnot auftreten.

Wissenswert

Bei einem AV-Block Grad III können die vorher genannten Symptome auch während Ruhephasen auftreten. Zusätzlich kommt es zu Wasser im Gewebe, was dazu führt, dass die Unterschenkel anschwellen.

Welche Ursachen können einen AV-Block begünstigen?

  • Medikamentennebenwirkung
  • Hormonelle Störungen
  • Infektionskrankheiten z. B. Borreliose
  • Autoimmunerkrankungen
  • Angeborener Herzfehler
  • Herzmuskelentzündungen
  • KHK (koronare Herzkrankheit)

Wissenswert

Ein hohes Alter, hoher Blutdruck und/oder Diabetes können ebenfalls das Entstehen eines atrioventrikular Blocks begünstigen.

Wie wird ein AV-Block begünstigt?

Unregelmäßigkeiten des Herzschlags fallen in der Regel beim Abhören des Herzens oder des Pulsmessens auf. Der Arzt wird in Folge einer solchen Feststellung mithilfe eines EKGs den Patienten untersuchen. Anhand der EKG-Kurve kann der Arzt normalerweise den Schweregrad des AV-Blocks ermitteln. Um seine Diagnose zu bestätigen, wird er aber noch weitere Untersuchungen durchführen, wie z. B. ein Langzeit- EKG, Belastungs-EKG, Echokardiografie, Herzkatheter-Untersuchung usw.

Wie wird ein AV-Block behandelt?

Ob und wie ein AV-Block behandelt wird, hängt davon ab, welche Beschwerden von der Störung ausgelöst werden. Bei der leichten Form des AV-Blocks ist in der Regel keine Behandlung notwendig. Bei einem AV-Block Grad III ist immer das Einsetzen eines Herzschrittmachers notwendig. Medikamente, wie z. B. Atropin, werden nur im absoluten Notfall verschrieben.

Was ist ein Schenkelblock?

Bei einem Schenkelblock handelt es sich um eine teilweise oder komplette Unterbrechung der Reizerregungsleitung, die sich über den rechten und linken Tawara-Schenkel (Herz) erstreckt.

Welche Funktion hat das HIS-Bündel?

Das HIS-Bündel dient zur Ableitung der Impulse/Signale aus dem AV-Knoten (Atrioventrikularknoten). Es besteht aus mehreren miteinander gruppierten Fasern, die sich wiederum in zwei Schenkel unterteilen. Der rechte und der linke Schenkel leiten jeweils die Signale an den rechten und linken Ventrikel weiter. Bei einem Schenkelblock können der rechte und/oder der linke Schenkel unterbrochen sein.

Wissenswert

Der linke Schenkel ist noch einmal in einen vorderen und hinteren Strang unterteilt. Ist einer dieser beiden blockiert, wird das als faszikulärer Block (Hemiblock) bezeichnet.

Wie wird der Schenkelblock behandelt?

In der Regel kommt es bei einem Schenkelblock zu keinen Beschwerden. Eine Behandlung ist daher nicht notwendig, da der rechte Schenkelblock normalerweise ungefährlich ist. Selbst bei Gesunden kann ein Rechtsschenkelblock auftreten.

Achtung

Ein Rechtsschenkelblock kann die Auswirkung einer gravierenden Schädigung des Herzens sein, wie das zum Beispiel bei einem Herzinfarkt der Fall ist.

Der Linksschenkelblock ist dagegen äußerst ernst zu nehmen. Vor allem wenn ältere Menschen davon betroffen sind, kann das ein deutlicher Hinweis auf Arteriosklerose oder KHK sein.

Die Pflege von Patienten mit Herzrhythmusstörungen: Grundsätzliches

  • Verdichten sich die Anzeigen, dass eine Gefahr für Leib und Leben des Patienten besteht, ist immer ein Notarzt zu verständigen. Besser ein Fehlalarm zu viel als dem Bewohner des Seniorenwohnheims eine Behandlung vorzuenthalten oder verzögert zukommen zu lassen.
  • Zu Herzrhythmusstörungen bei Patienten sollte die Pflegekraft wissen, dass die Beeinträchtigung des Patienten von dessen Wahrnehmung abhängt. Es gibt Betroffenen die Störungen überhaupt nicht wahrnehmen bzw. relativ gut wegstecken während andere sofort panisch reagieren, weil sie die Herzrhythmusstörungen als lebensbedrohend empfinden.
  • Vor dem Einsatz von sogenannten Antiarrhythmika muss deren Nutzen zu möglichen „schweren“ Nebenwirkungen gut abgewogen werden.
  • Manchmal kann die Ursache von Herzrhythmusstörungen psychischer Natur sein. Trotzdem muss die Pflegekraft darauf achten, dass sie dem Pflegebedürftigen nicht das Gefühl vermittelt, dass er seine Krankheit selbst verschuldet hat.

Pflege von Herzrhythmusstörungs-Patienten: Die Ziele

  • Lebensbedrohende Situationen und Komplikationen sollen frühzeitig erkannt werden.
  • Das herausfinden des Auslösers und die Behandlung der Herzrhythmusstörungen.
  • Abbau von Angst beim des Patienten.
  • Verbesserung der Lebensqualität des Pflegebedürftigen.
  • Aktive Einwirkung auf dem Patienten, damit dieser seinen Lebensstil ändert, um sein Herz aktiv zu entlasten.
  • Überprüfung der Wirksamkeit der Therapie, die vom Arzt verordnet wurde.
  • Das Erkennen von unerwünschten Wechsel- oder Nebenwirkungen und das Finden von alternativen Therapien.

Welche vorbereitenden Tätigkeiten kommen auf die Pflegekraft bei der Ankunft eines neuen Patienten mit Herzrhythmusstörungen zu?

Bei jedem Patienten mit Herzrhythmusstörungen muss die Pflegekraft einige Vorbereitungen treffen. Dazu gehört erst einmal das Einholen von Informationen, z. B.

  • Das Befragen von Angehörigen über die Gewohnheiten, Vorlieben und Krankheitssymptome des Patienten.
  • Das Einsehen und Erstellen eines Medikamentenplans.

Tipp

Sind für die Pflegekraft Medikamente dabei, die sie noch nicht kennt, sollten sie sich über deren Wirkungsweise und eventuelle Nebenwirkungen informieren.

  • Die Pflegedokumentation des Patienten anzulegen bzw. zu aktualisieren und dem Arzt bei jedem Besuch zur Verfügung zu stellen. Insbesondere dann, wenn der Patient bereits an Demenz erkrankt ist, erleichtert das die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten erheblich. Dazu sollte dem Arzt folgende Informationen mitgeteilt werden.
  • Seit wann treten die Herzrhythmusstörungen beim Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung auf?
  • War der Senior die letzten Wochen, Monate oder Jahre von Angina Pectoris betroffen?
  • Wurde er deswegen schon behandelt?
  • Wird dem Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung schwarz vor Augen, sobald er seinen Kopf bewegt?
  • Natürlich muss der Arzt auch über andere Grunderkrankungen des Patienten informiert werden. (Die folgende Aufstellung soll den Neulingen unter den Pflegekräften einen groben Überblick darüber geben, welche Grunderkrankungen des Patienten für den Arzt relevant sind.)
  • Wurden beim Patienten bereits Herzerkrankungen diagnostiziert?
  • Ist der Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung von Hormonstörungen betroffen, wie z. B. Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion.
  • Leidet der Heimbewohner an einer Jodunverträglichkeit?
  • Ist der Patient von einer Anämie betroffen?
  • Wurde bei dem Senior eine Arteriosklerose diagnostiziert?
  • Leidet der Bewohner an einer Nieren- oder Leberfunktionsstörung?
  • Hat der geriatrische Patient Asthma?
  • Ist der alte Mensch von grünem Star oder Darmträgheit betroffen?
  • Wurde bei dem Senior ein Zwölffingerdarm- oder Magengeschwür diagnostiziert?

Pflege von Patienten mit Herzrhythmusstörungen: Welche Medikamente nimmt der Pflegebedürftige Patient bereits ein?

  • Welche Medikamente muss der Patient einnehmen, die Auswirkungen auf seine Erkrankungen haben können?
  • Welche rezeptfreien bzw. freiverkäuflichen Medikamente nimmt der Patient ein, die bis jetzt noch nicht in der Pflegedokumentation aufgenommen wurden?
  • Nimmt der geriatrische Patient Betablocker ein, wie z. B. Propranolol, um eine Hypertonie- oder KHK-Erkrankung zu behandeln?
  • Ist der Pflegebedürftige auf die Einnahme von Kalziumantagonisten angewiesen?
  • Muss der Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung aktuell Makrolid-Antibiotika aufgrund einer Infektion einnehmen?
  • Wird der Patient aktuell medikamentös gegen Depressionen behandelt?
  • Leidet der Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung an Allergien? Wenn ja, welche?
  • Ist der geriatrische Patient von Prostatabeschwerden betroffen? Ja? Nimmt er dagegen Medikamente?
  • Auch wenn es in den Ohren einer jüngeren Pflegekraft seltsam klingen mag, doch Senioren können noch sexuell aktiv sein. Darum sollte sie den Bewohner auch danach fragen. Ganz wichtig ist die Frage, ob der Patient für ein erfülltes Sexualleben Hilfsmittel in Form von Tabletten, wie z. B. Vardenafil, Tadalafil oder Sildenafil verwendet.
  • Ist der geriatrische Patient von Rheuma betroffen?
  • Durchläuft der Senior aktuell eine Schmerztherapie?
  • Neigt der Heimbewohner zu Thrombosen? Bekommt er dagegen Medikamente?
  • Neigt der Senior zu häufigem Erbrechen oder Übelkeit?

Wie ist es um den Lebensstil des von Herzrhythmusstörungen betroffenen Senioren bestellt?

  • Hat der betroffene Heimbewohner eine Vorliebe für enge Kleidung?
  • War der Erkrankte in jungen Jahren vermerkt sportlich aktiv?
  • Konsumiert der Bewohner der Seniorenpflegeeinrichtung Drogen, Nikotin und/oder Alkohol?

Pflege von Patienten mit Herzrhythmusstörungen: Welche allgemeinen Maßnahmen sind zu treffen?

  • Hat sich die Herzrhythmusstörung bereits zu einer Herzinsuffizienz entwickelt, sollten alle anstrengenden Tätigkeiten für den Patienten vermieden werden.

Tipp

Bei der Pulsmessung von Patienten mit Herzrhythmusstörungen wird immer für eine ganze Minute der Puls gemessen, um zu überprüfen, ob er gleichmäßig schlägt.

  • Kommt es zu Kammerflimmern, darf der Heimbewohner nur insoweit wiederbelebt werden, insofern in der Patientenverfügung nichts anderes steht.
  • Ist ein Senior von Herzrhythmusstörungen betroffen, kann eines der vielen Medikamente der Auslöser sein, die geriatrische Patient der Auslöser sein. Natürlich können die Störungen auch durch Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten sein. Achtung, ein Absetzen in Eigenregie ist keine gute Idee und kann gefährlich werden. Es sollte immer Kontakt mit dem Arzt aufgenommen werden, um gemeinsam nach Alternativen zu suchen.
  • Sind die Herzrhythmusstörungen schon soweit forteschritten, dass der Patient einen Schrittmacher braucht, fürchten sich gerade ältere Menschen oft vor so einem schweren Eingriff. Es ist die Aufgabe der Pflegekraft den Patienten entsprechend Mut zu machen.
  • Für Senioren mit Herzrhythmusstörungen kann direkte Sonneneinstrahlung und große Hitze für den Betroffenen schnell gefährlich werden. Aus diesem Grund sind für solche Patienten im Sommer entsprechende Hitzeschutzmaßnahmen zu treffen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herzrhythmusstörungen

  • Den Betroffenen beruhigen, denn Angst und Aufregung können eine Herzrhythmusstörung noch verschlimmern.
  • Der Erkrankte sollte gebeten werden sich hinzulegen und sich auszuruhen.
  • Sind Herzrhythmusstörungen beim Patienten bereits diagnostiziert, verabreicht die Pflegekraft bei einem Anfall entsprechend der ärztlichen Verordnung eine Bedarfsmedikation.

Akute Herzrhythmusstörungen: So geht die Pflegekraft damit um

Spricht ein Heimbewohner davon, dass sein Herz wieder unregelmäßig schlägt, solle die Pflegekraft als erstes seine Vitaldaten (Blutdruck/Pulsfrequenz) überprüfen. Wie ist die Qualität des Pulses? Ist er gut feststellbar? Ist er hart oder weich? Wie beschreibt der Patient seine Herzrhythmusstörungen (Herzjagen/Herzstolpern/Herzklopfen)? Wirkt der Bewohner ängstlich, benommen oder aufgeregt? Ist der Pflegebedürftige von Gleichgewichtsstörungen betroffen? Sind bei dem Erkrankten Symptome einer Zyanose und/oder Atemnot wahrzunehmen? Hat der Senior Probleme mit der Atmung? Hyperventiliert er vielleicht? Sind beim Patienten Sprachprobleme und/oder gesteigerte Schweißbildung festzustellen?

Achtung

Sprechen alle Symptome für einen Myokardinfarkt, ist sofort ein Notarzt zu verständigen!