Förderndes Gedächtnistraining für Pflegepatienten

Förderndes Gedächtnistraining für Pflegepatienten
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Inhaltsverzeichnis

Wenn das Gedächtnis und die Merkfähigkeit von Patienten (in höherem Alter / Senioren) nachlassen, kann ein förderndes Gedächtnistraining, auch als Gehirnjogging oder Gedächtnisübungen bekannt, die Situation verbessern. Wissenschaftler sind sich einig, dass mit gezielten Übungen nicht nur positive Effekte auf die Psyche, sondern auch auf die Durchblutung des Gehirns von Betroffenen erzielt werden können.

Was versteht man im Pflegebereich unter Gedächtnistraining?

Mit dem Begriff Gedächtnistraining werden jene Übungen und Maßnahmen bezeichnet, die die kognitiven Fähigkeiten einer Person mit Gedächtnisproblemen aufrecht erhalten und verbessern sollen. Durch sogenannte Memotechniken, die meistens in spielerischer Weise ausgeführt werden, wird das Gedächtnis des Senioren gezielt trainiert.

Dabei wird zwischen dem Kurzzeit- und dem Langzeitgedächtnis unterschieden:

  • Das Kurzzeitgedächtnis verarbeitet wissenschaftlich betrachtet nur die aktuelle Gegenwart.
  • Das Langzeitgedächtnis speichert hingegen Erfahrungen, Erlebnisse und Informationen, die über das ganze Leben gesammelt wurden.

Gedächtnistraining trainiert sowohl das Kurzzeit- als auch das Langzeitgedächtnis. Verschiedene Gedächtnisübungen regen verschiedene Synapsen im Gehirn an, um beide Erinnerungsarten zu trainieren.

Überblick: Gedächtnistraining

Wie wirkt Gedächtnistraining in der Pflege?

Die spielerischen Übungen des Gedächtnistrainings sollen die Vorgänge im Gehirn anregen. Es ist darauf ausgelegt, während des ganzen Lebens Wissen und Fähigkeiten zu speichern. Kommt es zu krankhaften Veränderungen oder beschädigten Arealen im Gehirn und einem gewissen Pflegegrad, leidet diese Fähigkeit. Dies kann beispielsweise bei Demenz oder Alzheimer der Fall sein. Das Gehirn ist allerdings in der Lage, Aufgaben wie das Speichern von Wissen auf andere Areale zu übertragen.

Die Synapsenverbindungen im Gehirn können ein Leben lang gebildet, verändert und repariert werden. Es ist also möglich, durch ein gezieltes Gedächtnistraining die Verbindungen im Gehirn anzuregen. So entsteht nicht nur eine positive Auswirkung auf das Gedächtnis und die Merkfähigkeit, sondern auch auf andere Fähigkeiten wie das Sprechen oder die Konzentrationsfähigkeit.

Entscheidend für die Bildung neuer Synapsen ist, wie begeistert ein Patient das Gedächtnistraining ausführt. Neue Synapsenverbindungen bilden sich in der Regel nicht, wenn ein Patient gelangweilt an dem Training teilnimmt.

Tipp

Die Abwechslung von Übungen ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für die Bildung neuer Synapsen. Achten Sie als Pflegekraft darauf, mit Ihren Patienten ständig wechselnde Gedächtnisübungen auszuprobieren. Patienten, die schon Ihr ganzes Leben lang mit Begeisterung Kreuzworträtsel lösen, können beispielsweise angeregt werden, einmal ein Sudoku auszuprobieren.

Wann wird Gedächtnistraining in der Pflege angewendet?

Ein Gedächtnistraining wird bei Patienten eingesetzt, die Schwierigkeiten mit ihrem Gedächtnis und/oder ihrer Merkfähigkeit haben und beispielsweise an Demenz erkrankt sind. Sowohl bei leichten als auch schweren Problemen kann Gedächtnistraining bei Senioren einen positiven Effekt haben.

Grundsätzlich sollten Sie aber im Hinterkopf behalten, dass das Training nur dann wirken kann, wenn der Patient Interesse an den Übungen zeigt. Bei Desinteresse wird ein Gedächtnistraining wahrscheinlich keine Früchte tragen. 

Die spielerischen Gedächtnisübungen, die die Synapsenbildung im Gehirn anregen sollen, können in der Pflege aber auch vorsorglich durchgeführt werden. Die Bildung neuer Synapsen hat auch bei Senioren, die keine Schwierigkeiten mit ihrem Gedächtnis haben, einen positiven Effekt.

Die Trainings werden im Pflegebereich meistens in größeren Gruppen mit bis zu 15 Patienten durchgeführt. Zusammen Übungen auszuführen, kann helfen, soziale Kontakte zu knüpfen und das Gefühl von Zugehörigkeit unter den Patienten zu stärken.

Tipp

Wenn Sie mit Ihren Patienten ein Gedächtnistraining durchführen möchten, legen Sie dieses wenn möglich auf den Vormittag. Die Übungen erfordern ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit von den Senioren, die Sie am besten vormittags aufbringen können.

Welche Ziele hat Gedächtnistraining für Menschen mit Demenz?

Ein Gedächtnistraining wird vor allem dann durchgeführt, wenn die Gedächtnisleistung eines Patienten nachlässt. Ein solches Training hat gleich mehrere Ziele:

  • Konzentrationstraining

Die Patienten müssen sich auf die Übungen konzentrieren, um sie ausführen zu können. Wiederholtes Training kann zu einer verbesserten Konzentrationsfähigkeit beitragen.

  • Aktivierung des Langzeitgedächtnisses

Die Übungen sollen nicht nur die Bildung neuer Synapsen fördern, sondern auch bestehende Synapsen stärken. Durch spezielle Übungen für das Langzeitgedächtnis sollen die vorhandenen Erinnerungen des Senioren beibehalten werden.

  • Entstehung sozialer Kontakte

Ein Gedächtnistraining findet meistens in Gruppen statt. Das gemeinsame Ausführen von Übungen kann zu neuen sozialen Kontakten führen. Durch die allgemein verbesserte Psyche des Patienten fällt es ihm leichter, bestehende Kontakte zu pflegen und neue einzugehen.

  • Förderung der Sinneswahrnehmungen

Häufig werden im Rahmen eines Gedächtnistrainings auch die Sinne trainiert. Durch das Anfassen von verschiedenen Gegenständen wie Steinen oder Wolle soll beispielsweise der Tastsinn angeregt werden.

  • Alltagstraining

Ein Gedächtnistraining kann sich auch positiv auf die alltäglichen Fertigkeiten eines Patienten auswirken. Hierbei ist es vor allem wichtig, diese Übungen immer wieder auszuführen, damit der Patient sie verinnerlichen kann.

  • Emotionale Stabilität

Hat ein Patient während der Übungen Erfolgserlebnisse und Spaß, dann wirkt sich das Gedächtnistraining auch positiv auf die emotionale Stabilität aus. Patienten mit Demenz leiden häufig an Depressionen und Isolation. Die Übungen können diesen Gefühlen entgegenwirken und zu einem besseren Wohlbefinden des Seniors beitragen.

Die Ziele des Gedächtnistraining im Überblick

Was sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gedächtnistraining in der Pflege?

Damit ein Gedächtnistraining erfolgreich ist, sollten Sie vorab auf einige wichtige Punkte achten. Grundsätzlich gilt, dass das Training an den jeweiligen Patienten angepasst werden sollte. Die Fähigkeiten und Persönlichkeiten eines jeden Patienten unterscheiden sich und sollten berücksichtigt werden.

Dafür ist es wichtig, die Übungen an die Möglichkeiten des Patienten und dessen Pflegegrad anzupassen. Für Demenzkranke können negative Folgen entstehen, wenn sie mit ihrem Unvermögen konfrontiert werden. Das Selbstwertgefühl des Seniors wird noch weiter geschwächt und der Patient verliert jeglichen Mut, sein Gedächtnis verbessern zu können.

  • Weder Über- noch Unterforderung zulassen

Sie sollten vorab bedenken, welche Übungen der Patient in der Lage ist auszuführen. Wichtig ist, dass er das Training mit Erfolgserlebnissen verbindet. So behält der Senior weiterhin den Spaß an den Übungen und das Training kann seine volle Wirkung erzielen.

Das Gedächtnistraining soll zwar Erfolgserlebnisse möglich machen, aber auch keine Unterforderung darstellen. Hier gilt es, einen guten Mittelweg zu finden. Gerade wenn nur eine leichte Beeinträchtigung des Gedächtnisses vorliegt, können Sie ruhig auch schwierige Übungen aussuchen.

  • An den Lebenserfahrungen des Patienten orientieren

Bei der Wahl der geeigneten Übungen sollten Sie sich auch an der Biografie des Patienten orientieren. Bringen Sie so viel wie möglich über sein Leben und seinen Alltag in Erfahrung. Hat ein Patient beispielsweise häufig gebacken, kann durch das Rühren eines Teiges eine Erinnerung an frühere Zeiten hervorgerufen werden.

Sie können sich möglicherweise auch an der Arbeit des Patienten orientieren. Hat er beispielsweise als Maler gearbeitet, könnten Sie ihm verschiedene Pinsel und Farben zeigen oder sogar mitbringen und so das Langzeitgedächtnis anregen.

  • Spielerisch und ohne Leistungsdruck vorgehen

Achten Sie bei den Übungen darauf, dass sie spielerisch ausgeführt werden. Das heißt, dass es keinen Leistungsdruck oder falsche Antworten auf Fragen gibt. Demenzpatienten leiden oft an einem geringen Selbstwertgefühl und sollten aufgebaut werden.

  • Rituale und Gewohnheiten einführen

Um es den Patienten so leicht wie möglich zu machen, sollten Sie auch auf Rituale achten. Durch Wiederholungen fällt es dem Gehirn leichter, sich Dinge einzuprägen. Den Patienten geben Rituale außerdem Sicherheit. Dafür kann es auch helfen, die Übungen thematisch zu gliedern. Gerade bei der Wortfindung kann es helfen, ein spezifisches Thema zu fokussieren.

  • Körper und Sinne in das Training miteinbeziehen

Sie können eine Themenstellung auch geschickt nutzen, indem Sie andere Sinne miteinbeziehen. Ist das Thema der Übungen beispielsweise der Herbst, können Sie Ihren Patienten Blätter, Kastanien und Eicheln in die Hände geben, um ihren Tastsinn zu wecken.

Abgesehen von den Sinnen sollte auch die Motorik angesprochen werden. Die Durchblutung wird verbessert, durch Anstrengung und eine tiefere Atmung steht dem Gehirn mehr Sauerstoff zur Verfügung. Sie können dazu auch Musik nutzen. Sie regt zum Mitsingen und vielleicht sogar zu Bewegungen an. Dadurch wird gleichzeitig auch der soziale Aspekt des Miteinander gestärkt.

Tipp

Vermeiden Sie Bewertungen wie „Das ist eine leichte Übung". Zum einen vermindern Sie dazu das Erfolgsgefühl des Patienten und zum anderen fördert es seine Frustration, falls die Übung ihm nicht gelingt.

  • Dauer der Gedächtnisübung

Achten Sie bei der Auswahl der Übungen auch darauf, wie lange das Gedächtnistraining insgesamt dauern wird. Patienten mit Demenz haben häufig eine veränderte Wahrnehmung von Zeit. Ein 30-minütiges Training erscheint ihnen viel länger. Das Training sollte diese Dauer nicht überschreiten.

  • Wer nicht will, der will nicht!

Sie sollten außerdem akzeptieren, wenn ein Patient kein Interesse daran hat, an einem Gedächtnistraining teilzunehmen. Auch wenn Sie der Meinung sind, dass ihm das Training helfen könnte, sollten Sie seine Entscheidung respektieren. Ein Gedächtnistraining unter Zwang wird ohnehin keinen Erfolg haben.

  • Erfolgserlebnisse ermöglichen

Niemand will sich umsonst bemühen. Wenn der Eindruck entsteht, dass sowieso alles falsch ist und die anderen alles besser können, geht die Freude an einer Sache verloren. Ermöglichen Sie den Menschen mit Demenz Erfolge und eine Bestätigung ihres Selbstbewusstseins.

Eine Überforderung zu vermeiden ist wichtig - das sollte aber nicht zu einer Unterforderung der Menschen mit Demenz führen. Viele Menschen mit Demenz, gerade diejenigen in einem früheren Stadium, können häufig mehr als nur Sprichwörter vervollständigen.

  • Es gibt kein Richtig oder Falsch

Beim Gedächtnistraining gibt es kein Richtig oder Falsch! Gedächtnistrainingsübungen werden von Menschen erstellt und jeder hat eine andere Betrachtungsweise. Was für den einen einfach und folgerichtig ist, muss noch lange nicht für den anderen so sein.

Gedächtnistraining bei Demenzkranken: Das sind die Voraussetzungen

Gedächtnistraining in der Pflege: Beispielübungen

Um ein Gedächtnistraining durchzuführen, können viele verschiedene Übungen ausgeführt werden. Sie sprechen unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen an. Schauen Sie also, welche Art von Übung zu welchem Patienten passt.

Pantomime und Bewegungen erraten

Pantomime oder Bewegungen zu erraten, soll alltägliche Handlungen trainieren. Diese Übungen werden in Gruppen durchgeführt.

Fangen Sie mit einer Handlung an, die für alle zum Alltag gehört, wie z. B. sich das Gesicht zu waschen. Bitten Sie die Gruppe, Ihre Bewegung nachzumachen. Fragen Sie dann, um welche Bewegung es sich handelt.

Bitten Sie den Teilnehmer, der rechts oder links von Ihnen sitzt, sich eine Tätigkeit auszudenken. Jeder Teilnehmer darf sich der Reihe nach etwas ausdenken und den anderen vormachen. Wenn einem Teilnehmer nichts einfällt, können Sie ihm leise einen Vorschlag machen. Geeignete Tätigkeiten könnten z. B. folgende sein:

  • Kochen
  • Sich die Nase putzen
  • Aus einer Tasse oder einem Glas trinken
  • Sich die Haare kämmen
  • Sich rasieren
  • Etwas aufschreiben

Aus dieser Übung ergeben sich gleich mehrere Vorteile für die Gruppe. Zunächst werden ihnen alltägliche Handlungen noch einmal bewusst gemacht, dadurch, dass die Patienten sich entscheiden, welche Bewegung sie vormachen und wie sie dies tun. Das Gleiche passiert auch beim Wiederholen und Erraten der Bewegung.

Jeder Teilnehmer darf sich für eine Bewegung entscheiden und bestimmt somit, was die anderen Teilnehmer ihm nachmachen sollen. Beim Benennen der Handlung wird die Wortfindung trainiert. Da die Bewegung nachgeahmt werden soll, müssen die Teilnehmer darauf achten, welche Handlung vorgeführt wird und wie diese wiederholt werden soll. Damit werden Aufmerksamkeit und Konzentration geübt.

Durch die Pantomime und das Raten werden Wortfindung, Entscheidungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration geübt und nachhaltig gestärkt.

Uhrzeiten oder Monate würfeln

Mit dieser Übung helfen Sie Ihren Patienten, sich mit der Tagesstruktur zu beschäftigen. Wenn sie wissen, welche Tätigkeit zu welcher Uhrzeit gehört, in welchem Monat sie sich befinden, dann sind sie Herr über ihre Zeit. Dies gibt ihnen das Gefühl der Freiheit und Selbstbestimmtheit.

Bei diesem Training arbeiten Sie mit Schaumstoffwürfeln. Die Würfel werden in die Mitte geworfen, Ihre Patienten müssen sich nach vorn beugen und diese wiederaufrichten. Daher trainiert diese Trainingseinheit auch die Bauch- und Rückenmuskulatur.

Für die Durchführung benötigen Sie 2 Schaumstoffwürfel:

  • Die Teilnehmer setzen sich auf Stühlen im Kreis.
  • Schlagen Sie der Gruppe nun ein Thema vor: Tageszeiten oder Monate.
  • Werfen Sie die Würfel in die Mitte und zählen Sie die Augen zusammen, die oben liegen.
  • Überlegen Sie mit der Gruppe, wenn Sie Tageszeiten gewählt haben, was man zu dieser Uhrzeit macht: Aufstehen, Kaffee trinken, einkaufen, im Garten arbeiten, kochen usw.

Geben Sie die Würfel an Ihren rechten oder linken Sitznachbarn weiter und fordern Sie ihn auf, diese in die Mitte zu werfen. Dann ist der Nächste dran, bis alle einmal geworfen haben.

  • Wenn Sie die Monate vorgeschlagen haben, können Sie mit der Gruppe überlegen, um welchen Monat es sich handelt.
  • Dann überlegen Sie gemeinsam mit der Gruppe, wer in diesem Monat Geburtstag hat, um welche Jahreszeit es sich handelt, welche Pflanzen wachsen, spezielle Feste, Aktivitäten (wandern, schwimmen, Rad fahren, auf die Kirmes gehen, in Urlaub fahren etc.). Fragen Sie die Gruppe, ob sie passende Lieder kennt und singen Sie diese mit der Gruppe.

Hinweis

Diese Übung können Sie auch mit einer Einzelperson durchführen. Die Vorgehensweise ist die Gleiche.

Zwillingswörter suchen

Wenn Sie mit Ihren Patienten Zwillingswörter suchen, trainieren Sie ihre Konzentration. Konzentration bedeutet geistige Sammlung, gezielte Lenkung auf bestimmte Erlebnisinhalte wie z. B. auf die Wahrnehmung, Gedanken und Handlungen. Konzentration ist die Voraussetzung für die Merkfähigkeit. Ohne Konzentration werden Informationen nicht richtig aufgenommen und können demzufolge nicht gespeichert werden.

Außerdem trainieren Sie die Fähigkeit zur Wortfindung. Wortfindung bedeutet die Fähigkeit, Wörter aus dem Wortspeicher abzurufen und sich den eigenen Wortschatz bewusst zu machen.

All diese Fähigkeiten sind im Zusammenleben mit Menschen wichtig. Das Trainieren dieser Fähigkeiten erleichtert Ihnen und Ihren Patienten den Pflege- und Betreuungsalltag. Sie sollten beim Planen dieser Übung die Möglichkeiten Ihrer Patienten beachten und die Übung entsprechend anpassen.

Bei dieser Übung ergänzen der oder die Teilnehmer des Gedächtnistrainings Zwillingswörter, die Sie beginnen, wie z. B.:

  • Ross und ... (Reiter)
  • Kind und... (Kegel)
  • Wald und ... (Wiesen)
  • Kaffee und ... (Kuchen)
  • Saus und ... (Braus)
  • Feuer und ... (Flamme)

Oder lesen Sie eine Geschichte oder ein Gedicht mit Zwillingswörtern vor, um diese Trainingseinheit spielerisch zu gestalten:

„Wir kommen hierher mit Sack und Pack

zu allen Leuten landauf, landab.

Wir sagen euch hier recht frank und frei,

heut ist Gedächtnistraining, seid dabei!

Wir erzählen nicht lang und breit, sondern kurz und knapp,

wichtig dabei sind Spiel und Spaß

für Groß und Klein, für Alt und Jung

Gedächtnistraining hält uns in Schwung.

Dem haben wir uns verschrieben mit Haut und Haar,

auf Gedeih und Verderb, das ist doch klar. Wir hoffen ihr seid alle gesund und munter

und kommt bei unseren Bewegungsübungen mit rauf und runter.

Deswegen stehen wir hier nicht lang in Reih und Glied,

sondern beginnen jetzt mit Mann und Maus und hoffen es geht keiner raus.

Wir wünschen euch nun viel Spaß und Freud‘. nun lasst uns beginnen Ihr lieben Leut."

Ganzheitliches Gedächtnistraining im Pflegebereich

Bei einem ganzheitlichen Gedächtnistraining wird eine eigene Meinung über Sachverhalte, Ereignisse und Personen gebildet. Eine Entscheidung wird getroffen, nachdem das Für und Wider beurteilt wurde. Das sind wichtige Voraussetzungen, um den eigenen Standpunkt zu vertreten.

Durch diese Übung können Sie auch einen Menschen mit Demenz unterstützen, sich als selbstbestimmten Menschen wahrzunehmen. Denn Selbstbestimmung ist eine wichtige Voraussetzung für „Ich-Identität" und vermittelt Ihren Patienten ein Gefühl der Freiheit.

Wichtig bei der nachfolgenden Übung ist nicht, dass die Antworten faktisch richtig beantwortet werden. Das Ziel ist, dass die Teilnehmer sich überhaupt für eine Antwort entscheiden. Stellen Sie dazu 7 Fragen.

Lassen Sie die Teilnehmer ihre Antworten ins Plenum rufen. Nutzen Sie „falsche Antworten" als Anregung für ein Gespräch.

Hier eine Beispielfrage: „Für welche Antwort entscheiden Sie sich?“ „Welches bekannte Bauwerk steht in Berlin? Der Eifelturm, das Brandenburger Tor oder der Michel?“ Jemand antwortet „Brandenburger Tor."

Hier können Sie dann fragen, wer schon einmal am Brandenburger Tor war. Lassen Sie Ihre Patienten von den Erlebnissen dort erzählen. Zudem können Sie dies auch schön mit einem Lied ergänzen. Für Berlin eignet sich z. B. „Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft...." oder „Pack die Badehose ein..."

Welche Gesellschaftsspiele eignen sich für Gedächtnistraining in der Pflege?

Neben dem Ausführen der oben genannten Übungen können auch Spiele einen positiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung haben. Besonders gut eignen sich bekannte Gesellschaftsspiele wie Domino, Mensch Ärger dich nicht oder Puzzle.

Durch das Legen und Bewegen der Steine oder Karten werden zum einen die manuellen Fähigkeiten verbessert. Zum anderen werden Denk- und Logikprozesse im Gehirn angeregt und damit die geistige Leistungsfähigkeit trainiert. Auch dabei ist wichtig, dass Erfolgserlebnisse mitgenommen werden und alles ohne Zwang stattfindet.

Hier finden Sie eine Übersicht, welches Spiel welche Fähigkeiten anspricht:

  • Domino eignet sich besonders gut für Demenzpatienten. Vor allem die Varianten, bei denen Wörter und Zeichnungen einander zugeordnet werden, fördern den Wortschatz.
  • Mensch ärgere dich nicht zählt eher zu den einfacheren Spielen und ist vor allem gut, um Erfolgserlebnisse und Spaß zu haben.
  • Ein Puzzle trainiert gleichzeitig das Gedächtnis, die Wahrnehmung und die Vorstellungskraft eines Patienten. Besonders gut ist natürlich, dass es Puzzle in vielen unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gibt.

Fazit: Gedächtnistraining für ein besseres Wohlbefinden der Senioren

Wenn die Gedächtnisleistung im Alter nachlässt, leiden meistens auch die Psyche, das Selbstwertgefühl und die sozialen Kontakte des Senioren. Ein förderndes Gedächtnistraining und Gehirnjogging in einer Gruppe (oder mit Angehörigen) kann helfen, sowohl das Gedächtnis, die geistige Leistungsfähigkeit als auch die emotionale Situation eines Patienten zu verbessern. Wichtig dabei ist, behutsam vorzugehen und die Patienten mit den Aufgaben nicht zu überfordern. Pflegende Angehörige können sich beispielsweise bei der Pflegeberatung oder betreuenden Pflegekräften Informationen zu adäquatem Gedächtnistraining holen.