Gehalt in der Pflegebranche

Gehalt in der Pflegebranche
©megaflopp - stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Die Pflegebranche wird in Deutschland immer weiter wachsen. Denn die Gesellschaft altert. Allerdings ist bereits ein Mangel an Fachpersonal erkennbar. Dies liegt primär daran, dass die Pflegebranche aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der niedrigen Löhne keinen guten Ruf bei Arbeitnehmern hat.

Umso wichtiger ist es, mithilfe von attraktiven Gehältern schon jetzt dafür zu sorgen, dass mehr Schulabgänger sich für eine Pflegeausbildung entscheiden. Unternehmen sollten durch gute Arbeitsbedingungen vorhandene Fachkräfte von sich überzeugen.

Wer ein Pflegestudium absolviert hat, kann beispielsweise mit höheren Gehältern rechnen. Pflegeunternehmen und Fachkräfte in der Pflegebranche sollten ab dem Jahr 2020 darauf achten, welche Entscheidungen in der Politik getroffen werden. Denn im Rahmen der Konzertierten Aktion Pflege will die Bundesregierung zumindest in der Altenpflege für bessere Gehälter sorgen. Außerdem sind die Gewerkschaften aktiv.

Insgesamt arbeiten etwa 1,6 Millionen Menschen in Deutschland in der Alten- und Krankenpflege. Gleichzeitig sind fast 40.000 Stellen unbesetzt. Die Anzahl von pflegebedürftigen Menschen wächst jedoch stetig an.

Der Mangel an Fachkräften liegt am unattraktivem Gehalt. Darüber hinaus sind die Gehälter unterschiedlich. Je nachdem, ob es sich um private, kommunale, kirchliche oder freigemeinnützige Arbeitgeber handelt, kann das Gehalt variieren. 

In der Politik gibt es derzeit zwei Optionen, die verhandelt werden:

  • Ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag für die ganze Pflegebranche
  • Erhöhung der Pflege-Mindestlöhne

Aktuell gibt es noch keinen bundesweiten Tarifvertrag für die Pflegebranche. Allerdings besteht ein allgemeiner Pflegemindestlohn, der in den westlichen Bundesländern und in Berlin bei 11,05 Euro pro Stunde liegt und in den neuen Bundesländern 10,55 Euro beträgt.

Trotz des Bewusstseins für die Wichtigkeit höherer Löhne in der Altenpflege sowie in anderen Pflegeberufen sind die monatlichen Bruttoentgelte in den letzten Jahren nicht viel schneller gestiegen als die allgemeinen Gehälter in Deutschland.

Zwischen 2012 und 2016 stiegen die Löhne von Vollzeitbeschäftigten etwa um 8,6 %, während es in der Pflegebranche in der gleichen Zeit 9,5 % waren. Für Helfer in der Krankenpflege liegt diese Zahl sogar nur bei 7,1 %.

Zusatzinformation

Zusatzinformation Zwischen Vollzeitbeschäftigten und Pflegekräften liegt ein starkes Lohngefälle, das sich trotz wachsender Löhne in letzter Zeit nicht wesentlich verkleinert hat. Innerhalb der Pflegebranche sind es vor allem die Altenpfleger, die sich über geringe Gehälter beklagen.

Starke Lohnunterschiede in den Bundesländern

Die starken Unterschiede in den Bundesländern, was den Pflegelohn angeht, liegen nicht nur an der politischen Situation, sondern auch an den wirtschaftlichen Leistungen der Länder, an der Verteilung der alten Menschen und an der Anzahl an ausgebildeten Pflegekräften.

Die Regierung hat sich dazu verpflichtet, den Pflegemindestlohn in den nächsten Jahren sukzessive anzuheben:

  • Ab dem 1. Januar 2018 betrug der Lohn in den elf westlichen Bundesländern 10,55 Euro pro Stunde, ab dem 1. Januar 2019 sind es 11,05 Euro und ab dem 1. Januar 2020 sollten es 11,35 Euro sein.
  • In den östlichen Bundesländern beträgt der Pflegemindestlohn seit 2019 10,55 Euro pro Stunde. Ab 2020 werden es 10,85 Euro pro Stunde sein. Diese Vereinbarung gilt bis zum 30. April 2020.

Die aktuell noch bestehenden Entgeltunterschiede zwischen den Bundesländern bestehen im gesamten Lohngefüge, nicht nur im Bereich der Pflege. Insgesamt verdienen Arbeitnehmer in den neuen Bundesländern 23 % weniger als in Westdeutschland.

In den neuen Bundesländern liegt das durchschnittliche Bruttoentgelt für Fachkräfte in der Altenpflege mit 2.211 Euro, während es im westlichen Teil Deutschlands 2.737 Euro beträgt. Das ist ein Unterschied von fast 20 %.

In der Krankenpflege beträgt der Unterschied in den Gehältern zwischen den neuen und den alten Bundesländern etwa 12 %. Und auch bei den Helferberufen verdienen Angestellte in den alten Bundesländern deutlich besser (etwa 15 % mehr).

Zudem sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern schneiden regelmäßig schlecht ab, während Bayern und Baden-Württemberg sowie das Saarland bessere Zahlen aufweisen.

Arbeitnehmer in der Pflegebranche

Der Pflegeberuf ist nach wie vor eine Domäne, die von Frauen dominiert wird. Statistiken des Arbeitsamtes zeigen, dass in der Krankenpflege etwa 80 % Frauen vertreten sind, während es in der Altenpflege sogar 84 % sind.

Über die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet in Teilzeit in der Pflegebranche. Auch hier ist die Zahl bei den Frauen deutlich höher als bei den Männern, die als Pflegefachkräfte oder Pflegehelfer geführt werden.

Zunehmend sind es Zuwanderer, die in Deutschland Pflegeberufe übernehmen. Dies hat auch damit zu tun, dass in anderen Ländern die Altenpflege einen viel höheren Stellenwert einnimmt, weshalb Menschen aus anderen Kulturen dieser Arbeit offener gegenüberstehen.

Außerdem handelt es sich bei Berufen in der Pflegebranche zwar um harte Arbeit, aber immerhin auch um verlässliche Arbeitsstellen. Der geringe Lohn ist bei Zuwanderern, die nur schwer einen anderen Beruf in Deutschland finden, kein Grund gegen die Arbeit in der Pflegebranche.

Dennoch ist es wichtig, sich nicht allein auf die Zuwanderer zu verlassen, sondern branchenweit für bessere Lohnverhältnisse im Bereich der Pflege zu sorgen.

Tipp

Um mehr Arbeitnehmer zur Bewerbung beim eigenen Unternehmen zu motivieren, ist es sinnvoll, in das sogenannte Employer Branding zu investieren.

Wovon ist das Gehalt in der Pflegebranche abhängig?

Wie auch in anderen Branchen hängt das Gehalt in der Pflege von unterschiedlichen Faktoren ab.

Diese Faktoren umfassen folgende Bereiche:

  • Qualifikation
  • Arbeitgeber
  • Aufgabenfeld
  • Erfahrung
  • Region
  • Unternehmensgröße
  • Verhandlungsgeschick
Die Qualifikation und Erfahrung haben unter anderem Einfluss auf das Gehalt einer Pflegekraft.

Darüber hinaus ist die Finanzierung bei Pflegediensten ein wichtiger Faktor. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung, die es seit 1995 in Deutschland gibt, kommt normalerweise nur für einen Teil der entstehenden Kosten auf.

Das bedeutet, dass viele Betroffene oder ihre Angehörigen die Hälfte der Pflegekosten selbst zahlen müssen. Als Eigenanteil ist durchschnittlich eine Summe von 1800 Euro im Monat zu erwarten.

Somit stehen die Pflegedienste miteinander in Konkurrenz, um die günstigsten Konditionen anzubieten. Diese Konkurrenz wiederum wirkt sich negativ auf den Lohn in der Pflege aus.

Zugleich besteht in der Pflegebranche keine Arbeitslosigkeit, sondern im Gegenteil ein akuter Fachkräftemangel. Dies bedeutet, dass Pflegekräfte die Auswahl zwischen verschiedenen Arbeitgebern haben, was sie für ihre Verhandlungen nutzen sollten.

Was sind die Durchschnittsgehälter von Pflegekräften?

Die Durchschnittsgehälter von Pflegekräften in Deutschland bewegen sich zwischen 1.400 - 3.200 Euro brutto.

Zur Übersicht sieht man in dieser Tabelle, welcher Beruf mit wie viel Gehalt entlohnt wird:

Die Durchschnittsgehälter von Pflegekräften stehen in Abhängigkeit zum Pflegeberuf

Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 4.000 Euro pro Monat in Deutschland verdienen selbst Kinderkrankenpfleger eher wenig. Dennoch lässt sich festhalten, dass in der Pflege große Unterschiede im Durchschnittsgehalt bestehen.

Vor allem Altenpfleger leiden unter einem geringen Gehalt. Wenn sie nur eine einjährige Ausbildung absolviert haben, verdienen sie maximal 1.800 Euro monatlich.

Wer hingegen eine Berufsausbildung von drei Jahren vorweisen kann (etwa zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger), kann mit einem Einstiegsgehalt von 1.700 Euro rechnen.

Wer sich auf die Kinderkrankenpflege konzentriert, erhält mit bis zu 3.200 Euro pro Monat durchschnittlich am meisten Gehalt. Examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger liegen bei bis zu 2.700 Euro, während Altenpfleger am schlechtesten verdienen.

Monatliches Bruttoentgelt im öffentlichen Dienst

Wer im öffentlichen Dienst in einem Pflegeberuf arbeitet, profitiert von etwas höheren Gehältern. Schon in der Ausbildung gelten deutschlandweit die Ausbildungsvergütungen entsprechend dem Tarifvertrag für Auszubildende des Öffentlichen Dienstes.

Wer in der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege eine Ausbildung macht, erhält die folgenden monatlichen Gehälter:

  • Altenpflege, Ausbildungsjahr: 975,69 Euro
  • Gesundheits- und Krankenpflege, Ausbildungsjahr: 1.037,07 Euro
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Ausbildungsjahr: 1.138,38 Euro

Diese Zahlen dienen auch zur Orientierung für duale Studierende, die parallel zum Studium eine Ausbildung in einer Pflegeeinrichtung absolvieren. Wer jedoch nicht in Vollzeit in der Einrichtung arbeitet, muss unter Umständen mit einer etwas geringeren Bezahlung rechnen.

Für fertig ausgebildete Pflegekräfte stellt der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVöD-A) einen Anhaltspunkt dar. Viele Pflege-Arbeitgeber auch außerhalb des Öffentlichen Dienstes orientieren sich an den dort vorgegebenen Zahlen.

Relevant sind der TVöD-B (Tarifvertrag für Pflege- und Betreuungseinrichtungen) und der TVöD-BT-K (Tarifvertrag für Krankenhäuser). Beide Verträge enthalten mehrere Entgeltgruppen, aus denen Arbeitnehmer je nach zutreffender Gruppe ihr zu erwartendes Monats-Bruttoentgelt ablesen können.

Wer hingegen in einer kirchlichen Pflegeeinrichtung arbeitet, erhält in den Arbeitsvertragsrichtlinien der Kirchen weitere Auskünfte über das zu erwartende monatliche Bruttoentgelt.

Eine Heimleitung hat im Vergleich zur Pflegehilfskraft ein deutlich höheres Durchschnittsgehalt.

Gehalt mit Pflegestudium

Pflegehelfer können im Öffentlichen Dienst mit einer Bezahlung zwischen 1.700 - 2.600 Euro rechnen, während Pflegefachkräfte mit Berufsausbildung zwischen 2.100 - 3.100 Euro verdienen. Fachkräfte mit Bachelorstudium erhalten bis zu 4.900 Euro im Monat, während Masterabsolventen mit 3.500 - 5.900 Euro rechnen können.

Die Gehaltsstufe hängt von der Qualifikation, aber auch von der Berufserfahrung ab. Die Zahlen zeigen, dass sich die Weiterbildung durch ein Studium finanziell auszahlt – zumindest, wenn man im Öffentlichen Dienst arbeitet.

Andere Arbeitgeber haben oft ihre hauseigenen Tarifverträge oder Richtlinien, die nicht immer viel Wert auf einen akademischen Abschluss legen. Dennoch sind Absolventen in der Lage, ein höheres Gehalt zu verhandeln.

Auch für die Aufstiegschancen innerhalb der Pflegebranche ist es sinnvoll, ein Studium, eine Fortbildung oder eine Ausbildung in dem Bereich zu absolvieren. So haben Arbeitnehmer auch die Möglichkeit, zusätzlich zu ihrer Tätigkeit Fortbildungen anzubieten oder sich durch andere Lehrtätigkeiten etwas hinzuzuverdienen.

Tipp

Es wird empfohlen, beim Arbeitgeber nach vorhandenen Fortbildungsmöglichkeiten zu fragen. So kann sich selbst eine eher wenig ausgebildete Pflegefachkraft einen höheren Lohn anstreben.

Lohnerhöhung: Gehaltsanpassung in der Altenpflege

Ab Ende 2019 ist eine deutschlandweite Lohnerhöhung in der Altenpflege zu erwarten. Sämtliche Parteien arbeiten im Zuge der "Konzertierten Aktion Pflege" an der Ausformulierung eines entsprechend neuen Gesetzes.

Dieses soll dafür sorgen, dass Altenpfleger in Zukunft mindestens 2.500 Euro pro Monat verdienen. Zwar wird diese Summe in Bundesländern wie Bayern bereits erreicht, aber gerade in den neuen Bundesländern liegen die Gehälter deutlich unter diesem Wert.

Außerdem sieht der Gesetzentwurf vor, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Altenpfleger aushandeln sollen. Dieser soll für die ganze Branche gelten und die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland aufheben, die im Pflegemindestlohn noch bis mindestens April 2020 andauern.

Falls das nicht gelingt, sieht das neue Gesetz vor, die Mindestlöhne in der Pflege weiter anzuheben. Dazu gehören auch höhere Lohnuntergrenzen für ausgebildete Fachkräfte. Denn der aktuell geltende Mindestlohn ist vor allem für Hilfskräfte ohne Ausbildung.

Der Vorstoß des Gesundheitsministers wird von den Gewerkschaften willkommen geheißen. Denn sie sind der Meinung, dass sich die Alten- und Gesundheitspflege nicht auf dem Markt reguliert, sondern eine staatliche Intervention benötigt, um der Ausbeutung von Pflegekräften vorzubeugen.

Die Kirchen, die einen besonders großen Arbeitgeber im Bereich der Pflege darstellen, warten die Entwicklungen zu einer möglichen Lohnerhöhung ab, stehen ihnen aber grundsätzlich positiv gegenüber.

Private Pflegeheimbetreiber hingegen stehen dem angedachten Gesetz zur Erhöhung der Gehälter in der Altenpflege skeptisch gegenüber. Sie glauben, dass eine staatliche Intervention überflüssig ist und keinen wesentlichen Beitrag zu einer verbesserten Bezahlung für Pflegefachkräfte leisten wird.

Außerdem ist noch unklar, wie die Bundesregierung die besseren Gehälter finanzieren möchte oder wer in privaten Pflegeunternehmen die höheren Gehälter bezahlen soll. Es besteht die Sorge, dass die Kosten durch die Angehörigen oder die Pflegebedürftigen selbst getragen werden müssen.

Es gibt folgende Möglichkeiten für eine staatliche Finanzierung höherer Gehälter in der Altenpflege:

  • Steuerzuschuss vom Staat für die Pflegeversicherung
  • Anhebung der Pflegeversicherungsbeiträge

Tarifverträge in der Pflegebranche

Aktuell gibt es keinen einheitlichen Tarifvertrag für die Pflegebranche in Deutschland. Dies liegt unter anderem daran, dass die Pflegedienste viele verschiedene Organisationsformen haben und teils zur Kirche, teils zur Kommune und teils zu privaten Besitzern gehören.

Die Gewerkschaft „ver.di” ist im Bereich der Pflege sehr aktiv und hat unter anderem gefordert, eine Lohnuntergrenze von 15,50 Euro pro Stunde für examinierte Pflegefachkräfte festzulegen und den Erholungsurlaub pro Jahr auf 30 Tage zu erhöhen. Allerdings hatte die Gewerkschaft mit dieser Forderung bisher noch keinen Erfolg.

Darüber hinaus setzen sich die AWO und der Sozialverband VdK für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche ein. Gemeinsam mit der „ver.di” arbeiten sie hinter den Kulissen an einem Tarifvertrag in der Pflegebranche, der seit 2019 auch von der Bundesregierung unterstützt wird.

Derzeit sind es nur etwa 20 % der Pflegefachkräfte, die sich auf einen Tarifvertrag berufen dürfen. Der Vertrag sorgt für bessere Gehälter, aber auch für mehr Urlaubstage und weitere Vorteile für den Arbeitnehmer.

Regelungen eines Tarifvertrages:

  • Bessere Gehälter
  • Mehr Urlaubstage
  • Vorteile für Arbeitnehmer

Pflegemindestlohn

Der Pflegemindestlohn trifft vor allem auf nicht ausgebildete Hilfskräfte zu. Er ist etwas höher als der allgemeine Mindestlohn und unterscheidet sich je nach Bundesland.

Allerdings mehren sich die Stimmen, die einen höheren Pflegemindestlohn in Kombination mit einem Tarifvertrag für die ganze Branche fordern. Die Tatsache, dass die gestaffelten Pflegemindestlöhne im April 2020 auslaufen, bietet eine Chance für Neuverhandlungen.

Dies bedeutet für Arbeitnehmer auch, dass sie sich in die Neuverhandlungen einbringen können, entweder als Mitglieder einer Gewerkschaft oder als Vertreter der privaten Wirtschaft. Inzwischen ist auch die Teilhabe über digitale und soziale Plattformen möglich und sollte ausgenutzt werden.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist dafür zuständig, den Pflegemindestlohn zu bestimmen. Dazu nutzt es eine Kommission, die unter anderem auch Kirchenvertreter beinhaltet und die paritätisch besetzt ist. Die Kommission arbeitet daran, angemessene Arbeitsbedingungen in der Pflegebranche zu ermöglichen.

Der oben genannte Mindestlohn betrifft vor allem Hilfskräfte in der Pflege, die aufgrund einer fehlenden oder nur sehr kurzen Ausbildung kein höheres Gehalt erwarten können. Häufig sind es auch Zuwanderer, die aufgrund fehlender Deutschkenntnisse oder nicht anerkannter Ausbildungen den Pflegemindestlohn erhalten.

Fazit: Änderungen ab 2020 

Der Fachkräftemangel in der Pflegebranche wird sich mit der zunehmenden Alterung der Gesellschaft in Deutschland immer stärker bemerkbar machen. Daher ist es wichtig, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen und den derzeit nur knapp über dem Mindestlohn liegenden Pflegelohn zu erhöhen.

Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede, was das Gehalt für Pflegeberufe angeht. Außerdem hängt es auch von der Art der Pflegefachkräfte ab. In der Altenpflege sind geringe Gehälter zu erwarten, während Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger mit den höchsten Brutto-Monatsgehältern rechnen dürfen.

Für Pflegedienstleister ist es wichtig, die Löhne zu erhöhen. Denn so können sie schon jetzt qualifizierte Mitarbeiter anwerben und sich somit ihren Platz auf dem Markt sichern. Außerdem ist es sinnvoll, die Gewerkschaften in ihren Bemühungen zu unterstützen, die Arbeitsbedingungen für Pflegefachkräfte zu verbessern.

Die Konzertierte Aktion Pflege der Bundesregierung kann gemeinsam mit den Gewerkschaften bessere Bedingungen schaffen. Ab 2020 sind hier Änderungen zu erwarten, die sehr viele oder alle Beschäftigte in Pflegeberufen betreffen könnten.

In der Pflegebranche Beschäftigte sollten sich daher auf dem Laufenden halten, um zu wissen, ob es sich lohnt, weiterhin in diesem Bereich zu arbeiten. Pflegeunternehmen müssen sich rechtzeitig auf die Lohnerhöhungen einstellen.