Erkrankungen des Bewegungsapparats

Bei Patienten höheren Alters sind Erkrankungen des Bewegungsapparats keine Seltenheit
Erkrankungen des Bewegungsapparats
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Inhaltsverzeichnis

Unter Erkrankungen des Bewegungsapparats fallen alle Erkrankungen des passiven und aktiven Bewegungsapparates. Diese führen beim Betroffenen nicht selten zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen.

Wissenswert

  • Zum passiven Bewegungsapparat zählen die Bandscheiben, das Skelett, die Knorpel, die Bänder und die Gelenke.
  • Zum aktiven Bewegungsapparat gehören die Faszien, die Skelettmuskulatur und die Knorpel.

Achtung

Handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Bewegungsapparats, die nicht durch eine entsprechende Abnutzung hervorgerufen wurde, wird diese oft als Rheuma betitelt.

Welche Erkrankungen des Bewegungsapparats gibt es?

Arthrose

Bei einer Arthrose handelt es sich um eine durch Verschleiß bzw. Abnutzung bedingte Degeneration der Gelenke.

Rheumatoide Arthritis

Eine rheumatoide Arthritis ist nichts anderes als eine Gelenkentzündung. Es gibt verschiedene Formen dieser Gelenkerkrankungen:

  • Nicht infektionsbedingte Arthritis

Bei einer nicht infektionsbedingten Arthritis handelt es sich um eine Erkrankung der Gelenke, die durch eine entzündliche Autoimmunerkrankung, eine Stoffwechselstörung oder als Begleiterscheinungen einer anderen Grunderkrankung aufgetreten ist.

  • Bakterielle Arthritis

Eine bakterielle Arthritis wird durch Bakterien und Keime ausgelöst, die über die Blutbahn oder eine Verletzung zum Gelenk gelangt sind. Eine bakterielle Arthritis ist nicht übertragbar.

 Was passiert bei einer rheumatoiden Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis (Autoimmunerkrankung) wird dem sogenannten Rheumatoiden Formenkreis zugeordnet. Sie ist die am meisten verbreitete entzündliche Erkrankung von Gelenken. Bei dieser Erkrankung des Bewegungsapparats greift das Autoimmunsystem körpereigene Strukturen an. Warum das so ist, konnte bis jetzt noch nicht restlos geklärt werden.

Bei einer rheumatoiden Arthritis ist im Anfangsstadium nur die Synovialis (Gelenkinnenhaut) entzündet. Diese beginnt anzuschwellen und über den Gelenkknorpel zuwachsen, wodurch dieser langsam zerstört wird. Mit fortschreitenden Krankheitsverlauf kann es dazu kommen, dass die Gelenkknochen komplett entblößt werden.

Was sind die Symptome einer rheumatoiden Arthritis?

  • Gelenkschmerzen
  • Stark eingeschränkte Bewegungsfreiheit (Morgensteifigkeit)
  • Überwärmung der Gelenke
  • Leichtes Fieber
  • Der Betroffene fühlt sich unwohl und müde.
  • Abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Starke Einschränkung der Lebensqualität
  • Die Gelenkerkrankung tritt üblicherweise in Schüben auf.
  • Typisch für eine rheumatoide Arthritis ist der symmetrische Befall beider Körperseiten.

Wissenswert

Eine rheumatoide Arthritis befällt anfangs nur die kleinen Gelenke (z. B. Finger, Zehen), kann beim Fortschreiten der Erkrankung aber auch größere Gelenke, wie z. B. Knie, Hüfte und/oder Sprunggelenke, befallen. Auch die Schleimbeutel, Sehnenscheiden und Organe werden manchmal von dieser Erkrankung nicht verschont.

Weichteilrheuma

Weichteilrheuma“ ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheiten, die sich mit starken und chronischen Schmerzen in den nicht-knöchernen und weichen Strukturen manifestieren. Die Schmerzen treten dabei entweder lokal oder generell auf.

Wissenswert

Sind mindestens drei Körperregionen über einen längeren Zeitraum von Schmerzen betroffen, wird von einer sogenannten Fibromyalgie gesprochen.

Fibromyalgie: Die Symptome

Leidet jemand unter einer Fibromyalgie, hat er mit chronischen und diffusen Beschwerden in den Weichteilen zu kämpfen. Oft treten die Beschwerden in Gelenknähe, aber nicht direkt im Gelenk auf. Bei Fibromyalgie-Patienten können noch weitere Symptome auftreten, wie z. B.

  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • Erschöpfung

Osteoporose

Bei einer Osteoporose handelt es sich um eine Erkrankung der Knochen. Diese verlieren dabei an Substanz, wodurch deren Dichte nachlässt und die Struktur der Knochen instabil und porös wird.

Arthrose

Bei einer Arthrose handelt es sich um einen krankhaften Gelenkverschleiß, der durch eine übermäßige Belastung der Gelenke und/oder einer Fehlstellung ausgelöst wurde.

Seronegative Spondyloarthritis (Entzündliche Wirbelsäulenerkrankung)

Die seronegative Spondyloarthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft. Diese Wirbelsäulenerkrankung macht sich bei den meisten Patienten ab dem 40. Lebensjahr bemerkbar. Anfangs zeigen sich hauptsächlich in der Nacht nur leichte Schmerzen in den Kreuzdammbeingelenken.

Wissenswert

In der Regel sprechen Betroffene auf die Behandlung und Therapie mit nichtsteroidalen Antiphlogistika recht gut an.

Seronegative Spondyloarthritis: Die Symptome

  • Rückenschmerzen beim Aufwachen, verbunden mit Morgensteifigkeit.
  • Die Schmerzen gehen durch Bewegung im Laufe des Tages zurück.
  • NSAR-sensible Schmerzen
  • Eine asymmetrisch auftretende Oligoarthritis. Besonders die Kniegelenke sind davon betroffen.
  • Es treten z. B. eine Achillodynie oder andere entzündliche Enthesiopathien auf.
  • Beim Patienten zeigt sich eine Iridozyklitis oder eine Iritis.
  • Bei Laboruntersuchungen wurden negative Rheumafaktoren festgestellt.

Osteochondrose/Osteochondrosis Vertebralis

Die Osteochondrose ist eine degenerative und krankhafte Veränderung der Knorpel und Knochen. Diese verlieren mit der Zeit deutlich an Substanz.

Wissenswert

Eine Osteochondrose betrifft in der Regel nur die Wirbelsäule. Je weiter die Krankheit voranschreitet, desto mehr nutzen sich die Bandscheiben ab. Das kann  so weit gehen, dass es zu knöchernen Veränderungen im Bereich der Lenden-, Brust- und Halswirbel kommt.

Der Auslöser eine Osteochondrose kann eine Osteoporose oder ein altersbedingter Verschleiß sein. In der Regel  treten die ersten Symptome dieser Erkrankung des Bewegungsapparats bereits ab dem 45. Lebensjahr auf.

Was kann eine Osteochondrose begünstigen?

Osteochondrose: Die Symptome

Bei einer Osteochondrose handelt es sich um eine Erkrankung des Bewegungsapparats, die sich durch teilweise unspezifische und völlig verschiedene Symptome ankündigt.

  • Schmerzen in den unterschiedlichsten Bereichen des Rückens. Diese können akut oder chronisch auftreten.
  • Die Schmerzen nehmen bei einer Schonhaltung ab.
  • Bewegungseinschränkung
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Kopfes
  • Verspannungen der Muskeln
  • Akuter Schiefhals
  • Neurologische Organausfälle
  • Muskel- und Knochenschmerzen
  • Empfindlichkeitsstörungen
  • Kurze Lähmungserscheinungen
  • Taube Gliedmaßen
  • Schwindel
  • Handgelenksschmerzen
  • Kribbelnde Hände

Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

Bei einer Bursitis handelt es sich um eine chronische oder akute Entzündung der Schleimbeutel, die sich meist infolge einer Überlastung entwickelt. Vor allem stark beanspruchte Körperbereiche, wie z. B. die Schulter, Hüfte, Ellenbogen oder Knie sind besonders anfällig für eine solche Erkrankung.

Achtung, wird eine akute Schleimbeutelentzündung nicht behandelt bzw. deren Ursache ignoriert, kann die Bursitis chronisch werden.

Wissenswert

Eine Schleimbeutelentzündung kann auch durch verschiedene Grunderkrankungen, wie z. B. Rheuma ausgelöst werden. Doch auch eine Überlastung der beteiligten Strukturen, eine bakterielle Infektion oder ein altersbedingter Verschleiß können das Entstehen dieser Erkrankung begünstigen.

Bursitis: Die Symptome

Eine Bursitis ist für den Betroffenen immer mit starken Schmerzen verbunden. Das betroffene Gelenk fühlt sich warm an, ist rot und/oder zeigt eine Schwellung. Des Weiteren reagiert der entzündete Bereich bei Berührung äußerst empfindlich. Die Bewegungsfähigkeit des betroffenen Gelenks kann sehr eingeschränkt sein.

Achtung

Wurde die Bursitis durch eine bakterielle Infektion ausgelöst, muss zeitnah eine Behandlung beim Arzt erfolgen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Torticollis/ muskulärer Schiefhals / zervikale Dystonie

 Bei einer Torticollis handelt es sich um eine erworbene oder angeborene Fehlhaltung des Halses.

Wissenswert

Eine zervikale Dystonie ist keine direkte Erkrankung des Bewegungsapparats, sondern ein Symptom!

Welche Anzeichen sprechen für eine Torticollis?

  • Abnorme Haltung des Kopfes
  • Abnorme Bewegungen des Kopfes
  • Der Patient kann auch bewusst seinen Kopf nicht mehr in die richtige Haltung bringen.

Wissenswert

Es gibt verschiedene Formen der zervikalen Dystonie

Was ist die Ursache einer zervikalen Dystonie?

  • Schlaganfall
  • Tumor
  • Gehirnentzündungen
  • Gehirnverletzungen
  • Gefäßmissbildungen
  • Eine Nebenwirkung aufgrund der Einnahme von Medikamenten.

Wissenswert

Nicht immer kann die Ursache einer Torticollis nachvollzogen werden. Ist das der Fall, wird von einer idiopathischen zervikalen Dystonie gesprochen.

Gelenkblockierungen

Zwar können alle Gelenke im menschlichen Körper blockieren, in der Regel sind jedoch meistens die Wirbelsäulengelenke (Facettengelenke), ISG, Kiefergelenk und Kniegelenke von einer Blockade betroffen.

Was heißt Gelenkblockade/Gelenkblockierung?

Ist ein Gelenk blockiert, kann es nur noch in eine Richtung oder überhaupt nicht mehr bewegt werden.

Was kann die Ursache für die Blockade eines Gelenks sein?

  • Ein freier Knorpel, Knochen oder Gelenkkörper, der sich im Gelenk verkeilt.
  • Verschleiß
  • Überlastung
  • Ungünstige Haltung/Bewegung

Welche Symptome sprechen für eine Gelenkblockade?

  • Bewegungsbehinderung
  • Schmerzen
  • Verspannung

Gicht

Bei einer Gicht handelt es sich um eine Störung des Stoffwechsels, die zu äußerst schmerzhaften Gelenkentzündungen führen kann. Der Auslöser für das Auftreten der Gelenkerkrankung ist zuviel Harnsäure im Blut, die sich in kristalliner Form in der Gelenkhaut ablagert.

Gicht: Die Symptome

  • Fieber
  • Akute Schmerzen in den Gelenken
  • Kopfschmerzen
  • Leichter bis akut erhöhter Harnsäurespiegel
  • Herzjagen
  • Nierengrieß
  • Erbrechen
  • Nierensteine
  • Übelkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit
  • Schwächegefühl

Wissenswert

In welcher Konstellation die Symptome dieser Krankheit auftreten, hängt vom Stadium der Gicht ab.

Arthritis

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine Entzündung der Gelenke.

Arthritis: Die Symptome

Schmerzende, heiße, geschwollene und/oder gerötete Gelenke, die in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt sind, können für eine Arthritis sprechen.

Bandscheibenvorfall

Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine Wirbelsäulenerkrankung. Hier tritt die Bandscheibe durch den Faserring und kann auf Nerven oder das Rückenmark drücken.

Osteomyelitis

Bei einer Osteomyelitis handelt es sich um eine Infektion der Knochen.

Skoliose

Eine Skoliose fällt unter die Kategorie „Wirbelsäulenerkrankung“. Dabei ist die Wirbelsäule unnatürlich verkrümmt. Oft kommt es auch zu einer Verdrehung der einzelnen Wirbelgelenke.

Wissenswert

Die genannten Erkrankungen des Bewegungsapparats sind nur ein paar ausgesuchte Beispiele. Es gibt noch deutlich mehr Krankheiten und Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen können.

Erkrankungen des Bewegungsapparats: Welche Symptome gibt es?

Ist der Patient von einer Erkrankung des Bewegungsapparats betroffen, gehören Schmerzen zu den Hauptsymptomen. Diese können diffus (weit verbreitet) oder nur in begrenzten Bereichen auftreten. Die Schmerzen können stark oder leicht sein, nur kurzfristig, länger anhalten oder chronisch werden.

  • Knochenschmerzen fühlen sich meist sehr dumpf an. Sie sind meist sehr durchdringend und werden von Betroffenen als tiefsitzend beschrieben.
  • Myalgien (Muskelschmerzen) sind sehr unangenehm, aber nicht so intensiv wie Knochenschmerzen.
  • Schmerzende Bänder und Sehnen werden von Patienten nicht selten als stechend beschreiben. Die Schmerzen nehmen zu, sobald die betroffenen Bänder/Sehnen bewegt oder gedehnt werden. Werden die Sehnen/Bänder ruhiggestellt, lassen die Schmerzen sehr schnell nach.
  • Schleimbeutelschmerzen nehmen zu, sobald die betroffenen Gelenke bewegt werden.
  • Arthralgien (Gelenkschmerzen) können akut auftreten. Sie manifestieren sich in der Regel mit einer zeitgleichen Schwellung des Gelenks. Die Schmerzen nehmen zu, sobald das Gelenk bewegt wird. Viele Patienten beschreiben die Arthralgie als einen Schmerz, der direkt aus dem Gelenk kommt.
  • Fibromyalgien führen zu Schmerzen an den verschiedensten Stellen innerhalb des Körpers. Betroffene zeigen oft eine gewisse Druckempfindlichkeit. Oft werden Fibromyalgien von Symptomen, wie z. B. Müdigkeit und/oder Schlafstörungen, begleitet.

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

Im medizinischen Jargon sind Rückenschmerzen nicht gleich Rückenschmerzen, sie werden genauer spezifiziert.

  • Spezifische Rückenschmerzen: Die Schmerzen sind auf eine Grunderkrankung zurückzuführen.
  • Unspezifische Rückenschmerzen: Die Rückenschmerzen sind auf keine spezifische Grunderkrankung zurückzuführen.
  • Akute Rückenschmerzen: Die Schmerzen im Rücken sind gerade erst aufgetreten bzw. der Patient ist schon bis zu sechs Wochen von einem schmerzenden Rücken betroffen.
  • Subakute Rückenschmerzen: Der Patient hat bereits mit Rückenschmerzen für die Dauer von sieben bis zwölf Wochen zu kämpfen.
  • Chronische Rückenschmerzen: Der Betroffene leidet bereits mehr als zwölf Wochen unter Rückenschmerzen.

Wissenswert

Um die Ursache der Schmerzen ermitteln zu können, erfolgt eine Bewertung des Schmerzes.

  • Welche und/oder wie viele Gelenke schmerzen?
  • Sind Becken und/oder die Wirbelsäule von Schmerzen betroffen?
  • Sind die Schmerzen in den betroffenen Gelenken chronisch oder akut?
  • Was führt zu einer Verstärkung und/oder einer Linderung der Schmerzen?
  • Treten noch andere Symptome auf? Wenn ja, welche?

Erkrankungen des Bewegungsapparats: die Diagnostik

Während der Anamnese wird der Arzt den Patienten ausführlich nach der Art und dem Ort seiner Schmerzen befragen. Manchmal reichen diese Informationen aus, dass der Arzt eine Vorstellung von der Ursache bekommt. Das ist aber nicht immer der Fall. Darum wird der Arzt für eine Diagnostik noch weitere Verfahren anwenden.

Untersuchungen der Gelenkflüssigkeit (Arthrozentese)

Bei starken Schwierigkeiten mit den Gelenken wird der Arzt die Gelenkflüssigkeit untersuchen. Hierfür erfolgt eine Gelenkaspiration. Im ersten Schritt wird der Bereich um das betroffene Gelenk sterilisiert. Anschließend wird zur Entnahme der Gelenkflüssigkeit in das Gelenk eine Nadel eingeführt. In der Regel ist eine Arthrozentese nicht schmerzhaft. Nach der Entnahme der Gelenkflüssigkeit wird diese im Labor auf Harnsäurekristallen und/oder Bakterien untersucht, um Erkrankungen, wie z. B. Rheuma, Gicht oder ähnliche Erkrankungen auszuschließen.

Bluttests

Hat der Arzt den Verdacht, dass der Patient von einer Erkrankung des Bewegungsapparats, wie z. B. einer rheumatoiden Arthritis, Lubos Erythematodes, Rheuma usw., betroffen ist, wird er einen Bluttest anordnen.

Biopsie

Bei speziellen Erkrankungen wird der Arzt beim betroffenen Patienten zur Untersuchung ein Stück der Synovialmembran (Gelenkinnenhaut) und anderes Gewebe für Untersuchungen unter dem Mikroskop entnehmen.

Bildgebende Verfahren

Gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparats sind bildgebende Verfahren wichtige Hilfsmittel zur Diagnose. Dazu gehört zum Beispiel das Erstellen von Röntgenaufnahmen/Arthroskopie, Knochenszintigramme usw.

  • CT (Computertomografie): Ein CT liefert ein genaueres Bild als Röntgenaufnahmen. Dieses Untersuchungsverfahren wird immer dann ausgewählt, wenn der Arzt der Meinung ist, dass ein MRT nicht durchgeführt werden kann.
  • Röntgenverfahren: Das Röntgenverfahren kommt nur bei Erkrankungen des Bewegungsapparats zum Einsatz, die die Knochen betreffen, da mit diesem Verfahren weder Bänder, Muskeln oder Sehnen abgebildet werden können. Entzündungen und Veränderungen der Knochen lassen sich auf Röntgenbildern wiederum gut sehen.
  • MRT (Magnetresonanztherapie): Anders als beim Röntgen können mithilfe eines MRTs auch Anomalien bzw. Veränderungen der Weichteile sichtbar gemacht werden. Wissenswert: Während manche Brüche auf einem Röntgenbild übersehen werden können, sind sie in der Regel auf einem MRT-Scan gut sichtbar.

Erkrankungen des Bewegungsapparats: die Therapiemöglichkeiten

  • Schmerzbehandlung: Gerade Menschen, die von Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen sind, leiden unter starken Schmerzen. Hier ist der beste Weg, um die Schmerzen zu beseitigen, die Ursache zu beheben. Das ist aber nicht immer zu 100% möglich, warum in der Schmerztherapie verschiedene Medikamente als Therapie zum Einsatz kommen können, wie z. B.
  • Paracetamol
  • NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)
  • Opioide (Opioide kommen nur bei sehr starken Schmerzen und unter einer lückenlosen Überwachung des Patienten zum Einsatz)
  • Ruhigstellung der Gelenke
  • Hyaluronsäure-Therapie
  • Physiotherapie: Die Physiotherapie bietet eine Reihe an Möglichkeiten, um Erkrankungen des Bewegungsapparats zu behandeln, deren Voranschreiten zu verhindern oder die Symptome abzumildern. Derartige physiotherapeutische Maßnahmen wären z. B.
    • Krankengymnastik
    • Rückenschule
    • manuelle Therapie
    • Gelenkmobilisation
    • medizinische Trainingstherapie
    • Kryotherapie
    • Wärmetherapie
    • Hydrotherapie
    • Elektrotherapie
    • Ultraschallbehandlung
    • Ergotherapie
    • Bewegungs- und Sporttherapie
    • Entspannungstherapie
    • Stoßwellentherapie

Operative Behandlungsmethoden

  • Gelenkersatz: Dank der modernen Medizin können eine Vielzahl an Gelenken durch künstliche Gelenke (Endoprothesen) ersetzt werden. Die Haltbarkeit derartiger Gelenke bewegt sich mittlerweile in einem annehmbaren Rahmen.
    • Künstliche Hüftprothese
    • Künstliche Kniegelenke
    • Künstliche Schultergelenke
  • Entfernung von Unebenheiten und Absplitterungen
  • Versteifungen
  • usw.

Orthopädische Behandlungsmöglichkeiten

  • Korsett
  • Stützbandagen
  • Tapes
  • Einlagen
  • usw.

Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparats in der Pflege

Bei Patienten, die von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten oder Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen sind, ist die Sturzprophylaxe das A und O.

Warum ist die Sturzprophylaxe so wichtig?

Stürze sind für kranke und ältere Patienten immer mit einem hohen Risiko verbunden, da diese zu schlimmen Verletzungen führen können. Des Weiteren kann der Sturz eines Seniors neben Einschränkungen seines Bewegungsradius, den Verlust seiner Mobilität und dessen selbstständige Lebensführung nach sich ziehen. Durch eine frühzeitige Erfassung der Risikoquellen, einer guten Beratung der Pflegebedürftigen und dessen Angehörigen, wie auch der Erstellung und Umsetzung eines individuellen Maßnahmenplans kann eine möglichst lange Erhaltung der Mobilität des Seniors sicherstellen.

Was gehört zu einer guten Sturzprophylaxe?

Eine gute Sturzprophylaxe setzt an verschiedenen Bereichen an, um für einen umfassenden Schutz betroffener Senioren zu sorgen.

  • Förderung der Mobilität, z. B. über Balance- und Krafttraining.
  • Bewegungseinschränkende Maßnahmen, um eine Rückbildung der Muskulatur zu verhindern.
  • Antidepressiva, Neuroleptika und andere Medikamente können das Sturzrisiko erhöhen. Genau deswegen sollten die Auswirkungen der verschriebenen Medikamente genau überwacht werden.
  • Die Verwendung von Hüftprotektoren bei Menschen mit besonders hohem Sturzrisiko.
  • Das Aufstellen eines Nachtstuhls, um in der Nacht lange Wege auf die Toilette zu vermeiden.
  • Auf geeignetes Schuhwerk achten.
  • Das Tragen von Stoppersocken in der Nacht.
  • Die Anpassung der Umgebung (z. B. Nachtlicht, Handläufe an den Treppen, Entfernen von Teppichen, rutschhemmende Bodenbeläge usw.)

Die Grundpflege von Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparats

Auch wenn der Patient von Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen ist, sollte die Pflegekraft trotzdem sich darum bemühen, dass der Pflegebedürftige so viel wie möglich macht. Um ihm das zu erleichtern, sollte über die Anschaffung spezieller Hilfsmittel nachgedacht werden.

Mobilisation ist das A und O

Trotz Erkrankungen des Bewegungsapparats und damit eventuell auftretenden Schmerzen ist es trotzdem wichtig, dass sich der Patient bewegt. Warum? Bewegen sich die Erkrankten nicht, werden die Schmerzen meist schlimmer. Zudem bilden sich Muskeln zurück, wodurch sich die Bewegungseinschränkung schlimmstenfalls verschlimmern kann.

Die Schmerztherapie

Sind geriatrische Patienten von Erkrankungen des Bewegungsapparats betroffen, leiden sie meist auch an starken Schmerzen. Das Hauptziel ist dem Patienten mittels eine rumfassenden Schmerztherapie möglichst lange eine gute Lebensqualität zu gewährleisten. Trotz und gerade wegen des Alters ist es wichtig, dass der Patient gut beobachtet wird, um beim Auftreten eventueller Nebenwirkungen sofort reagieren zu können.

Wissenswert

Bei einer guten Schmerztherapie werden Patienten durch erfahrene Physiotherapeuten betreut.

Betreuung von Senioren mit Erkrankungen des Bewegungsapparats: Das psychische Gleichgewicht des Patienten ist wichtig!

Gerade geriatrische Patienten, die vorher fit und fidel waren und viel gereist sind, können Erkrankungen des Bewegungsapparats und die damit verbundenen Einschränkungen ihrer Mobilität, stark aus dem psychischen Gleichgewicht bringen. Vor allem, weil die meist ihr Sozialleben auch stark darunter leidet. Es ist wichtig, dass sich die Pflegekraft entsprechend Zeit nimmt, um sich mit dem Patienten zu unterhalten. Zeigt der zu Betreuende Anzeichen einer Depression, ist umgehend ein Arzt zu informieren.

Wichtig

Die genannten Bereiche sind nur ein kleiner Teil der Aufgaben, die auf eine Pflegekraft bei der Betreuung von Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparats zukommt.