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Stationäre Pflege: Tipps zur Umsetzung der Kriterien

04.12.2017

Im stationären Bereich sind immerhin 10 Kriterien notenrelevant. Und diese sind im Gegensatz zum ambulanten Bereich einem separaten Qualitätsbereich, für den es auch eine eigene Note gibt, zugeordnet. Eine 5 oder 4 zum Umgang mit Demenz ist wenig werbewirksam.

Ihnen kommt hier eine wichtige Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, die Note zu verbessern bzw. eine gute Note zu halten. Im Folgenden sehen Sie die „Knackpunkte“ und Tipps für die Kriterien, die für die gesamte Einrichtung bewertet werden. Hier ist Ihr Einfluss zwar eher gering, dennoch sollten Sie die wichtigsten Punkte im Überblick haben. Danach wendet sich die Übersicht den Kriterien zu, die Sie durch Pflegedokumentation direkt beeinflussen können und die für jeden Bewohner in der Stichprobe überprüft werden.

Übersicht: „Knackpunkte“ im Rahmen von MDK-Prüfungen und Tipps für den stationären Bereich

Kriterien, die für Ihre Einrichtung einmalig bewertet werden

TK 40: Sind zielgruppengerechte Bewegungs- und Aufenthaltsflächen vorhanden?

Insbesondere in Altbauten finden sich häufig wenig Aufenthaltsräume und lange Flure, die eher als nicht geeignet für die Bedürfnisse demenziell erkrankter Bewohner angesehen werden.

Hier können Sie wenig tun. Wichtig ist, dass Ihre Bewohner ihrem oft erhöhten Bewegungsdrang nachkommen können – und das auch nachts. Ob das in Ihrer Einrichtung baulich möglich ist und wie es ggf. ermöglicht werden kann, sollten Sie mit den Leitungen Ihrer Einrichtung diskutieren.

TK 41: Sind gesicherte Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien vorhanden?

Den berühmten geschützten Garten hat leider nicht jede Einrichtung. Und wenn, dann ist er oft nur für die Bewohner des Erdgeschosses zugänglich.

Auch hier können Sie nur bedingt etwas ändern. Wenn Sie einen Garten haben, ist es gut. In jedem Fall sollten Sie nachweisen können, dass Sie für Bewohner, die nicht im Erdgeschoss leben, Aufenthalte im Freien ermöglichen.

TK 42: Gibt es identifikationserleichternde Milieugestaltung in Zimmern und Aufenthaltsräumen?

Oft ist nicht im Pflegekonzept oder Konzept der sozialen Betreuung vermerkt, dass die Bewohner die Zimmer selber gestalten können.
Regeln Sie die Mitbestimmung und Möglichkeiten der aktiven Mitgestaltung der Bewohner eindeutig, und halten Sie sie schriftlich fest. Möglich ist dies über den Heimvertrag, das Pflegekonzept oder das Konzept zur sozialen Betreuung. Auch Protokolle des Bewohnerbeirates sind eine gute Möglichkeit nachzuweisen, dass die Bewohner die Aufenthaltsräume mit gestalten.

TK 43: Wird mit individuellen Orientierungshilfen gearbeitet?

Individuelle Orientierungshilfen sind oft für die Prüfer nicht erkennbar.

Gestalten Sie z. B. die Zimmertüren der einzelnen Bewohner individuell mit Fotos, Symbolen oder anderen Hilfen, die einen Bezug zur Biografie der Bewohner haben. Hier sind Sie gefragt, gemeinsam mit den Kollegen individuelle Lösungen zu finden.

Kriterien, die für jeden Bewohner in der Stichprobe bewertet werden

TK 36: Wird bei Bewohnern mit Demenz die Biografie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt?
Ein Biografiebogen wird zwar geführt, aber eher, weil das so sein „muss“. Die gewonnenen Informationen werden nicht genutzt, um für den Bewohner individuelle Pflegemaßnahmen umzusetzen.

Überlegen Sie für jede einzelne Pflegemaßnahme bzw. – wenn Sie nach Krohwinkel pflegen – für jede AEDL, ob Sie hier etwas aus der Biografie des Bewohners wissen und berücksichtigen sollten.

Beispiele sind die Ess-, Schlaf-, Kleidungs- oder Beschäftigungsgewohnheiten.

TK 37: Werden bei Bewohnern mit Demenz Angehörige und Bezugspersonen in die Planung der Pflege einbezogen?

Hier ist oft nicht aus der Pflegedokumentation erkennbar, inwieweit Angehörige sich in die Pflege und Betreuung einbringen möchten und in welcher Form sie es tun.

Wenn die Angehörigen oder Bewohner keine Einbindung wünschen, dokumentieren Sie dies, z. B. in der Pflegeanamnese. Dann ist der Prüfer angehalten, das Kriterium mit „trifft nicht zu“ zu bewerten, entsprechend hat es dann keinen Einfluss auf Ihre Note. Wenn die Angehörigen sich einbringen, dokumentieren Sie die Art und Weise: Reichen sie dem Bewohner das Essen an, bringen sie Kleidung oder Pflegemittel mit, haben sie die Möglichkeit, an Angeboten der sozialen Betreuung teilzunehmen? Dokumentieren Sie die mit den Angehörigen geführten Gespräche über die Pflege im Pflegebericht.

TK 38: Wird bei Bewohnern mit Demenz die Selbstbestimmung in der Pflegeplanung berücksichtigt?

Die Pflegeplanung weist oft nicht aus, an welchen Stellen der Bewohner noch mitbestimmen und selbst bestimmen kann.

Dokumentieren Sie zu allen AEDL, welche Möglichkeiten Ihr Bewohner noch hat, selber zu entscheiden.
Kann er seine Kleidung selbstständig auswählen?
Kann er selber entscheiden, was er essen möchte?

Wann er schlafen möchte?
An welchen Beschäftigungs- und Betreuungsangeboten er teilnehmen möchte?

TK 39: Wird das Wohlbefinden von Bewohnern mit Demenz im Pflegealltag ermittelt und dokumentiert, und werden daraus Verbesserungsmaßnahmen abgeleitet?

Hier wird zu selten eine differenzierte Beobachtung vorgenommen, was das Wohlbefinden der Bewohner betrifft. Mitarbeiter wissen auch meistens nicht, was sie schreiben sollen. Und schreiben dann plakativ: Bewohner fühlt sich wohl. Das reicht in der Prüfung aber nicht aus.

Wenn der Pflegebericht ein kontinuierliches Bild darüber liefert, wie sich das Wohlbefinden des Bewohners entwickelt, sammeln Sie Pluspunkte. Da dies eines der schwierigsten Themen für die Mitarbeiter überhaupt ist, werden wir dieses Thema auf den folgenden Seiten noch differenzierter betrachten.

TK 44: Werden dem Bewohner geeignete Angebote gemacht, z. B. zur Bewegung, Kommunikation oder zur Wahrnehmung?

Häufig werden die Bewohner zwar zu Veranstaltungen gebracht, aus der Pflegeplanung geht aber nicht hervor, ob das Angebote sind, die sich für diesen Bewohner eignen. Der Biografiebezug fehlt oft entsprechend.

Planen Sie gemeinsam mit dem Sozialdienst Angebote, die individuell an die Bedürfnisse des Bewohners angepasst sind. Greifen Sie hierbei, wenn es möglich und sinnvoll ist, auf biografische Informationen darüber zurück, was der Bewohner „früher“ gerne gemacht hat. Aber denken Sie daran: Es muss nicht sein, dass er all das auch heute noch gerne tut. Entscheiden Sie also immer individuell.

Praxistipp: Regeln Sie die einzelnen Aspekte in Ihrem Pflege- und Betreuungskonzept, und orientieren Sie sich dabei eng an den Inhalten der Prüfanleitung. Dies erleichtert die Prüfung in der Regel bedeutend.

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