Abhusten unterstützen: Tipps für den Pflegealltag

Abhusten unterstützen: Tipps für den Pflegealltag
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Inhaltsverzeichnis

Altersbedingter Husten kann verschiedene Ursachen haben. Eine Hauptkomplikation bei Erkrankungen von Bronchien und Lunge ist festsitzendes und zähes Sekret, welches durch das Anschwellen der Schleimhäute entsteht. Das Sekret beeinträchtigt die Atmung. Ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers ist das Husten, welches nicht unterdrückt werden sollte. Es hilft, den zähen Schleim aus den Atemwegen zu entfernen. Richtiges Abhusten unterstützt dabei, die Beschwerden eines produktiven Hustens zu lindern und Bakterien den Nährboden zu entziehen. Hält der Husten länger als acht Wochen an, spricht man von einem chronischen Husten.

Ursache und Art des Hustens bringen unterschiedliche Therapieanforderungen mit sich. Der richtigen Behandlung der verschiedenen Hustenarten kommt im Pflegealltag eine wichtige Bedeutung zu, denn Pflegekräfte können das Abhusten gezielt unterstützen. 

Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps rund um das Thema „richtiges Abhusten“ an die Hand. Wir zeigen Pflegemaßnahmen und Hustentechniken auf, die das Abhusten erleichtern.

Welche Hustentechnik erleichtert Heimbewohnern das Abhusten?

Das richtige Abhusten kann mit verschiedenen Hustentechniken unterstützt werden.

Weisen Sie den Heimbewohner an den Schleim so lange wie möglich zu sammeln, bevor er nach oben transportiert wird. Das Ziel besteht darin, möglichst viel Schleim mit wenig Hustenstößen loszuwerden.

Hierfür bietet sich die Hustentechnik „Huffing“ an. Sitzt der Schleim weit oben im Hals, soll der Patient des Pflegeheims möglichst langsam und tief einatmen.

  1. Anschließend wird bei geöffnetem Mund die Luft kräftig ausgehaucht.
  2. Eine Wiederholung sollte maximal drei Mal stattfinden.

Diese Hustentechnik ist, richtig angewendet, für die Atemwege deutlich schonender als häufiges Räuspern oder vielfache Hustenstöße.

Welche Möglichkeiten gibt es im Pflegealltag zur Sekretlösung?

Die Flimmerhärchen in der Lunge haben die Funktion, Sekret und Bakterien abzutransportieren. Sind die Flimmerhärchen in ihrer Funktion eingeschränkt, kann es zu Entzündungen der unteren Atemwege kommen.

Liegt die Hustenart „produktiver Husten“ vor, besteht das Ziel in der Sekretlösung. Das Sekret soll, samt Krankheitserregern, aus den unteren Atemwegen heraufbefördert werden (= Auswurf, „Sputum“). Auf diese Weise wird die Gefahr gemindert, dass sich die Erkrankung durch hinzukommende Keime verschlimmert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, welche die Sekretlösung bei produktivem Husten unterstützen.

1. Hustenlöser einnehmen

Damit eine Sekretlösung in den unteren Atemwegen erfolgen kann, stehen verschiedene schleimlösende Medikamente („Expektoranzien“) zur Verfügung. Diese sorgen dafür, dass sich der Schleim in den Atemwegen verflüssigt. Des Weiteren regen sie die Bewegung der Flimmerhärchen in der Lunge an und unterstützen die Reinigung der Atemwege.

Bei chemischen Hustenlösern kommen Substanzen wie Acetylcystein und Ambroxol zur Anwendung. Pflanzliche Hustenlöser, die Efeu oder Thymian enthalten, sind ebenfalls erhältlich.

Wichtig

In Abhängigkeit der Ursache des Hustens wird der behandelnde Arzt einen adäquaten Hustenlöser verschreiben. Achten Sie auf die korrekte Anwendung und Dosierung.

2. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Wer unter produktivem Husten leidet, sollte auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Viel trinken hilft, den Schleim zu verflüssigen und das Abhusten von Sekret zu erleichtern.

Achten Sie darauf, dass der erkrankte Heimbewohner täglich mindestens 2 bis 3 Liter Flüssigkeit zu sich nimmt. Wasser und Teesorten, welche die Atemwege beruhigen (zum Beispiel mit Fenchel und Ingwer) sind geeignet.

3. Inhalieren mit Kochsalzlösung bei produktivem Husten

Das Inhalieren zählt zu den ältesten Therapiemethoden bei Beschwerden und Erkrankungen der unteren Atemwege. Sind die Atemwege verschleimt, ist der Reinigungsmechanismus der Flimmerhärchen gestört.

Die Inhalationstherapie stellt eine effiziente Methode dar, um das zähe Sekret in den unteren Atemwegen zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Beim Inhalieren werden die Atemwege befeuchtet und das Sekret verflüssigt.

Zum Inhalieren eignet sich Kochsalzlösung, welche über einen Vernebler zum Einsatz kommt. Die feinst vernebelten Partikel der Kochsalzlösung erreichen, im Gegensatz zur üblichen Dampfinhalation, die verschleimten tiefen Atemwege. Die Reinigung durch die Flimmerhärchen wird reaktiviert, das Sekret löst sich und der Pflegebedürftige kann abhusten.

4. Das Sekret bei Heimbewohnern mit Klopfmassagen lösen

Die Klopfmassage ist eine effektive Technik, um zähes Sekret zu lösen, das der Patient nicht oder mit großer Anstrengung abhusten kann.

Die Klopfmassage wirkt durch Vibrationen, welche sich durch die Brustwand auf das Lungengewebe übertragen. Auf diese Weise wird die Aktivität der Flimmerhärchen aktiviert, das Sekret gelöst und der Heimbewohner kann abhusten.

Was ist die richtige Position für eine Klopfmassage?

Die Wahl der Massageposition ist vom Gesundheitszustand des Patienten im Heim abhängig.

  • Möglichkeit 1: Der Bewohner kann sich auf seine Bettkante setzen und die Arme auf einem großen Kissen ablegen. Alternativ bietet sich das umgekehrte Sitzen auf einem Stuhl an. Die Arme werden auf der Stuhllehne abgelegt.
  • Möglichkeit 2: Die Klopfmassage wird in Bauchlage durchgeführt.
  • Möglichkeit 3: Der Bewohner befindet sich in Seitenlage. Die Pflegekraft führt die Klopfmassage auf der oben befindlichen Körperhälfte aus. Anschließend wird der Patient auf die andere Seite gedreht und die Klopfmassage auf dieser Seite ausgeführt.

Wie wird die Klopfmassage ausgeführt?

Die behandelnde Pflegekraft nutzt ihre Handkanten, um die Klopfmassage durchzuführen. Beide Handkanten werden im Bereich des Steißbeines auf dem Körper des Bewohners abgelegt, sodass die Handflächen zueinander zeigen.

Die Pflegekraft hebt jeweils eine Hand vom Körper ab und führt, bei der Ausatmung des Bewohners, sanfte Schläge aus. Wird die Klopfmassage während der Einatmung ausgeführt kann es dazu kommen, dass das Sekret in tiefere Bereiche der Atemwege gelangt.

Die Pflegekraft arbeitet sich mit der Klopfmassage vom Steißbein über den Brustkorb in Richtung des Kopfes vor. Die empfindlichen Bereiche der Nieren und über der Wirbelsäule sind auszulassen. Die rechte und linke Körperhälfte werden nacheinander behandelt.

Die Klopfmassage sollte eine Dauer von zwei Minuten nicht überschreiten. Hat der Heimbewohner vorher Sekret abgehustet, kann die Massage diese Dauer unterschreiten.

Wichtig

Weisen Sie den Heimbewohner an, während der Behandlung nicht zu verkrampfen, entspannt und tief zu atmen. Fordern Sie ihn regelmäßig auf, kontrolliert abzuhusten. Alternativ zur Klopfmassage kann ein Vibrationsgerät zum Einsatz kommen, welches den gleichen Effekt erzielt.

Nach der Klopfmassage oder der Anwendung eines Vibrationsgerätes wird der Bewohner in seine Ausgangsposition gebracht. Anschließend ist zu prüfen, ob eine atemerleichternde Wirkung eingesetzt hat. Die Massagen können Inhalationen und die Gabe von Hustenlösern zusätzlich unterstützen.

5. Brustwickel zur Sekretlösung

Als altbewährtes Hausmittel gelten feuchte Brustwickel. Ein Brustwickel reicht von der Achselhöhle bis zum Rippenbogen und kann kalt oder warm angelegt werden. Diverse Zusätze, wie ätherische Öle, können die Wirkung steigern.

Wie wirkt ein kalter Brustwickel?

Wird der Brustwickel kalt angelegt, wirkt er durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd. Er hilft dem Körper, zähes Sekret zu verdünnen, um es besser abzuhusten.

Wie wirkt ein warmer Brustwickel?

Die Wärme des Brustwickels wirkt krampflösend auf die Atemmuskulatur und sorgt für die Sekretlösung. Vor allem bei hartnäckigem und krampfartigem Husten ist ein kalter Brustwickel das Mittel der Wahl. Er fördert die Entspannung der Atemmuskulatur und die Sekretlösung. Warme Brustwickel finden Anwendung, wenn der Bewohner fieberfrei ist.

Übersicht: Sekretlösende PWelche Ziele verfolgt die Atemphysiotherapie bei Pflegebedürftigen?

Die Atemphysiotherapie fällt in das Fachgebiet von Physiotherapeuten. Das Ziel der Atemphysiotherapie besteht darin, die uneingeschränkte Atmung wiederherzustellen oder die Symptome zu lindern und Einschränkungen einzudämmen.

Der Hausarzt oder Lungenfacharzt verordnen die Atemtherapie vor allem bei Bewohnern, die unter Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD leiden.

Welche Aufgaben hat die Atemphysiotherapie?

Heimbewohner mit Husten verfallen aufgrund der Atembeschwerden häufig in ein ungünstiges Atemmuster. Bestandteil der Atemphysiotherapie ist es, dem Pflegebedürftigen das richtige Atmen zu zeigen und die Atmung zu entspannen. Die Atemtechnik wird individuell auf das Krankheitsbild abgestimmt.

Ist die Funktion des Zwerchfells eingeschränkt, zum Beispiel wenn eine COPD- Diagnose vorliegt, hat dies eine veränderte Lungenbelüftung und Blutgaswerte zur Folge. Aus diesem Grund gilt es, den Bewohner in die korrekte Atemtechnik einzuführen und deren Wirkung regelmäßig zu überprüfen.

Wie funktioniert der Einsatz von PEP-Atmung und PEP-Systemen?

Die Abkürzung „PEP“ steht für Positive Expiratory Pressure und bezeichnet verschiedene Atemtechniken und -hilfen im Rahmen der Atemphysiotherapie. Der Arzt verordnet ein PEP im Bedarfsfall.

Der Heimbewohner atmet gegen eine Stenose (Atemhilfe), die einen Widerstand erzeugt, aus. Der Widerstand hilft, die Bronchien während der Ausatmung zu stabilisieren, sodass sie bis zum Ende der Ausatmung geweitet bleiben. Auf diese Weise wird die Dauer der Ausatmung verlängert. 

Die PEP-Atmung kommt zum Einsatz, wenn

  • eine Verschleimung der Bronchien vorliegt,
  • eine Überblähung der Lunge stattfindet (Residualvolumen in der Lunge ist zu hoch),
  • Atemnot und Kurzatmigkeit und bei
  • instabilen Atemwegen (langes Ausatmen nicht möglich).

Diese Symptome treten vor allem bei Heimbewohnern auf, die an einer chronischen Lungenerkrankung (zum Beispiel COPD oder Asthma) leiden.

Wie wird das Ausatmen gegen eine Stenose richtig ausgeführt?

Achten Sie darauf, dass der Bewohner eine entspannte Sitzposition einnimmt und beim Ausatmen nicht „presst“. Das Pressen zeugt von zu viel Druck und Anstrengung, welche durch das Herausdrücken der Halsvenen sichtbar wird. Das mehrmalige Ausatmen soll für den Heimbewohner angenehm sein.

Verspürt der Heimbewohner während dem Ausatmen durch ein PEP einen Hustenreiz, weisen Sie ihn an, dass er in die Stenose hineinhusten soll. Leidet der Heimbewohner unter einer geschädigten Lunge, wird das Bronchialsystem während eines Hustenstoßes instabil und der Druck auf den Brustkorb zu groß. Beim Husten in ein PEP erfolgt der Druckabfall gleichmäßiger und die Bronchien bleiben stabiler. Das Sekret kann leichter abgehustet werden.

Gibt es weitere Atemhilfen bei Husten?

Ja. Eine alternative Möglichkeit besteht darin, einen abgeschnittenen Strohhalm als Atemhilfe einzusetzen. 
Es gilt: Je länger und dünner der Strohhalm, umso höher der entstehende Widerstand. Strohhalme mit Knick weisen einen höheren Widerstand auf als Modelle ohne einen solchen.

PEP-Systeme und das Ausatmen durch einen Strohhalm werden in der Praxis als „Fremd-Stenosen bezeichnet“

Welche Möglichkeiten gibt es zur „Eigen-Stenose“?

Bei der Atemtechnik „Lippenbremse“ handelt es sich um eine „Eigen-Stenose“. Darunter versteht man einen Atemwiderstand, der mit Hilfe des eigenen Körpers erfolgt.

Weisen Sie den Heimbewohner an die Lippen zu spitzen, als würde er pfeifen. Die Oberlippe wird leicht vorgestülpt. Anschließend atmet der Betroffene gegen die leicht geöffneten Lippen langsam und gleichmäßig aus. Die Wangen blähen sich leicht. Der Atemstrom wird durch den Widerstand abgebremst, die Atemwege weiten und entspannen sich. Es kommt nicht zur Atemnot.

Das Ausatmen mit der Lippenbremse dauert - bei korrekter Ausführung - länger als das Einatmen.

Wichtig

Achten Sie darauf, dass der Heimbewohner die Lippenbremse korrekt ausführt. Ein zu starkes aufeinanderpressen der Lippen und ein starkes Aufblähen der Backen sind bei der Atemtechnik nicht zielführend.

Die Wahl der Atemhilfe und Atemtechnik sind von Pflegekräften individuell mit dem behandelnden Arzt und Physiotherapeuten abzustimmen.

Welche Körperhaltungen wirken atemerleichternd?

Die richtige Körperhaltung ist bei einem Hustenstoß das A und O. Grundsätzlich empfiehlt sich eine aufrechte Körperhaltung. Diese reduziert das Gewicht des Schultergürtels und unterstützt die Atemhilfsmuskulatur.

Es gibt verschiedene atemerleichternde Körperhaltungen die Sie Heimbewohnern zeigen können, um die Atmung bei Hustenattacken zu erleichtern.

1. Aufrechte Körperhaltung: Mit dosiertem Druck arbeiten

Der Heimbewohner setzt oder stellt sich aufrecht hin. Er legt während eines Hustenstoßes die Hände und Unterarme auf dem Brustkorb und dem Bauch ab. Der zusätzliche dosierte Druck unterstützt die Atemhilfsmukulatur.

Alternativ können die Arme vor dem Brustkorb überkreuzt werden, um die Atemmuskulatur zu entlasten.

2. Die Atmung entspannen mit dem „Kutschersitz“

Bei einem Hustenstoß gilt es eine Körperhaltung einzunehmen, welche die Atmung erleichtert. Hierzu zählt der „Kutschersitz“

Beim Kutschersitzt rutscht der Bewohner breitbeinig auf die vordere Stuhlkante. Er stützt sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln oder einer Tischplatte ab. Der Kopf neigt sich leicht nach vorne. Weisen Sie den Heimbewohner an, möglichst nicht zu verkrampfen. Ist ein Sitzen auf einem Stuhl nicht möglich, richten Sie den Heimbewohner im Bett auf. Helfen Sie ihm, die Arme auf den Beinen abzulegen.

3. Die atemerleichternde „Torwartstellung“

Kann der Pflegebedürftige aufstehen, empfiehlt sich die atemerleichternde „Torwartstellung“. Hierfür geht der Hustende, in breitem Stand, leicht in die Knie. Er beugt den Rücken, sodass die Hände auf den Knien abgelegt werden können.

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Wichtig

Beim Kutschersitz und der Torwartstellung wird die Atmung erleichtert. Der Bedarf an Sauerstoff, der für die Haltearbeit des Brustkorbs verantwortlich ist, wird verringert. Bei allen atemerleichternden Techniken ist eine korrekte Körperhaltung entscheidend. Der Bewohner darf nicht verkrampfen. Machen Sie dem Heimbewohner die richtige Körperhaltung vor und helfen Sie ihm, diese einzunehmen.

Welche altersbedingten Krankheiten verursachen Hustenattacken?

Husten wird nicht ausschließlich durch virale oder bakterielle Infekte ausgelöst, sondern kann die Folge einer altersbedingten oder chronischen Erkrankung sein.

1. Husten aufgrund von altersbedingten neurologischen Erkrankungen

Neurologische Erkrankungen, wie Morbus Parkinson, Demenz oder Schlaganfälle können zu Schluckstörungen führen. Wird bakterienhaltiger Schleim versehentlich verschluckt oder gelangen Getränke und Nahrungsmittelreste in die Atemwege, kann das zu einer chronischen Bronchitis oder Lungenentzündung führen.

2. Husten durch altersbedingte Osteoporose

Osteoporose stellt eine weitere alterstypische Erkrankung dar, welche sich negativ auf die Lungenfunktion auswirkt und chronischen Husten begünstigen kann. Durch Verformungen an der Wirbelsäule kann ein krummer Rücken entstehen und das Lungenvolumen wird verkleinert.

3. Die chronische Erkrankung „COPD“

COPD ist die gängige Abkürzung für den englischen Begriff „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“. Die deutsche Übersetzung lautet „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Diese Krankheit tritt häufig in der zweiten Lebenshälfte oder bei älteren Menschen auf.

Bei COPD handelt es sich um eine Symptomkombination der chronisch obstruktiven Bronchitis und des Lungenemphysems:

  • Obstruktiv bedeutet, dass die Bronchien dauerhaft verengt sind.
  • Eine chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege. Typische Symptome sind Husten und schleimiger Auswurf, vor allem am Morgen nach dem Aufstehen.
  • Ein Lungenemphysem ist eine krankhafte und unheilbare Überblähung der Lunge. Es handelt sich um eine zunehmende Zerstörung des elastischen Stützgewebes, die zur Überdehnung und Erweiterung der Lungenbläschen (Alveolen) führt.

Wie wird Husten durch COPD behandelt?

1.  Achten Sie auf die Flüssigkeitszufuhr

Pflegebedürftige mit der Diagnose „COPD“ erhalten hustenlösende Medikamente, die den Wirkstoff Acetylcystein (ACC, NAC) enthalten. Diese Medikamente entfalten ihre volle Wirkung, wenn täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit getrunken werden. Ziel ist eine Verflüssigung des Bronchialschleims.

2. Unterstützen Sie das Abhusten mit Klopfen und Wickeln

Festsitzender Schleim kann die Atmung des Heimbewohners stark beeinträchtigen. Die mangelnde Sauerstoffaufnahme führt, mit Fortschreiten der Erkrankung, zu stärker werdender Atemnot. Die oben genannte Klopfmassage und das Anlegen von Wickeln unterstützen bei der Sekretlösung.

3. Hustenstöße gezielt auslösen

Lagern Sie den Oberkörper des Pflegeheim-Patienten hoch. Bitten Sie ihn einzuatmen und anschließend in kurzen, kräftigen Stößen auf die Silbe „haff “ auszuatmen. Wenn sich das Sekret gelöst hat ist es wichtig, dass der Pflegebedürftige abhustet, um die Atmung nicht zu behindern. Erklären Sie, dass er das Sekret ausspucken und nicht schlucken soll. Warten Sie mit einem weiteren Durchgang, bis sich die Atmung beruhigt hat.

Häufige und anhaltende Hustenattacken verursachen eine Druckerhöhung im Brustkorb. Weiterhin kann es hierdurch zu einem Asthmaanfall kommen.

Wie lassen sich Hustenanfälle bei unproduktivem Husten lindern?

Trockener und unproduktiver Reizhusten kann bei älteren Menschen ebenfalls für Hustenstöße verantwortlich sein. Die Ursache liegt häufig in entzündeten Schleimhäute der Atemwege.

Trockener und unproduktiver Reizhusten lässt sich dämpfen, indem tief eingeatmet und so lange wie möglich die Luft angehalten wird. Anschließend atmet der Pflegebedürftige oberflächlich. Bitten Sie ihn dies mehrere Male im Wechsel durchzuführen, bis der Hustenreiz nachlässt. Schnelle und tiefe Atemzüge sind im Hustenanfall ungünstig. Wenn der Hustenreiz stark ist, bitten Sie die Person, gegen die Lippen auszuatmen (Lippenbremse). Der Heimbewohner legt die Lippen erst entspannt aufeinander und presst sie beim Ausatmen fest zusammen. Der Widerstand, der durch die Lippenbremse verursacht wird, sorgt für eine Entspannung der Bronchien.

Fazit: Pflegemaßnahme „Abhusten“ – eine fachübergreifende Disziplin

Mit fortschreitendem Alter gehen Veränderungen an der Lungenstruktur und des Lungengewebes einher. Die Anzahl der Lungenbläschen und der kleinen Blutgefäße verringern sich. Die Menge der elastischen Fasern nimmt ab, die Lunge kann sich weniger gut ausdehnen und zusammenziehen als in jüngeren Jahren. Die Reinigungsfunktion der Atemwege lässt nach. Darüber hinaus nehmen Stärke und Effektivität Abwehrkraft des Immunsystems im Alter ab. Infekte und chronische Erkrankungen, die einen schwerwiegenden Verlauf nehmen können, treten auf. Dazu zählen verschiedene Hustenarten, die als Schutzmechanismus des Körpers fungieren.

Mit den oben beschriebenen Maßnahmen tragen Sie dazu bei, die Lebensqualität des pflegebedürftigen Patienten zu verbessern.

Wichtig:

Die genannten Pflegemaßnahmen dürfen nicht oder - in Absprache mit dem Arzt - in individuell angepasster Form eingesetzt werden, wenn

  • ein Herzinfarkt vorausgegangen ist,
  • bei Lungenembolie,
  • bei Tumoren oder Metastasen im Wirbelsäulenbereich
  • wenn Osteoporose diagnostiziert wurde,
  • bei Rippenfrakturen oder
  • wenn erhöhte Blutungsneigung besteht.

Die durchgeführten Pflegemaßnahmen sind dann erfolgreich, wenn eine merkliche Reinigung der Atemwege durch Sekretlösung stattgefunden hat.

Die Durchführung und Wirksamkeit der eingesetzten Maßnahmen sind zu dokumentieren und in der Pflegeplanung festzuhalten. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit mit Haus- und Lungenfacharzt sowie Physiotherapeuten unabdingbar, die auf Atemphysiotherapie spezialisiert sind.