Krankheitsbild: Parkinson

Krankheitsbild: Parkinson
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Inhaltsverzeichnis

Morbus Parkinson, umgangssprachlich auch oft die Parkinson-Krankheit genannt, ist die häufigste Erkrankung des menschlichen Nervensystems. Die Krankheit schreitet langsam voran und führt zu einem Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Die Folgen sind vor allem Einschränkungen in den Bewegungen, wie Zittern, Muskelsteifheit und allgemein verlangsamte Bewegungsabläufe. Obwohl die Krankheit bis heute nicht heilbar ist, kann vielen Betroffenen mit der richtigen Pflege und einer speziellen Medikation geholfen werden.

Die Krankheit Morbus Parkinson ist nach dem britischen Arzt James Parkinson benannt. Er war 1817 der erste Mediziner, der sich mit der Krankheit und ihren Symptomen auseinandersetzte. Seitdem wurden Symptome, Ursachen und Therapieverfahren weiter erforscht.

Definition: Was ist Parkinson?

Parkinson zählt zu einer der häufigsten neurodegenerativen Krankheiten, die bei Menschen diagnostiziert werden. Sie führt dazu, dass im Mittelhirn Nervenzellen der Substantia nigra absterben. Bei der Substantia nigra handelt es sich um melaninhaltige und dopaminproduzierende Nervenzellen.

Sterben diese ab, kann der Nervenbotenstoff Dopamin nicht richtig produziert und weitergeleitet werden – im schlimmsten Fall bleiben die Neurotransmitter völlig aus. Es entsteht ein Ungleichgewicht, durch das die Symptome von Parkinson ausgelöst werden.

Welche Formen des Parkinsonsyndroms gibt es?

Unter dem Begriff Parkinsonsyndrom werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die die typischen Syndrome von Parkinson verursachen. Obwohl sich die Symptome ähneln, liegen ihnen verschiedene Ursachen zugrunde. Diese werden in vier Syndrome unterteilt.

  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (auch primäres Parkinsonsyndrom genannt): Mit etwa 75 % das häufigste Parkinson-Syndrom. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt, Betroffene sprechen aber meistens gut auf eine Dopamin-Ersatztherapie an
  • Genetische Form des Parkinson-Syndroms: Dieses Syndrom tritt häufig bei mehreren Familienmitgliedern auf
  • Atypische Parkinson-Syndrome: Die Symptome treten auf Grund anderer Erkrankungen des Nervensystems auf, beispielsweise einer Lewy-Körper-Demenz.
  • Symptomatisches Parkinson-Syndrom (auch sekundäres Parkinsonsyndrom genannt): Bei diesem Syndrom sind die Auslöser für die Beschwerden bekannt. Dies können beispielsweise Gehirntumore oder -verletzungen sowie Medikamente und Giftstoffe sein.
Verschiedene Parkinson-Syndrome

Was sind Symptome für Parkinson?

Die Symptome einer Parkinsonerkrankung entwickeln sich langsam und häufig über mehrere Jahre. Die Krankheit verläuft bei Betroffenen individuell sehr unterschiedlich und ist somit auch nur schwer voraussehbar.

Die Beschwerden von Parkinsonpatienten werden in Hauptsymptome und Begleitsymptome unterteilt. Es leidet aber nicht jeder Erkrankte zwingend an allen Symptomen der Krankheit. Manche Beschwerden können auch gar nicht auftreten oder erst nach einer längeren Zeit der Erkrankung.

Die Hauptsymptome von Parkinson werden auch motorische Kardinalsymptome genannt. Mit diesen Begriffen werden die typischen Störungen der Bewegungen bezeichnet, die bei Parkinsonerkrankten sehr häufig auftreten.

Diese Symptome sind:

  • Zittern, auch Tremor genannt
  • Störungen der Halte- und Stellreflexe
  • Verlangsamung der Bewegungsabläufe
  • Unbeweglichkeit
  • Muskelsteifigkeit

Jedes einzelne dieser Symptome entwickelt sich langsam und kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Es treten auch nicht bei allen Patienten alle Symptome auf. Häufig tritt eine Beschwerde oder Störung von Bewegungen am stärksten hervor. Die Erkrankung wird daraufhin in einen Typ der Parkinsonkrankheit eingeteilt. Die Medizin unterteilt in vier Typen:

  • Akinetischer-rigider Typ: Es dominieren die Bewegungsverlangsamung (Akinese) und die Muskelsteifigkeit (Rigor).
  • Tremordominanz-Typ: Der Ruhetremor, also das Zittern in Ruhesituationen, dominiert.
  • Äquivalenz-Typ: Es treten drei Hauptsymptome von Störungen der Bewegungen gleich stark ausgeprägt auf. Diese sind Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Zittern.
  • Monosymptomatischer Ruhetremor: Einzige Beschwerde ist das Zittern in Ruhesituationen.

Bei den Begleitsymptomen von Parkinson handelt es sich hingegen um nichtmotorische Symptome. Sie treten häufig in einem frühen Stadion der Krankheit und somit vor den Bewegungseinschränkungen auf. Zu den Begleitsymptomen gehören unter anderem:

  • Riechstörungen
  • Verstopfung
  • Schlafstörungen
  • Sehstörungen
  • Missempfindungen
  • Depressionen
  • Angstzustände
  • Erektionsstörungen
  • Kreislaufprobleme
  • Übermäßiges Schwitzen

Oftmals treten diese Symptome schon auf, bevor überhaupt eine Erkrankung an Parkinson diagnostiziert wird. Sie dienen Ärzten oftmals als Hinweis, um die Krankheit zu erkennen. Viele der Symptome können natürlich auch harmlose Ursachen haben. Keines dieser Symptome kann also als sicherer Hinweis für eine Parkinsonerkrankung verstanden werden.

Was sind Ursachen für Parkinson?

Bis heute ist es der Medizin noch nicht gelungen, die Ursache für Parkinson zu finden. Es wird lediglich vermutet, dass ein Defekt im Stoffwechsel damit zu tun hat. Diese These besagt, dass schädliche freie Radikale entstehen, wenn der Stoffwechsel Dopamin nicht richtig verarbeiten kann. Diese schädigen dann die Substantia nigra und die Symptome entstehen.

Ärzte vermuten, dass die Krankheit eventuell auch erblich bedingt sein kann. Es kommt zwar nur selten vor, dass mehrere Verwandte an Parkinson erkranken, aber erbliche Ursachen können dennoch nicht ausgeschlossen werden.

In selten Fällen kann es auch vorkommen, dass Parkinson-ähnliche Symptome auftreten, obwohl keine Parkinsonerkrankung vorliegt. Die Symptome können nämlich auch durch Gehirntumore, Gehirnentzündungen oder Kohlenmonoxidvergiftungen ausgelöst werden. 

Wie wird Parkinson behandelt?

Da Parkinson nicht geheilt werden kann, wird bei der Behandlung vor allem auf die Symptome eingegangen. Mit Hilfe von einer Therapie mit Medikamenten können diese reduziert oder sogar vollständig unterdrückt werden. Da die Krankheit sehr individuell verläuft, wird auch bei der Behandlung immer ein individueller Ansatz verfolgt.

Bevor eine medikamentöse Therapie erfolgt, werden zunächst die Symptome und das Krankheitsstadion analysiert. Auf dieser Grundlage verschreibt ein Arzt geeignete Medikamente. Da im Verlauf der Krankheit auch immer wieder neue Beschwerden auftreten können, wird die Medikation von Parkinsonpatienten häufig angepasst.

Um die Symptome zu bekämpfen, wird häufig ein Dopaminersatz als Therapie verschrieben. Die Wirkstoffe aus dem Medikament werden im Gehirn zu Dopamin umgewandelt. Häufig wird ein weiteres Medikament dazu verschrieben, das den Wirkstoff schützt, bis er im Gehirn zu Dopamin umgewandelt werden kann.

Die Einnahme solcher Dopaminersatze bekämpft vor allem die Verlangsamung der Bewegung und die Muskelversteifung. Bei einigen Betroffenen lässt die Wirkung allerdings nach einer längeren Einnahme nach. Dadurch entstehen Schwankungen im Bewegungsablauf der Betroffenen.

Die Behandlung von Parkinson kann auch mit Hilfe von Dopaminagonisten erfolgen. Die Wirkstoffe eines solchen Medikaments ahmen im Gehirn die Wirkung von Dopamin nach. Diese Art der Behandlung wird eher in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit angewandt, wenn Dopaminersatze nicht mehr zuverlässig helfen.

Hinweis

Die Einnahme von Dopaminagonisten löst bei manchen Patienten starke Nebenwirkungen wie Paranoia, Benommenheit oder Halluzinationen aus. Wird die Medikation umgestellt und die Einnahme von Dopaminagonisten begonnen, sollten Erkrankte besonders gut beobachtet und nicht alleine gelassen werden.

Wer ist besonders gefährdet, an Parkinson zu erkranken?

Parkinson gilt als eine Krankheit, die meistens erst im höheren Alter auftritt. Sie entwickelt sich häufig zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr. In seltenen Fällen können aber auch jüngere Menschen erkranken.

Schätzungsweise 250.000 Menschen leiden in Deutschland an Parkinson. Die Dunkelziffer wird allerdings noch um einiges höher geschätzt. Männer und Frauen sind gleich häufig von der Krankheit betroffen.

Experten gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahrzehnten immer mehr Erkrankte geben wird. Dies begründen sie damit, dass die Gesellschaft immer älter wird.

Parkinson-Demenz

Wenn für mindestens ein Jahr vorher eine Parkinson-Krankheit besteht und erst später im Krankheitsverlauf die klassischen Symptome einer Demenz bemerkbar sind, spricht man von einer Parkinson-Demenz

Etwa jeder Dritte Parkinsonerkrankte entwickelt im Verlauf der Krankheit eine Parkinson-Demenz. Sie unterscheidet sich in einigen Punkten von der Alzheimer-Demenz, die häufigste Form von Demenz.

Bei einer Parkinson-Demenz ist vor allem die Aufmerksamkeit beeinträchtigt und das Denken verlangsamt. Sie kann außerdem zu Depressionen und Halluzinationen führen.

Es treten ähnliche Veränderungen im Gehirn auf, wie sie bei einer Lewy-Körper-Erkrankung beobachtet werden. Nicht selten treten diese beiden Krankheitsbilder gemeinsam auf.

Der für die Alzheimer-Demenz so typische Gedächtnisverlust tritt hingegen erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung auf. Erinnerungen können häufig auch nach Jahren der Erkrankung noch abgerufen werden, allerdings verzögert.

Im Unterschied zur Alzheimer-Demenz, bei der Gedächtnisstörungen im Vordergrund stehen, dominieren bei der Parkinson- Demenz andere Störungen, besonders im Bewegungsbereich. Neben den üblichen Symptomen sind folgende typisch für eine Parkinson-Demenz:

  • Es besteht eine chronische Verlangsamung aller Bewegungsabläufe.
  • Die Erkrankten sind unfähig neue Bewegungen zu initiieren.
  • Die Feinmotorik ist gestört.
  • Obwohl bei den Patienten keine wirklichen Lähmungen vorliegen, kann die Bewegungsstörung so schwere Ausmaße annehmen, dass die Betroffenen völlig bewegungslos und starr erscheinen (Akinese).
  • Der Gang ist gebeugt und kleinschrittig.
  • Die Mimik wirkt starr und ausdruckslos.
  • Bei vielen Erkrankten tritt in Ruhe ein für Parkinson charakteristisches Zittern auf.
  • Oftmals ist eine Steifigkeit der Arme und Beine (Rigor) zu beobachten.
  • Sie können eine erhöhte Tagesmüdigkeit feststellen.
  • Häufig sind depressive Symptome zu erkennen.
  • Es besteht eine eingeschränkte Aufmerksamkeit.
  • Das räumliche Sehen kann beeinträchtigt sein.

Behandlung der Parkinson-Demenz

Zunächst sollten Sie darauf achten und drängen, dass die Parkinson-Medikamente überprüft werden, sodass Medikamente, die tendenziell die Demenz verstärken könnten, durch andere ersetzt werden. Die Behandlung des Morbus Parkinson erfolgt symptomatisch mit Medikamenten, die spezifisch gegen die Bewegungsstörungen und den Tremor wirken. Manches Mal kann auch eine elektrische Hirnstimulation als Therapie Erleichterung bringen. Treten Demenzsymptome auf, sprechen diese nach neueren Untersuchungen auf die Behandlung mit einem Antidementivum an.

Welche finanziellen & sozialrechtlichen Aspekte gibt es bei Parkinson?

Die Diagnose Parkinson ist für viele Betroffene erstmal ein Schock und stellt häufig das ganze Leben Betroffener und deren Angehöriger auf den Kopf. Der Umgang mit der Situation ist zunächst eine emotionale Herausforderung.

Im weiteren Verlauf tun sich aber auch finanzielle und sozialrechtliche Aspekte auf. Betroffene fragen sich, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen, wenn sie nicht mehr arbeiten können. Dazu kommen anstrengende Behördengänge wie die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises.

Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es oftmals ratsam, sich so genau wie möglich über Hilfen und Möglichkeiten zu informieren. Erster Ansprechpartner ist meistens der Hausarzt. Er kann außerdem auf weitere Hilfsangebote in der Nähe verweisen.

Häufig kann es auch hilfreich sein, sich mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen und hier um Hilfe zu bitten. Selbsthilfegruppen für Parkinsonerkrankte und/oder deren Angehörige spenden oftmals Trost und sind eine gute Möglichkeit, in den Austausch mit anderen Betroffenen zu gelangen.

Gesetzliche Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung bei Parkinson

Nach der Diagnose von Parkinson sollten Betroffene sich an ihre Pflegeversicherung wenden. Wer dauerhaft Hilfe braucht, kann eine Pflegestufe beantragen und Hilfsleistungen erhalten.

Viele Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, können außerdem einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Vorteile wie Zusatzurlaub, Steuerermäßigungen oder Preisnachlässe bei der Fahrt mit Bus und Bahn ergeben sich ab einem Schweregrad über 50 %.

Wer an Parkinson erkrankt ist, gilt bei den Krankenkassen als schwerwiegend chronisch krank. Erkrankte haben also die Möglichkeit, sich von Zuzahlungen befreien zu lassen. Dafür reicht häufig schon ein formloses Schreiben an die Krankenkasse.

Es gibt darüber hinaus medizinische Rehabilitationsmaßnahmen für Parkinsonerkrankte, die die Erwerbsfähigkeit sichern sollen. Dazu gehört insbesondere eine Behandlung in einer Parkinson-Fachklinik. Die dortige Behandlung kann auch stationär erfolgen.

Wie kann man den Pflegegrad bei Parkinson bestimmen & beantragen?

Die Symptome von Parkinson können nach längerer Dauer zu Pflegebedürftigkeit der Betroffenen führen. Ist dies der Fall, sind es häufig Angehörige oder sogar der Ehepartner, die die Pflege zunächst übernehmen. Die immense psychische Belastung, die damit einhergeht, kann jedoch irgendwann nicht mehr geschultert werden.

Wer pflegebedürftig ist, hat die Möglichkeit, einen Pflegegrad zu beantragen. Nachdem ein solcher Antrag an die Krankenkasse gestellt wurde, erfolgt eine Besichtigung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse.

Dieser Termin findet häufig bei den Erkrankten zuhause statt. Ziel ist es herauszufinden, in welchem Umfang die Person Hilfe benötigt. Auf dieser Grundlage wird sie in eine der Pflegegrade eingeteilt. Diese sind in fünf Grade unterteilt:

  • Pflegegrad 1: Geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Ziel dieses Systems ist es, Erkrankten genau die Versorgung zu ermöglichen, die sie benötigen. Jeder der Pflegegrade geht mit verschiedenen Leistungen einher. Dazu gehören unter anderem Entlastungsleistungen, eine Kurzzeitpflege oder Bezuschussungen.

Parkinsonerkrankte haben häufig sehr gute Chancen, in einen der Pflegegrade eingeteilt zu werden.

Wie funktioniert die Pflege bei Parkinson?

Die Pflege von Patienten, die an Parkinson erkrankt sind, gestaltet sich häufig als intensiv. Einfach eine Tasse Kaffee zu  trinken, ist für Betroffene häufig schwierig, da Zittern oder Muskelversteifungen die Bewegung erschweren und einschränken.

Bei der Pflege von Parkinsonerkrankten kommt es wie auch bei anderen Patienten vor allem auf Geduld und Verständnis an. Bei einigen Patienten ist auch die Kommunikation von der Krankheit betroffen.

Wenn das Zittern auch die Lippen betrifft, werden Erkrankte häufig nur schwer verstanden. Für die Pflegerin oder den Pfleger ist es also wichtig, sich geduldig auf den Patienten einzustellen und Einfühlungsvermögen zu zeigen.

Welche Schwerpunkte bei der Pflege von Parkinsonerkrankten gibt es?

Bei der Pflege von Parkinsonpatienten stehen vor allem alltägliche Aufgaben im Fokus. Durch Zittern und eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit wird der Alltag schnell zu einer Herausforderung.

Die Pflege beginnt also schon beim Waschen, Anziehen und Essen. Wenn Betroffene diesen gewohnten Ablauf nicht mehr selbst aufrechterhalten können, sollte eine Pflegerin oder ein Pfleger Hilfestellungen leisten.

Oftmals ist aber auch eines der Ziele, die Selbstständigkeit von Erkrankten zu fördern. Natürlich sollen sie die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Tätigkeiten, die sie noch selbst ausführen können, sollten sie aber auch weiterhin allein durchführen.

Bei der täglichen Pflege ist es besonders wichtig, sich geduldig zu zeigen. Parkinson ist eine schwere Krankheit. Betroffene brauchen für alltägliche Dinge viel länger als gesunde Menschen. Pflegerinnen und Pfleger sollten dies stehts im Hinterkopf behalten.

Eine Erkrankung an Parkinson führt häufig auch zu einem angeschlagenen Selbstbewusstsein der Betroffenen. Sie fühlen sich hilflos, verzweifelt und von manchen Menschen nicht ernst genommen. Bei der Pflege sollte versucht werden, Patienten neuen Mut zu geben und sie zu ermutigen, das Leben auch mit Parkinson zu meistern.

Was sind die Aufgaben von Pflegekräften bei Parkinson?

Pflegekräfte, die Parkinsonpatienten behandeln, sollten immer auf die individuelle Situation eingehen. Bei jedem Menschen verläuft die Krankheit anders – die Aufgaben von Pflegekräften können sich also auch stark voneinander unterscheiden.

Grundsätzlich lassen sich aber drei Pflegebereiche definieren, die typisch für die Arbeit mit Parkinsonpatienten sind.

Bewegungsübungen

Steife Muskeln und Unbeweglichkeit sind zwei der Hauptsymptome bei Parkinson. Bleiben diese Problematiken unbehandelt, kommt es in vielen Fällen zu Gangunsicherheit und einer einhergehenden Sturzgefahr.

Sturzgefahr mit Parkinson

Wenn Patienten viel liegen und sitzen, besteht außerdem die Gefahr, dass sich Druckgeschwüre bilden oder eine Thrombose auftritt. Bei der Pflege von Parkinsonpatienten sind Bewegungsübungen also sehr wichtig.

Solche Übungen sind beispielsweise:

  • Übungen zur Verbesserung der Mimik vor dem Spiegel
  • Gleichgewichtstraining
  • Training der Fingerbeweglichkeit
  • Hinsetzen und Aufstehen von einem Stuhl

Vorsicht

In vielen Wohnungen verbergen sich viele Stolperfallen, die bei Menschen mit einer Parkinsonerkrankung häufig zu Stürzen führen. Herumliegende Kabel, Teppichkanten oder störende Gegenstände sollten, wenn möglich, entfernt werden.

Körperpflege

Schweißausbrüche und verstärkte Talkabsonderungen gehören ebenfalls zu den häufigen Symptomen von Parkinson. Eine vermehrte Körperpflege ist häufig notwendig. Kann der Erkrankte dies nicht mehr selbstständig bewältigen, können Pflegerinnen und Pfleger mit einer regelmäßigen und sorgfältigen Hautpflege unterstützen.

Ernährungshilfe

Viel trinken ist für jeden Menschen wichtig. Für Erkrankte von Parkinson reichen selbst 2 Liter pro Tag häufig nicht aus, da sie durch vermehrtes Schwitzen viel Flüssigkeit verlieren. Sie neigen außerdem zu Verstopfung und sollten sich folglich ballaststoffreich ernähren.

Viele Parkinsonpatienten tun sich mit der Aufnahme von Flüssigkeit als auch von Nahrung schwer. Das Zittern erschwert es ihnen oftmals, eine Tasse oder einen Löffel zum Mund zu führen. Außerdem ist das Schneiden oder Zerkleinern von fester Nahrung für sie häufig nicht zu schaffen.

Je nach Ausprägung der Krankheit kann mit einem Strohhalm das Trinken erleichtert werden. Die Nahrungsaufnahme kann durch Vorschneiden fester Lebensmittel ebenfalls leichter gestaltet werden. Bei schwer erkrankten Patienten übernehmen Pflegerinnen und Pfleger häufig auch das Füttern oder das Verabreichen von Flüssigkeit.

Pflegefortbildung: Spezialisierung auf Morbus Parkinson

Eine Erkrankung an Parkinson beeinträchtigt viele Menschen im Verlauf der Krankheit stark in ihrem Alltag und ihrer Lebensqualität. Für Pflegekräfte ergeben sich somit auch spezielle Anforderungen.

Schwierig ist außerdem, dass nicht jeder Erkrankte dieselben Symptome aufweist und dass die Krankheit schubweise verläuft. Innerhalb von nur kurzer Zeit kann sich die Situation von Betroffenen verschlimmern.

Pflegerinnen und Pfleger, die sich auf die Arbeit mit Parkinsonerkrankten spezialisieren möchten, können eine Pflegefortbildung belegen. Dort erfahren sie nicht nur mehr über die Krankheit und ihre Ursachen, sondern auch über den Umgang mit Erkrankten.

Viele Pflegeeinrichtungen legen außerdem viel Wert auf Zusatzqualifikationen und behandeln entsprechend qualifizierte Bewerber bevorzugt.

Alltag mit Parkinson – Tipps für Angehörige & Betreuer

Die Diagnose Parkinson bedeutet für Betroffene und deren Angehörige eine große Veränderung des alltäglichen Lebens. Je nach Schwere der Erkrankung kann der Beruf nicht mehr ausgeübt werden, oder der Erkrankte braucht rund um die Uhr Betreuung.

Um den anfänglichen Schock zu verarbeiten, können Selbsthilfegruppen oder Psychotherapien hilfreich sein. Über die Diagnose und die Symptome zu reden, kann es Betroffenen und Angehörigen erleichtern, mit der Situation umzugehen.

Trotz der Diagnose muss der Alltag weitergehen. Dabei ist es wichtig, der erkrankten Person so viel Selbstständigkeit wie möglich zu ermöglichen. Dafür ist eine stolperfreie Wohnung ein erster Schritt. Es kann außerdem helfen, Haltegriffe in allen Räumen anzubringen, an denen sich der Erkrankte bei Gleichgewichtsstörungen oder Kreislaufproblemen festhalten kann. Ferner können Duschhocker sogar das eigenständige Duschen ermöglichen.

Eine Parkinsonerkrankung verursacht häufig nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch psychische Probleme. Ein vermindertes Selbstwertgefühl oder Depressionen können die Folge sein. Hier kann es helfen, Verständnis zu zeigen und einfühlsam mit der Situation umzugehen.

Darüber hinaus sollten Parkinsonerkrankte extreme Temperaturen und die Sonne meiden. Die Erkrankung kann bei einigen Betroffenen zu vermehrtem Schwitzen kommen. Hohe Temperaturen können dies nur noch verschlimmern. Pfleger und Angehörige sollten außerdem darauf achten, dass der Erkrankte immer genug Flüssigkeit zu sich nimmt.

Die Pflege von Patienten mit Parkinson

Fazit

Auch wenn Parkinson eine schwere, unheilbare Krankheit ist, können Erkrankte oftmals glücklich mit ihr leben. Die medizinischen Fortschritte sowie diverse Hilfsangebote von verschiedenen Stellen können helfen, den Alltag mit der Krankheit zu meistern.

Geduld, Einfühlungsvermögen und eine spezielle Schulung sind für Pflegerinnen und Pfleger der beste Weg, um Parkinsonpatienten ideal pflegen zu können. Eine Pflegefortbildung für die Arbeit mit Parkinsonkranken ist eine lohnende Investition – nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für Sie selbst.