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Nutzen Sie die Pflegevisiten zur Qualitätsverbesserung

15.05.2015

Um die Qualität der Pflege kontinuierlich zu verbessern, sollten Sie die Ergebnisse der Pflegevisiten nutzen. Berücksichtigen Sie dabei aber einige Grundsätze. Diese beziehen sich sowohl auf den individuellen Fall als auch auf übergeordnete Maßnahmen, mit denen Sie alle Mitarbeiter und Pflegekunden erreichen.

So unterstützen Sie den einzelnen Mitarbeiter bei der Pflegevisite

1. Grundsatz: Missbrauchen Sie als Qualitätsbeauftragte die Pflegevisite nicht als Kontrollinstrument. Nutzen Sie sie, um mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und ihnen ein konstruktives Feedback zu ihrer Arbeit zu geben. Die Mitarbeitervisiten, die der Kontrolle dienen, überlassen Sie der PDL.

2. Grundsatz: Integrieren Sie die Pflegevisite in den Alltag der Mitarbeiter und Pflegekunden, um möglichst keine zusätzliche Arbeitsbelastung entstehen zu lassen. Sie können wunderbar als teilnehmender Beobachter den Mitarbeiter bei der Pflege begleiten. Auf diese Weise kommen Sie am besten ins Gespräch. Achten Sie allerdings darauf, die Pflegevisite nicht bei Arbeitsspitzen durchzuführen, damit der Mitarbeiter nicht unter Druck gerät.

3. Grundsatz: Besprechen Sie die Ergebnisse mit den Bezugspflegenden konsequent. Denken Sie dabei daran, sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte sachlich darzustellen. Das klingt selbstverständlich – oft ist es das aber nicht. Nicht selten bleibt der Mitarbeiter, der sich in aller Regel tatsächlich „überprüft“ fühlt, mit der unbeantworteten Frage zurück: „War alles okay oder nicht?“

So erzielen Sie für alle Mitarbeiter und Kunden einen großen Nutzen

1. Grundsatz: Denken Sie immer daran, Kunden und Bezugspflegende über die Pflegevisite zu informieren, ein Termin sollte rechtzeitig abgestimmt werden. Eine Ausnahme ist die Durchführung einer anlassbezogenen Visite. Der bezugspflegende Mitarbeiter wird dann von Ihnen zeitnah vor der Visite informiert. Hier ist Ihr Fingerspitzengefühl gefragt, damit der Mitarbeiter nicht nervös wird und Sie darüber hinaus den Pflegekunden nicht verunsichern. Erklären Sie dem Mitarbeiter also im Vorfeld gründlich, um was es geht.

2. Grundsatz: Berücksichtigen Sie die Ergebnisse konsequent im Fortbildungsplan. Hierzu greifen Sie auf Ihre Auswertungen zurück und analysieren, bei welchen Kernthemen es immer wieder Probleme in der pflegerischen Umsetzung und / oder der Dokumentation gibt. Zu diesen Themen bieten Sie dann gezielt Fortbildungen für die Mitarbeiter an.

3. Grundsatz: Melden Sie die Ergebnisse der Pflegevisiten in kleinen Abständen, z. B. monatlich, in die Teams zurück. Erläutern Sie dabei, welche Dinge positiv aufgefallen sind und welche Schwachpunkte sich gehäuft gezeigt haben. Bieten Sie zu den entsprechenden Themen Ihre fachliche Unterstützung an. Arbeiten Sie ggf. in Fallbesprechungen mit den Inhalten weiter.

4. Grundsatz: Führen Sie regelmäßig in den Teamsitzungen Kurzschulungen zu den Knackpunkten durch, die Sie im Rahmen der Pflegevisite festgestellt haben. Klassiker, die sich immer wieder in den Pflegevisiten zeigen, sind die folgenden:
• Im Rahmen der teilnehmenden Beobachtung fällt Ihnen auf, dass die Mitarbeiter die hygienische Händedesinfektion nicht korrekt durchführen.
• Bei der Einsichtnahme in die Dokumentation stellen Sie fest, dass einzelne Formulare immer wieder nicht vollständig oder fachlich korrekt ausgefüllt werden.
• Die Pflegeplanungen sind unvollständig und insbesondere im Hinblick auf Nutzen Sie die Pflegevisiten zur Qualitätsverbesserung die Zielsetzungen und Maßnahmen nicht konkret und handlungsleitend formuliert.

5. Grundsatz: Planen Sie zu allen Verbesserungspotenzialen, die Sie festgestellt haben, geeignete Maßnahmen, und versehen Sie diese mit einer Umsetzungsfrist. Hierbei ist es wichtig, dass Sie zwischen Sofort-, mittel- und längerfristigen Maßnahmen unterscheiden und die Fristen entsprechend sorgfältig festlegen.

 

Beispiel: Sie finden im Rahmen der Pflegevisite einen Pflegekunden vor, der am Steiß eine nicht wegdrückbare Rötung hat und immobil ist. Sachgerechte prophylaktische Maßnahmen werden derzeit nicht durchgeführt. Ihre Maßnahmen sollten wie folgt greifen:

1. Sofortmaßnahme: unverzügliches Lagern des Pflegekunden auf die Seite im Rahmen der Visite, um den Dekubitus sofort vom Druck zu entlasten

2. mittelfristige Maßnahme: Organisation druck reduzierender Hilfsmittel innerhalb der nächsten 24 Stunden und ggf. Neuschreiben der Pflegeplanung

3. längerfristige Maßnahme: überprüfen, ob die Maßnahmen den gewünschten Erfolg gebracht haben und längerfristig greifen.

 

Fazit: Pflegevisiten sind nicht vorrangig für den MDK-Prüfer da, sondern Ihr wichtigstes Instrument, um die Qualität der Pflege zu verbessern. Dieses Instrument dürfen und sollten Sie kreativ nutzen. Gehen Sie dabei Ihren eigenen Weg. Solange Sie darauf achten, dass Sie den PDCA Zyklus anwenden und aus den Pflegevisiten konsequent Maßnahmen umsetzen, kann Ihre Professionalität nicht angefochten werden.

 

Weitere Informationen zum Thema Qualität finden Sie in Qualität in der Pflege.

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