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Blog - Wie Rituale Ihnen und Ihren Bewohnern den Alltag erleichtern

11.12.2017
Wie Rituale Ihnen und Ihren Bewohnern den Alltag erleichtern

Viele kennen Rituale, wie z. B. das Einschlafritual, eher aus der Kinder- als aus der Seniorenbetreuung. Dabei sind Rituale für jeden Menschen von Bedeutung. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen diese Bedeutsamkeit verdeutlichen und Ihnen einige Anregungen zur praktischen Umsetzung für Ihren Arbeitsalltag mit auf den Weg geben.

Was Rituale von bloßen Gewohnheiten unterscheidet

Im Gegensatz zu Gewohnheiten sollten und werden Rituale ganz bewusst gestaltet und eingesetzt:

  • Weniger das „Was“ (was ich mache) ist entscheidend für ein Ritual, sondern das „Wie“ (wie ich es vollziehe).
  • Der Übergang ist oft fließend. Ein Ritual kann zur Gewohnheit verflachen, umgekehrt kann eine Gewohnheit zum Ritual erhoben werden.

Sie sind Ankerpunkte im Leben und im Alltag

Rituale geben Stabilität und verleihen Stunden, Tagen und Jahren eine Struktur. Gerade für Menschen mit einer Demenz ist dies von großer Bedeutsamkeit. Rituale schaffen ein geregeltes System. Sie geben Orientierung und vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und Verlässlichkeit.

Diese Sicherheit ist nicht nur für Ihre Bewohner, sondern auch für Sie selbst wichtig. Die folgenden Beispiele beschreiben Rituale, die Sie vielleicht teilweise schon in ähnlicher Weise umsetzen, und geben Anregung zur Einführung neuer Rituale für Ihre Bewohner, aber auch für Sie selbst. Vielleicht sind ja einige der folgenden Vorschläge auch für Sie passend?

Diese 7 Ideen erleichtern Ihnen als Mitarbeiter Ihren Arbeitsalltag

1. Morgens: Zum morgendlichen Dienstbeginn kommen Sie 10 Minuten früher, um sich in Ruhe einen Tee zu kochen und diesen als Einstieg in den Tag zu genießen.
2. Kalender: Auf Ihrem Schreibtisch haben Sie einen Kalender mit täglich neuen aufheiternden positiven Sinnsprüchen und Fotos, den Sie als erste Handlung morgens umblättern und den
Spruch für sich verinnerlichen.
3. Gespräche: Bei anstehenden schwierigen Gesprächen sammeln Sie sich innerlich bewusst vor dem Bewohnerzimmer/Büro, bereiten sich auf die Person hinter der Tür vor und atmen 3-mal tief durch.
4. Ordnung: Ihren Schreibtisch und Arbeitsplatz räumen Sie am Ende des Tages als Abschluss bewusst auf.
5. Pause: In Ihrer Pause verlassen Sie gezielt Ihr Büro und nehmen so auch räumlich Abstand von Ihrer Arbeit.
6. Spaziergang: Sie machen in Ihrer Pause immer einen kleinen Spaziergang einmal ums Haus/Gelände.
7. Konflikte: Bei Konflikten mit Bewohnern/Angehörigen/Kollegen/Vorgesetzten/Mitarbeitern ziehen Sie sich kurz zurück und machen sich bewusst, dass nicht Sie als Mensch, sondern in der Regel Sie in Ihrer Rolle und Funktion gemeint sind.

Umsetzungsmöglichkeiten im Betreuungsalltag

  • Zum Einzug erhält jeder neue Bewohner ein kleines Präsent/Ihren Wochenplan/ einen Besuch vom Heimbeirat oder Ähnliches.
  • Sie begrüßen Ihre Bewohner bei einem Gruppenangebot jedes Mal mit einem Händeschütteln/jeden mit seine Namen.
  • Bei der Einzelbetreuung am Bett begrüßen und verabschieden Sie Ihre Bewohner mit einer Initialberührung an der Schulter.
  • Sie lesen nach jedem Frühstück im Tagesraum aus der Zeitung vor. Dabei enden Sie z. B. immer mit dem Wetterbericht.
  • Bei jedem Geburtstag wird zu einer bestimmten Zeit gemeinsam ein Lied gesungen.
  • Sie pflegen ein Kondolenzbuch für verstorbene Bewohner.
  • An jedem Adventssonntag lesen Sie in allen Wohngruppen die Weihnachtsgeschichte vor.
  • Bei jedem Mittagessen wird zusammen ein Tischgebet gesprochen.
  • Samstags gestalten Sie individuelle Badetage für Ihre Bewohner

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