Verlag & Akademie

Wahnhafte Verkennungen - Wenn Silvesterböller Angst auslösen

21.12.2018

Bestimmt kennen auch Sie Menschen mit Demenz, die durch wahnhafte Verkennungen Silvesterraketen, Böller, Gewitter, Rufe und Schreien von Mitbewohnern als Kriegsgeräusche wahrnehmen und bestimmte Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legen. So ist es gerade zu Silvester schon häufiger vorgekommen, dass ein Mensch mit Demenz in Panik geriet, weil er das Silvesterfeuerwerk für einen Bombenangriff hielt, denn aufgrund seiner kognitiven Einschränkungen kann der Demenzerkrankte das laute Knallen oft nicht mehr zuordnen.

Zu den Auslösern solcher wahnhafter Verkennungen, gerade zu Silvester, gehört aber auch häufig eine Veränderung in der Umgebung oder im Tagesablauf, die den Betroffenen überfordert. Beispielsweise, wenn er in einer fremden Wohnung Silvester verbringt. Hinweis: Silvester kann bei dem Erkrankten enormen Stress und Angst auslösen.

Treffen Sie Vorkehrungen

Wenn Sie mit Ihren Pflegekunden gemeinsam Silvester feiern, sollten Sie Vorkehrungen treffen, damit keiner Ihrer Pflegekunden in Panik gerät. Hierzu können Sie die folgenden 7 Tipps beherzigen:

  1. Beginnen Sie schon am Nachmittag mit der eigenen Silvesterfeier.
  2. Zünden Sie zusammen mit dem Betroffenen Lichter, Wunderkerzen und kleine Böllerchen an.
  3. Lassen Sie den Betroffenen nicht allein.
  4. Wirken Sie beruhigend auf ihn ein.
  5. Schließen Sie die Fenster.
  6. Lenken Sie ab, indem Sie ggf. angenehme Musik laufen lassen.
  7. Fragen Sie bei Angehörigen nach positiven Silvestererfahrungen Ihres Pflegekunden.

Hinweis: Feiert Ihr Pflegekunde bei oder mit seinen Angehörigen, sollten Sie diese über obige Tipps informieren.

Wenn Sie wissen, dass Silvester Angst auslöst

Wenn Sie schon von vornherein wissen, dass Ihr Pflegekunde mit Demenz gerade zu Silvester in Panik gerät, sollten Sie sich unbedingt mit Ihren Pflegekollegen austauschen und versuchen, den Grund für die wahnhaften Verkennungen zu ermitteln und gemeinsame Lösungen zu finden. Legen Sie im Team gemeinsam fest, wie Sie mit dem Problem umgehen möchten.

Hinweis: Vergessen Sie nicht, ggf. auch die Nachtwachen mit in die Fallbesprechung einzubeziehen.

Sprechen Sie mit dem Arzt

Ist damit zu rechnen, dass Ihr Pflegekunde zu Silvester in Panik gerät, sollten Sie unbedingt ein Arztgespräch führen. Denn dieser kann ggf. ein Bedarfsmedikament verordnen, das die akuten Symptome lindert und dem Betroffenen die Angst und Panik nimmt, aber nicht sediert. Denn ausschlaggebend für die Verordnung eines solchen Medikaments sollte das Leiden unter den Verkennungen bzw. die Selbst-oder Fremdgefährdung sein.

Hinweis: Sie als Pflege- und Betreuungskraft sollten insbesondere auf Gangunsicherheiten des Betroffenen achten, da es beim Einsatz der Medikamente häufig zu einer erhöhten Sturzgefahr kommen kann.

Übersicht: Das sollten Sie im Umgang mit dem Betroffenen bei wahnhafter Verkennung beachten

  • Reden Sie dem Betroffenen die wahnhaften Verkennungen nicht aus, sondern nehmen Sie diese ruhig hin und tolerieren Sie sie.
  • Vermitteln Sie dem Betroffenen, wenn er wahnhafte Verkennungen hat, Geborgenheit, indem Sie beruhigend mit ihm sprechen und ihn sanft berühren. Einige Betroffenen empfinden zu große Nähe allerdings als Bedrohung. Daher sollten Sie die richtige Balance zwischen Abstand und Nähe finden.
  • Stellen Sie einen vertrauensvollen Kontakt zu dem Betroffenen her, unterstützen Sie ihn positiv, und zeigen Sie Verständnis. Menschen mit wahnhaften Verkennungen trennen sehr stark nach Gut und Böse. Wenn Sie als Pflegekraft zu den guten Menschen gehören, sind Sie Vertrauensperson und kein Verfolger.

So gehen Sie richtig mit wahnhafter Verkennung um

Wenn Ihr Pflegekunde zu Silvester trotz aller Vorkehrungen unter wahnhaften Verkennungen leidet und in Panik gerät, sollten Sie folgende Hinweise im Umgang mit ihm beachten:

Hinweis: Dokumentieren Sie alle Verhaltensauffälligkeiten, und informieren Sie bei Bedarf den Arzt nachweislich.

Wenn die wahnhaften Verkennungen häufiger vorkommen

Wahnhafte Verkennungen können schwankend auftreten. Wenn diese Verkennungen nur zu Silvester auftreten, können oben stehende Hinweise helfen. Sollten die wahnhaften Verkennungen aber häufiger auftreten, ist die Behandlung dieser nichtkognitiven Symptome ebenso wichtig wie die Behandlung der kognitiven Symptome. Daher geben wir Ihnen in den nächsten Ausgaben Hinweise, was Sie tun können, wenn Ihr Pflegekunde häufiger unter wahnhaften Verkennungen leidet.

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke