Verlag & Akademie

Strukturmodell und NBI – mit dieser Mustergliederung vereinen Sie beides

28.01.2019

Fällt es Ihnen auch immer noch schwer, SIS und NBI miteinander zu verknüpfen? Die Vorgaben des Strukturmodells haben wir Pflegefachkräfte auf der einen Seite im Hinterkopf.

Auf der anderen Seite stehen die einzelnen Punkte des neuen Begutachtungsinstruments (NBI). Diese sind für den Dialog über mögliche Höhergraduierungen unserer Pflegekunden mit dem MDK entscheidend.

Die Vorteile einer solchen Orientierungshilfe

Die Kunst besteht nun darin, die Vorgaben der beiden Systeme miteinander zu verknüpfen und zusätzliche wichtige Einzelpunkte nicht zu vergessen, wie z. B. im Themenfeld 1 die Angaben zu freiheitsentziehenden Maßnahmen. Kurz gesagt: Es braucht eine Mustergliederung für die SIS, die alle Punkte enthält.

Wenn Sie mit einer solchen Mustergliederung arbeiten, haben Sie 2 große Vorteile: Sie leisten eine hochwertige Arbeit und sparen richtig viel Zeit.

  1. Sie und all Ihre Kollegen arbeiten zum einen qualitativ hochwertig, denn Sie arbeiten alle nach demselben Standard bzw. derselben Vorgabe.
  2. Zusätzlich ersparen Sie sich dadurch bei Neuaufnahmen viel Zeit: Sie müssen die einzelnen Punkte nicht immer wieder neu denken, also sich nicht immer wieder neu fragen: Welche Angaben gehören noch mal in das erste Themenfeld?

Arbeiten Sie in Zukunft die einzelnen Punkte der Mustergliederung ab, dann haben Sie an alles gedacht.

Ihre Mustergliederung

Als Erstes stelle ich Ihnen heute eine Mustergliederung für die Themenfelder 1 und 2 vor.

Fügen Sie dann bei Ihrer nächsten Neuaufnahme diese Mustergliederung in das jeweils dazu passende Themenfeld Ihres Pflegekunden ein.

Die einzelnen Aufzählungspunkte können konkret auf Ihre einzelnen Pflegekunden angepasst werden. Damit beschreiben Sie die Fähigkeiten Ihres Pflegekunden. Fragen, die gestellt werden, beantworten Sie.

ÜBERSICHT: MUSTERGLIEDERUNG SIS

Themenfeld 1: Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Ihr Pflegekunde...

  • erkennt Personen aus dem näheren Umfeld
  • Die örtliche Orientierung ist bei
  • Die zeitliche Orientierung ist bei
  • erinnert sich an wesentliche Ereignisse oder Beobachtungen
  • steuert mehrschrittige Alltagshandlungen
  • trifft Entscheidungen im Alltagsleben
  • versteht Sachverhalte und Informationen
  • erkennt Risiken und Gefahren
  • teilt elementare Bedürfnisse mit
  • versteht Aufforderungen
  • beteiligt sich an einem Gespräch

(Unterteilung: Fähigkeit vorhanden, größtenteils vorhanden, im geringen Maße vorhanden, nicht vorhanden)

Ihr Pflegekunde...

  • zeigt motorisch geprägte Verhaltensauffälligkeiten
  • zeigt nächtliche Unruhe
  • zeigt selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten
  • beschädigt Gegenstände
  • zeigt physisch aggressives Verhalten gegenüber anderen Personen
  • zeigt verbale Aggression
  • zeigt andere pflegerelevante vokale Auffälligkeiten, wie zum Beispiel...
  • wehrt pflegerische oder andere unterstützende Maßnahmen ab
  • hat Wahnvorstellungen, wie zum Beispiel
  • zeigt Ängste
  • zeigt Antriebslosigkeit bei depressiver Stimmungslage
  • zeigt sozial inadäquate Verhaltensweisen
  • zeigt pflegerelevante inadäquate Handlungen

(Unterteilung: nie, selten, häufig, täglich) Wenn Sie „nie“ auswählen, ist der eine Satz ausreichend. Bei den anderen Auswahlkriterien ergänzen Sie bitte eine kurze Beschreibung.

Ihr Pflegekunde...

  • hat Hörgerät oder Brille?
  • kann selbst mit dem Hilfsmittel umgehen, es selbst reinigen, einsetzen usw.?
  • gewünschte Ansprache von:
  • Gabe von Psychopharmaka: ja/nein? Wenn ja: Indikation? Wirkt wie gewünscht? Auffällige Nebenwirkungen?
  • FEM werden angewendet? Wenn ja, liegt richterliche Genehmigung vor? Was wurde schon alles an Alternativen ausprobiert?
  • Vorsorgevollmacht/Betreuungsverfügung liegt vor? Wenn ja, für welche Bereiche? Und auf wen ausgestellt?

Themenfeld 2: Mobilität und Beweglichkeit

Ihr Pflegekunde...

  • führt Positionswechsel im Bett durch
  • hält eine stabile Sitzposition
  • setzt sich um
  • bewegt sich innerhalb des Wohnbereiches fort
  • bewältigt das Treppensteigen

(Unterteilung: selbstständig, überwiegend selbstständig, überwiegend unselbstständig, unselbstständig)

Auswertung Risikomanagement laut Matrix und pflegefachlicher Einschätzung:

  • Dekubitus (besonders gefährdete Körperstellen: _)
  • Sturz
  • Kontraktur g gefährdete Bereiche: … (nur erwähnen, wenn das Risiko besteht)
  • Thrombose (nur erwähnen, wenn das Risiko besteht)
  • Schmerz:
    • a) Ursachen/Diagnosen (z. B. durch vorangegangene OP, Sturz, bekannte Osteoporose, Migräne)
    • b) Wann treten Schmerzen wo auf, z. B. bei Wetterveränderungen, Überlastung und Ähnlichem mit Schmerzlokalisation
    • c) Alternativen zur Schmerzreduktion (nichtmedikamentöse Schmerztherapie), z. B. Wärme, Kälte, Ruhe, Entspannung, Kirschkernkissen
    • d) aktuelle Schmerztherapie
  • Wundbeschreibung:
    • a) Wundbeginn mit Datum und Lokalisation
    • b) Verweis auf die separate Wunddokumentation
    • c) Wundabschluss (Wundheilung) mit Datum und Lokalisation

Wie sind die Kriterien zu verstehen?

Im obigen Absatz habe ich von „Kriterien“ gesprochen. In der Übersicht oben sehen Sie im Themenfeld 1 dazu in Klammern die Wörter „Fähigkeit vorhanden, größtenteils vorhanden, in geringen Maße vorhanden, nicht vorhanden“ und „nie, selten, häufig, täglich“. Was ist damit genau gemeint?

Diese unterschiedlichen Einschätzungskriterien entstammen direkt dem NBI. Mit diesen schätzen wir Pflegefachkräfte die unterschiedlichen Beeinträchtigungsgrade der Selbstständigkeit unserer Pflegekunden ein. Im Folgenden erläutere ich Ihnen, was damit genau gemeint ist.

Fähigkeit vorhanden

Bedeutet, dass die jeweilige Fähigkeit nahezu vollständig vorhanden ist. Lassen Sie es mich an Frau Schmidt, unserer Beispiel-Pflegekundin, erklären. Frau Schmidt ist bei Einzug in Ihre stationäre Einrichtung noch vollständig orientiert. Da würden Sie den Satz „Die örtliche Orientierung ist bei …“ so ergänzen: „... Frau Schmidt vorhanden.“

größtenteils vorhanden

Heißt, dass die Fähigkeit überwiegend, aber nicht durchgängig vorhanden ist. Die Person hat also Schwierigkeiten, hö­here oder komplexere Anforderungen zu bewältigen.

Das wäre bei Frau Schmidts örtlicher Orientierung der Fall, wenn sie Schwierigkeiten hätte, sich in der außerhalb der Einrichtung zu orientieren. Beispielsweise bei einem Spaziergang würde sie den Weg zurück nicht mehr finden. In der Einrichtung dagegen existieren solche Schwierigkeiten nicht – in ihrer gewohnten Umgebung ist sie fit.

im geringen Maße vorhanden

Dieses Kriterium bedeutet, dass die Fä­higkeit zwar stark beeinträchtigt, aber erkennbar vorhanden ist. Frau Schmidt hat in ihrer örtlichen Orientierung dann häufig oder in vielen Situationen Schwierigkeiten. Es sind aber noch Ressourcen vorhanden, beispielsweise schafft sie noch den Weg vom Speisesaal in ihr Zimmer, aber ansonsten findet sie sich in der Einrichtung nicht mehr zurecht.

nicht vorhanden

Hier hätte Frau Schmidt keine örtliche Orientierung mehr. Sie würden den Satz „Die örtliche Orientierung ist bei …“ so ergänzen: „... Frau Schmidt nicht vorhanden.

nie, selten, häufig, täglich

Hier wurden im Begutachtungsformular des NBI folgende Definitionen festgelegt:

  • nie = niemals oder sehr selten
  • selten = ein- bis 3-mal innerhalb von 2 Wochen
  • häufig= 2-mal bis mehrmals wöchentlich, aber nicht täglich
  • täglich = jeden Tag

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Frau Schmidt ist nachts unruhig und läuft mehrmals wöchentlich in der Einrichtung umher. Den Satz „… zeigt nächtliche Unruhe“ würden Sie dann so ergänzen: „Frau Schmidt (zeigt nächtliche Unruhe) häufig.“

selbstständig

Dieses Kriterium bedeutet, dass Frau Schmidt eine Handlung in der Regel selbstständig durchführen kann. Eventuell benutzt sie ein Hilfsmittel. Jedoch benötigt sie keine personelle Hilfe.

Diese Unterscheidung sollen Sie im Themenfeld 2 treffen. Frau Schmidt ist noch vollständig mobil und kann auch ohne Hilfe Treppen steigen. Entsprechend würden Sie den Satz „Das Treppensteigen bewältigt …“ so ergänzen: „... Frau Schmidt selbstständig.“

überwiegend selbstständig

Heißt, dass Frau Schmidt den größten Teil der Aktivität selbstständig durchführen kann. Dementsprechend entsteht nur ein geringer, mäßiger Aufwand für die Pflegeperson. Das Kriterium würde auf Frau Schmidt zutreffen, wenn Sie sie beispielsweise aufgrund eines Sturzrisikos beim Treppensteigen begleiten müssten.

überwiegend unselbstständig

Bedeutet, dass Frau Schmidt die Aktivität nur zu einem geringen Anteil selbstständig durchführen kann. Es sind aber Ressourcen vorhanden, sodass sie sich beteiligen kann. Dieses Kriterium würden Sie in der Dokumentation festhalten, wenn Sie Frau Schmidt beim Treppensteigen stützen oder festhalten müssen.

unselbstständig

Dieses Kriterium meint, dass Frau Schmidt die Aktivität in der Regel nicht selbstständig durchführen kann. Sie vermerken es, wenn Frau Schmidt z. B. komplett bettlägerig ist.

Fazit: Eine gute Hilfe für Kollegen und MDK

Schlussendlich soll die SIS den tatsächlichen Pflegebedarf unserer Pflegekunden abbilden und eine gute Informationssammlung für alle Kollegen und den MDK sein. All diesen Anforderungen kommen Sie nach, wenn Sie künftig die Mustergliederung verwenden.

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