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Chronische Wunden - Nutzen Sie Informationen von Ihren Bewohnern und deren Angehörigen

05.09.2018

Die Entstehung einer chronischen Wunde hat, wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, häufig nicht nur eine einzelne Ursache. So spielen, unerheblich um welche chronische Wunde es geht, immer mehrere gleichzeitige Faktoren eine Rolle. Um die Bewohner, die Angehörigen, aber auch Ihre Mitarbeiter noch einmal über diese Faktoren zu informieren, empfehle ich, die folgende Übersicht zu nutzen.

Diese Ursachen von chronischen Wunden sollten Sie kennen

Mögliche Ursachen für die Wundentstehung eines diabetischen Fußes

Innere Ursachen:

  • Verengung der großen Blutgefäße (Makroangiopathie)
  • Verengung der kleinen Blutgefäße (Mikroangiopathie)
  • Erhöhte Infektionsneigung
  • Sensibilitäts- und Gefühlsstörungen in den Händen, Beinen und Füßen (Polyneuropathie)

Äußere Ursachen:

  • Zu enges Schuhwerk
  • Kompressionsstrümpfe

Venöses Ulcus cruris

  • Chronische venöse Insuffizienz
  • Ödeme

Arterielles Ulcus cruris

  • Periphere arterielle Durchblutungsstörungen

Dekubitus

  • Hoher Auflagedruck durch Liegen oder Sitzen ohne Bewegung
  • Lange Druckverweildauer In Zusammenhang mit:
  • Durchblutungsstörungen
  • Fieber
  • Schwitzen
  • Nicht kontrollierter Harn- oder Stuhlabgang (Inkontinenz)
  • Geringes Körpergewicht/Untergewicht (Kachexie)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Scherkräfte
  • Flüssigkeitsmangel
  • Eine Vielzahl von Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus, Anämie, Herzinsuffizienz)

Tipp: Nehmen Sie die Übersicht zu Bewohner- und Angehörigengesprächen mit und verdeutlichen Sie die Ursachen bzw. den Zusammenhang zwischen der bestehenden Krankheit und der Entstehung einer chronischen Wunde. Thematisieren Sie dieses auch z. B. bei Ihrer nächsten Übergabe oder Dienstbesprechung. Damit können Sie bei Ihren Mitarbeitern noch einmal die Sensibilität für die Zusammenhänge zwischen Erkrankung und der Wundentstehung erhöhen.

Informationen dienen der Prophylaxe

Aber nicht nur Erkrankungen können die Ursache für die Entstehung chronischer Wunden sein. Einwirkungen von außen können ebenfalls zur Wundentstehung beitragen. So sind eine genaue Anamnese und Datenerhebung für Sie bei der Planung Ihrer Prophylaxen besonders hilfreich. Stellen Sie bei der Aufnahme Ihrer Bewohner gezielt Fragen in Bezug auf bestehende Wunden. Hierbei sollten Sie unbedingt die Zeiträume der Wundbehandlung erfragen. Aber auch Angaben zur Häufigkeit des Auftretens und zur Wundbehandlung selbst enthalten wichtige Informationen für Sie. Nutzen Sie das Wissen Ihrer Bewohner und deren Angehöriger und erheben Sie die Daten mit Hilfe des folgenden Formulars.

Fragebogen und Anamnese zum Thema "Chronische Wunden"

  1. Wie häufig ist bei Ihnen bereits eine Wunde aufgetreten?
  2. Können Sie sich noch erinnern, ob die Wunden zu einer bestimmten Jahreszeit aufgetreten sind?
  3. Tritt die Wunde regelmäßig auf, z. B. alle 2 Monate?
  4. Wissen Sie noch, wie die Wunde behandelt wurde?
  5. Wie lange hat die Wundheilung gedauert?
  6. Welche Größe und Tiefe hatte die Wunde? Können Sie das beschreiben?
  7. Haben Sie generell Hautprobleme? Wenn ja, welche?
  8. Welche Produkte verwenden Sie zur Hautpflege?
  9. Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen Baden oder Duschen guttut?
  10. Nutzen Sie bei der Körperpflege lieber warmes oder kälteres Wasser?Machen Sie Wechselbäder? Welche Größe und Tiefe hatte die Wunde?

Anmerkung: Haben Sie weitere relevante Fragestellungen, pflegen Sie diese bitte in den Fragebogen ein. Werten Sie die erhaltenen Informationen aus. Die Ableitung von Vorgehensweisen oder Maßnahmen zur Wundbehandlung bzw. zur prophylaktischen Maßnahmenplanung sollten Sie mit Hilfe einer Fallbesprechung mit den beteiligten Berufsgruppen und dem Bewohner planen und umsetzen.

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