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Biografiearbeit bedeutet auch Vertrauensarbeit

04.09.2020

Sicher haben Sie auch schon erlebt, dass Ihnen Pflegekunden unter dem Siegel der Verschwiegenheit Dinge aus ihrer Vergangenheit anvertraut haben. Problematisch wird es für Sie, wenn es sich eigentlich um pflegerelevante Informationen handelt. Sie als professionelle Pflegekraft stellt eine solche Situation vor einen Interessenkonflikt, wie Sie nun mit diesem Wissen umgehen sollen. Die folgenden Empfehlungen können Ihnen hierbei eine Richtschnur sein.

Informieren Sie über den Sinn und Zweck der Biografiearbeit

Bevor Sie mit der Biografiearbeit beginnen, sollten Sie Ihren Pflegekunden oder vertretungsweise seine Angehörigen immer um deren Zustimmung bitten. Erläutern Sie dabei, welche Daten Sie erheben möchten und warum. Teilen Sie dem Betroffenen mit, wo die Daten niedergeschrieben oder gespeichert werden und welcher Personenkreis Zugriff auf diese Informationen hat. Informieren Sie den Betroffenen auch darüber, dass er durchaus das Recht hat, eine Biografiearbeit abzulehnen, wenn er diese persönlichen Dinge nicht preisgeben möchte, aber auch, welche Nachteile dies hätte. Bauen Sie jedoch keinen Druck auf.

Überlegen Sie genau, welche Daten Sie tatsächlich benötigen

Die Biografiearbeit ist, wie so vieles andere in den letzten Jahren, immer umfangreicher geworden. Nicht alle Daten, die heutzutage im Rahmen der Biografiearbeit erhoben werden, sind für die aktuelle Pflegesituation tatsächlich auch von Nutzen. Überlegen Sie daher im Vorfeld, welche Daten Sie tatsächlich benötigen, um die gegenwärtige Pflegesituation individuell bewältigen zu können.

Auf die richtige Wortwahl kommt es an

Immer wieder werden Sie erleben, dass Ihnen Bewohner Erlebnisse anvertrauen, die manchmal noch nicht einmal Familienangehörige kennen. Solche Informationen sind ein großer Vertrauensbeweis Ihnen gegenüber. An Ihnen liegt es nun, dieses Vertrauen auch zu würdigen. Daher sollten Sie sich immer genau überlegen, in welcher Form Sie diese vertraulichen Angaben an Ihre Kollegen weitergeben. So muss z. B. die Vergewaltigung einer Ihrer Pflegekunden in den Kriegstagen nicht als solche tatsächlich benannt werden. In einem solchen Fall kann es beispielsweise sinnvoll sein, in die Biografie und somit auch in die Pflegeplanung aufzunehmen, dass es aufgrund eines traumatischen Erlebnisses während des Krieges zu Abwehrverhalten bei der Intimpflege kommen kann. So können Sie wichtige Informationen weitergeben, ohne das Vertrauen Ihres Pflegekunden Ihnen gegenüber zu verletzen.

Die Biografie ist mehr als die Summe von Informationen

Wenn Sie die Biografie Ihres Pflegekunden erheben, dann ist dies durchaus mehr als die reine Sammlung von Daten, Fakten und Informationen. Sie erheben das Leben und die Vergangenheit eines Menschen mit all seinen Vorlieben, Abneigungen, wichtigen Erlebnissen und auch Entscheidungen. Machen Sie sich also bewusst, dass Sie im Rahmen der Biografiearbeit tief in die Privatsphäre Ihres Pflegekunden eindringen. Wenn Sie sich dies vor Augen halten, dann werden Sie ganz von selbst intuitiv, einfühlsam und auch sensibel mit den Ihnen anvertrauten Informationen umgehen.

Besprechen Sie mit Ihrem Pflegekunden, welche Informationen Sie weitergeben dürfen

Um Missverständnissen und einem Vertrauensbruch entgegenzuwirken, sollten Sie mit dem Betroffenen oder seinen Angehörigen genau besprechen, welche Informationen zu Papier gebracht und an das Team weitergeleitet werden dürfen. An diese Absprache sollten Sie sich auch zukünftig halten. Stellt sich im Laufe des Pflegeprozesses heraus, dass für die Pflege wichtiges Wissen „unter Verschluss“ gehalten wurde, sollten Sie sich vor dessen Weitergabe auf jeden Fall die Erlaubnis des Betroffenen bzw. seiner Angehörigen einholen. Erläutern Sie dabei die veränderten Verhältnisse und warum diese Daten nun für die Pflege wesentlich sind.

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