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Welche Rechte hat eigentlich der MDK in Prüfungen?

06.04.2016

Innerhalb der Pflegebranche ist das Stich­wort MDK oft negativ besetzt. Beim Führen der Pflegeberichte (hier finden Sie die "5 wichtigsten Regeln für einen aussagekräftigen Pflegebericht) fragen sich Pflege­kräfte oft: „Ist das auch „MDK-sicher?“ Steht der MDK dann zur Qualitätsprüfung vor der Tür, bedeutet das für die meisten Stress pur. Doch wer ist der MDK eigentlich, dass er so ein thematischer Dauerbrenner in der Pflegebranche ist?

 

 

MDK: Wer ist das eigentlich?

Der MDK ist vor über 100 Jahren als un­abhängiger Berater für die Kranken­ und später auch die Pflegekassen gegründet worden. Er hat also eine ausschließlich beratende Funktion. Er gibt seine Feststel­lungen aus diversen Begutachtungen und Prüfungen an die jeweiligen Kranken­ oder Pflegekassen weiter. Diese nutzen diese In­formationen dann dazu, Entscheidungen, beispielsweise über die Einstufung in eine Pflegestufe, zu treffen.

 

Wer gibt dem MDK den Auftrag?

Die Landesverbände der Pflegekassen be­ auftragen den MDK mit 90 % der anfal­lenden Qualitätsprüfungen und den PKV­ Prüfdienst mit 10 %. Dies entspricht in etwa der Verteilung der gesetzlich und privat Versicherten in Deutschland.

Im Normalfall werden Regelprüfungen beauf­tragt, aber auch Wiederholungs­- und Anlass­prüfungen sind möglich. Anlassprüfungen werden aufgrund einer Beschwerde veranlasst. Hier stehen die Landesverbände der Pflegekas­sen zunächst in der Pflicht, der Stichhaltigkeit der Beschwerde auf den Grund zu gehen.
Auf welchen Grundlagen wird geprüft?
Die Grundlagen für die Qualitätsprüfungen durch den MDK oder die PKV sind gesetz­lich festgelegt.

 

Was darf der MDK prüfen?

Ablauf und Inhalte der Qualitätsprüfungen sind in den Qualitätsprüfungs-­Richtlinien (QPR) und den Pflege­-Transparenzverein­barungen (PTV) beschrieben.

Man hört immer wieder, dass manche MDK­ Prüfer in den Prüfungen „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ kommen. Da werden Din­ge geprüft, die weder Bestandteil der QPR, der PTV noch sonst irgendwie für die Überprüfung der Pflegequalität relevant sind.

 

7 Tipps zur Qualitätsprüfung auf Augenhöhe:

  • Diskutieren Sie nicht über Sinn und 
Zweck der Prüfungen oder der Pflegeno­ten – die Prüfer machen auch nur ihren Job.
  • Lassen Sie sich gleich zu Beginn den Prüf­auftrag zeigen. Ist er aktuell?
  • Lassen Sie sich bei Anlassprüfungen den Anlass und die Umstände genau erklä­ren – Sie haben ein Recht darauf.
  • Prüfungen zur Nachtzeit sollen nur statt­ finden, wenn das Ziel der Qualitätssiche­rung anders nicht erreicht werden kann. Regelprüfungen sollten deshalb nicht in der Zeit von 22:00 Uhr bis 8:00 Uhr statt­ finden.
  • Bevor ein Pflegekunde in die Prüfung mit einbezogen wird, muss er über Anlass, Zweck, Inhalt, Umfang, Durchführung und Dauer der Prüfung umfassend und verständlich informiert werden. Die Ein­willigung des Pflegekunden / Betreuers muss schriftlich erfolgen.
  • Beantworten Sie immer nur die konkreten Fragen der Prüfer, und reden Sie sich nicht „um Kopf und Kragen“.
  • Wenn Sie nicht sicher sind, ob eine Frage zulässig ist, lassen Sie sich zeigen, wo in den QPR oder PTV die Frage steht oder welches qualitätsrelevante Merkmal durch die Fragen geprüft werden soll.

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Qualität in der Pflege