Arbeitskleidung in der Pflege: So sieht die Dienst- und Schutzkleidung für Pflegepersonal aus

Arbeitskleidung in der Pflege: So sieht die Dienst- und Schutzkleidung für Pflegepersonal aus
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Inhaltsverzeichnis

Oftmals besteht Unsicherheit, welche Bekleidung in der Pflege (von Pflegekräften oder Ärzten) getragen werden sollte. Die Begriffe „Arbeitskleidung“, „Berufsbekleidung“, „Dienstkleidung“ und „Schutzkleidung“ sind in diesem Zuge voneinander abzugrenzen.

Es ist wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer diese Begrifflichkeiten korrekt verwenden. Sie unterscheiden sich maßgeblich.

Arbeitskleidung in der Pflege: Relevante Regelungen

Die Einrichtungsleitung trägt die Verantwortung für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer und des Pflegepersonals. Dabei greifen sie auf Regelungen und Leitfäden zurück, die das Thema „Arbeitskleidung in der Pflege“ betreffen. Dazu zählen:

  • Der Infektionsschutz mit Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (rki.de),
  • Die Bio- und Gefahrstoffverordnung „TRBA 250 – Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“,
  • Der Arbeitsschutz bei Berufsgenossenschaften,
  • Der Unfallschutz durch Versicherungsträger für Unfälle.

Unterschied von Schutz- und Arbeitskleidung

So unterscheiden sich Arbeitskleidung und Schutzkleidung. Alle Infos auf einen Blick.

Bekleidungsarten im Bereich der Pflege und Medizin

Arbeitskleidung in Pflegeberufen ist Privatsache

Arbeitskleidung wird nicht durch den Arbeitgeber vorgeschrieben. Der Arbeitnehmer entscheidet, welche Arbeitskleidung er trägt. Das können Hosen (Jeans), Pullover, Shirts oder Poloshirts sein.

Allerdings hat die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene e.V. (DGKH) entsprechende Bekleidungs-Empfehlungen im „Kleiderpapier“ zusammengefasst. Dieses soll als Arbeits- und Umsetzungshilfe dienen.

Hier ein Auszug:

  • Die Arbeitsbekleidung besteht aus Baumwolle und ist bei 60 Grad waschbar.
  • Die Arbeitskleidung hat kurze Ärmel.
  • Der Wechsel der Bekleidung erfolgt alle zwei Tage.
  • Der Kleidungswechsel erfolgt vor Schichtantritt und nach Dienstende.
  • Arbeits- und Privatkleidung werden in der Einrichtung getrennt voneinander aufbewahrt.

Berufsbekleidung in der Altenpflege

Unter den Begriff „Berufsbekleidung“ fallen Kleidungsstücke, die in einer Branche üblich sind. Im Bereich der Pflegeberufe sind das:

  • Shirts
  • Poloshirts
  • Kittel
  • Berufshosen
  • Kasacks und Schlupfkasacks aus Baumwolle

Kosten für Berufskleidung

Die Kosten für die Anschaffung, Reinigung und Erhaltung von Berufs- und Arbeitskleidung werden üblicherweise von den Mitarbeitern getragen.

Dienstkleidung in Pflegeeinrichtungen

Dienstkleidung wird vom Arbeitgeber vorgeschrieben. Sie kann in einer bestimmten Farbe angeordnet werden, oder mit einem Logo versehen sein.

Vorteile von DienstkleidungNachteile von Dienstkleidung
Das Tragen von einheitlicher Bekleidung in der Altenpflege fördert den Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl.Sind alle Pflegepersonen einheitlich gekleidet fällt es Pflegebedürftigen und Außenstehenden schwer, diese voneinander zu unterscheiden.
Alle Mitarbeiter sind über ihr äußeres Erscheinungsbild als Angestellte einer Einrichtung zu erkennen.Mitarbeiter haben nicht die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit über Kleidung zu definieren. Das kann dazu führen, dass sie sich „verkleidet“ fühlen.
Patienten, Pflegebedürftige, Angehörige und Gäste der Einrichtung erkennen auf einen Blick, ob es sich um eine Pflegeperson handelt.Pflegebedürftige verstehen Pfleger rein als „Mitarbeiter“ und nicht als Partner der Altenpflege.
Dienstkleidung wirkt gepflegt.Das Gefühl von „Geborgenheit“ und „Zuhause“ kann zu kurz kommen.
Bei der alltäglichen Arbeit mit Pflegepersonen, im Dialog mit Ärzten, Behörden und externen Partnern strahlt Berufskleidung Fachkompetenz aus.Einheitliche Kleidung erweckt bei Pflegebedürftigen den Eindruck eines Krankenhauses und Fremdfühlens.
Das Image der Einrichtung wird über einheitliche Dienstbekleidung nach außen getragen.
Eine Keimverschleppung in das private Umfeld wird vermieden.
Die private Kleidung wird vor Verunreinigungen geschützt.

Wer übernimmt die Kosten der Dienstkleidung?

Im Arbeits- oder Tarifvertrag wird geregelt, ob Arbeitgeber oder Arbeitnehmer die Kosten für die Anschaffung, Reinigung und Erneuerungen der Dienstkleidung tragen.

Was fällt unter Schutzkleidung in der Pflege?

 Zur Schutzkleidung in Pflege, Medizin und Praxis zählen unter anderem:

  • Einmalhandschuhe
  • Mundschutz
  • Kittel
  • Schutzschürzen
  • Kopfbedeckungen
  • Augen-Schutzbrillen

Wann ist zusätzlich zur Berufskleidung auch Schutzkleidung notwendig?

Schutzkleidung wird ergänzend zur Arbeits-, Dienst- und Berufskleidung getragen. Sie ist für hygienisches und gefahrloses Arbeiten unerlässlich. Schmierinfektionen sind in Pflegeberufen, in der Medizin und in der Praxis der wahrscheinlichste Infektionsweg. Deshalb bewahrt das Tragen von Schutzkleidung die Beschäftigten vor gesundheitlichen Gefährdungen und vor Arbeitsunfällen.

Wahl an Kleidung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben keine Wahlmöglichkeit bezüglich der Schutzkleidung. Sie müssen sich an gesetzliche Regelungen halten.

Der Arbeitgeber trägt bei der Schutzkleidung Sorge für:

  • die Anschaffung,
  • die Reinigung,
  • die einwandfreie Funktionalität,
  • die Instandhaltung.

Fazit

Der Pflegealltag kann herausfordernd sein. Höchste Priorität besteht darin, beste Voraussetzungen für das Pflegepersonal zu schaffen. Dazu gehört unter anderem die Auswahl der Bekleidung.

Die richtige Berufsbekleidung in der Pflege trägt entscheidend dazu bei, dass sich Mitarbeiter wohlfühlen und Teamgeist entwickeln.

Sie unterstützt das Image der Einrichtung positiv. Berufskleidung strahlt Fachkompetenz aus, sorgt für Hygiene und schützt vor Unfällen. Das sind die besten Voraussetzungen, um qualifizierte und liebevolle Pflege zu gewährleisten.

Wer sich zum Thema „Arbeitskleidung Pflege“ für private Kleidung entscheidet, sollte auf die genannten Mindestanforderungen des „Kleiderpapiers“ achten.