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Verlängerungen der anderen Art - Biografiearbeit

14.06.2018
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Es kann sehr hilfreich sein, nicht nur ein Thema, sondern auch einen Anlass zu haben, um über biografische Ereignisse zu sprechen. Dieses Einzelangebot dient dazu, alltagspraktische Dinge anzusprechen: z. B. wie das Essen von gestern verlängert wurde, oder die Hose der Kinder, weil sie wieder gewachsen sind.

Schauen Sie in die Biografie des Pflegekunden, um Gesprächsthemen vorzubereiten. Ansonsten orientieren Sie sich an der Materialliste.

Materialliste

  • Gegebenenfalls Spickzettel mit Stichworten zu den Gesprächsthemen.
  • Mögliche Fragen bzw. Themen:
    „Was haben Sie gemacht, wenn von dem gekochten Essen etwas übrig blieb?“
    „Gab es spezielle Gerichte, die es über Tage verteilt gab?“
    „Haben Sie Hosen verlängert oder gekürzt?“
    „Haben Sie im Alltag geflickte Sachen getragen?“
    „Wie haben Sie die Sachen geflickt?“
    „Was haben Sie für die Flicken verwendet?“
    „Haben Sie sich vielleicht selbst Sachen genäht, die weitergegeben wurden, damit andere aus der Familie noch etwas davon hatten?“

Begrüßung

Begrüßen Sie den Pflegekunden mit Namen und stellen Sie Kontakt durch Handschlag oder Berührung der Schulter her. Erklären Sie dem Pflegekunden dann das Thema: „Nicht nur im Fußball gibt es Verlängerungen. Um ehrlich zu sein, hat dieses Thema gar nicht so viel mit Fußball zu tun. Ich habe die Nachbarskinder Fußball spielen sehen, und dazu haben sie alte Kleidung getragen.

Hosen mit Flicken oder Hosen, wo die Hosenbeine einfach abgeschnitten wurden, damit aus einer alten langen Hose nun eine kurze wird. Und irgendwie dachte ich, dass jeder solche Sachen mal repariert hat. Daher möchte ich heute über solche Themen mit Ihnen sprechen.“

Ablauf

  1. Besprechen Sie mit Ihrem Pflegekunden die Anlässe, wo etwas verlängert wurde. Wann z. B. wurde das Essen gestreckt? Hatte der Pflegekunde vielleicht besondere Tricks oder seine Mahlzeiten so geplant, dass man sie auch gut verlängern konnte?
  2. Wann wurde die Kleidung geändert oder geflickt? Für wen hat man das gemacht? Für sich, den Partner oder die Enkel?
  3. Nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören und nehmen Sie Anteil an der Lebensleistung. Loben Sie Ideen und die Leistungen. Gerade Hausfrauentätigkeiten waren oft selbstverständlich, ohne dass sie tatsächliche Anerkennung fanden.

Beendigung

Verabschieden Sie sich mit Handschlag oder Berührung an der Schulter und benennen Sie den Pflegekunden dabei noch einmal mit seinem Namen. Bedanken Sie sich für das entgegengebrachte Vertrauen und erklären Sie, wie wichtig es auch mal ist, über so ganz alltägliche Dinge zu reden, denn sie machen ja eigentlich den größten Teil des Lebens aus.

Wichtig

  • Mit jedem biografischen Thema kann ein „wunder Punkt“ berührt werden, gehen Sie daher sehr sorgsam mit den Erzählungen des Pflegekunden um!
  • Achten Sie darauf, die Lebensleistung authentisch anzuerkennen!

Variationen der Durchführung

  • Zeigen Sie Hilfsmittel, die zum Verlängern genommen wurden. Zum Beispiel Einsätze und Flicken. Ebenfalls eignen sich auch reparierte Gegenstände.
  • Planen Sie das Thema als Gruppenangebot, damit sich die Pflegekunden auch untereinander austauschen können.

Nachbearbeitung

Achten Sie auch auf sich – Ihre eigenen Bedürfnisse und seelische Gesundheit. Gerade bei Themen, die Sie unerwartet sehr berühren, kann ein Austausch in Team von Vorteil sein.

Reflektieren und dokumentieren Sie das Angebot:

  • Der Pflegekunde hat das Angebot gut / nicht gut angenommen.
  • Ist ein biografisches Ereignis von besonderer Bedeutung, welches vorher noch nicht bekannt war?
  • Verbessern kann man beim nächsten Mal:

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