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Blog - So handeln Sie bei einer Ablehnung von Pflegeleistungen rechtssicher

05.02.2019
So handeln Sie bei einer Ablehnung von Pflegeleistungen rechtssicher

Das Problem kennt jeder Pflegedienst: Es werden vom Pflegekunden wiederholt notwendige Leistungen abgelehnt, obwohl die Erbringung dieser pflegefachlich bitter nötig wären. Neben dem potenziellen Umsatzausfall kommen auch Ihre Pflegekräfte in einen Gewissenskonflikt.

Die Mitnahmeeffekte beim Pflegegeld werden immer heftiger. Dafür hat nicht zuletzt das Pflegestärkungsgesetz 2 gesorgt, welches die ambulante Pflege stärken wollte. In der Praxis wurde nur die „zweite Rente“ (Pflegegeld bzw. anteiliges Pflegegeld) erhöht. Wie man heute weiß, politisch gewollt um den Anreiz zur Inanspruchnahme der für die Kassen teureren Sachleistungen zu senken.

In der Praxis aber erleben ambulante Pflegedienste immer mehr prekäre und gefährdende Situationen für pflegebedürftige Menschen, weil die erforderlichen Sachleistungen nicht abgerufen werden. Stattdessen wird das anteilige Pflegegeld zur Steigerung des Haushaltseinkommens verwendet. Doch dagegen können Sie etwas unternehmen, um Ihren Pflegekunden zu helfen.

  • Sie erheben eine umfassende Anamnese und leiten daraus konkreten Hilfebedarf ab. Dies alles ist in Ihrer Pflegedokumentation hinterlegt.
  • Sie stellen das Ergebnis in einem dokumentierten Beratungsgespräch dar. Versuchen Sie, eine Unterschrift des Pflegekunden bzw. seines Bevollmächtigten zu bekommen.
  • Wenn Ihre Vorschläge abgelehnt werden, dokumentieren Sie dies.
  • Führen Sie in der Folge Pflegevisiten durch und dokumentieren Sie den defizitären Zustand.
  • Informieren Sie den Hausarzt und das Gesundheitsamt, wenn sich an den prekären Verhältnissen nichts ändert.

Führen Sie im Pflegedienst zudem Fallbesprechungen durch. Dokumentieren Sie diese – vor allem die Maßnahmen, die Sie miteinander vereinbaren. Damit senden Sie als Pflegedienstleitung das Signal aus, dass Sie sich kümmern und dass Ihnen vor allem die Gefühlslagen Ihrer Mitarbeiter wichtig sind.

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