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Herzinfarkt: bewahren Sie Ihre Pflegekundinnen vor der Todesursache Nr. 1

14.02.2020

Frauenherzen schlagen anders - hätten Sie´s gewusst? Seit gut 15 Jahren ist der Herzinfarkt Todesursache Nr. 1 bei Frauen. Während sich viele Frauen oft Gedanken und Sorgen um eine mögliche Krebserkrankung machen, sind Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems leider deutlich weniger in den Köpfen präsent.

Definition Herzinfarkt

Beim Infarkt ist ein Herzkranzgefäß verschlossen. Teile des Herzmuskels sind dadurch von der Durchblutung und damit von der Sauerstoff und Nährstoffzufuhr abgeschnitten. Nur durch eine schnelle Wiederherstellung des Blutflusses kann ein Absterben von Herzmuskelzellen verhindert oder begrenzt werden.

Frauen überleben einen Herzinfarkt nur halb so oft

Im Ernstfall entscheidet jede Minute über Leben und Tod – und hier sind Frauen leider am häufigsten betroffen. Denn sie kommen meist 15–30 Minuten später in die Notaufnahme als Männer. Die Gründe? Frauen neigen eher zum Banalisieren und schenken den Signalen ihres Körpers zu wenig Beachtung. Bei Brustschmerzen wird dann eher mal schnell eine Schmerztablette genommen, weil man ja immer weiter funktionieren muss. Und noch wichtiger: Die Symptome bei Frauen weisen oft nicht sofort auf einen Herzinfarkt als Ursache hin. Sie sind eher unspezifisch und sowohl für die Betroffene selbst als auch für ihr Umfeld schwieriger zu deuten. In der Altenpflege stellen Frauen durchschnittlich 3⁄4 aller Pflegekunden, gleich, ob in einer stationären Einrichtung oder im ambulanten Dienst – umso wichtiger ist es daher für uns, über das Thema gut Bescheid zu wissen.

Typische Symptomatik

Als typische Infarktbeschwerden gelten Brustschmerzen, etwa ein starkes Druckgefühl bzw. Engegefühl im gesamten Brustkorb, oder stechende Schmerzen, die in den Arm (häufig links), die Schulter, den Oberbauch oder den Rücken aus- strahlen können. Nur: Bei jeder 2. Frau treten diese klassischen Infarktbeschwerden überhaupt nicht auf.

Sie sind gefordert – in diesen 2 Schritten gelingt‘s

Hier sind Sie als Pflegekraft in Ihrer Fachlichkeit gefordert. Im 1. Schritt müssen Sie das entsprechende Risiko bei Ihren Pflegekundinnen einschätzen. Als Hilfestellung dazu dient Ihnen unsere Checkliste. Mit ihr werden die häufigsten Risikofaktoren für einen Infarkt abgefragt. Nehmen Sie eine Liste für jede Ihrer Pflegekundinnen zur Hand. Wenn Sie am Schluss deutlich mehr Ja- als Nein-Antworten angekreuzt haben, hat Ihre Pflegekundin ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Checkliste: Risiko Herzinfarkt

  1. Ihre Pflegekundin leidet unter Bluthochdruck.
  2. Sie nahm früher über längere Zeit die Anti­-Baby­-Pille ein.
  3. Sie ist an Diabetes mellitus erkrankt.
  4. Sie war / ist Raucherin.
  5. Sie ist stark übergewichtig.
  6. Sie bewegt sich aus eigenem Antrieb sehr wenig. Sie ist dazu gesundheitlich auch nicht mehr in der Lage.
  7. Sie hat heute oft Stress:
    1. Sie kann sich vielleicht mit der Situation, nun auf Pflege angewiesen sein, nicht abfinden.
    2. Sie musste wahrscheinlich gegen ihren Willen ihre häusliche Umgebung verlassen.
    3. Sie hat keinen guten Kontakt zu Verwandten.
    4. Sie ist allgemein unzufrieden.

Dieses Ergebnis stellen Sie dem behandelnden Hausarzt vor. Bitten Sie ihn, die medikamentöse Einstellung Ihrer Pflegekundin anhand dieses Hintergrundes zu überprüfen. Mit diesem 1. Schritt haben Sie jetzt schon viel erreicht: Sie haben das potenzielle Risiko eingeschätzt und für eine mögliche Anpassung der medikamentösen Therapie gesorgt.

Klären Sie auf

Im 2. Schritt geht es nun um die Aufklärung. Ihre Pflegekundin und auch Ihre Kollegen müssen informiert werden, damit sie die typischen Infarktbeschwerden bei Frauen besser erkennen und adäquater reagieren können. Ich schlage Ihnen vor, dass Sie zuerst mit Ihrer Pflegekundin darüber sprechen, warum Sie die Risikoeinschätzung erhoben haben. Informieren Sie sie über Sinn und Hintergrund und auch darüber, dass Frauen andere Symptome zeigen als Männer.

Stationäre Pflege aktuell

Fazit

Geschlechtsspezifische Hintergründe kennen, individuelles Risiko Ihrer Pflegekundinnen einschätzen und aufklären – wenn Ihnen diese Punkte nach dem Artikel nun geläufiger sind und Sie sie in Ihrer täglichen Arbeit anwenden, sind Sie einen guten Schritt weiter, Ihre Pflegekundinnen vor der Todesursache Nr. 1 bewahren zu können.

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