Verlag & Akademie

Überdenken Sie Ihr Pflegestufenmanagement

21.08.2015

Eine befreundete PDL hörte in einer Besprechungspause ihre Nachrichten ab und erfuhr hierbei, dass eine Bewohnerin verstorben war. Daraufhin sagte sie zu mir: „Es ist mir ja peinlich, aber ich habe nicht als Erstes an die Bewohnerin gedacht, sondern daran, dass ihr gerade die Pflegestufe 3 bewilligt wurde.“ Möglicherweise kennen Sie ähnliche Gedankengänge auch – denn je höher die Pflegestufen Ihrer Bewohner sind, desto mehr Personal steht zur Verfügung. Leiten Sie Höherstufungen rechtzeitig ein, informieren Sie den Bewohner schnellstmöglich, wenn sich sein Pflegebedarf erhöht hat, und bitten Sie ihn darum, einen Höherstufungsantrag bei der Pflegekasse zu stellen.

Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch, die Kosten für die richtige Pflegestufe auch dann abzurechnen, wenn der Bewohner die Höherstufung nicht beantragt.

Hinweis: Nach § 87a Abs. 2 SGB XI haben Sie die Möglichkeit, bereits ab dem 1. Tag des 2. Monats nach der Aufforderung den Pflegesatz nach der nächsthöheren Pflegeklasse zu berechnen. Die Pflegeklasse ist die Bezeichnung für einen Pflegebedarf, der abweichend von der bestehenden Pflegestufe von der Einrichtung festgestellt wurde.

 

Durch diese 6 Faktoren bleibt Ihr Pflegestufenmanagement erfolgreich

Ein gutes Pflegestufenmanagement bedeutet, dass der Durchschnitt aller Pflegestufen in etwa bei 2 liegt. Eine Verbesserung Ihres Durchschnittswertes gelingt Ihnen durch das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen:

1. Information: Sie müssen die Begutachtungsrichtlinien kennen. Je besser Sie über die Vorgaben informiert sind, desto treffsicherer können Sie die Pflegestufe im Vorfeld berechnen und während der Begutachtung argumentieren.

2. Pflegedokumentation: In der Pflegeplanung und im Bericht muss sich der tatsächliche Pflegebedarf widerspiegeln. Überprüfen Sie dies durch Pflegevisiten beim Bewohner.

3. Einstufungen: Kontrollieren Sie regelmäßig die Pflegestufen Ihrer Bewohner. Verlassen Sie sich hierbei nicht auf eine grobe Schätzung, sondern berechnen Sie den konkreten Pflege- und Zeitbedarf spätestens alle 2 Monate und bei eindeutigen Veränderungen neu. Nutzen Sie keine komplizierten Pflegetagebücher, sondern bitten Sie Ihre Mitarbeiter, sämtliche Tätigkeiten im Tagesverlauf aufzuschreiben und jeweils zu notieren, wie viel Zeit sie hierfür jeweils mit Vor- und Nachbereitung benötigt haben. Ein Beispiel hierzu sehen Sie im unten stehenden Muster.

Der Vorteil: Sie rechnen zunächst die Zeiten zusammen und erhalten darüber einen Überblick, ob sich der Bedarf verändert hat.

Wenn sich der Zeitaufwand im Vergleich zu der vorherigen Erfassung erhöht hat, schlüsseln Sie die Leistungspakete auf der linken Seite der Tabelle in Einzeltätigkeiten auf.

4. Terminplanung: Leiten Sie Höherstufungsanträge direkt ein, wenn ein dauerhafter erhöhter Pflegebedarf ersichtlich ist. Planen Sie die hierzu notwendige Gesprächstermine mit Angehören entsprechend zeitnah.

5. Vorbereitung: Für eine erfolgreiche Begutachtung ist es vor allem wichtig, dass alle Unterlagen bereitliegen und die begleitende Fachkraft gut vorbereitet ist. Legen Sie fest, welche Fachkraft die Einstufungsprüfung begleitet, und besprechen mit ihr das Probegutachten.

6. Widerspruch: Formal muss der Pflegebedürftige oder der Betreuer den Widerspruch in die Wege leiten. Beraten Sie ihn folgendermaßen:

Der Betreuer / Pflegebedürftige legt einen formlosen Widerspruch ein und bittet um die Zusendung des Gutachtens mit der Ankündigung eines detaillierten Widerspruchs. Sie unterstützen den Betreuer / Pflegebedürftigen beim Lesen des Gutachtens und weisen auf Fehleinschätzungen hin. Formulieren Sie ggf. den Widerspruch für Ihren Bewohner.

Hinweis: Anders als beim Höherstufungsantrag ist der Bewohner / sein Bevollmächtigter nicht verpflichtet, einen Widerspruch einzulegen.

Muster: Vereinfachte Erfassung des Pflegebedarfs

Morgenpflege

  • 30 Minuten
  • Getränk anbieten und anreichen (Ernährung), Wecken, zum Bad begleiten, Körperpflege (Pflege), Toilettengang (Hilfe bei der Ausscheidung),

Ankleiden und zum Frühstück begleiten (Mobilität), Anleitung beim Broteschmieren und Essen

  • 15 Minuten
  • Ernährung

Toilettengang

  • 10 Minuten
  • Begleitung zu Fuß, Entkleiden (Mobilität) Hände waschen (Körperpflege), auf die Toilette bringen, Intimhygiene, Vorlagen entfernen und anlegen (Hilfe bei der Ausscheidung)

Anreichen von Flüssigkeit

  • 15 Minuten
  • Ernährung / Flüssigkeit

 

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