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Wenn Ihr Pflegekunde Gegenstände verliert

21.08.2020

Kommt es in Ihrem Arbeitsalltag auch häufiger vor, dass Ihre Pflegekunden persönliche Gegenstände wie Brillen, Prothesen oder Hüftprotektoren verlegen und Sie diese trotz intensiver Suche nicht mehr wiederfinden? Bei manchen Pflegekunden wissen Sie vermutlich schon genau, wo Sie suchen müssen, wenn wieder einmal das Gebiss oder die Kompressionsstrümpfe verschwunden sind. Doch nicht immer haben Sie so viel Glück, und die gesuchten Gegenstände sind wie vom Erdboden verschluckt.

Vermisste Gegenstände führen zum Vertrauensverlust

In diesen Situationen ist es wichtig, dass Sie sich nicht darauf verlassen, dass sich der gesuchte Gegenstand schon wieder von selbst einfinden wird. Handeln Sie von Anfang an so, dass sich der gesamte Verlauf Ihrer Suche nachverfolgen lässt. Denn Tage später lässt sich die Situation meist nicht mehr nachvollziehen, und dies kann auch bei sonst zufriedenen Angehörigen Misstrauen hervorrufen.

Beispiel: Frau May vermisst ihr Hörgerät. Die Pflegekraft Frau Sommer sucht überall nach dem Hörgerät. Ihre intensive und systematische Suche bleibt erfolglos. Daher informiert sie den Spätdienst, der das Hörgerät ebenfalls nicht findet. Dieser Ablauf wiederholt sich am nächsten und übernächsten Tag. Danach hat Frau Sommer frei. Die nachfolgende Kollegin bemerkt ebenfalls das Fehlen des Hörgerätes. Als sie mittags ihre Kollegen danach fragt, erfährt sie, dass das Fehlen des Gerätes schon länger bekannt ist. Einige Tage später bemerkt die Tochter das Verschwinden des teuren Hörgerätes. Sie reagiert sehr verärgert auf den Verlust und verlangt sofortige Aufklärung. Als die Mitarbeiter keine stichhaltigen Informationen liefern können, gibt sie diesen die Schuld am Verschwinden des Hörgerätes.

Nicht der Verlust ist entscheidend, sondern Ihr Umgang damit

Angehörige schließen vom Umgang mit Hilfsmitteln direkt auf den Umgang mit der pflegebedürftigen Person. So ist die Tochter von Frau May enttäuscht von den Pflegekräften, denen sie zuvor viel Vertrauen entgegengebracht hatte. Sie deutet die Reaktion auf ihre Nachfrage als Desinteresse am Eigentum der Mutter und vermutet überdies auch Gleichgültigkeit gegenüber dem Wohlergehen der Mutter, da diese das Hörgerät schließlich benötigt. Aus diesem Grund beginnt sie, die Arbeit der Pflegekräfte stärker zu kontrollieren.

Möglicherweise fragen Sie sich nun, was die Pflegekräfte falsch gemacht haben – sie haben doch gründlich gesucht und die Suche über mehrere Tage fortgeführt.

Ihre Dokumentation sichert den Informationsfluss

Der Fehler liegt in der mangelnden Dokumentation und Information: Hätte die Fachkraft Frau Sommer schon direkt am 1. Tag bei der Tochter angerufen und diese gebeten, ihrerseits zu suchen, wäre diese sofort aktiv einbezogen gewesen und nicht nach Tagen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Ebenso hätten alle beteiligten Pflegekräfte ihre Suche dokumentieren sollen. So hätten sie die Nachfragen der Tochter leichter und schlüssiger beantworten können.

Übersicht: 6 Fragen für die Dokumentation vermisster Gegenstände

Diese Übersicht enthält 6 Leitfragen, mit deren Hilfe Sie das Vermissen von Gegenständen umfassend dokumentieren.

  1. Wann und wie haben Sie den Verlust bemerkt?
  2. Wo haben Sie überall gesucht?
  3. Welche Nachforschungen haben Sie angestellt? (z. B. Nachfrage bei den Kollegen der vergangenen Schicht, Tagesablauf des Pflegekunden)
  4. Was hat die Recherche zusammenfassend ergeben?
  5. Wann haben Sie die Angehörigen oder den Betreuer über den Verlust informiert und welches weitere Vorgehen haben Sie mit ihm vereinbart?
  6. Wie verläuft die weitere Suche über mehrere Tage?

Informieren Sie Angehörige über die Verlustgefahr

Pflegekunden wie Frau May aus dem Beispiel vermissen häufiger etwas, und meist finden sich die gesuchten Gegenstände schnell wieder. Erleichtern Sie sich und Ihren Kollegen weitere Suchaktionen, indem Sie dokumentieren, wo Sie die Sachen wiedergefunden haben. Informieren Sie Angehörige zudem über erfolgreiche Suchaktionen und potenzielle Gefahren.

Beispiel: Ein Pflegekunde wickelt seine Zahnprothesen nach dem Essen in eine Serviette ein und legt sie auf seinem Teller ab. Hierdurch kann es leicht passieren, dass die Zähne aus Versehen mit fortgeworfen werden. Sie wissen hier im Vorfeld, dass das Verhalten Ihres Pflegekunden zu einem Verlust der Zahnprothesen führen kann.

Planen Sie die Sicherheitsmaßnahmen ein

Vermutlich achten Sie automatisch auf Gegenständen wie etwa Hörgerät, Schmuck, Prothesen, wenn Sie wissen, dass Ihr Pflegekunde sie häufig verlegt. Halten Sie diese Sicherheitsmaßnahmen auch in der Pflegeplanung fest, damit sie jeder Kollege übernimmt.

Dieses Vorgehen schützt Sie endgültig vor dem Vorwurf, nachlässig mit dem Eigentum Ihrer Pflegekunden umzugehen. Denn schließlich können Sie nachweisen, dass Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten alles unternommen haben, um Ihren Pflegekunden vor dem Verlust wichtiger Gegenstände zu schützen.

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