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Werfen Sie einen Blick in den Impfpass Ihrer Pflegekunden

12.08.2015

Impfungen – nur was für Kinder? Dieses Vorurteil ist noch immer bei vielen älteren Menschen, pflegenden Angehörigen und auch Pflegekräften zu finden. Das bestätigen die niedrigen Durchimpfungsraten bei Standard- und Indikationsimpfungen bei Erwachsenen. Knapp 29 % der Erwachsenen in Deutschland besitzen keinen aktuellen Impfschutz gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), und nahezu 43 % haben in den letzten 10 Jahren keine Diphtherieimpfung erhalten. Insbesondere bei Älteren bestehen hier deutliche Impflücken.

Zwar wird die Grundlage für einen guten Impfschutz im Kindesalter gelegt (Mumps, Keuchhusten, Diphterie usw.), dennoch sollten Sie auf den Impfschutz bei Ihren Pflegekunden achten und für Auffrischungsimpfungen sorgen, damit des Immunsystem Ihres Pflegebedürftigen gegen gefährliche Krankheitserreger immer gut gewappnet bleibt. Denn gerade bei älteren Menschen verlaufen Infektionskrankheiten oft schwerer und gefährlicher als bei jüngeren.

Zudem ist es gerade für pflegebedürftige Menschen besonders wichtig, dass sie gegen die saisonale Virusgrippe, Pneumokokken und Gürtelrose geimpft sind. Weil Ihre Pflegekunden mit Demenz häufig nicht mehr in der Lage sind, Ihnen Auskunft darüber zu geben, wann die letzte Impfung stattgefunden hat, sollten Sie einmal einen Blick in den Impfpass Ihres Pflegekunden mit Demenz werfen.

Wann die Kassen die Kosten für die Impfung Ihrer Pflegekunden übernehmen müssen

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen für alle Impfungen aufkommen, die von der Ständigen Impfkommission empfohlen werden. Für Erwachsene bedeutet das: Abgedeckt sind die Impfungen gegen Diphtherie und Tetanus, für alle über 60-Jährigen außerdem die Impfungen gegen Virusgrippe und Pneumokokken. Allerdings bezahlen viele Krankenversicherungen auch weitere Impfungen, aber das ist von Kasse zu Kasse unterschiedlich geregelt. Hier sollten Sie direkt bei der Kasse nachfragen.

 

 

Übersicht: Notwendige Impfungen

  • Influenza
    - impfen jährlich zwischen Oktober und November
    - Die Schutzwirkung tritt etwa 2 Wochen nach der Impfung ein und hält eine Grippesaison an.
  • Pneumokokken
    - Auffrischung alle 5–6 Jahre
    - Virusgrippe und Lungenentzündung zählen zu den häufigsten Todesursachenbei Senioren.
  • Diphtherie, Tetanus und Polio
    - Auffrischung alle 10 Jahre
    - Der Impfschutz gegen Diphtherie und Tetanus gilt als der Standardschutz, den jeder haben sollte.
  • Herpes zoster
    - impfen 1-malig, wenn Ihr Pflegekunde Windpocken hatte
    - Das Risiko, eine Gürtelrose zu entwickeln, wird durch die Impfung halbiert; das Neuralgie-Risiko sinkt sogar um 2/3.
  • Masern
    - zur Impfung keine generelle Empfehlung
    - Das Robert Koch Institut empfiehlt die Masern-Impfung für Erwachsene, die Kontakt mit einem Masernerkrankten hatten und bei denen nicht mit Sicherheit bekannt ist, ob sie immun sind.
  • Keuchhusten
    - zur Impfung keine generelle Empfehlung
    - Sinnvoll, wenn Ihr Pflegekunde Kontakt zu Enkel im Säuglings- oder Kleinkindalter hat.
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
    - Die Grundimmunisierung erfordert 3 Impfungen, danach wird die Impfung alle 3 Jahre aufgefrischt.
    - In den Risikogebieten: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen Hinweis: Welcher Land- oder Stadtkreis zu den jeweils betroffenen Risikogebieten der Bundesländer zählt, können Sie der Übersicht vom Deutschen Grünen Kreuz unter: http://dgk.de/gesundheit/impfen-infektionskrankheiten/krankheiten-von-a-bis-z/fsme/fsme-gebiete-in-deutschland.html entnehmen.

 

Fazit
Werfen Sie einmal einen Blick in den Impfpass Ihrer Pflegekunden mit Demenz. So schützen auch Sie sich und die Angehörigen vor schweren Infektionskrankheiten. Lassen Sie vom Arzt Ihres Pflegekunden prüfen, ob er einen ausreichenden Impfschutz gegen die wichtigsten Krankheiten hat.

Allerdings dürfen bei Menschen mit akuten Infektionen und bei stark immunabwehrgeschwächten Menschen mit schlechtem Allgemeinzustand keine Impfungen durchgeführt werden. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Ihre Pflegekunden evtl. noch ein Wörtchen mitreden möchten. Mehr zum Thema "Selbstbestimmung Ihrer Pflegekunden auch bei Impfungen"

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