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So handeln Sie kompetent bei Frontotemporaler Demenz

08.02.2019

Frau Friese berichtet seit Wochen davon, dass das Zusammenleben mit einer anderen Pflegekundin die Hölle gewesen sei. Auch erzählt sie mir häufig, was sie am Vortag erlebt oder gegessen hat. Andererseits verhält sie sich ausfallend gegenüber Mitbewohnern, weil sie überzeugt ist, dass diese sie bestohlen haben. Vorgestern entblößte sie mitten im Aufenthaltsraum ihr Gesäß und sagte zu einer Besucherin: „Leck mich doch am Arsch.“ Zudem kann eine Abweichung vom gewohnten Tagesablauf sie vollkommen aus der Bahn werfen, sodass sie unkontrolliert auf die Straße läuft.

In ihren Diagnosen fand sich außer dem allgemeinen Hinweis „Demenz“ kein Anhaltspunkt für die Ursache dieses ungewöhnlichen Verhaltens. Auch die Angehörigen berichteten, dass Frau Friese immer eine sehr freundliche und ausgeglichene Frau mit gesundem Menschenverstand gewesen sei. Als wir dem zuständigen Facharzt von den merkwürdigen Symptomen berichteten, teilte uns die schon länger bestehende Diagnose „Frontotemporale Demenz“ mit.

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Die Frontotemporale Demenz (FTD oder auch Morbus Pick) ist nicht so bekannt wie die Alzheimer-Erkrankung. Sie wirkt sich vor allem auf das Sozialverhalten und die Persönlichkeit aus. Das Erinnerungsvermögen bleibt länger als bei Ihren Pflegekunden mit anderen Demenzformen erhalten. Der Betroffene selbst hat keine Krankheitseinsicht.

Die Angehörigen sind teilweise sehr erschrocken über das merkwürdige und teilweise unangemessene Verhalten. Sie vermuten eine Erkrankung, kommen aber meist nicht direkt auf den Gedanken, dass eine Demenz dahinterstecken könnte. Die folgende Übersicht enthält die wichtigsten Informationen über die Erkrankung. So erfahren Sie direkt alles Wissenswerte und erkennen mögliche Hinweise auf die Erkrankung schneller.

Beugen Sie Hilflosigkeit vor: Informieren Sie sich rechtzeitig

Die krankheitsbedingten Verhaltensweisen sind teilweise so massiv, dass ein einzelner Pflegekunde mit diesem Krankheitsbild ausreicht, um einen ganzen Wohnbereich oder seine Familie in Aufruhr zu versetzen. Mit diesen 5 Tipps handeln Sie durchdacht und professionell:

1. Tipp: Arbeiten Sie eng mit den Angehörigen zusammen
Manchmal haben Angehörige einen besseren Einfluss auf die Erkrankten und können etwa bei konsequenter Ablehnung von Pflegehandlungen eher eine Zustimmung erreichen.

2. Tipp: Bleiben Sie respektvoll
Die Situation ist nicht einfach: Ein Pflegekunde zeigt sozial völlig unangemessene Verhaltensweisen, z. B. Geruchsbildung durch mangelnde Körperhygiene und enthemmtes Verhalten. Andererseits kann er sich an die vergangenen Tage erinnern und man kann sich weitestgehend mit ihm unterhalten. Es ist oft kaum begreiflich, dass der Erkrankte sein Verhalten nicht abstellen kann. Er kann es tatsächlich nicht. Halten Sie sich das immer vor Augen.

3. Tipp: Versuchen Sie, drohende Eskalation im Vorfeld aufzuspüren
Beobachten Sie Ihren Pflegekunden genau. So erkennen Sie frühzeitig, wenn seine Stimmung umschlägt. Handeln Sie besonnen und ruhig, wenn Sie Streit schlichten und Aggressionen eindämmen müssen.

4. Tipp: Aktivieren Sie und beschäftigen Sie Ihren Pflegekunden möglichst viel
Erinnerungsvermögen und Orientierung sind hier gut erhalten. Solange dies der Fall ist, sorgen Sie für viel Bewegung, z. B. durch kleine Botengänge.

5. Tipp: Loben Sie Ihren Pflegekunden
Menschen mit FTD erfahren aufgrund ihres Verhaltens häufig Ablehnung, die sie nicht verstehen können, da sie glauben, alles richtig zu machen. Denken Sie daher daran, Ihren Pflegekunden häufig zu loben und zu bestätigen.

Fazit: Fragen Sie nach

Wie bei Frau Friese ist diese Demenzform in den Diagnosen Ihrer Pflegekunden häufig nicht erwähnt. Behalten Sie diese Informationen für den „Ernstfall“ im Hinterkopf. Fragen Sie gegebenenfalls nach, ob das untypische Verhalten Ihres Pflegekunden mit Demenz durch eine FTD verursacht werden könnte.

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