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Der Beerdigungsknigge – wie Sie sich richtig verhalten

27.03.2017

Ein Teil der Arbeit in der stationären oder ambulanten Altenpflege besteht darin, unsere Pflegekunden bis zum Tod zu begleiten. Dies beinhaltet auch, dass Sie häufiger an der Beisetzung oder Trauerfeier eines verstorbenen Pflegekunden teilnehmen. Doch wie ist es mit den ungeschriebenen Verhaltensregeln bei Beerdigungen? Kennen Sie diese genau? Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Dos und Dont‘s.

 

 

Teilnehmen oder nicht?

An einer Beerdigung kann jeder teilnehmen, der eine Todesanzeige erhalten hat, auf der Ort und Zeit der Besetzung angegeben sind. In der Regel werden Sie diese von den Angehörigen erhalten. Falls nicht, finden Sie möglicherweise eine Anzeige in der Lokalzeitung. Falls hier steht, dass die Beisetzung/Trauerfeier im engsten Familienkreis stattfindet, sollten Sie ohne ausdrückliche Einladung nicht hingehen.

Angemessenes Äußeres

Die Bekleidung muss zwar nicht unbedingt schwarz, aber doch sehr dunkel zu sein. Das Hemd bzw. die Bluse sollten entweder weiß oder dunkel sein. Strümpfe und Schuhe sollten möglichst schwarz sein. Kurze Ärmel und unbekleidete Beine sind stillos, ebenso auffälliger, schriller Schmuck.

Absolut tabu bei Trauerfeiern und Bestattungen sind: Handy, Zigaretten, Kaugummi, T-Shirts, Turnschuhe, Baseballkappen.

Trauerfeier und Erdbestattung

Zur Trauerfeier sollten Sie pünktlich erscheinen (zirka 15 Minuten vor Beginn). Wenn Sie in die Kapelle/Feierhalle gebeten werden, lassen Sie den direkten Angehörigen den Vortritt, folgen Sie in angemessenem Abstand. In manchen Regionen ist es umgekehrt. Dort betritt erst die Trauergemeinde die Kapelle und die Angehörigen nehmen zum Schluss ihre Plätze ein. Die folgende Übersicht erklärt die Unterschiede zwischen einer Feuer- und Erdbestattung.

Übersicht: Unterschiede zwischen Erd- und Feuerbestattung

Erdbestattung

  • Für eine Erdbestattung bringen die Angestellten der Friedhofsverwaltung den Sarg nach der Trauerfeier zur Grabstelle.
  • Der Pfarrer geht direkt hinter dem Sarg, gefolgt von den nächsten Angehörigen und Freunden. Die weitere Reihenfolge orientiert sich an der Beziehung zum Verstorbenen. Daher sollten Sie sich möglichst hinten einreihen. Auf dem Weg zum Grab sollten Sie schweigen.
  • Am Grab hält der Pfarrer noch eine kurze Rede und es folgt meist noch ein gemeinsames Gebet.
Anschließend wird der Sarg in die vorbereitete Grube herabgelassen. Anschließend gehen die Teilnehmer in der gleichen Reihenfolge an dem offenen Grab vorbei.
  • Bleiben Sie kurz stehen. Werfen Sie dann von der in einem Kübel bereitstehenden Erde bis zu 3 kleine Schaufeln voll neben den Sarg. Es können auch Blumen oder Blüten sein. Anschließend bleiben Sie einen kurzen Moment stehen und entfernen sich dann vom Grab.

Feuerbestattung

  • Bei einer Trauerfeier zur Feuerbestattung tritt die Trauergemeinde direkt nach der Trauerfeier noch in der Trauerhalle an den Sarg. Die Beisetzung der Urne finden in der Regel 1–2 Wochen später statt.
  • Bei einer Trauerfeier mit Urnenbeisetzung wird die Urne mit der Asche des Verstorbenen direkt im Anschluss an die Trauerfeier in einem Erdgrab oder einer Urnennische auf dem Friedhof beigesetzt.
  • Für Ihre Teilnahme gelten ansonsten die gleichen Regeln wie bei einer Erdbestattung.

Beileidsbekundungen

Lesen Sie vor der Beerdigung unbedingt die Traueranzeige. Halten Sie sich daran, wenn die Angehörigen hierin bitten, von Beileidsbekundungen Abstand zu nehmen. Ansonsten gehen Sie nach dem Gang zum Grab zu den Angehörigen, geben ihnen die Hand. Die gewählten Worte sind nicht so entscheidend, wichtig ist, dass Ihre Anteilnahme echt ist.

Anschließendes Kaffeetrinken

Ohne direkte Einladung sollten Sie am anschließenden Trauermahl/Kaffeetrinken nicht teilnehmen. Besprechen Sie in Ihrer Einrichtung/Ihrem Pflegedienst, ob Sie bei einer ausdrücklichen Einladung grundsätzlich teilnehmen oder sich mit dem Hinweis auf den bevorstehenden Dienst höflich entschuldigen.

Fazit: Nutzen Sie Beerdigungen auch für den eigenen Abschied

Mit vielen Ihrer Pflegekunden haben Sie vermutlich viel erlebt. Bestimmt gab es sehr positive und weniger erfreuliche Begegnungen mit Angehörigen. Die Trauerfeier und der Abschied am Grab sind auch für Sie eine Gelegenheit, von alledem Abschied zu nehmen.

Neue Betreuungskräfte-Richtlinie seit dem 01.01.2017

Nun dürfen die zusätzlichen Betreuungskräfte z.B. keine hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und keine körperlichen Pflegemaßnahmen durchführen. Lernen Sie in Tagespflege aktuell die wesentlichen inhaltlichen Änderungen kennen.

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