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Kultursensible Pflege: Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter

26.06.2017

Wie viele Bewohner leben in Ihrer Einrichtung, die ursprünglich aus einem fremden Land stammen? Im Durchschnitt sind dies in Deutschland nur knapp 2 % aller Heimbewohner.

In einer Einrichtung bis 100 Bewohnern sind dies etwa 1–2 Personen. In manchen Regionen mit einer hohen Anzahl pflegebedürftiger Menschen mit Migrationshintergrund gibt es in manchen Einrichtungen Wohnbereiche, etwa für türkischstämmige Bewohner.

Bisher werden viele ausländische pflege­bedürftige Personen von ihren Familien gepflegt oder sie gehen im Alter in ihr Heimatland zurück. Doch auch dies wird sich in den nächsten Jahren ändern.

Überbrücken Sie Barrieren

Schon jetzt stellt die Betreuung von Menschen aus einem anderen Kultur­kreis viele Pflegekräfte vor eine Herausforderung. Dies trifft vor allem zu, wenn es Sprachbarrieren gibt, wie etwa bei Frau Sanchez, der spanischen Bewohnerin aus dem Editorial, oder einer weiteren Bewohnerin, Frau Olsen aus Finnland. Als diese bei uns einzog, wussten wir kaum etwas über die finnische Sprache und die Kultur des Landes. Glücklicherweise konnte die Tochter viel über die Kultur berichten und brachte uns einige Sätze bei.

Beschäftigen Sie sich mit kultursensibler Pflege

Kultursensible Pflege bedeutet, dass Ihre Mitarbeiter mit pflegebedürftigen Bewohnern und deren Angehörigen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammenarbeiten können. Ziel ist hierbei, dass sich alle Beteiligten akzeptiert fühlen. Dies umfasst nicht nur die Herkunft aus einem anderen Land. Ebenso spielen die unterschiedlichen Prägungen in unserem Kulturkreis eine wichtige Rolle. Dies er­läutert die Übersicht.

Übersicht: Wie Sie kultursensible Pflege umsetzen

Kultursensibilität: Hiermit ist die grundsätzliche Fähigkeit gemeint, sich sensibel auf Menschen aus anderen kulturellen Zusammenhängen einstellen zu können.

Was Sie und Ihre Mitarbeiter können müssen

  • Reflektieren Sie Ihre persönlichen kulturellen Prägungen im Denken, Fühlen und Handeln.
  • Eignen Sie sich Wissen über kulturell beeinflusste Lebenshaltungen und Handlungsmuster an.
  • Akzeptieren Sie andere kulturell geprägte Erlebens- und Verhaltensweisen als den eigenen Lebensmustern gleichwertig.
  • Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu Ihrer eigenen Kultur.

Kultursensible Pflege: Hierbei geht es darum, Ihren Bewohnern ein Leben entsprechend ihren individuellen Werten, kulturellen und religiösen Prägungen und Bedürfnissen zu ermöglichen.

Was Sie und Ihre Mitarbeiter können müssen:

  • Gehen Sie auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Bewohners ein.
  • Lassen Sie Unterschiedlichkeit zu. Handeln Sie nicht nach dem Grundsatz: „Hier sind alle gleich.“
  • Betrachten Sie Ihre Bewohner als Persönlichkeiten mit einem kulturellen Hintergrund.
  • Berücksichtigen Sie die aktuelle Situation. Was heute für Ihren Bewohner sinnvoll erscheint, kann bei einer Veränderung falsch sein.

Bleiben Sie neugierig

Grundsätzlich gilt für Ihre Mitarbeiter, sich ihrer eigenen Vorstellungen und Prägungen bewusst zu sein und diese Aspekte auch bei anderen Menschen zu beobachten:
zzHierzu benötigen sie vor allem Neu­gier auf fremde Kulturen und Lebens­stile. Außerdem ist es wichtig, sich in frem­de Bedürfnisse einfühlen zu können.

Integrieren Sie Kultursensibilität in Ihre Biografiearbeit

Kultursensible Biografiearbeit bedeutet, dass Ihre Mitarbeiter zu den jeweiligen Lebensstationen recherchieren. Am besten können Ihre Betreuungskräfte die Biografie-Erstellung in ihre Einzelbetreuungsangebote integrieren. Besonders lebendig wird dies, wenn sie im Internet Bilder aus der Heimatregion der Bewohner suchen und diese als Gesprächsanregung nutzen.

Beispiel

Diese Fragen regen zum Erzählen an

  • Wo haben Sie gelebt? War dies eine große Stadt oder lebten Sie auf dem Land?
  • Wie haben Sie gewohnt?
  • Wie war der Zusammenhalt in Ihrer Familie?
  • Welche Rolle spielt Religion für Sie?
  • Worauf sind Sie besonders stolz?
  • Worauf haben Sie bei der Erziehung Ihrer Kinder großen Wert gelegt?
  • Was ist hier in Deutschland anders als in Ihrem Heimatland?
  • Was war besonders schwer, als Sie nach Deutschland kamen?

Durchbrechen Sie die Sprachbarriere

Sprache ist ein wichtiges Element in der Pflege und Betreuung Ihrer Bewohner.

  • Stellen Sie verstärkt Mitarbeiter ein, die mehrere Sprachen sprechen. Die­se können Sie bei Missverständnissen oder schwierigen Sachverhalten um eine Übersetzung bitten.
  • Verständigen Sie sich mit Piktogrammen, Wörterbüchern oder Übersetzungsprogrammen.
  • Reden Sie mit Händen und Füßen: Setzen Sie Mimik und Gestik verstärkt als sprachunterstützende Elemente ein.
  • Eignen Sie sich einen Wortschatz in der Sprache Ihres Pflegekunden an.
  • Knüpfen Sie Kontakte zu ausländischen Gemeinden und Gruppen. Möglicherweise finden Sie dort Ehrenamtliche, die bereit sind, zu über­setzen oder Ihre Bewohner sogar regelmäßig zu besuchen.

Fazit: Interessieren Sie Ihre Mitarbeiter für dieses wichtige Thema

Nutzen Sie die Informationen aus diesem Artikel als Basis für eine Fortbildungsveranstaltung. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, in diesem Rahmen von eigenen Erfahrungen zu berichten. Organisieren Sie Bildvorträge zu den Heimatländern Ihrer Bewohner.

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