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Prüfen Sie Ihr Pflegevisitenkonzept auf MDK-Tauglichkeit

17.09.2014

Mithilfe von Pflegevisiten können Sie die Wirkung der erbrachten Pflege beurteilen. Sie haben damit aber auch die Möglichkeit, die Effektivität der Pflegeorganisation im praktischen Alltag zu überprüfen. Die Pflegevisite findet in der Regel im Rahmen eines Besuchs einer Pflegefachkraft beim Pflegekunden statt und orientiert sich dann an einem vorgegebenen Ablauf bzw. einer Checkliste. Mit den Erkenntnissen der Pflegevisite können Sie den Einsatz und auch die Weiterentwicklung erforderlicher  Maßnahmen bewerten und planen. Neben dieser kundenorientierten Perspektive, die die Versorgungsqualität im Fokus hat, wird häufig auch noch eine mitarbeiterorientierte Perspektive wahrgenommen: Wo benötigt der Mitarbeiter noch Unterstützung? Wo hat der Mitarbeiter noch Schulungsbedarf? Welche Abläufe sollten anders organisiert werden?

Insbesondere 2 Fragestellungen tauchen in Bezug auf die Anwendung von Pflegevisiten immer wieder auf: Wie häufig sollten sie durchgeführt werden und mit welchem Inhalt?

Die Frage nach der Häufigkeit lässt sich recht schnell – wenn auch nicht unbedingt befriedigend – beantworten: Es gibt hierzu keine Vorgaben. Der MDK wertet die Durchführung von Pflegevisiten zwar als ein Instrument der internen Qualitätssicherung. Eine Umsetzung ist aber nicht zwingend erforderlich – sie wird lediglich „empfohlen“. In der Praxis hat sich die Faustformel durchgesetzt: Jeder Pflegekunde erhält eine Pflegevisite pro Jahr (bei Bedarf evtl. häufiger). Zur besseren Übersichtlichkeit sollten Sie aber einen Zeitplan über die durchzuführenden Pflegevisiten führen.

Bei der inhaltlichen Ausgestaltung können Sie kreativ sein und dies Ihren einrichtungsspezifischen Anforderungen anpassen. Sie können sich dabei durchaus an den Empfehlungen des MDK ausrichten. Wenn Sie bereits ein Pflegevisitenkonzept haben, prüfen Sie anhand dieser Empfehlungen, ob es sich an den MDK-Kriterien orientiert. Wenn Sie dem MDK Pflegevisiten als Maßnahmen der internen Qualitätssicherung belegen wollen, müssen Sie selbstverständlich entsprechende Nachweise vorlegen können. Führen Sie also Pflegevisitenprotokolle und archivieren Sie diese in der Akte des Pflegekunden.

 

Checkliste
Entspricht Ihr Pflegevisitenkonzept den MDK-Empfehlungen?

Aspekt Ja Nein
Werden die Pflegekunden und ggf. deren Angehörige im Sinne einer individuellen Pflege einbezogen?
Bestehen Mitentscheidungsmöglichkeiten des Pflegekunden bei pflegerischen Maßnahmen basierend auf der Beratung durch eine Pflegefachkraft?
Liegt eine Steigerung der Zufriedenheit des Pflegekunden vor?
Wird für alle Beteiligten Transparenz im Pflegeprozess geschaffen?
Gibt es eine systematische Reflexion der Arbeit der Pflegefachkräfte mit anschließendem Feedback?
Erfolgt bei Bedarf eine anschließende Anpassung der Pflegeziele und -maßnahmen?
Ergeben sich Erkenntnisse zur Optimierung der Arbeitsabläufe?
Wird der Einführungsstand von Konzepten, (Experten-)Standards und durchgeführten Fortbildungen evaluiert?
Wird die pflegerische Qualität ermittelt?
Wird die Qualität der Pflegedokumentation ermittelt?

 

 

Nein, Danke

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