Verlag & Akademie

Biografiearbeit: Wie Ihre Pflegekunden denken und fühlen

20.11.2020

Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Werte für Ihre Pflegekunden besonders wichtig sind? Für viele von ihnen spielen Verantwortungsgefühl, Pünktlichkeit, Fleiß, Pflichterfüllung, Disziplin, Gewissenhaftigkeit, Ordnung, Anstand und Religiosität eine wichtige Rolle. Entsprechend erwarten Ihre Pflegekunden auch von Ihnen, dass Sie diese Werte im Umgang mit ihnen er füllen. Dies bedeutet für Sie, dass Sie die Prägung und werte Ihrer Pflegekunden ansatzweise kennen sollten. Ansonsten verärgern Sie Ihren Pflegekunden möglicherweise, ohne es überhaupt zu bemerken. Außerdem gelingt es Ihnen hier durch besser, seine Ansichten und Gewohnheiten besser zu verstehen.

Nicht jeder Pflegekunde hat die gleichen Werte

Die Altersbandbreite Ihrer Pflegekunden umfasst vermutlich eine Spanne von etwa 30 Jahren oder mehr. Gleichzeitig hat es im letzten Jahrhundert zahlreiche technische und geschichtliche Veränderungen gegeben, die das Leben bahnbrechend geprägt haben. Die Folge ist, dass Sie mit völlig unterschiedlichen Generationen umgehen und deren Werte individuell berücksichtigen müssen. In der folgenden Übersicht finden Sie Beispiele da für, wie sich das Geburtsjahr möglicherweise auf die Biografie Ihrer Pflegekunden ausgewirkt hat.

Biografiearbeit bedeutet Zuhören

Die Beispiele zeigen, wie wichtig es ist, sich mit der individuellen Biografie Ihres Pflegekunden zu beschäftigen und Interesse für seine Erinnerungen zu zeigen. Möglicherweise haben Sie das Gefühl, für solche Gespräche keine Zeit zu haben. Doch nicht die Länge des Gespräches ist wichtig. Entscheidender ist, dass Sie sich in der Zeit, die Ihnen zur Verfügung steht, ganz auf den Pflegekunden konzentrieren und genau zuhören. Je besser das gelingt, desto mehr Verständnis können Sie für die individuelle Persönlichkeit entwickeln.

Das Alltagleben hat sich verändert

In den letzten 20 Jahren hat sich das Alltagleben so sehr verändert, dass viele ältere Menschen diesen Wandel kaum nachvollziehen können. Sie verstehen sozusagen die Welt nicht mehr. Manche gewöhnen sich nur schwer an die neuen technischen Möglichkeiten oder nutzen sie überhaupt nicht. Hiermit entsteht ein Bruch zur jüngeren Generation, für die ein Leben ohne die modernen Medien und Kommunikationsformen gar nicht vorstellbar ist. Im Umkehrschluss fällt es Ihnen möglicherweise auch oft schwer zu verstehen, dass die meisten Ihrer Pflegekunden aus einer komplett anderen Lebenswirklichkeit kommen als Sie selbst.

Werte beeinflussen das Selbstbewusstsein

Viele der heute älteren Frauen haben einen Großteil ihrer Zeit aber damit verbracht, ihre Kleidung und die ihrer Familie in Ordnung zu halten. Dazu gehörte das ständige Ausbessern und Flicken. Denn ein ordentliches Erscheinungsbild war ein absolutes Muss und hat daher für viele Ihrer Pflegekunden bis heute einen sehr hohen Stellenwert. Doch oft haben ältere Menschen niemanden, der ihre Kleidung in Ordnung hält oder unbrauchbare Teile austauscht.

Dieser Umstand hat direkte Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl Ihres Pflegekunden, der – was sein Äußeres betrifft – seinen eigenen Ansprüchen nicht mehr genügt. Sie können hier konkret Abhilfe schaffen, indem Sie Ihrem Pflegekunden nur Kleidung anziehen, die alle Knöpfe hat und nicht löchrig ist. Vermitteln Sie ggf. Hilfen, die sich um das Ausbessern der Kleidung kümmern.

Fazit: Lernen Sie, Lebenseinstellungen zu verstehen

Versuchen Sie, die Lebenseinstellung Ihrer Pflegekunden besser kennen zu lernen. Dies gelingt Ihnen am einfachsten, wenn Sie in Zeitungen und Zeitschriften, aber auch im TV-Programm nach entsprechenden Berichten Ausschau halten. Denn je mehr Sie über die geschichtliche Prägung Ihrer Pflegekunden wissen, desto besser verstehen Sie scheinbare Marotten und Lebenseinstellungen.

Beispiele für die unterschiedliche Prägung Ihrer Pflegekunden

Geburtsjahr 1913: 

Eine heute 101-Jährige war 1933 schon 20 Jahre alt. Je nachdem, wo und in welcher gesellschaftlichen Schicht sie groß geworden ist, wurde sie von unterschiedlichen Werten geprägt. In bürgerlichen Familien war die Eheschließung als äußere Form der Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau ein unbedingtes Muss, in Arbeiterfamilien gab es auch damals viele Lebensgemeinschaften ohne Trauschein.

Geburtsjahr 1928:

Ein heute 86-Jähriger war 1933 erst 5 Jahre alt. Er wurde vermutlich zunächst sehr durch die Propaganda des Nationalsozialismus geprägt. Bei Kriegsende 1945 war er 18 Jahre alt und gezwungen, sein Weltbild zumindest äußerlich völlig zu verändern.

Geburtsjahr 1936:

Eine heute 78-Jährige war 1946 10 Jahre alt und wurde vermutlich einen Großteil ihrer Kindheit von Hunger geplagt. Je nach Wohnort hat sie als Kind zahlreiche Bombenangriffe und die damit verbundene Angst erlebt.

Geburtsjahr 1944:

Ein heute 70-Jähriger war in den Jahren 1968–1972 zwischen25 und 30 Jahre alt und hat sich auf die eine oder andere Weise mit Themen wie antiautoritäre Erziehung, politischer Widerstand und Rebellion gegen die herrschenden Moralvorstellung auseinandergesetzt.

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Nein, Danke

Qualitäts-Management aktuell

1 x in der Woche finden Sie in unserem kostenlosen E-Mail-Newsletter PPM Qualitäts-Management aktuelle Tipps zur Qualitätssteigerung.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Palliativpflege heute

News und Praxistipps für eine professionelle Palliativpflege – speziell für Pflegekräfte in stationären und ambulanten Einrichtungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Menschen mit Demenz professionell pflegen

Wichtige Informationen zum Thema Pflege und Betreuung bei Demenz. So bewältigen Sie als Pflegefachkraft die speziellen Herausforderungen.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Datenschutz-Hinweis

Nein, Danke

Nein, Danke

Nie mehr den Überblick verlieren!

Holen Sie sich Hilfe für Ihre stationäre Pflege!

In nur 15 Minuten über das Wichtigste informiert sein.

  • Pflegekokumentation
  • Mitarbeiterführung
  • Haftungsrecht
  • Nein, Danke

    Nein, Danke