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Depressionen: Was betroffenen Pflegekunden brauchen

17.07.2020

Unsere Pflegekundin Frau Berger hat schon viele Diskussionen ausgelöst: Immer wieder hat sie Phasen, in denen sie unkonzentriert wirkt, unvermittelt schimpft oder über Schmerzen klagt, die kurz danach wieder verschwunden sind. Morgens ist sie häufig antriebslos und möchte im Bett liegen bleiben. Die Tochter sagt hierzu: „Meine Mutter ist wieder leidend, da müssen Sie sich durchsetzen.“ Sie bringt ihre Mutter dann selbst mit Schimpfen und harten Worten dazu, aufzustehen.

Möglicherweise finden Sie es als Fachkraft auch immer wieder schwierig, kompetent auf Pflegekunden mit Depressionen zu reagieren. Denn was ist richtig? Treibt zu viel Verständnis depressive Pflegekunden noch weiter in die Depression? Und wie viel Konsequenz ist notwendig? Menschen mit Depressionen sind körperlich oft gesund und auch orientiert. Dies macht es besonders schwer zu begreifen, dass sie sich nicht absichtlich hängen lassen, sondern aufgrund ihrer Erkrankung nicht anders können.

Die Ursachen sind unterschiedlich

Ob eine Person an Depressionen erkrankt, hängt meist von mehreren Faktoren ab. Zum einen betrachten zahlreiche Wissenschaftler Depressionen als Stoffwechselstörungen im Gehirn. Ein weiterer Faktor ist vermutlich auch die genetische Veranlagung. Weitere auslösende Faktoren sind psychosoziale Aspekte. So erleben Ihre Pflegekunden etwa schon allein altersbedingt zahlreiche Verluste: Freunde und Ehepartner versterben, die eigene Körperkraft lässt nach und damit das Gefühl der Selbstständigkeit. Die Sehfähigkeit, das Gehör, die Konzentration verringern sich.

Auch organische Erkrankungen oder Medikamente können der Auslöser sein

Herzinsuffizienz, Nieren- und Leberstörungen, Diabetes können Depressionen verursachen. Regen Sie daher immer die organische Abklärung an. Auch Medikamente wie etwa Betablocker oder ACE-Hemmer oder Kortisonpräparate können Depressionen verursachen oder verstärken.

Diese Therapiemöglichkeiten gibt es

Antidepressiva beeinflussen die Botenstoffe im Gehirn. Oftmals zeigt die Behandlung mit Antidepressiva eine verblüffende Wirkung. Für ältere Menschen sind vor allem die sogenannten selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer geeignet. Sie erhöhen die Verfügbarkeit der Überträgerstoffe Noradrenalin und Serotonin, die mit der Steuerung der Stimmungslage zusammenhängen. Hierzu gehören etwa diese Medikamente: Amitriptylin (Saroten®), Citralopram (Cipramil®), Mirtazapin (Remergil®).

Neben der medikamentösen Behandlung kann eine Psychotherapie sinnvoll sein, etwa um die für Depressionen typischen negativen Denkmuster zu bearbeiten. Dies kann auch für einige Ihrer älteren Pflegekunden zur Vermeidung von Rückfällen sinnvoll sein.

Mit einer durchdachten Pflegeplanung Ihre Pflegekunden unterstützen

Ihre pflegefachlichen Unterstützungsmaßnahmen bestehen vor allem in einer durchdachten Tagesstrukturierung und einer entsprechenden Kommunikation. Wichtig sind hier entsprechende Umgangsempfehlungen, die alle Kollegen gleichermaßen beachten. Im Folgenden finden Sie einige Anregungen zur Gestaltung Ihrer eigenen Pflegeplanungen.

Tipp für Sie: Sie als Pflegekraft sind eine wichtige Bezugsperson für Ihren Pflegekunden mit Depressionen. Wichtig ist, dass Sie ihm gleichbleibend freundlich und geduldig begegnen. Überfordern Sie ihn vor allem nicht mit ständigen Aufmunterungsversuchen. Er kann hierauf vermutlich nicht reagieren. Die Folge: Er fühlt sich aufgrund dieses Unvermögens doppelt unzulänglich.

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