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Sturzprophylaxe: Mit diesen 3 Schritten erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern die Arbeit

29.10.2019

Der Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“ besagt, dass für jeden Bewohner eine systematische und aktuelle Sturzrisikoeinschätzung vorliegen soll. Hierzu ist kein entsprechendes Assessment erforderlich, die fachliche Einschätzung und Begründung der Fachkraft reichen aus. Doch genau hiermit haben viele Pflegekräfte Schwierigkeiten.

Erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern die freie Einschätzung mit der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung. Hiermit erläutern Sie die Risikoeinschätzung, die Maßnahmenplanung sowie das Vorgehen nach einem Sturz.

Schritt 1: Identifizieren Sie das Sturzrisiko

Beachten Sie die personen-, medikamenten- und umgebungsbezogenen Faktoren. Diese finden Sie in der nebenstehenden Übersicht. Gehen Sie die einzelnen Risikofaktoren durch. Identifizieren Sie die Punkte, die auf den jeweiligen Bewohner zutreffen, und beurteilen Sie, inwieweit sich hieraus ein konkretes Sturzrisiko ergibt. Beziehen Sie auch das individuelle Bewegungsmuster des Bewohners mit ein. Überlegen Sie genau, wie sich das Gangbild (z. B. das Nachziehen eines Beins) oder bestimmte Bewegungen (z. B. eine Schwäche in den Knien beim Aufstehen aus dem Stuhl) auf das Sturzrisiko auswirken.

Schritt 2: Planen Sie individuelle Maßnahmen

Planen Sie Maßnahmen, die sich konkret auf das jeweilige Risiko beziehen. Binden Sie den Bewohner mit ein bzw. alternativ seine Angehörigen oder den Bevollmächtigten/Betreuer.

Schritt 3: Wiederholen Sie die Risikoeinschätzung

Der Expertenstandard empfiehlt keine intervallmäßige Risikoeinschätzung. Je akuter die Situation des Bewohners ist, desto häufiger müssen Sie Ihre Einschätzung überprüfen.

Vor allem ist dies bei Veränderungen der gesundheitlichen Situation, der Medikamente oder bei einem Umgebungswechsel notwendig, wie etwa nach einem Klinikaufenthalt. Ebenso ist eine Neubewertung des Risikos erforderlich, wenn Ihr Bewohner gestürzt ist.

Wenn es trotz aller Vorsicht passiert: Erfassen und analysieren Sie den Sturz

Denken Sie daran alle eingeleiteten Maßnahmen zu dokumentieren (z. B. Vitalzeichenkontrolle, Beobachtung von Verletzungen und Schmerzen über mehrere Schichten, Information des Arztes, bei Bedarf Einleitung von Notfallmaßnahmen). Nach dem Sturz ist ggf. eine Anpassung der Maßnahmen erforderlich. Stellen Sie hierzu 2 Fragen:

  1. Warum ist der Bewohner gestürzt?
  2. Wie kann ein erneuter Sturz verhindert werden?

Übersicht: Einschätzungshilfe zu allgemeinen Sturzrisikofaktoren

Personenbezogene Risikofaktoren

  • Einschränkung funktioneller Fähigkeiten, z. B. bei der Selbstversorgung, Beeinträchtigung sensomotorischer Funktionen / der Balance, z. B. Sensibilitätsstörungen, Veränderungen des Gangbildes, eingeschränkte Bewegungsfähigkeit, Gleichgewichtsstörungen, mangelnde Muskelkraft
  • Depression
  • Erkrankungen, die zu Schwindel oder kurzzeitiger Ohnmacht führen können, z. B. Unterzuckerung, plötzlicher Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörung, körperliche Schwäche
  • kognitive Beeinträchtigungen (akut oder chronisch)
  • Probleme bei der Ausscheidung oder dem Toilettengang; bei Inkontinenz: die Sorge, nicht rechtzeitig zur Toilette zu kommen
  • Sehbeeinträchtigungen zzSturzangst oder auch Stürze in der Vergangenheit

Medikamentenbezogene Risikofaktoren

  • Antihypertensiva (blutdrucksenkende Mittel)
  • Psychopharmaka, Sedativa
  • Polypharmazie (regelmäßige Einnahme von 5 oder mehr Medikamenten) und daraus entstehende Wechselwirkungen

Umgebungsbezogene Risikofaktoren

  • freiheitsentziehende Maßnahmen, z. B. im Sitzen durch Gurte oder Stecktische
  • Gefahren in der Umgebung, z. B. geringe Beleuchtung, Hindernisse auf dem Boden, Teppichkanten
  • inadäquates Schuhwerk
  • fehlerhafter Umgang mit Hilfsmitteln

Fazit: Vermitteln Sie die Vorgehensweise

Besonders bei der Sturzprophylaxe ist ein lückenloses Vorgehen erforderlich zum Schutz des betroffenen Bewohners – auch, um Ihre Einrichtung gegen Regressforderungen der Krankenkasse abzusichern. Denn spätestens bei der Beantwortung der Fragen der Kassen werden Defizite im Sturzmanagement offenbar. Durch eine sorgfältige Anleitung Ihrer Mitarbeiter lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen.

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