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Expertenstandards in der Altenpflege – So passen die die Expertenstandards richtig an

11.09.2014

Immer wieder sind die Expertenstandards Pflege des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) in aller Munde. Doch nicht immer ist ganz klar, welche rechtliche Bedeutung diese Expertenstandards für die Pflege in der Praxis haben. Trotzdem sind sie für Heimleitungen und Pflegedienstleitungen, aber auch für alle Pflegekräfte im Rahmen der Sorgfaltspflicht dem Bewohner gegenüber unbedingt zu beachten. Denn sollte es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen, nutzt das Gericht die Expertenstandards in der (Alten-)Pflege als Bewertungsmaßstab und misst daran die Qualität der Pflege in der jeweiligen Einrichtung.

Der Inhalt der Expertenstandards in der Altenpflege ist somit das Minimum, das die Einrichtung in der praktischen Umsetzung als Leistung nachweisen muss. Allein aus diesem Grund ist es für Ihre Einrichtung von größter Wichtigkeit, die Expertenstandards ambulante Pflege zu etablieren und umzusetzen.

Warum die Expertenstandards in der Pflege für ambulante Pflegedienste wichtig sind

Ziel der Expertenstandards Pflege ist, dass Sie auf Grundlage der aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse arbeiten. So können Sie bei schwierigen und aufwändigen pflegerischen Situationen in Ihrem ambulanten Pflegedienst fachlich korrekt und einheitlich vorgehen, Pflegefehler vermeiden und Ihr Haftungsrisiko einschränken. Zudem sollen durch den Einsatz von Expertenstandards in der Altenpflege auch die Leiden von Patienten gelindert und Kosten gespart werden.

Diese Expertenstandards des DNQP müssen Sie kennen und an Ihren Pflegedienst anpassen:

  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege
  • Entlassungsmanagement in der Pflege
  • Schmerzmanagement in der Pflege
  • Sturzprophylaxe in der Pflege
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege
  • Expertenstandard „Ernährungsmanagement“
  • Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

 

Die Umsetzung der Expertenstandards in der Pflege wird gefördert

Die Erstellung und Umsetzung der Expertenstandards wird in ausgewählten Gesundheitseinrichtungen (Krankenhäuser, stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen) vom Bundesgesundheitsministerium bezuschusst. Ziel dieser Förderung ist es, die Qualitätssicherung in den Einrichtungen voranzutreiben.


So setzen Sie die Expertenstandards in der Altenpflege aktiv um

In der Tat ist es schwierig, die Expertenstandards Pflege ohne Anleitung und Hilfestellung in die Praxis umzusetzen. Unmöglich ist es jedoch nicht, wenn Sie bedenken, dass die Expertenstandards Pflege aussagen,

  • welche Hilfsmittel gebraucht werden,
  • wie und wann sie eingesetzt werden sollen und
  • wie das Ergebnis aussehen soll.

Mit Bedacht geben die Expertenstandards für die Pflege nicht vor, wie viele Kissen oder Lagerungsrollen die Pflegefachkraft in das Bett legen soll. Auch in welchen Intervallen gelagert werden soll, wird hier nicht festgelegt. Da die Expertenstandards in der Altenpflege nur von examiniertem Personal umgesetzt werden dürfen, wird vorausgesetzt, dass das Personal z.B. die individuellen Lagerungsintervalle bei der Dekubitusprophylaxe selbst herausgefunden hat.

Fazit
Es handelt sich bei den Expertenstandards ambulante Pflege um wissenschaftlich fundierte Instrumente, die die ambulante Pflege absichern und die Rahmenbedingungen abstecken. Es findet sich keine Pflegeanleitung darin, da die Fachkompetenz einer examinierten Pflegefachkraft nicht beschnitten werden soll.


So übersetzen Sie die Expertenstandards und machen sie für die Praxis zugänglich

Damit Sie die Nationalen Expertenstandards effektiv umsetzen können, sollten Sie einige Vorbereitungen treffen: Ermitteln Sie zunächst die Anforderungen, die der MDK an Sie als Pflegeeinrichtung stellt. Oft sind die Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien der Expertenstandards Altenpflege sehr abstrakt formuliert. Übersetzen Sie die Kriterien daher in Ihre Praxis.

Nutzen Sie die Methode des Qualitätszirkels, um Ihre Verfahrensanweisung für die Umsetzung der Expertenstandards Schritt für Schritt zu entwickeln:

  • Lesen Sie im Vorfeld die Kommentierung der Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien in den Expertenstandards für die Pflege und machen Sie sich dazu Notizen.
  • Kopieren und verteilen Sie die tabellarische Übersicht der Struktur-, Prozess- und Ergebniskriterien an die Teilnehmer.
  • Diskutieren Sie die Standardkriterien der Expertenstandards in der Altenpflege und entscheiden Sie gemeinsam, wie Sie die Kriterien für Ihre Pflegeeinrichtung formulieren. Hier müssen Sie 2 Dinge berücksichtigen:

a) Ihre Formulierungen in der Verfahrensanweisung müssen für alle Mitarbeiter und an der Pflege beteiligten Personen verständlich sein und
b) Sie dürfen die Standardkriterien der Expertenstandards nicht unterschreiten.

  • Fertigen Sie den Entwurf der Verfahrensanweisung an.
  • Übertragen Sie das Dokument ins Reine.
  • Nutzen Sie eine interne Fortbildung oder eine Dienstbesprechung, um die fertige Verfahrensanweisung vorzustellen.


Setzen Sie die Verfahrensanweisung mit Ihren Mitarbeitern um

Im Zentrum stehen hier die Risikoerkennung, die prophylaktischen Maßnahmen und die Beratung Ihrer Pflegekunden. Abgerundet wird die nachweisliche Umsetzung der Expertenstandards in der (Alten-)Pflege mit der Dokumentation des gesamten Pflegeprozesses.

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