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Umdenken: Nutzen Sie Pflegevisiten ab jetzt zur Beratung

21.11.2016

Führungskräfte verbreiten oft mehr oder weniger ungewollt Angst und Schrecken mit der Pflegevisite. Das liegt daran, dass diese mitunter als Instrument der Kontrolle genutzt wird. Im Qualitätsmanagement ist die Pflegevisite aber mehr: Sie ist ein Instrument, um die Mitarbeiter zu beraten.

Machen Sie sich die eigentliche Intention von Pflegevisiten nochmals bewusst. Eine Pflegevisite ist nichts anderes als ein Bewertungs- und somit Qualitätssicherungsinstrument, das Sie bewohnerbezogen (Wie gut ist die Pflege?) oder mitarbeiterbezogen (Wie gut pflegt der Mitarbeiter?) einsetzen können. Mehr zu dem Thema Pflegevisiten finden Sie auch in unserem Artikel "Pflegevisite: Ja oder nein?"

 

 

Nutzen Sie die Übersicht, um Ihre Führungskräfte zu entlasten und der Pflegevisite etwas von ihrem Schrecken zu nehmen. Sie können entweder auf der Grundlage durch Sie durchgeführter Pflegevisiten beraten oder aber die Ergebnisse von Pflegevisiten durch die Führungskräfte nutzen.

 

Übersicht: Beratungsleitfaden, um mit den Ergebnissen von Pflegevisiten zu arbeiten

1. Vorbereitung

  • Vereinbaren Sie mit dem Mitarbeiter einen Termin.
  • Sorgen Sie dafür, dass ein ruhiger und störungsfreier Raum zur Verfügung steht.

2. Durchführung

Stellen Sie dem Mitarbeiter die folgenden Fragen:

  • Wie schätzen Sie selbst die Ergebnisse der Pflegevisite ein?
  • Was ist Ihnen gut gelungen?
  • Wo, glauben Sie, können Sie sich verbessern?
  • Wo, denken Sie, können Sie für den Pflegekunden noch etwas verbessern / erreichen?

Teilen Sie dann Ihre Einschätzung mit:

Was ist aus Ihrer Sicht gut gelungen?

  • Wo, glauben Sie, bestehen Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Welche nächsten Schritte wollen Sie einleiten, um für den Pflegekunden seine individuelle Situation noch zu verbessern?

Gehen Sie dabei insbesondere auf die folgenden Aspekte ein:

  • professioneller Umgang mit dem Pflegekunden
  • Einbeziehen der Gewohnheiten und Bedürfnisse des Pflegekunden
  • Umsetzung pflegewissenschaftlicher Aspekte, insbesondere Expertenstandards
  • fachgerechte Führung der Pflegedokumentation
  • Umsetzung hygienischer Aspekte 
Erarbeiten Sie dann gemeinsam mit dem Mitarbeiter Ziele, um die verbesserungswürdigen Aspekte zu bearbeiten. Leiten Sie daraus konkrete Maßnahmen ab, z. B.:

Verbesserungsmöglichkeit:

  • Die Strukturierte Informationssammlung enthält noch zu wenig Konkretisierung festgestellter pflegerischer Risiken.
    Maßnahme: individuelle Beratung zu 3 Bezugspflegekunden
  • Durchführung der Beratung sowie erneute Pflegevisiten zur Wirksamkeitskontrolle
    Maßnahme: Schulung

3. Nachbereitung

Bitten Sie den Mitarbeiter, die festgestellten Verbesserungsmöglichkeiten nachzuarbeiten. Vereinbaren Sie hierzu einen konkreten Umsetzungszeitpunkt. Dokumentieren Sie das Ergebnis des Beratungsgespräches. Dafür kommen je nach Ihren einrichtungsinternen Regelungen der Pflegebericht oder das Formular zur Durchführung der Pflegevisite infrage.

Qualität in der Pflege - MITARBEITERQUALIFIKATION
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Aber Achtung: Nicht jeder Konflikt ist auch Mobbing.