Verlag & Akademie

Gute Biografieerhebung Ihrer Pflegekunden

24.07.2020

Die Biografieerhebung ist eine Pflichtaufgabe in den stationären Einrichtungen. Die Umsetzung gestaltet sich dabei unterschiedlich und ist eine reine Pflichtübung. Eine gute Erhebung sollte jedoch immer konstruktive Arbeitsgrundlage für Ihre Begleitung sein. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass nicht Daten und Fakten im Vordergrund stehen, sondern das Erleben der Betreffenden.

Prägende Lebensereignisse sind wesentliche Ergänzungen

Die Generation, die wir begleiten, ist gerade durch die Kriegszeiten sehr geprägt worden. Dazu kommen familiäre Verluste, bedrohliche Erkrankungen oder Lebensereignisse, die nachhaltige Auswirkungen auf das weitere Leben gehabt haben. Mit biografischen Besonderheiten ist ein tiefes emotionales Erleben verbunden, welches Ihrer sensiblen und achtsamen Begleitung bedarf. Je mehr eine vertrauensvolle Basis zwischen Ihrem Bewohner und Ihnen entstanden ist, desto häufiger werden auch diese Informationen zur Sprache kommen. Ergänzen Sie dann entsprechende Informationen und Hinweise im Biografiebogen, um so eine würdigende Begleitung Ihres Bewohners zu ermöglichen.

9 wesentliche Aspekte für Ihre fachkompetente Biografieerhebung

1. Berufliche Identität

Dazu gehören der erlernte Beruf und die damit verbundenen Erfahrungen. Wichtig im Hinblick auf das Erleben ist auch die Frage, ob dies dem Wunschberuf entsprach. Vielfach mussten Ihre Bewohner in Nachkriegszeiten und entsprechender Not einen bestimmten Beruf erlernen. Die Frage nach Wunschberufen ermöglicht Ihnen, die dahinterliegenden Interessen und auch Sehnsüchte Ihrer Bewohner würdigend aufgreifen zu können.

2. Lebensleistung

Gibt es etwas, worauf Ihr Bewohner stolz ist? Mit dem Stolz auf etwas und der darin enthaltenen Lebensleistung verbinden viele Ihrer Bewohner ihre Sinnhaft igkeit im Leben.

3. Persönliche Normen und Werte

Darunter fallen die persönlichen Moral- und Wertvorstellungen darüber, was sich gehört und was nicht. Vielen ist etwa Verlässlichkeit sehr wichtig, da es in Kriegszeiten überlebenswichtig war, sich aufeinander verlassen zu können. Hinzu kommen zeitgeschichtliche Prägungen.

4. Besondere Interessen und Vorlieben

Dazu gehören Hobbys oder ein besonderes Engagement. Die frühere Zugehörigkeit zu Vereinen könnte hier Hinweise auf mögliche soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung geben. Auch Vorlieben hinsichtlich Musik, Kleidung oder Essen sind wichtige Informationen.

5. Persönliche Rituale und Gewohnheiten

Persönliche Rituale entwickelt jeder im Laufe seines Lebens. Sie ausleben zu können trägt wesentlich zum Wohlempfinden bei. Fragen Sie daher Ihre Bewohner nach solchen individuellen Ritualen etwa beim morgendlichen Aufstehen, Zubettgehen oder bei den Mahlzeiten. Nutzen Sie auch Ihre Beobachtungen bei Hausbesuchen zur Heimaufnahme, etwa die Art der Gestaltung eines Lieblingsplatzes in der Wohnung oder die individuelle Gestaltung des bisherigen Essplatzes mit vertrautem Tischset oder der Lieblingstasse.

6. Geistige und seelische Bedürfnisse und Wünsche

Hier spiegelt sich vielfach wider, in welcher Form und mit welchen Inhalten soziale Kontakte bis zum Einzug ins Altenheim gelebt wurden. Klären Sie hierzu auch persönliche Wünsche Ihres Bewohners im Hinblick auf den Heimalltag, die Teilnahme an Angeboten und inhaltlichen Wünschen ab.

7. Die Bedeutung der Religion

Fragen Sie Ihren Bewohner nach der Bedeutung der Religion in seinem Leben und wie er für sich etwa den Besuch der Gottesdienste oder die Teilnahme am Gemeindeleben gestaltet hat. Klären Sie auch zukünft ige Wünsche bei evtl. Bettlägerigkeit in Bezug auf die Kommunion oder Krankensalbung ab.

8. Informationen über sinnliche Vorlieben

Je mehr Sie von Ihrem Bewohner über seine sinnlichen Vorlieben wissen, desto unterstützender können Sie gezielte Sinnesbrücken einsetzen, gerade auch in angstauslösenden Situationen. Das können bestimmte Düfte, taktile oder auditive Angebote sein, mit denen Ihr Bewohner Wohltuendes, Beruhigendes oder Mutmachendes in seiner Lebensgeschichte verbindet.

9. Ergänzung: biografische Besonderheiten

Nicht alle Ereignisse aus der Lebensgeschichte Ihrer Bewohner lassen sich in „Rubriken“ einteilen. Daher nutzen Sie diese ergänzende Spalte für individuelle Besonderheiten Ihres Bewohners, die wichtige Hinweise für Ihre Alltagsbegleitung enthalten.

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Weitere Informationen zum Thema Biografiearbeit finden Sie in Biografiearbeit für mehr Lebensqualität.

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