Verlag & Akademie

Das Lebensbuch – Biografiearbeit zum Anfassen

26.08.2017

Jeder Ihrer Bewohner blickt auf eine einzigartige Lebensgeschichte zurück. Diese bestimmt sein heutiges Verhalten, seine Gewohnheiten und Bedürfnisse. So ist Biografiearbeit die Grundlage für eine individuelle und bedürfnisorientierte Pflege.

Besonders das Anknüpfen an schöne Erlebnisse verhilft nicht nur Ihren demenziell veränderten Bewohnern zu Selbstbewusstsein und Identitätserhalt, auch orientierte Bewohner profitieren hiervon.

Außerdem verstehen Sie unwirsche Äußerungen oder Pflegeabwehr besser, wenn Sie den Grund hierfür kennen oder anhand der Lebensgeschichte erahnen. Dieses Wissen erleichtert Ihnen sogar die Zusammenarbeit mit Angehörigen und die Reklamationsbearbeitung, denn häufig besteht hierbei ein direkter Zusammenhang mit der Biografie des Bewohners.

BEISPIEL: Die Tochter von Frau Müller bemängelt jede Kleinigkeit. Sie kann die Pflege ihrer Mutter nicht selbst übernehmen, möchte aber gleichzeitig, dass es ihrer Mutter an nichts fehlt, denn Frau Müller hat viel für sie getan. Sie hat Tag und Nacht gearbeitet, damit die Tochter studieren konnte, und später auch die Betreuung ihrer Enkeltochter übernommen.

Biografiebögen sind keine Pflicht

Nach den Vorgaben zur entbürokratisierten Pflegedokumentation reicht es aus, wenn biografische Daten bei Bedarf in der SIS enthalten sind. Auch wenn Sie weiterhin Ihre bewährten Informationssammlungen nutzen, genügt es, wenn Sie z. B. unter den AEDLs biografische Informationen erfassen.

Es besteht keine Vorgabe, die Sie verpflichtet, einen biografischen Fragebogen mit Ihrem Bewohner abzuarbeiten oder von Angehörigen ausfüllen zu lassen.

Entstauben Sie Ihre Biografiearbeit durch ein Lebensbuch

Da Sie im Hinblick auf die Biografiearbeit außer den im vorherigen Abschnitt genannten Regeln keine weiteren befolgen müssen, können Sie auch ungewöhnliche Ansätze wie etwa das im Folgenden beschriebene Lebensbuch realisieren. Es hat etwa 20 Seiten mit dicke dickerem
Papier und trägt den Titel „Mein Leben“. Sie können hierzu ein Album in Format DIN A4 in einer Druckerei in Auftrag geben oder selbst eines herstellen.

BEISPIEL: Das Lebensbuch schafft eine Verbindung

Händigen Sie das Lebensbuch Ihren neuen Bewohnern als Willkommensgeschenk aus, denn hiermit schaffen Sie eine Art symbolische Verbindung zwischen dem früheren Leben Ihres Bewohners und seinem Einzug in Ihre Einrichtung. Fügen Sie auf der 1. Seite ein entsprechendes Anschreiben ein, in dem Sie den neuen Bewohner herzlich begrüßen und den Sinn des Buches erläutern. Das folgende Muster zeigt hierfür ein Beispiel.

Muster: Anschreiben für die 1. Seite des Lebensbuchs

Liebe Frau Anna Müller,

wir heißen Sie in unserer Einrichtung herzlich willkommen. Uns ist bewusst, dass dieser Umzug
ein wichtiger Einschnitt für Sie und auch Ihre Angehörigen darstellt. Gern möchten wir
Ihnen dies erleichtern und auf Ihre Bedürfnisse eingehen.

Vor allem möchten wir Sie kennenlernen und auch an Ihrem früheren Leben teilhaben. Aus
diesem Grund haben wir ein Lebensbuch für Sie erstellt. Falls Sie Interesse haben, können Sie
oder Ihre Angehörigen kleine Texte oder Erinnerungen zu den einzelnen Rubriken hineinschreiben,
Bilder einkleben oder Zeichnungen einfügen. Möglicherweise möchten Sie sich hierbei
von unseren Mitarbeitern unterstützen lassen oder das fertige Album gemeinsam mit ihnen
durchblättern. Darauf freuen wir uns schon sehr.

Herzliche Grüße

Ihr Team des Hauses „Kirschblüte“

 

Die Seiten im Lebensbuch stehen jeweils unter einem bestimmten Motto

Pro Rubrik stehen 2 Seiten zur Verfügung. Hierzu ist auf dem linken Blatt einer Doppelseite die entsprechende Überschrift aufgedruckt. Mögliche Rubriken sind etwa:

  • Mein Lebensmotto
  • Meine Heimat
  • Meine Wohnorte
  • Meine Familie
  • Meine Freunde
  • Meine Kindheit und Schulzeit
  • Mein Beruf
  • Mein Glaube
  • Meine Hobbys / Interessen / Reisen
  • Worauf ich besonders stolz bin
  • Was mir noch wichtig ist

So arbeiten Sie mit dem Lebensbuch

Die Erstellung des Lebensbuches ist ein Angebot an Ihren Bewohner, das er nutzen kann, aber nicht muss. Am besten warten Sie einige Tage ab, bis er sich ein wenig an die fremde Umgebung gewöhnt hat. Blättern Sie das leere Buch dann zunächst gemeinsam mit ihm
durch. Beginnen Sie bei der Anleitung auf der 1. Seite und verdeutlichen auch im Gespräch, dass Sie sich ernsthaft für die Person interessieren.

Gehen Sie die einzelnen Rubriken durch. Vielleicht ergibt sich hierbei schon ein Gespräch, und Ihr Bewohner oder Sie können vielleicht sogar schon etwas in das Buch hineinschreiben. Auf diese Weise ergänzen Sie und Ihre Mitarbeiter nach und nach weitere Informationen, kleben Bilder hinein oder fügen Zeichnungen ein.

 

FAZIT: DAS LEBEN IST BUNT
Das Lebensbuch gibt Ihrem Bewohner die Gelegenheit, sich mit seinem Leben und den vergangenen Ereignissen zu beschäftigen. Hierbei kann ihn je nach Wunsch oder Bedarf ein Mitarbeiter Ihrer Einrichtung oder ein Angehöriger unterstützen.

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